WISSENSCHAFTLICHE ERGEBNISSE DER SCHWEDISCHEN ZOOLOGISCHEN EXPEDITION DEM KILIMANDJARO, DEM MERU DEN UMGEBENDEN MASSAISTEPrEN DEÜTSCH-08TAFRTKAS r 1905— 190G UNTER LEITUNG VON PROF. DR. YNGVE SJOSTEDT HEUAUSGEGEBEX MIT UNTERSTÜTZUNG UEK KÜNIGL. ^JCHWEDISC'HEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN Nicht im Biiclihandel. WISSENSCHAFTLICHE ERGEBNISSE DER SCHWl'.DTSCHEN ZOOLOGTSCITEX EXPEDITION DEM KILIMANDJARO, DEM MERU DEN ÜMaEBENDEN MASSALSTEPPEN DEUTSCH-OSTAFIUKAS 1905—1906 I'NTKK I.KlTUN'li VOX vs 0C^ ( für die zoologischen Untersuchungen errichtet wurde. Die von der Expedition mitgebrachten zoologischen Sammlungen bildeten zusam- men 137 Trägerlasten. Sie umfassen mehr als 59,000 Tiere, die über 4,300 Arten re- präsentieren. Von diesen haben sich mehr als 1,400, die hier beschrieben worden sind, für die Wissenschaft neu erwiesen. In dem vorliegenden, 2,328 Seiten und 87 Tafeln umfassenden Werke, bringe ich auf Grund des von der Ex|)edilJon mitgebrachten Älalerials ein erstes zusammen- fassendes Bild über die Tierwelt dieser Berge. Die Wirksamkeit auf der Beise war so geordnet, dass mein Präparator Herr Sandberg sich beinahe beständig auf der Station oder, wenn längere Märsche vorgenommen wurden, an den verschiedenen Lagerplätzen aufhielt und dort mit der Konservierung der jeden Abend von meinen Exkursionen und Jagden mitgebrachten höheren Tiere beschäftigt war. Diese Arbeit, mit der ich mich in jüngeren Jahren selbst mit Interesse beschäftigt hatte und die ich auf der Beise in Westafrika allein ausführte, musste ich infolge des zeitraubenden Charakters derselben diesmal aufgellen. Die jagdbaren Tiere, Säugetiere und Vögel, sind, mit einigen zufälligen Ausnahmen, alle von mir erlegt und ebenso sind auch die niederen Formen unter Mitwirkung einiger schwarzer Begleiter von mir gesammelt und präpariert. Die Beurteilung, wie es mir gelungen ist, die vorgelegte Aufgabe zu lösen, sei anderen überlassen. Das darf ich jedenfalls sagen, dass nur das brinnende Interesse für die afrikanische Natur und ihr Tierleben, der Wunsch, noch einmal die wechselnde Pracht und das reiche Tierleben der tropischen Landschaft zu schauen, noch einmal mit dem Gewehr unter Studien und Einsammlungen ihre weiten Steppen, ihre gewalligen Wälder und dichten Gebüsche zu durchstreifen, mich dazu veranlasst haben, den noch viele Jahre nach der Bückkehr aus Westafrika häufig ausbrechenden Fieber, Folgen der Malaria, die ich mir während des Aufenthalles in dem mörderisclien Klima von Kamerun wiederholt zugezogen hatte und die in Schwarzwasserliebcr kulminierten, zu vergessen, um noch einmal in den Wildnissen Afrikas unbekannten Schicksalen entgegenzugehen. Bevor ich diese einleitenden Zeilen abschliesse, habe ich noch eine, und zwar eine sehr liebe Pflicht zu erfüllen, nämlich die, allen den Forschern auf den verschiedenen . Gebieten der Zoologie, die mir bei der Ausarbeitung der Besullate der Beise mit ihrer wertvollen Mitwirkung beigestanden haben, einen herzUchen Dank zu sagen. Erst durch diese JMitwirkung ist es möglich gewesen, das höchste Ziel der Heise zu einer glücklichen Vollendung zu bringen. Stockholm, Naturhistorisches Beichsmuseum, K. Schwedischen Akademie der Wissen- schaften im November 1910. YNGYE SJÖSTEDT. 1. Die Tierwelt der Steppen und Berge. Die Mknliimiisi-Hölilen bei Tauga. Die Bevölkerung des Kilimandjdro-Meni-Gehkts. Von YNGVE SJÖSTEDT. Jlit 13 Tafeln und einer Karle. Der Kilimandjaro ist der höchste Berg Afrikas. Von der umgebenden Maissaisteppe ])is zu einer Höhe von 6,010 m ü. d. M. emporsteigend und mit seiner basalen Fläche ein Areal von etwa 5,000 Quadratkilometer bedeckend, entstand dieser gewaltige vulkanische Kegel während der Tertiärzeit, wobei die aus Granit und Gneis bestehende Erdrinde durch hervorbrechende eruptive Massen gesprengt wurde. Erst im Jahre ISiS den Europäern Jiekannt, ist dieser in der Nähe des Äquators belegene Berg, "das grösste Wunder des tropischen Afrika", "the monarch of African mountains", zufolge seiner Höhe^ und seines mit ewigem Schnee und Eis bedeckten Gipfels der Gegenstand eines lebhaften Forschungsinteresses gewesen, wenn auch betreffend die Tierwelt nur einzelne, hauptsäch- lich den höheren Tieren geltende Zi.ige, die indessen in keinem Verhältnisse zu dem Reich- tum der Fauna, die dieser Berg aufzuweisen hat, standen, bekannt geworden sind. In der Entfernung, von der Steppe aus, gewährt der Kilimandjaro jedoch keinen so grossartigen Anblick, da seine grosse Fläche ihn ziemlich flach erscheinen lässt, und seine imponierendsten Teile mit der gewaltigen Kuppel oft lange Zeiten hindurch von Wolken verborgen werden. Einen mächtigen Eindruck von seiner Grossartigkeit erhält man erst in der Nähe seiner Gletscher und Schneefelder, in ähnlicher Weise wie z. B. die Niagara- fälle erst, wenn man sie aus grösserer Nähe betrachtet, sich in ihrer vollen Erhabenheit zeigen. Einer der grössten der vielen vulkanischen Kegel, die über die ostafrikanische Steppe zerstreut liegen, ist der etwas mehr als einen Tagemarsch vom Kilimandjaro be- 1 Die liöchstcn Berggipfel Afrikas sind ferner der Kenia (5,520 m), Ruwensori (5,125 m), Meru (4,030 m), Karissimbi (4,500 ni), ISlikeno (4,434 ni) Jinliawiira (4,117 ni) und Kaiiiprunpik (4,075 m). 6 SJÖSTEDTS KILIMAKDJAEO-MEEU EXPEDITION. 1. legene Meruberg, der schon bedeutend höher als der vulkanische Riese Westafrikas, der Kamerunberg, ist. Auch der Meruberg bildete das zoologische Ziel dieser Expedition. Es liegt auf der Hand, dass ein Berg, welcher, fast auf dem Äquator gelegen, sich von der flachen, heissen Steppe bis zur Region des ewigen Schnees erhebt, eine Reihe verschiedener und in verhältnismässig rascher Aufeinanderfolge sich alllösender Vegetations- l)ilder nebst damit in Zusammenhang stehenden Wechselungen der Fauna besitzen muss. Wir unterscheiden hier fiinf solche Zonen: 1) die Steppe, von 750 — 1,000 m. 2) die Kulturzone oder das Dschaggaland, die erste Flachstufe des Berges, 1,000 ä 1,100 — 1,700 ä 1,900 m. 3) der Regenwald oder Gfirtelwald, die erste Steilstufe des Berges, 1,700 ä 1,900 — 2,800 ü 3,000 m. ■4) die Bergwiesen, die alpine Gras- und Stauden- zone, die zweite Flachstufe des Berges, 2,800 ä 3,000 — 4,400 m. 5) Gipfel, die hoch- alpine Zone, die zweite Steilstufe, 4,400 — 6,010 m. Von diesen ist selbstverständlich die letztere betreffend die Tierwelt von wenig Bedeutung, wenn auch ein Paar Tierformen an der Seite der Schneefelder bei einer Höhe von etwa 5,500 m angetroffen wurden. Botanisch spricht man auch von einem zwischen der Steppe und der Kulturzone bisweilen befindlichen Mischwald, wie die höchsten Teile der Bergwiesen, wo die Fanero- gamen fast oder völlig verschwunden sind und nur Flechten die Felsen und Steine be- kleiden, die Flechtenregion benannt wird. Auch der Meru ist von Rebmann, und zwar 1849 entdeckt worden. Er ist ein flacher vulkanischer Kegel der, wie erwähnt, von der Steppe bis zu einer Höhe von 4,630 m emporsteigt. Die Südost- und Siidabhänge des Berges sind von prachtvollem, im Südosten bei etwa 1,400 m beginnendem Regenwald bewachsen, die Kulturzone sehr fruchtbar und die zahlreichen Flüsse der Südseite haben kaltes, klares Wasser. Auf dem Ost- und Westabhang ist der Regenwald lichter, um auf der trockenen Nordseite fast ganz zu ver- schwinden. Der Gipfel des Äleru ist nur zufällig und schnell vorübergehend mit Schnee versehen, und der Regenwald geht mehr allmählich in die niedrigere Vegetation der oberen Teile des Berges über. Sehr charakteristisch für den Meru ist die Bambuszone, die dem Kilimandjaro fehlt. Im Folgenden will ich die wechselnden Zonen der beiden Berge und deren Tier- welt in kurzen Zügen zu charakterisieren versuchen. Eine jede von ihnen zeichnet sich durch eine für dieselbe mehr oder weniger ausgeprägt charakteristische Fauna, durch eine grössere Anzahl für sie eigentümliche Tierformen aus. Von der Vegetation, dem Terrain und dem Klima eines Gebietes hängt sein Tierleben ab und eine allgemeine Kenntnis derselben ist somit die notwendige Bedingung für die richtige Auflassung der Tierwelt. Ich will daher diese Verhältnisse in Kürze beleuchten und, soweit es für die Auffassung der Tier- welt des Gebietes von Bedeutung ist, in allgemeinen Zügen ein zusammenfassendes Bild von der Vegetation, dem Klima und dem Terrain desselben entwerfen. Die Steppe. Die um die Berge sich ausbreitenden Steppen haben eine wechselnde Natur und treten unter mehreren Formen auf: als Grassteppe, Buschsteppe, Baumsteppe, hierunter SJOSTEDT, DIE TIERWELT DER BERGE UND STEPPEN. 7 besonders Akaziensteppe mit ihrer speziellen Form, der Flötenakaziensteppe, und Obst- gartensleppe. Die reichste Tierwelt gehört den heissesten Gegenden, der Niederung bis zu den unteren Teilen der Kulturzone, an. Hier breitet sich auf den für die verschiedenen Gruppen und Arten passenden verschiedenen Lokalen die ganze grosse Rlasse Repräsen- tanten der Fauna aus. Schon im oberen Teile der Kulturzone mit ihrer, wenigstens zu gewissen Zeiten des Jahres, kühlen Nachttemperatur hat die Fauna in hohem Grade ab- genommen und wird dann im Regenwalde noch spärlicher. Gewisse Repräsentanten der Tierwelt breiten sich indessen bis zu bedeutenden Höhen, auf dem Kilimandjaro bis zu den Schneefeldern, auf dem Äleru wohl bis zum Gipfel hinauf, aus. Auf grossen Gebieten besteht die, besonders in der offenen, hügeligen Landschaft unterhalb des östlichen Teiles des Kilimandjaro meilenweit sich ausdehnende Gras- steppe aus dem schliesslich über Manneshöhe emporschiessenden Andropogon, während sie auf anderen Stellen, besonders zwischen den beiden Rergen im Norden, aus ganz kurzem, in zerstreuten kleinen Erdhügeln wachsendem Grase gebildet wird. Die Temperatur ist in der Umgebung der Berge zu gewissen Zeiten, besonders vom Oktober bis zum Februar, oft eine hohe, bis zu etwa 33° C. im Schatten. Während der Regenzeit ist die Temperatur dagegen, Ijesonders in den höher hegenden Steppen (etwa 1,000 m ü. d. M.) zwischen den Bergen keineswegs belästigend warm, sie ist sogar zuweilen recht kühl, des Nachts bis +11° C. oder vielleicht noch einige Grade niedriger. Diese Gegenden sind auch höher gelegen, als die östlichen, und lange Zeiten des Jahres von einem mehr oder weniger bewölkten Himmel bedeckt. Wenn die öde Grassteppe auch selbstverständlich keine reiche Fauna beherbergt, so ist sie doch keineswegs so arm, wie man zu glauben geneigt ist, und besonders mehrere Vögel, wie Strausse, Trappen, Flughühner, BMnoptüns, Oedicnenius, Anthus, Cisticola-Arien, Stejihanihyx, Circus, Milane, Geier, Marabus, Gaukler, Bussarde, Schwalben, Kuhreiher, Störche, Wachteln, Perlhühner, Turnix, Drepanopledes, Pyrrlmluuda, Lagonosficfa u. a. sind Bewohner dieser baumlosen Steppen. Dort halten sich auch die grossen Herden, wie Gnus, Kongoni, Grant- und Thomsongazellen, Oryx, Giraffen, Zebras, ferner Hyänen, Löwen, Leoparden, Schakale, Nashörner u. a. auf, also das Eldorado des Jägers! Von den Insekten gehören der offenen, baumlosen Steppe besonders ein Teil zu- weilen in grossen Scharen auftretende Lagriiden (Lagria cuprina) und Coccinelliden (Epüaclina shnüis) sowie die zuweilen in unglaublichen Massen auf der Steppe zwischen den Erdhöckern und im Grase vorkommen den Larven eines Nachtfalters (Laphjgma eiemp- taj, ferner mehrere Coprophagen, Troxen, Silphiden, Histeriden, Heuschrecken verschiedener Art, Schmetterlinge, besonders Pieriden und Lycaeniden, Odonaten, Mutilliden, Staphylini- den, Ameisen, Carabiden, Termiten und mehrere andere an. Von besonderem Interesse war das Tierleben, speziell das Vogelleben, in und an den auf der Steppe zwischen den Bergen liegenden Natronseen, die infolge des in der Sonne weissglänzenden Salzes, das sich während der Trockenzeit an den Ufern der- selben abgelagert wird, von den neben wohnenden Massai "die weissen Seen", El dourött 8 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 1. oibor, genannt werden, weshalb ich diese Seen — die auf der Karte von Meyer als "Nyoro Lkatende" bezeichnet sind — und ihre Tierwelt hier etwas eingehender schildern will. Sie l)ilden einen Komplex von ungefähr sieben einzelnen Wasseransammlungen, wovon der grösste, der eigentliche See, eine Länge von wohl 4f' — 500 Rleter erreicht; auch der nördlichste erscheint nicht gar zu klein. Die Natrouseen. Etwa Mitte Juli wurde diesen zwischen dem Kilimandjaro und Meru gele- genen Sleppenseen, welche nachher während des ganzen Jahres, besonders zufolge ihrer reichen Vogelwelt, in so hohem Grade mein Interesse fesseln sollten, der erste Besuch abgestattet. Während verschiedener Zeiten sowohl betreffend den Reichtum als die Zusammensetzung der Fauna verschiedene Bilder aufweisend, trat die Vogelwelt während der Zeit unseres Herbsts und Winters in ihrem grössten Reichtum auf, da Massen von nordischen Zug- vögeln sich hier niederliessen. Der Weg geht von Kibonoto zuerst durch die wohl gepflegten Felder der Wadschagga den Berg herunter. Über manneshohe blühende Gebüsche mit Circium-ähnliche Blumen, auf welchen zahlreiche ocellengefleckte Scutellerinen (Splncrocoris anmdus oceUafitsJ lebten, umgeben hier oft an beiden Seilen den schmalen Pfad. Rechts etwas länger herunter breitet sich ein grösserer mit breitblältrigem Schilf bewachsener Sumpf, von dem die Bäche Nassai und Lima entfliessen, aus. Hier war zu verschiedenen Jahres- zeiten der Aufenthaltsort für mehrere Vögel wie Schilfsänger fAcrocephaliis bceticatusj, dickschnäbelige schwarze Webervögel (Amhlyospiza unicolor), gelbleuchtende Webervögel fPloceus aiireoflavus castaneiceps) u. a. Etwas weiter gegen die Steppe fliesst der kalte oft klare Sanya-Fluss über sein steinige Bett, der dicht an seinem Ufer mit hohem, schönem Wald bekränzt ist, welcher niedriger, dichter und mehr buschähnlich noch ein Stückchen das Terrain beherrscht, dann plötzlich abgebrochen und durch grössere und kleinere offene, grasbewachsene Ge- biete, wo die Massai oft ihre Herde weideten, ersetzt wird. Von den umgebenden Ge- büschen wurde hier oft die tutende Stimme des Sporrenkuckucks fCentropus super- ciliosus) gehört. Im Wipfel der zerstreuten kleinen Akazien thronte der schwarz-weisse Würger Lanius collaris uropygialis; mit aufrechter Haltung sitzt er, den Kopf ]:)ald hin bald her drehend ruhig da, um sich dann herunterzuwerfen und dem Boden folgend sich bald wieder zu erheben und in einer anderen nicht weit davon stehenden Akazie nieder- zulassen. Unter Gebüschen und Bäumchen hielten sich in diesem Terrain gern auch durch ihre grell gelbleuchtende Bürzelpartie leicht in die Augen lallende Webervögel (Euplectes capensis xanthomelas) auf. Auch gewisse Vertreter der Insektenwelt lenkten hier die Aufmerksamkeit auf sich. Unter den überall unter dem niedrigen Grass zerstreuten Steinen kamen zu gewissen Zeiten grosse schwarze Grillen (Aclieta bhiHindafaJ, schwarze gelbgefleckte flügellose Weibchen und schwarzbraune geflügelte Männchen einer Schabe (PsendoderopeUis petro- plnlü) massenhaft vor, während kleine Eidechsen (Ahlepliarus WaJdhcrf/iJ blitzschnell über den Pfad verschwanden oder unter Steinen versteckt lebten. So wechseln wieder Waldpartien mit offenen, von kurzem Gras bewachsenen Plätzen, von deren Seiten die klangvolle Stimme des Bülbuls (Ptjcnonotus barhatus micrusj oft SJOSTEDT, DIE TIERWELT DEU STEPPEN UND BEKGE. 9 ertönt, bis die vereinzelten Waldpartien aufhören und man in eine weitgedehnte Gras- steppe mit zerstreuten oder dichter stehenden Gebüschen hinaustritt. Die Luft war diese Zeit kiihl, wir befanden uns mehr als lausend Meter über dem Meer und der dicke Jagdrock kam uns wohl zu Statten. Halb manneshohe bis manneshohe buschartige Kräuter mit stark Älentha-riechenden Blättern bildeten hier einen wichtigen Teil der unter dem fuss- bis ellenhohen, etwas verwelkten Gras aufschiessenden Vegetation. Auf dem Pfad, für den sie charakteristisch sind, und wo sie oft mit ausgeschlagenen Flügeln ruhen, sassen blaue oder braunschw^arze Libellen (Orthetrnm contractvm und caffrum), die gestört aufflogen, mit summenden Flügeln in der Luft stehen blieben und sich wieder zu Boden senkten oder in reissender Geschwindigkeit hinflogen, um sich sofort wieder am Pfade zu zeigen. Andere (Crocothemis sanfjuhwlenta) waren schön blutrot und die glasklaren Flügel kaum sichtbar, wenn sie summend über dem Weg in der Luft hingen. Auf einem im Grase stehenden Baum huschte die gewöhnlichste Eidechse dieser Gegenden, Mahuia striata, eine besonders an den Hütten der Eingeborenen vorkommende Art, wo sie die westafrika- nische in ähnlicher Weise lebende Agama colonoriim vertritt. Charakteristisch durch ihr scharfes, längs den Seiten des Körpers gehendes helles Band, laufen sie unter den trockenen Blättern der Hütten prasselnd umher, bleiben dann und wann stehen, gucken sich vorsich- tig um und verschwinden, wenn gestört, wieder zwischen den Blättern, Hier und da erhol) sicli in diesem Terrain über der niedrigeren Vegetation eine Kandelabereuphorbie. Der oft verzweigte und wieder zusammenfliessende, von den Herden der Massai, welche in der Nähe ihren Kraal hatten, niedergetretene Pfad war niclit rot, wie in der Kulturzone, sondern lehmgrau, hart und fest. Wir sind hier in der Sigirari-Steppe, die sich zwischen dem Kilimandjaro und dem Meru ausbreitet. Länger heraus, besonders im Norden, ist die Buschsteppe verschwunden und durch bäum- und buschlose öde Grassteppen, mit oft sehr kurzem Gras, dem Aufenthaltsort der wilden Her- den, ersetzt. Nach, von Kibonoto gerechnet, etwa zwei Stunden steht man am ersten der kleinen Seen, der, kaum weitgestreckter als ein grösserer Teich und mit weniger natronhaltigem Wasser als die anderen Seen, gleichwohl fast beständig eine ausserordentlich reiche Vogelwelt barg, wenn auch nur wenige Arten das Hauptkontingent derselben bil- deten. In Reihen schwammen hier in den von dem sonst grosse Strecken der Ober- fläche bedeckenden Potamogeton freien Wasserrinnen schw^arze Wasserhühner (Fulica cristataj, zerstreut auf der Oberfläche lagen Schwärme von dunklen oder helleren Enten (Njiroca rapensis und Anas erythrorhynclia), während kleine Taucher fColymbiis minor rapensisj sich rasch unter das Wasser duckten, in einiger Entfernung wieder vorsichtig Kopf und Hals erhoben, und, falls Gefahr vorhanden zu sein schien, mitt grosser Schnellig- keit wieder von der Oberfläche verschwanden. Bei einem der ersten Besuche an diesem See zeigte sich eine Vogelart, die von ganz besonderen Interesse war. Mit langem, gestrecktem Halse schwamm ein, wie er vorfiel, Haubensteissfuss auf der Oberfläche daher, auch er, ganz wie eine eben auf dem Wege l)eol)achtete Vanessa radui, ein Gru.^s aus dem Norden. Im nächsten Augenblicke kam auch das Weibchen, in Begleitung von drei Jungen, angeschwommen. Eine nähere Un- Sjöstedts Kilimandjaro- Meru Expedition. 1. 2 SJOSTEDTS KILIMANDJAEO-MERTJ EXPEDITION. lersLichung ergab, dass sie zu CohjmbHS fuscatus, einem für Deutsch-Ostafrilva neuen Vo- gel, noch oft als eine Unterart des europäischen cristatus betrachtet, gehörten. Über unsern Häuptern ertönte ein an den gesprungenen Klang einer Kuhglocke erinnernder Laut, der mit nervöser Beharrlichkeit von einem unruhig hin- und herfliegenden Vogel, einem Kiebitz (Hoiüopterus speciosus) in schwarzer, weisser und eisgrauer Tracht wieder- holt wurde. Ein Himantopiis Mmantopus mit seinen langen, nach hinten gerichteten Bei- nen kam nun ebenfalls schreiend entgegen, schwarze, grünfüssige Teichhiihner (Gallinula clioropus) schwammen in dem hohen Grase umher, ganze Schwärme weisser Reiher (Herodias alba und, obgleich spärlicher, H. garzetta) — sowie auch graublaue Yxexhf^v (Ardea melanocephala und cinerea) — standen mit gestreckten Hälsen da und erhoben sich vor den Schüssen in weissen Schwärmen. Ein stattlicher weiss-schwarzer Bussard [Enteo augur) mit rotbraunem Schwanz kreiste in der Luft, Scharben {Phalacrocorax africanus) zogen mit ruhigen Flügelschlägen und gestrecktem Halse durch die Luft, kleine Sumpfhühner {Orfggometra pmsüla obscnra) erhoben sich hier und da niil hängenden Beinen um sich dann bald zu senken, oder schwammen behende auf dem Wasser. Die den klei- nen See umgebenden, mit Gras bedeckten niedrigen Hügel umflogen schwarze (PsaUdoprocue holomelaena iiiassaka) oder unten weisse {Hirundo griscopijga) Schwal- ben, längs den Ufern offenbarte sich Ibis a'fhiopica in ganzen Schwärmen, Sattel- störche spazierten gravitätisch unweit des Strandes umher, während eine Ardrtta Sturmi sich aus dem Grase in der Nähe des Wassers erhob. Zwischen den niedrigen Hügeln am Wasser oder auf der Wasserfläche selbst schössen auch graue Schwalben {Iiiparia cincta und minor) unter eifrigem Mückenfang einher. In das klare, wenig natronhaltige Wasser dieses Sees trieben die Massai oft ihre hübschen Rinderherden, während sie beständig ihre charakteristischen Pfiffe, mit denen sie die Tiere leiten, ertönen Hessen. Nach einem Marsch von etwa einer halben Stunde steht man an dem grösseren Seenkomplex, mit seinen kleineren Seen und Teichen. Der grösste dieser Seen soll eine Oberfläche von 4 qkm. haben. Die Ufer waren hier eine Strecke hinaus mit Gras bewachsen, in welchem sich ganze Scharen von mit einem grünem Strich längs des Rückens versehenen Fröschen [Rana mas- careniensis) und Klauenfröschen {Xenopus Icevis) aufliielten, welche letzteren der Oberfläche stellenweise ein wie von Fischchen wimmelndes Aussehen verliehen. Der erstere war der ge- meinste Frosch der Gegend und hatte gerade an diesen natronhaltigen Steppenseen seinen liebsten Aufenthaltsort, wenn er auch an Bächen und an anderen Gewässern ganz gemein sein konnte. Sie sassen oft in dem umgebenden Grase ein Stückchen vom Wasser und machten sehr lange Sprünge. Wenn sie sich in Sicherheit setzen wollten, erfolgte der eine Sprung sehr schnell nach dem anderen. Sind sie nicht weit vom Wasser, so machen sie einige lange Sprünge und verschwinden wie Pfeile kopfüber in dem nassen Elemente. Sie bilden in diesen Gewässern sowohl entwickelt wie als Larven die Haupt- nahrung der doch lebenden zahlreichen Scharben, Reiher und anderen Vögel. Ausser den erwähnten Arten beherbergen diese Gegenden auch verschiedene andere Batrachier, darunter kleine liapjyia- Arien, nämlich die im Aussehen stark variierende Rappia marmorata, von SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 11 denen, besonders nachdem der niederstürzende Regen im April und Mai, grosse Strecken dieser zwischen den Bergen liegenden Gegenden überschwemmt halte, recht zahlreiche in teils ungefleckten, teils hellgefleckten Exemplaren angetroffen wurden. Die andere, noch kleinere L'dpjmi-Arl (R. pmuiici(l, Bitis arietavs und die auf den Wegen angetroffe- ne Typhlops pundatus nicht so selten. Spärlicher schienen Philothamnus semivariegatus, Lycophidium capense, die an einen dürren Zweig erinnernde Thelotornis KirtJandi, ElapecMs Guentheri, Naja melanoleuca und Dendraspis Sjöstedti zu sein. Von den Batrachiern weckte zur Parungszeit Bufo regidaris durch den schreck- lichen Lärm, den die in Gräben versammelten Tiere verursachten, besondere Aufmerk- samkeit. Im Grase an den Flussufern und im Wasser hielten sich Bana angoJensis und oxyrhyndia, die an den Steppenseen und niedrig fliessenden Wasserläufen oft in unglaublichen Massen auftretende Rana mascareniensis sowie der ebenfalls in dem letzte- SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DEE STEPPEN UND BEEGE. 23 ren Lokalität zuweilen sehr allgemeine Phrynohatrachus natalensis, ferner Rappia mar- morata, Cassina seneqalensis, Arthroleptis minutus und Bottegi, Phrynohatrachus ranoides, Xenopus laevis und Remisus sudaiiense auf. Die Fische sind auf dem Berge sparsam und wurden von mir nicht höher als bei etwa 1300 m angetroffen, wo in dem brausenden, kalten Wasser des Fuggaflusses einige Male eine Siluride, Amphil'ms grandis, gefangen wurde. Weiter unterwärts wird die Fisch- -fauna reicher und erreicht z. B. schon bei Kahe einen überschwellenden Reichtum. Grosse Teile der Flüsse waren hier mit grossen Reusen abgesperrt, die beim Aufziehen einen reichen Fang ergaben. Im Sanyalluss, in einiger Entfernung vom Lager, war Barbus PercivaU recht allgemein und wurde mit Libellen als Köder, die sie mit Gierigkeit ver- schluckten, geangelt. In demselben Flusse lebten auch Barbus Hindu und Discognathus Hindu, und auch Barbus Pagersiecheri und B. Neumayeri sollen in den vom westlichen Kilimandjaro herabströmenden Flüssen vorkommen. Zusammen sind bisher 18 Fischar- ten vom Kilimandjaro-Merugebiet bekannt. Mehrere der Insekten der Gegend sind für den Menschen lästig, schmerzen durch ihren Stich oder Riss und verbittern das Dasein. Dies gilt vor allem vom Sandfloh (Sarcopsylla penetrans), der in Kibonoto zu ge- wissen Zeiten gemein war und sich rasch auf die nackten Füsse zu praktizieren ver- stand, wenn man aus dem Rette aufstand. Trotz aller Vorsicht ihm zu entgehen, waren die Füsse manchmal durch sie vollständig zerstört, so dass man nur mit Schwierig- keit Älärsche und Exkursionen vornehmen konnte, und dass sie zuweilen solche Reisen vollständig unmöglich zu machen drohten. Rlulsaugende Mücken waren im gros- sen ganzen nicht so zahlreich, wenn man auch zu gewissen Zeiten durch ihren Such ge- plagt wurde. Resonders lästig waren Stegomyia calopus, ferner Pyretophorus costalis, Culex drymoecius u. a. An den Gewässern konnten Regenbremsen (Crysozona hirta) die Menschen zu- weilen in Massen angreifen, und besonders die nackten Träger wurden durch ihren Stich sehr gepeinigt. Auch andere Tabaniden waren durch ihren Stich lästig. In der Niederung des Rerges kommt an einigen Stellen auch die Tzetzefliege vor. Mehrere Arten von Zecken sind ebenfalls bei gewssen Gelegenheiter unangenehm. Die Schwarzen werden oft durch Ungeziefer, besonders durch den gewöhnlichen Pedicu- bis capitis, — das Vieh durch Haematopinus etirysiernus, — durch Spulwürmer (Äscaris lumbricoides) und Randwürmer {Ttpnia mediocannellata, üde Widenmann) geplagt. "Welche Plage die Wanderameisen bei ihren Angriffen im Lager verursachen können, ist auf ei- ner anderen Stelle dieses Werks (8: 4, S. 111 — 114) beschrieben. Der Kegeuwald. Zwischen ungefähr 1,700—1,900 und 2,800—3,000 m ü. d. M. streckt sich rings um den Kilimandjaro ein zusammenhängender Waldgürtel, der Regen- oder Gürtelwald benannt. Während des ganzen Jahres behält dieser Wald sein typisches Aussehen und ewig grünes Gepräge, wenn er auch während gewisser Zeiten, wenn Räume und Kräuter allgemeiner blühen, durch ihre Farbe ein freundlicheres Gepräge, besonders in den 24 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 1. äusseren, dem Licht mehr zugänglichen Teilen oder an den zufälligen Lichtungen, welche, durch Aushauen von Bäumen durch die Eingeborenen entstanden bisweilen an der Seite der Pfade angetroffen werden können, erhalten kann. Diese offenen Plätze bekleiden sich dann mit einer niedrigeren, mehr krautartigen Vegetation. Die Begrenzung des Regenwalds sowohl gegen die Kulturzone — der nördliche, unbe- wohnte Teil des Berges entbehrt, wie erwähnt, einer Kulturzone — als gegen die oberhalb des Regenwalds gelegenen Bergwiesen ist scharf markiert. Freilich erstrecken sich Wald- parüen oft länger in die Erosionstäler als an die eigentliche untere Grenzlinie herunter und verbinden sich hier oft mit in der Kulturzone noch gebliebenen Resten der Wälder, welche wahrscheinlich einmal auch grössere Teile derselben bedeckt haben; auf den breiten Rücken zwischen den Erosionstälern aber schiesst der Wald in der Regel plötz- lich, ohne eigenthchen Übergang von niedrigeren Bäumen und Gebüschen, auf. Die wichtigste Ursache dieser schnellen Veränderung des Vegetationscharakters liegt in der veränderten Beschaffenheit des Terrains. Der Berg, der sich bisher ziemlich langsam von der Steppe erhebt, steigt jetzt bedeutend steiler, um oberhalb des Regen- walds, auf den Bergwiesen, wieder einen länger abfallenden Charakter anzunehmen. Es ist eine wunderbare Veränderung, die mit dem Eintritt in den Regenwald in der umgebenden Natur und ihrer Tierwelt stattgefunden. Eine gedrückte, düstere Stim- mung herrscht oft in diesen dichten, kalten, ernsten, feuchten Wäldern, über welchen ein wolkenbedeckter Himmel während langer Zeiten des Jahres ruht. Der Boden ist fast immer feucht und kalt. Die Bäume haben oft denselben Regenwaldtyp, den man in den Regenwäldern Westafrikas findet, mit festen, glänzenden, ganzrandigen und in eine Spitze verschmälerten Blättern, die Wurzeln verzweigen sich oft oberhalb der Erde oder schieben als Luftwurzeln hoch von Stämmen und Zweigen herunter, die Bäume sind oft mit gröberen oder feineren Lianen, die bisweilen wie Fäden von den Kronen herabhängen, umsponnen, Moos, bisweilen in grossen Klumpen gehäuft, bedeckt mehr oder weniger die Stämme, Lianen und Zweige, das Unterholz nimmt bisweilen eine fast undurchdringliche Festigkeit an oder wird Hehler, so dass man, wenn auch mit Schwierigkeit, zwischen Stämmen, Zweigen und Schösslingen eindringen kann. Die Temperatur, die am Tage nicht 20° C. übersteigen dürfte, sinkt während der Nacht bedeutend, je nach der verschiedenen Höhe bisweilen bis auf -f 4 ä 7°, während der Regenzeit im März bis Mai, besonders bei grösserer Höhe, noch tiefer. Ich selbst fand an der oberen Grenze des Regenwalds im Februar, also w^ährend der wärmeren Jahreszeit, nachts eine Temperatur von -t- 4 ä 6° C. Dass es hier während der kälteren Jahreszeit nachts friert, ist unzweifelhaft. Anfangs Juli, als ich zuerst den Regen wald besuchte, war es noch regnerisch und kalt und der Himmel beständig von grauen Wolken bedeckt, der Wald war schweigsam und nur sparsam liess sich hin und wieder unter den Bäumen oder im Unterholz ein Vogel sehen. Der typischste von diesen ist der Helmvogel [Turacus Martlaabi), eine Parallelform des Turacus Meriani der kamerunischen Regenwälder. Die Haarvögel, die in den feuchten, warmen Regenwäldern von Kamerun typische Charaktervögel sind, haben SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BEEOE. 25 auch hier ihre Vertreter {Phjllastrcphus nigriceps, striifacies, placiäns). Schweigsam bewegen sich kleine Fliegenschnäpper {Alseoiia.r murhixs, Bafis mi.rta und Batis molitor uiont(i)ia) in den Kronen der Bäume. Wenigstens in den unteren Teilen des Regenwalds leben auch Tnrtur semitorquatus iiüermedius, Indicator variegatus, Biiccanodon Mli- mense, Psulidoproene liolomelmna massaica, Coracina ccecia pura, CampepJuiga jiava, CJdoropho Ileus in'grifrons und Abbotti, Laniariiis wthiopiciis ambiguus, Amgdrus Walleri, Apalis griseiceps u. a. Über den Baumgipfeln schössen bisweilen grosse Nashornvögel {Bijaniisies rrfsfafus) unter etwas welligem Flug hintereinander hervor. Wenn, während wärmerer Jahreszeiten, die Wolken sich zerstreuen und die Sonne ihr Licht über den Wald sendet, wird die sonst düstere Stimmung belebt, obschon sich das Tierleben auch dann recht schweigsam und arm zeigt; nur hin und wieder hört man die Summe eines Vogels. Von einer Krone ertönt bisweilen die fünftönige, dumpf tutende und zwitschernde Weise der erwähnten Turturtaube, in einigen niedrigen, dichten, mit Schlingerpflanzen umsponnenen Kronen hört man das schöne, eifrig erschallende Lied der Alcippe abyssinica, wie erwähnt, vielleicht der schönste Gesang, den man hier zu hören bekonmit, zwischen dem dichten Blattwerk des Unterholzes leuchtet die hell gold- gelbe Unterseite eines Tarsiger orientaUs hervor. Schwärme von Zosterops eurycricota ziehen unter feinem Gezwitscher durch den Wald, die an unseren Laubsänger erinnernde Cryptolopha nmbrovirens dorcadiehroa hüpft zwischen dem Blattwerk umher, dann und wann ihre feine Stimme ertönen lassend. In diesen öden Wäldern, wo oft der Wind wie in den Fichtenwäldern des Nordens sausend durch die Kronen zieht und die gedrückte Stimmung nochmehr verdüstert, ist die Heimat der Colobusaffen, und gewöhnlich braucht man, wenigstens in gewissen Gegenden, nicht lange unter dem schützenden Blattwerk zu wandei'n, bis ihr eigentümlich klapperndes und summendes Konzert von den hohen Kronen ertönt, wo die Affen, wie gross und in die Augen fallend sie auch zu sein scheinen, doch infolge der Ähnlichkeit ihrer weissen Seitenfransen und des buschigen Schwanzes mit den von den Zweigen herabhängenden Bartflechten, nicht immer leicht zu entdecken sind. Beunruhigt geben sie sich in die Flucht; ein grosser Affe nach dem anderen von denen die unter den Kronen gesessen, wirft sich von den hohen Zw^eigen herab, klettert auf die äussersten Spitzen heraus, von welchen sie mit ausgesperrten Vorder- und Hinterbeinen und ihnen gerade nachhängendem buschigem Schwanz sich auf nahestehende Bäume herüberwerfen, während die langen weissen Fransen der Seiten herausflattern. Wenig scheu, machen sie gewöhnlich bald Halt, und bleiben binnen kurzem in den hohen Kronen zerstreut sitzen. Noch ein Affe, jedoch gewöhnlicher in der Kulturzone {Cercopitheeus (dbogularis kibonotensis), lebt in den Regenwäldern der beiden Berge, wo unter Säugetieren auch ein Halbaffe {Galago panganiensis), eine kleine Fledermaus [Vespertüio nanus), ein Eichhörn- chen {ReliosciurKs undidatus), der in der Erde lebende Tdchyorgcfes' spendens ibeanus, Stachelschweine und Buschschweine, der für den Regenwald charakterisüsche Dendroliyracc udidus, die durch den Waldgürtel auf die Bergwiesen hinauf empordringenden Elefanten und die kleine Antilope Neoiragus moscltatus von mir konstatiert werden konnten. Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 1. 4 26 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 1. Auch die niedrigere Fauna war in den unteren Teilen des Regenwalds ziemlich arm, etwas reicher und lebhafter während der Trockenzeit, besonders wenn die Sonne ihre lebenspendenden Strahlen über den Wald sandle. An der Seite der Pfade sassen oft einige Fuss über dem Boden kleine Agrioniden [Ischnura elongata) auf Blättern und Zweigen oder flogen mit langsamem Flug eine kleine Strecke, hielten auf zitternden Flügeln in der Luft an, um sich bald wieder niederzulassen; gelb-schwarze Tipuliden {Pachjrhina crocea) flogen allgemein nahe dem Boden und zwischen dem Buschwerk umher, und kleinere hingehörige Formen sassen in ihrer dunklen Tracht auf den moos- bewachsenen Stämmen oder flogen auf, wenn man sie in grösserer nähe besehen wollte. Auf offenen, von der Sonne beleuchteten, blumengeschmückten Plätzen oder an der Seite des Pfades sassen oft einige Schmetterlinge, die an einen »Admiral» etwas erinnernde Antanartvt hippomene, die nahestehende aber kleinere A. abyssinica, welche zugleich mit ^4. schoeneia und mehreren auch in den Regenwäldern des Meru lebte, Hesperiden, der schwarzbraune gelbgefleckte Padmona zeno, die samtbraune, unten etwas rotgefleckte Sarangesa lugens sowie der unten ockergelbe, oben mit einem weissen Ocellenfleck versehene Eagris astoria, oder flogen beunruhigt unter schwindelndem Flug hinweg. Ringsum die Kronen der Bäume oder auf den genannten offenen Plätzen flat- terte der weiss-schwarze, mit schwefelgelben Hinterflügeln versehene Mglothris narcissus, der braunschwarze, an der Flügelbasis weisse, unten etwas orangegefleckte Pieris Raffrayi, der schwalbenschwanzige, schwarz und grünblaue Papüio phorcas v. ngikanus, der gelb- gebänderte Papüio erlteriokles, der weisse, schwarzgefleckte Pieris zoclialia, die für diese Wälder so charakteristische Aereva insignis v. siginna und andere Acrpeen wie terpsichore und uvui. Der grosse blau und schwarze Papilio Hornimani, öfter am Meru beobachtet, wirft sich hin und her wingelnd hervor, um wieder zwischen den Kronen wegzusteuern. Vom Boden im dunklen Unterholz flattert bisweilen die dunkle mit grossen Ocellen gezierte Gnophodes parmeno v. diversa auf, um sich unter wingelndem Flug liald wieder zu setzen. Hier und da zeigen sich iin Regenwald auch andere Insekten, kleine, bunte Sphegiden [Cerceris erythroura), gefleckte Coccinelliden [SokmophUa umlratUis), stachelige Hispiden [Dactylispa misella und contribulis, Hispa palUdicornis), Cantharidinen {Silidius octdaris), Erotyliden [Episcapha suhcosta), Elateriden, Chrysomehden {Ccrcyonia nsamharica), langbeinige Hemipteren, gelbgebänderte Syrphiden {Asarcina), stachelige, rotkörperige Para- sitenfliegen [Dejeania], sehr charakteristisch für diese Wälder, w'O sie einzeln auf den Blättern sitzen und leicht die Aufmerksamkeit auf sich lenken, dünnflügelige Neuropteren [Chrysopa cJdoris und vulgaris), Tipula-ähnliche Neuropteren {Bittacus Sjöstedti), gelbe Pflanzen- wespen [Athalia fumosa), Braconiden {Braunsia bilunatä), mehrere Ichneumoniden [Theronia lurida, Neotheronia concolor, TricUsUis hicoJor), sowohl Honigbienen {Apis meUißca v. Adan- soni), für welche die Eingeborenen weit durch den Regenwald hinauf ihre Bienenstöcke in den Bäumen aufhingen, als andere Bienen [Megadiile tnmcaüceps und EaUdus mon- tanus), Tabaniden (Tabanus amUychromus, Chrysozona macidiplena und imbrium) u. a. Auch an dem oft feuchten und kalten Boden mit seinen herabgefallenen, vermo- derten Blättern war das Tierleben recht arm, wenn auch eine Anzahl Formen dort lebte. SJOiSTEDT, UIE TIEKWKLT UEK STEPPEN UND BEEGE. 27 Rlelirere Arten Myriopoden, sowohl Polydesmiden {Nodorodesmus kibonotanus, Strongylosoma julinum] als Scolopendriden [Cnjptops niimidicKs tropkns), Geophiliden (Orplmmis meruinus, Lamnonyx puncf ifrons) und Juliden (Odontopyge kilimandjarona, Haplothjsanus polyhothrus und leviceps) waren hier nebst kleinen flügellosen, larvenähnlichen Blatliden (Apieroblatta perplexa), welche schnell hin und her rannten, wenn man unter den vermoderten Blättern rührte, Onisciden [Ignamha hrevis, SynarmadiJlo marmoratus, Phalaha brevis), Grylliden \üallogryUus kilimandjaricus), Opilioniden [Phalanyium pictiim, Cheops armattis, Palpipes typus, Ereca rufa, Amasis quadrlcornis) und andere Spinnen waren hier die gewölinlichsten und typischsten Tierformen, ferner andere Grylliden [Edatoderus kilimandjaricus und Monti- gryllus silvirpJuviaHs), Forliculiden {Forßculn Sjöstedti), Poduriden, Carabiden, Schnecken, Staphyliniden [Pccderus alticola), Ixodiden [Bhipidocephalus simiis planus und ugandanus), schmale Hemipteren, Curculioniden [Systates albosetosus und rhinorhytus), Lygceiden, rote Cercopiden, Älelolonthiden (Trochalus haganioiensis) und stachelige Hispiden wurden zwischen den vermoderten Blättern angetroffen und geben ein merkliches Bild der Tierformen, welche, hier die Fauna bildend, in der Nähe von einander am leuchten, kalten Boden in diesen düsteren Regenwäldern leben. Der Marsch durch den Regenwald nach den oberen Teilen des Berges ist, beson- ders für die mit Lasten versehenen Träger in hohem Grade anstrengend. Mitte Februar drang ich mit etwa 25 Trägern durch den breiten Waldgürtel behufs Studien der Tierwelt zu den obersten, an die offenen Bergwiesen grenzenden Teilen des Regenwalds und weiter über die Bergwiesen bis zu den obersten, mit organischem Leben versehenen Teilen des Berges an Gletschern und Schneefeldern hinauf. Es war ein strahlend schöner Morgen, als wir von Kiboscho aufbrachen, mit frischer, kühler Lufl. Von der aufgehenden Sonne beleuchtet, lag die entblösste, weissglänzende Riesenkuppel frei vor unseren Blicken; wie ein langsam, fast gleichmässig sich abdachender Hügelzug laufen die oberen Konturen des Berges nach der östlichen, den Blicken freien Seite gegen die Steppe herunter, wellendes Blattwerk streckt sich längs der Seiten hinauf, den breiten Gürtel des Regenwalds bildend, während die oberhalb desselben gelegenen offenen Bergwiesen langsamer gegen die weissglänzende, gewaltige Eiskuppel aufsteigen. Hinter dem langsam abfallenden Hügelzug schoss der zackige Gipfel des Mawenzi auf. Eine gewisse Unruhe und Unsicherheit lag heute beim Abmarsch in der Lufl, da die Schwarzen nur ungern auf die höheren, kalten Teile des Berges hinaufsteigen, und der Führer von Kiboscho, der nur mit Schwierigkeit zu bewegen gewesen war mitzu- kommen, fing bald an sich widerspenstig zu zeigen und suchte deutlich Gelegenheit, verschwinden zu können. Der Weg ging zuerst durch die Eleusinefelder und Bananenschamben der Kultur- zone, fast flach, langsam gegen den Regenwald aufsteigend. Die Bananenblätter standen oft zerrissen, darauf deutend, dass der Wind hier oft hindurchzog. Nach weniger als einer halben Stunde liaben wir die letzten Mais- und Eleusinefelder passiert, das Terrain steigt schnell, die ersten Vorposten von Bäumen zeigen sich, und bald befinden wir uns im 28 SJÖSTEDTS KUjIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 1. Schatten des Regenwalds. Immer undeutlicher wird nun der Weg, der bald nur hier und da mit Schwierigkeit bestimmt werden kann, und das Haumesser ist in beständiger Tätigkeit, wo überhängendes Blätterwerk, Lianen und Zweige das Hervordringen mit den oft schweren Lasten erschwert. Immer mühsamer wird der Aufstieg und bald arbeiten wir uns, wie wir können unter der Zickzackfahrt des Führers vorwärts. Wo sich eine Lichtung in der dichten Vegetation zeigt, steuern wir hinein, um vielleicht plötzlich vor undurchdringlichen Barri- kaden von Stämmen, Zweigen und schwellendem Blattwerk stehen zu bleiben. Aber aufwärts ging es, immer hinauf, bis wir am Nachmittag nach dem Hervordringen durch eine im ganzen recht gleichförmige Vegetation auf die ersten Ausläufer der für die oberen Teile des Waldes charakteristischen Erica arborea, eines etwa 20 — 40 Fuss hohen Baums mit feinen, heidekrautähnlichen Blättern, stossen, welcher bald einen wesentlichen Teil des Waldes bildete. Ein paar Stimden vor Sonnenuntergang waren wir mitten in der Erica arhorea- Formation, im oberen Teil des Regenwalds mit dessen von Moos und Bartflechten be- hangenen Bäumen, die dem Walde ein sehr altertümliches Aussehen verliehen. Der Boden in den äussersten lichteren Teilen war mit Lycopodiaceen, Veilchen, Plantagineen, Ranunkeln und anderen bekannten Pflanzentypen bewachsen, violette Orchideen schössen überall auf, Gräser imd Moos bedeckten den Boden, rote Lilien mit hängendem Kopfe und schmalen Blättern zeigten sich hier und da, Eternellen, Farne, Juncaceen traten auch auf und verliehen dem Bild ein eigentümliches und auffallendes, oft nordisches Gepräge. Jetzt fängt das Tierleben an etwas reicher zu werden. Mit klatschenden Flügel- schlägen fliegt die grosse CoJumha ar/juatrix arquatricoJa von einer Krone, wo sie geruht, auf oder lässt ihr wehmütiges, zitterndes, mit der düsteren Umgebung harmonisierendes Girren durch den trüliseligen Wald ertönen. In den dichten Gebüschen umherliüpfend, lässt Bradypterns Marim dann und wann ein bald schärferes, bald weicheres, von dem anderen beantwoi-tetes "tji" hören, während die Stimme bisweilen zu einem langen, wider- hallenden "tsitr" ausgezogen wird. Sein Gesang ist für diese Wälder sehr charakteristisch; es ist ein kräftiges, klingendes, und, wenn der Vogel sich nähert, an Stärke zunehmendes und dann wieder verklingendes Trillern, die einzige Stimme, die während langer Stunden den geheimnisvollen, düsteren Regenwald belebt. Der Tag neigte sich, als der düstere Wald sich auf einmal durch von vorn eindringendes Licht erhellte, der breite Gürtel des Regenwalds war zu Ende, die Bergwiesen mit ihrer Ericinellaregion und ihren offenen Grasplätzen lagen vor uns, länger hinauf durch weisse Eternellen und andere Pflanzen ersetzt, bis endlich vulkanische Gestein- und Sandfelder und nackte Felsen den Übergang zum sterilen Reich der Kälte und des Schnees vermittelten. Die von der Bergbesteigung ermüdeten Träger warfen sich auf den zwischen den Ericinellagebüschen befindlichen offenen Grasplätzen nieder, allmählich kehrten die Kräfte zurück und bald fingen Feuer hier und da an zwischen den Gebüschen aufzuflammen. Jetzt konnte ich endlich mit mehr Ruhe die Umgebung betrachten. SJÜBTEÜT, DIE TlEliWEl.T DKK STEITEN UND iiJCKGE. 29 Ein seltsames Bild bot sich meinem Blicke dar, freilich kalt, starr und einförmig, aber darum nicht weniger grossartig. Vom Lichte der untergehenden Sonne beleuchtet lag die Hiesenkuppel des Kili- mandjaro, kaum einen Tagemarsch entfernt, anscheinend aber viel näher, längs den Seiten mit zerstreuten, dunklen, nackten Felsenpartien, da, während der gewölbte Gipfel in seiner Gesamtheit von blendendem Neuschnee uinliüllt war. Vom Lager aus erstreckte sich nach oben ein flaches, oben durch die geringere Biegung des oberhalb befindlichen Terrains gleichsam von einem Band oder Kiel l)egrenztes Tal, das so weit das Auge blickte, ein einziges, ununterbrochenes Feld von grtinen und braunen Wifpeln der Erici- nella darbot. Aber nicht nur dieses breite Tal war von den dichten Ericinellageblischen bedeckt; nach allen Seiten sah man diesen monotonen, griin-braunen Blätterteppich der zahlreichen, terrassenförmig über einander sich erhebenden Hügelziige, jetzt kaum siclil- bar, aber wenn zwischendringende Nebel sie mit verschiedener Stärke hervortreten Hessen, deutlich unterscheidbar. Aber die Sonne verschwindet und die Sterne kommen zum Vorschein, wie eine einzige Winterstrasse strahlt der ganze Himmel, und nie habe ich wohl früher gesehen, dass es so viele Himmelslichte am Firmament gibt, wie diesen frischen Abend. In selt- samer Beleuchtung schimmerten die dunklen Körper der Eingeborenen an den Feuern zwischen den dichten Massen der Gebüsche hervor, munterer Lärm ertönte trotz der niedrigen Temperatur, die den Atem der Träger in eine weisse Wolke verwandelte; und man muss wahrhaftig die Abhärtung dieser Naturmenschen bewundern, die fast nackt, nur mit einem dünnen Schurz l)edeckt, eine lange Nacht in einer Temperatur von + 5° C. aushalten konnten. Wir kleideten uns in dicke Jagdröcke und fanden es trotzdem nicht beneidenswert warm. Aber nur hier herrscht Leben und Bewegung. Ausser dem Lärm an den Lager- feuern ist alles still, und nicht einmal das Zirpen einer Grille stört die Stille der Natur auf diesem wunderbaren Platz unterhalb der Schneefelder des Kilimandjaro. Der Morgen des folgenden Tages brach kalt und düster an. Zitternd in der niedrigen Temperatur sammeln sich die Wadschagga vor dem Zelt, laufen aber von Zeit zu Zeit zu den Feuern, um ihre verfrorenen Körper zu erwärmen. Die Löhne werden ausgezahlt, und unter lauten Buten "Kwa heri, Bwana" (adieu, Herr!), als ob sie sagen wollten: Glück auf den Weg, möge es Ihnen oben in der Kälte gut gefallen, wir machen, dass wir nach Hause kommen! stürzen sie in einer langen Beihe den offenen Abhang hinab und verschwinden im Begenwald. Nur eine kleine Anzahl mit Kleidern und Decken versehener Schwarzer blieb im Lager zurück, bis sich, laut Verabredung, zur Zeit des Aufbruches eine neue Mannschaft einfand. Die hier eine Zeit lang vorgenommenen zoologischen Untersuchungen gelten sowohl den oberen Teilen des Begenwaldes wie den Bergwiesen oben nacli den Gletschern und Sclineefeldern der Kuppel hinauf. Still, starr und düster stand der Begenwald, wie er sich scharf markiert an dem unteren Band der Bergwiesen erhob. Von den höchsten Spitzen bis zu den untersten Zweigen waren die Bäume mehr oder weniger, mit schmalen Büscheln 30 SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MEKU EXPEDITION. 1. und heller Bartflechte behängt. Es war ein Bild herzbeengender Öde, ein Bild des Alters und des Verfalls. In den äusseren Teilen standen die Bäume weniger dicht und gestatteten dem Blick, ein Stückchen zwischen die flechten- und mossbehängten Stämme und in die reiche und dichte Vegetation des Bodens mit seinen abwechselnden Pflanzentypen einzudringen. Farne, das sonst in diesen Gegenden so gemeine Pteri- dium aqmlinum, waren hier häufig. Oft stiess der Blick auf Ranken blühender Veilchen, bald ragte der mit herzroten Blüten geschmückte Stiel einer hohen Lilie unter Gras und Moos hervor, während andere tief- oder blassrote Blumen ihre Kronen kaum über das niedrige Gras erhoben. In dicken Klumpen hingen Moose an Zweigen und Stämmen und auch der Boden war oft zwischen Gräsern und Kräutern mit Moos bedeckt. Hier und da zeigte sich ein Vogel, wie Cinnyris medlocris, Bradypferus Marice, Heterotrogon vittatum, Columha arqua- trix arquatricola, Alseonax nwriniis, Zosterops eurycricota u. a., in den äussersten Teilen des Regenwalds. Zahlreiche kleinere Schmetterlinge, oft an nordische Formen erinnernd, besonders Geometriden (Larcntia monücolata und SJöstedti, TripJiosa tritocelidata und corti- cearia, Cidaria argenteoUneata, Onychia albodivisaria, Lolndioj)teryx veninotata) flattern gestört in der Luft umher, um sich bald auf dem Moos der Stämme, auf Blättern oder im Grase niederzulassen und sofort durch neu auffliegende Verwandte oder durch Pyraliden [Cranihiis SJöstedti), Tortriciden und Tineiden ersetzt zu werden. Schnefl wirbelte eine Geometride eine kürzere Strecke hervor, war aber, nachdem sie an den Boden gelangt war, recht hilflos und bohrte sich oft zwischen Gras und Kräutern herunter, wo sie leicht zu fangen war. Auch Noctuiden (BoroUa eriopygioides und persecta, Hadena montana), Lithosiiden (Eilema montana) und Hesperiden (Caenides niveicornis) haben bis zu dieser Höhe ihre Verbreitung. Mehrere Tipuliden und andere Nematoceren, wie Dicranomyia cUvicoIa und tangenlialis, Limonia rhizoscma und oresifropha, Scamboneura distigma, Tipula asholodes, eumecacera und capnioneura, Lycoria hihionea und isarthria kamen hier oder auf den angrenzenden Bergwiesen, oft häufig, vor. Auf längs der Stämme sich windenden Cucurbitaceen sassen schöne Coccinelliden (Epilachna umbmtilisj, schmale Lycinen (XyJobanus nigricoUisJ sassen unbeweglich auf den Blättern, schöne in Silber, grün und rot leuchtende Spinnen (Leucauge frequens) hatten ihre Netze, wo sie in der Mitte thronten, überall zwischen Zweigen und Gräsern, und auch eine Kreuzspinne hatte dort ihr Netz aufgeschlagen. Unter übrigen Tierformen, die hier am obersten Rand des Regen- walds die typische Fauna bildeten, können genannt werden: Geophiliden (Lamnonyx punctifronsj , Lithobiiden (Lamycfes fuhicornisj und andere Älyriopoden (Diopsiulus SJö- stedti). kleine Blattiden (Hololampra cethiopica), Phasraiden fXyl/ca kilimandjaricaj und Gratidia montivagaj , zahlreiche Spinnen, Oligochaeten {PygmfPodriJus montamis und Polytoreufus SJöstedti), Landplanarien, Physopoden [Idolothrips africana), Cheliferiden (Chellfer Pahn- quisti), mehrere .Staphyliniden {Pccderns alticola, maceUus und piceus, Stapliylinus dispcrsus, Actohius nakurensis, Anisolinus humeraUs, Conosoma pnbescens und decoratitm), Trombidii- den {Trombidium tinctum), Canthariden (Silidins denticulattis und Catitires hilimanus), Blatt- wespen (Athalia fumosa, himantopus, segregis und clavatd), Schlupfwespen [Pimpla speda- HJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BEBGE. 31 bilis, Äsphragis striata, Hoplismenus clongatus, Triclisius bicoJor), Honigbienen {Apis meUifica V. Adamsoni), Capsiden {Lygiis ohscuratus, Proboscidocorls fuln/inosiis, Bimorphocoris aipinus), Pentatomiden [Brachyplatys testudonigra), Maclüliden [MachUoides mahigassus) u. a. Auf den Blättern sassen häufig ein paar Arten Schnecken, die eine mit dünnem, glasartigem Schal und durchleuchtendem braunbuntem Mantel, die andere eine Helix mit braunen Bändern. Die Bergwiesen. Oberhall) des zusammenhängenden Gürtels des Regenwaldes beginnt auf dem Kili- mandjaro in einer Höhe von etwa 2,600 oder 2,800 — 3,000 m eine offene, gras-, kraut- und strauchbewachsene, relativ sanft absteigende Hochebene, die Bergwiesen. Ihre aufwärts immer mehr abnehmende höhere Vegetation verschwindet bei 4,000 — 4,400 m und wird dann durch Klippen und Gesteinblöcke bekleidende Flechten fortgesetzt. Eigentlich haben diese schon vorher, unter der höheren Vegetation, ihren Anfang genommen, als ausgeprägte Flechtenregion breiten sie sich jedoch erst oberhalb etwa 4,500 m gegen die Gletscher und Schneefelder hinauf aus. Schon in den unteren Teilen der Bergwiesen, wo ich in den Februarnächten, der wärmsten Jahreszeit, eine Temperatur von -f 4 ä 6° C. habe konstatieren können, geht sie nach Prof. Meyer während der kälteren Jahreszeiten auf wenigstens 0° C. herab. Es ist, sagt Prof. Meyer, eine Zone grosser Temperaturschwankungen, von 20° bis zu 4° herab, im Juni und Juli bis nahe an 0°, innerhalb eines Tages bei 2,800 m Höhe. Des Tages steigt die Temperatur auf den Bergwiesen nach Prof. Volkens im Sonnen- schein auf etwa 15 — 20°, bei bedecktem Himmel hält sie sich zwischen 8—12° C. Von einem so regelmässigen Anschwellen und wieder Fallen der Temperatur vom Morgen zum Mittag, bezw. vom Mittag zum Abend, wie in den tieferen Berglagen, sagt derselbe Ver- fasser, ist hier keine Rede. Sprungweise steigt und sinkt das Quecksilber des Thermo- meters, je nachdem die Sonne unverhüllt strahlt, oder Wolken und Nebel sie verdecken. Wolken und Nebel sind in dauernder Bewegung, sie gehen und kommen den Tag über in ständigem Wechsel, und nur insofern besteht ein Unterschied zwischen den Jahreszei- ten, als von Anfang März bis in den Oktober hinein Bedeckung des Himmels, später ungetrübter Sonnenschein vorwaltet. In der Flechtenregion hat Volkens im Oktober nachts eine Temperatur von — 9 ä 12° gefunden. Ebenso anmutig wie diese alpine Natur ist, wenn die Sonne ihr lebenspendendes Licht über sie wirfl, ebenso düster ist sie, wenn der Regen aus den vorbeiziehenden Wolken niederstürzt. Alle Höhen sind in Grau gehüllt, kein anderer Laut als das Fallen und Rauschen des Wassers ist vernehmbar, alles ist still und verstimmt, die Temperatur sinkt und die Kälte wird fühlbar. Eine Eigentümlichkeit bieten die Bergwiesen oberhalb Kiboscho, indem die gewöhn- lich zwischen dem Regenwald und der Ericinellaregion vorkommenden Graswiesen hier beinahe ganz fehlen, indem die Ericinella unmittelbar oberhalb des Waldsaurnes ihren An- fang nimmt. Relativ kleine mit Gras bewachsene Flächen strecken sich hier und da zwischen den dichten Buschwäldern der Ericinella, die mit verschiedenen blühenden 32 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 1. Pflanzen bekleidet sind, von denen besonders die hochragende Lobelia Deckeni die Auf- merksamkeit auf sich zieht. Der Rasen bildet hier keine zusammenhängende Decke, wie auf unseren Wiesen, sondern besteht aus isolierten, zwar oft dicht nebeneinander stehenden, aber gleichwohl getrennten Rasenhügeln, die nach Volkens oft auf weite Strecken beinahe ausschliesslich aus Eragrosiis oUvacea gebildet werden. Von den vielen Blumen, die über den Rasen gestreut, diesem zu gewissen Zeiten ein ansprechendes Aussehen ver- leihen, seien die gelbblütige Hypoxis angustifoUa, die violette Romiika campanuhides, die rote Hesperantha Volkensi und Hdiclirysum Meyeri Joliannis genannt. Von der höheren Fauna war auf den Bergwiesen die Vogelwelt am besten vertre- ten. Am auffallendsten war die prachtvolle Nectarinie Nectarinia Johnstoni in ihrer me- tallisch goldgrün schimmernden Pracht und mit ihrem langen Schwanz, wenn sie wie ein Pfeil durch die Luft hervorschoss oder in den Wipfeln der Ericinellagebüsche thronte. Auch Cisticola Eunteri war für die Bergwiesen charakteristisch. Oft zu zweien oder dreien, flogen sie lebhaft auf die Wipfel und äussersten Zweigen der Ericinella-Büsche hinauf, um wieder in den dichten Gebüschen schnell zu verschwinden. Munter und lebhaft, wie die meisten ihrer Gattung, lassen sie gleichzeitig ihre rasche Stimme hören, ein erfrischen- des kleines Konzert in dieser öden Natur. Auch unsere auf der Wanderung belindliche Saxicola oenanthe zeigte sich auf dieser Höhe. Ein anderer, an diese erinnernder, für diese Gegende charakteristischer Vogel ist Plnarochroa hypospodia, eine wenig scheue Art, die bis zu der äussersten Grenze der Vegetation beobachtet wurde. Hoch oben in der Luft schwebte bisweilen ein dickschnäbeliger Geierrabe {CorvuUur aJbieoUis), dann und wann seinen recht klangvollen Ruf ausstossend, umher, auch ein Bussard [Buteo deser- tonim) kreiste bisweilen über der weiten Öde, während sich ein Serimis ßaviveriex bis zu den äussersten Teilen der Vegetation in Kälte und Nebel zeigte. Auch in den obersten Teilen des Regenwalds lebende Vögel, wie Cinnyris medlocris, Bradypterus Marür, Alseo- nax murinus, Zosterops eurycricota, Nectarinia kilimcnsis u. a. dürften sich auch in den auf den f^ergwiesen hier und da stehenden Beständen von Erica arijorea, Aganria salici- folia u. a. Bäuujen zeigen, wie auch hoch fliegende Segler und Schwalben [Aims melba africanus und Fsalidoprocne holomehrna massaica) ohne Zweifel sich über diesen offenen Flächen zeigen. Betreffend die Säugetiere wurden bisweilen bis hoch an der obersten Grenze der Vegetation hinauf, wo auch Elenantilopen, nach Meyer, vorkommen sollen, Spuren von kleinereu Antilopen (wahrscheinlich Cephahphus spadix) beobaclitet. An den Seiten von Steinen und in Höhlen wurde ovale zugespitzte Losung von wohl einem Nager, sowie auch Losung von den durch den Regenwald bis zu den Bergwiesen hinaufsteigenden Elefanten angetroffen. Ein vorüberziehender, angeschossener Falk liess aus den Krallen eine Rlaus [Arvicanthis Nemnanni) herabfallen, das einzige Exemplar dieser Art, die ich im Gebiete sah. Auch die wärmeliebenden Reptilien hatten auf diesen Höhen ihre Vertreter, und zwar eine in der oberen Ericinellaregion angetroffene Eidechse [Mabuia varia) und ein ChamoiJeon hitceniatiis von den unteren Teilen der Bergwiesen. In den eiskalten Wasser- SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEl'PEN UND BERGE. 33 Sammlungen der Täler lebte unter Dytisciden und Phryganeidenlarven eine Menge Froschlarven. Der untere Teil der ßergwiesen bis etwa 3,500 m beherbergte noch eine nicht so arme Insektenwelt und andere Tiere, wie Opilioniden, 01igoch;eten und Mollusken. Be- sonders die trockenen Blumenstände von Lobelia Decken! waren der Sammelplatz für kleinere Käfer, speziell Nitiduliden wie Meligethes Sjöstedli, gloriosus und suhcoerulens, For- -ficuliden (ForficuJa SJöstedfi), kleine Curculioniden {Hypsomias lobelkc) und die kurzflüge- lige Chrysomelide Sjoestedünia monüvaga. Hier oder in der Umgebung lebten auch Scarabieiden [Trox montanus), Tenebrioniden {Phri/nocohis ater), (lleriden (Apieroclenis brevis), Malacodermen [Lyciis constrictus, Diaphanes Sjosiedii, Silidiiis dentkulatus), Chryso- meliden (Menius Simplex, Oides collaris, StencUina meruensis, Crepidodem Sjöstedli, rsyUiodes montana, HaUica puritosa, Eremiella rubra, Aphthona monüvaga, Logintarsus usambaricus), Curculioniden {Parasystates minor, Oreoscotus serratus) und Coccinelliden [Adalia sexareata). In diesen mehr vegetationsreichen Teilen der Bergwiesen und auch höher hinauf flogen Blattwespen (AtliaUa segregis und davata), Ichneumoniden {Limnerium nigrmn und Pimpla cyanea), Honigbienen [Apis meUifica v. Adansoni), Wespen {Nortonia slriaiiventris) und Pompiliden [Pompihis masaiensis und melanochrous), auf den Blättern sassen kleine schöne Psociden [Psocus kiboschoensis), eine Menge Tipuliden und andere Nematoceren {Dicrano- mijia iangentialis , Limonia rhizosema, Tipida asbolodes, eumecacera und capnioneura, Lyco- ria bibionea und isarihria), die kleine tlügellose, im Hegenwald so gemeine Blattide Apfero- hlatta perplexa u. a. Die sonst so ausgeprägt sonnen- und wärmeliebenden Acridiodeen hatten liier ihren typischsten Vertreten in dem unter dem Basen gemeinen, kurztlügeligen Chrysochraon kili- mandjaricus, obgleich auch Heteropternis coidoniana, Paraspliena pidcliripes und die umher- schwärmenden Wanderheuschrecken {Schistocerca peregrina) sich auf diesen Höhen zeigten. In den Ericinellagebüschen waren die grüne Capside Orthotylus ericineUtv und die kleinen schönen Geometriden Hypsometra ericineihr. und Hydrelia ericineJhv, die erstere weiss, dunkelbraun gefleckt, die letztere rostgelb mit dunkleren Spitzen der Vorderflügel, sehr gemein. Im Grase, wo auch mehrere Capsiden [Lygus vicarius und obscuratus, Proboscido- coris fuliginosus, Dimorphocoris alpinus) und l^entatomiden (Brachyplatus testudonigra, 8e- pontia misella, Dismgistus funebris) lebten, war eine Pyralide {Cramhis Sjöstedti) nicht sel- ten. Die am Boden unter Steinen und Moos umherhüpfenden CoUembolen wurden durch Lepidocyrfus ßavovirens annidosa und Mesira annidicornis, die Myriopoden durch Lithobii- den [Lamyctes ftdvicornis) und Geophiliden (Cryptops numidicus und DiopsioJus Sjöstedti), die Pseudoscorpione durch CheUfer Palmquisti, die Acariden durch Bhyncholophus sicidi- formis und AUotlirombium pergrande vertreten. Im kalten, feuchten Boden lebten Oligo- chceten (PoJytoreutus Sjöstedti und Pygmaodnlus montanus). Einige der gewöhnlichsten Tagfalter wie Danaida dorippiis, Pyrameis cardui, Papilio demodocHS und Colias eledo zeigten sich bisweilen auf den offenen Bergwiesen sowie auch i.ilhosiiden (Phryganopsis elongata) und Hepialiden {Gorgopis alticola), die letzte in Massen Sjiisfedts Kiliniiiiiiljnrn Merit Expedition. 1. ■ 5 34 8JÜSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 1. abends die Lampe umschwärmend, wenn sie im Zelt angezündet wurde. Fast alle diese Tierformen waren vorher unbekannt. Älehrere Mollusken waren am Boden zwischen Moos und Kräutern gemein. Die am Boden der Erosionstäler befindlichen kalten Wassersammlungen hatten auch ihre Tierwelt. Hier und da erhoben sich umherschwimmende oder am Boden sitzende schwarze Dytisciden [Agahtis dytiscoides) an die Oberfläche, sammelten schnell eine Luft- blase auf, um dann wieder in den schlammigen Boden herunterzutauchen. Phryganeiden- larven (CrunoecieUa Sjöstedti) krochen am Boden und Gräsern hier umher und auch zahl- reiche Froschlarven [Rana angolensis) belebten, wie erwähnt, diese kalten Wassersarnm- lungen. Unter der nach oben in Grösse und Verbreitung allmählich abnehmenden Ericinella leuchten hier und da die grossen gelbweissen Blütenkörbe der Protca kilimandscharica hervor, ein für diese alpinen Gegenden charakteristischer Strauch mit festen, glatten, tief- grünen ins Bläulichweisse und Bote spielenden, langgestreckt ovalen Blättern, nach oben zu immer röteren Zweigen und harten, grossen Schuppen, die den Knospen und den zu-, sammengefalteten reifen Blüten eine gewisse Ähnlichkeit mit Zapfen verleihen. An feuch- ten Orten, wie Talsenkungen, erheben sich einige drei bis vier Meter hohe Bestände des eigentümlichen, baumartigen Riesenkrauts Senecio Johnstoni, der charakteristischsten Pflanze der Bergwiesen, die sowohl durch ihre Grösse als durch ihre eigentümliche Gestalt die Aufmerksamkeit vom ersten Augenblick auf sich lenkt. Auch die dem Wuchs nach an einen Kanonenwischer erinnernde Lobelia Deckeni ist für diese Gegenden eine auffällige Cliarakterplianze. Der Weg nach oben zu den Gletschern und Schneefeldern ging zuerst durch das breite, flache, mit Ericinella bewachsene Tal. Nach einem Marsch von etwa drei Stunden fängt an diesen Teilen des Berges die Ericinella an zu verschwinden, um zum grössten Teil durch ein bis zwei Fuss hohe weissleuchlende Basenhügel von Eternellen (HeUchry- sum Ncicii und Hoehnelii) ersetzt zu werden. Hier und da leuchtet ein gelbl)lütiger Sene- cio Telekii oder eine weisse Arabis aJbida hervor, während Ranken von AlchemiUa Johnstoni und argyroplnjlla auf dem Boden kriechen. Der Boden ist mit Steinchen und Steinsplittern bedeckt, aber auch Moosschichten brei- ten sich zuweilen zwischen den Rasenhügeln aus. Bei etwa 3,600 m haben die weit- leuchtenden Ewigkeitsblumen sich dominierend ausgebreitet und bilden etwa fusshohe, oft zu dichten Rasenhügeln verbundene Stände. Den beständig von unten heraufziehenden kalten, ermattenden Winden ausgesetzt, sterben — je höher hinauf sie kommen, je spärlicher sie wachsen — ihre dieser Seite zugewendeten Teile aus, die Stände werden zur Erde gedrückt und breiten ihre dichten, halbkreisförmige Rasenhügel bildenden lebenskräftigen Teile nach der entgegengesetzten Seite aus, wo sie, von den abgestorbenen Partien etwas geschützt, dem harten, rasch w^echselnden, abmattenden KHma noch trotzen können. Auf einem unserer Ausflüge in diese Gegenden hatten wir eines Tages die helleuch- tenden, hügligen Helichrysumfelder erreicht. Mit Hagel gemischter Regen wirbelte in der Luft umher, die Wolken verdichteten sich, die Temperatur war niedrig, nahe dem SJOSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 35 Gefrierpunkt und das Suchen nach Tieren imi dem kalten, feuchten Boden wurde immer schwieriger. Mit Schrecken betrachteten die Schwarzen ihre zusammengeschrumpften Hände, bogen und bewegten die Finger, so gut es ging, und glaubten, sie hätten sich dieselben zerstört. Äleinen Boy, den kleinen kecken Segelli, fand ich eines Tages zusam- mengekauert an einem Busch sitzen und mit stoischer I{uhe seine steifen Finger betrach- ten. Auf meine Frage, warum er denn nichts tue, zeigte er mir seine krummen Finger und sagte, er sei "kaputt". Wenn der Hagel über den Boden tanzte, suchten die Schwar- zen ihn aufzulesen und sagten, es seien "maue" (Steine), i^is sie zu ihrer Verwunderung bemerkten, dass sie in der Hand zerschmolzen. Auf den Helichrysumfeldern sieht man oft kleine Lycfeniden {Ciipido (pquatorialis) mit schwindelndem Flug zwischen den weissleuchtenden Basenhiigeln herüberziehen. Weisse vom Wind gejagte Nebel fahren oft über die öden Felder, die Täler sind wie rauchende Riesentöpfe, die Luft ist kalt, fast eisig. Noch höher hinauf fangen die Felsen und Steine an mit gelbweiss leuchtenden Flechten und in Ballen oder Rasenhügeln wach- sendem Moos bekleidet zu werden. Einzelne Hügel von Gras (Danthonia trisetoidesj und Cyperaceen (Ciipcrus nigricans) stehen hier und da an den Steinen. Die Phanerogamenvegetation verschwindet immer mehr auf dem Wege aufwärts, hier und da liegen noch auf dem Boden heruntergeschlagene Stände von Helichrysum. Eine blühende Senecio Telekii verbirgt sich noch hinter einem Stein, und in ihrer Nähe leuch- ten noch die weissen Blüten einer Arabis albida scheu aus einem ähnlichen Versteck hervor. Bei etwa 4,000 — 4,500 m hat alle in die Augen fallende Vegetation aufgehört, und nur die die Steine und Klippen bekleidenden Flechten und hier und da ein verein- zelter verschmachtender Grashalm oder ein Kraut sind bis hoch hinauf nach Eis und Schnee hier und da zu finden. hl den höheren, noch mit zerstreuter Phanerogamenvegetation versehenen Gegenden, etwa 4,000 m hoch, wo kalte Nebel beinahe stets alles umhüllen, wo eine kalte, oft eisige Temperatur herrscht, wo Hagelschauer peitschend niederstürzen und wo die Tem- peratur des Nachts oft viele Grade unter den Gefrierpunkt heruntergeht, war die Tierwelt zwar keineswegs besonders reich, aber andererseits doch nicht so arm, wie man es auf den ersten Anblick hätte glauben können. Mehrere Arten kleiner Schnecken, mit glasheller, dünner Schale (Vitrina) lebten am Boden oder auf den Rasenhügeln, unter Steinen sassen häufig Forficuliden (Forßcula Sjö- steäti) in kleinen Höhlen, träge von der niedrigen Temperatur, oft zusammen mit Haufen von ihren kleinen, runden, weissen Eiern, ein Pseudoscorpion [Clielifer rahnquisti] hatte aus Fäden und Erde einen Kokong zusammengesponnen, grünglänzende kleine Carabiden hielten sich unter Steinen und zwischen Moos, grosse, schwarze, von der Kälte träge Tenebrioniden (Phrynocolus ater) mit zusammengewachsenen Deckflügeln hielten sich in dem- selben Lokal auf, rote, wie Blutkugeln leuchtende Trombidiiden {Alloihrombium pergrande) und auch andere Acariden ( Eliyndiohplius sicuUformis) bewegten sich unter den Rasen- hügeln, einzelne GoUemliolen {Mesira «««»//corm's) und kurztlügehge Heuschrecken (CÄr^so- chraon kilimandjaricus) hüpften auf dem feuchten, kalten Boden, wo kleine Lithobiiden 36 SJÖSTEDTS KILIMAND.TARO MEBU EXPEDITION. 1. {Lamyctes fidvicorim), Psociden (Psociis kihoschoensis), der auch noch höher, nahe dem Schnee gefundene Mesopsocus montanus und Opihoniden [Plialangium monianum, meso- melas, Clieops armatus, Biantcs pundatus. Ereca lata, swiiilafor. Ahiasis pafellan's u. a.) sich zeigten, während Oligochfeten (Pohjtoreutes Sjöstedti und Pygmaodrüus montanus) im kalten, feucliten Boden angetroffen wurden. Auf Blättern sassen Blattwes- pen {Athalia rianita) und blaue Malachiinen {Hapalochriis Kolbei), Coccinelliden [Adcüiu sexareata), grüne Capsiden {OrfJiotyhis ericinelke) u. a. Die Dipteren waren hier durch ein paar Bibioniden {Scatopse afrata und Phdia disagra) vertreten, die erstere insofern überaus interessant, dass sie, sonst in Europa und Amerika vorkommend, hier auf höch- ster Bergeshöhe in Afrika wiedergefunden wurde. Bei etwa 4,400 m haben wir die alpine Wüste des Sattelplateaus erreicht, von welchem sicli die beiden Spitzen, der ewig eisgekrönte, gewöhnte Kibo (6,010 m) und der zackige, nur zufällig mit Schnee bedeckte Mawenzi (5,360 m) erheben. Nach einem früheren resultatlosen Versuche, die Grenze des ewigen Schnees zu erreichen, brach ich, unter J\Iitnahme nur eines Ugandamanns, des einzigen Schwarzen, auf den ich mich verlassen zu können glaubte, mit dem Konservator Sandberg am 17. Febr. 1906 von neuem aus dem Lager mit dem bestimmten Vorsatz auf, die Hindernisse zu besiegen und die Schneegrenze zu erreichen, um zu konstatieren, ob imd welche Tierformen bis zur äussersten Grenze des organischen Lebens auf diesem höchsten Berge des afrikanischen Kontinents hinaufgedrungen seien. Von der aufgehenden Sonne beleuchtet, lag an dem schönen, aber kalten Rlorgen die gewaltige, von Neuschnee blendendweisse und vollständig wolkenfreie Kuppel klar vor unseren Blicken. Aber schon gegen 8 Uhr begannen die ersten Nebel sich um den Gipfel zu zeigen, sie wachsen immer mehr an und bilden bald eine undurchdringliche Mauer, die das mächtige, sich eben noch uns darbietende Schauspiel vollständig verbirgt. Vor neun Uhr sind die Nebel von unten her hinaufgezogen, füllen die breiten Talsenkuiigen an, haben uns bald erreicht und auch die dazwischenliegenden flachen Hügelzüge eingehüllt. Der Weg ging zuerst das breite, flacJie, von Ericinella bewachsene Tal hinauf, das infolge der emporspriessenden, teils lebenden, teils verdorrten Spitzen der Sträucher wie ein einziger in Braun und Grau spielender Teppich aussah. An feuchten Stellen der Talsenkungen erhoben sich einige 3 — 4 m hohe Stauden des merkwürdigen, baum- artigen Riesenkrauts Senecio Johnstoni mit seinem nach oben ästigen Stamme, von dessen Spitzen ellenlange, ovale, verjüngte, grosse Büschel bildende Blätter ausgehen. Dies ist, wie erwähnt, die eigentümlichste Charakterpflanze, die diese Gegenden aufzuweisen haben und lenkt sowohl durch ihre Grösse wie durch ihre merkwürdige Gestalt im offenen Terrain vom ersten Augenblicke an die Aufmerksamkeit auf sich. Nach einem Marsch von eini- gen Stunden fängt die Ericinella an immer vereinzelter aufzutreten, und zwar in einem niedrigen Typus von nur etwa halber Manneshöhe, vermischt sich immer mehr mit der weissleuchlenden Ewigkeitsblume, die hier oben mehr und mehr eine dominierende Stellung einnimmt und schliesslich auf weile Strecken ganze weissleuchtende Rasenhügel und Felder mit spärlich eingestreuten, gewöhnlich einen Äfeter hohen Ericinellaständen bildet. S.IOSTEDT, DIE TIERWEl.T DER STEPPEN UND BERCtE. 37 Gegen 10 ülir waren wir von kalten Nebeln umschwebt, als wir iiber die weissen Felder dahinwanderten, deren Mitte wir um 10, is erreicht hatten. Die Ericinella hatte jetzt beinahe aufgehört, und die grünen, gesprenkelt hervorleuchtenden, zerstreuten Stände bestanden lieinahe ausschliesslich aus Furi/ops (lacnjdioidcs. Bald sind die Nebel, die sich ein Weilcben so zerteilt hatten, dass die unterhalb des IJerges ausgebreitete Steppe wie ein Panorama sichtbar geworden war, wieder im Anzüge begriffen. Aufwärts werden -nackte und mit Steinen bestreute Partien immer gewöhnlicher und nehmen an Ausdeh- nung zu. Bei etwa 4,000 — 4,500 m hat alle auffallendere Vegetation, ausser den die Steine und Klippen bekleidenden Flechten, aufgehört, wenn auch einzelne hinsiechende Gräser {Ku'leria crisfatd, Danthonia trisetoides) und Kräuter wie Senecio Telekii, Arabis albida, Helichrysum-Arten hoch oben nach Schnee und Eis hier und da, oft im Schutze von Steinen und Blöcken, zu erblicken sind. Öde, mit kleineren oder grösseren Steinen und vereinzelten Blöcken bestreute Sandwiisten der Moränentäler breiten sich hierauf aus und steigen aufwärts, soweit das Auge schaut, ein w'ahres düstres Reich des Todes. Ein Gefühl unaussprechlicher Leere bemächtigt sich der Sinne, wenn man in diesen sterilen, schweigsamen Wüsten einherwandert. Soweit das Auge auch reicht, erblicken wir nur weite Flächen mit vulkanischem Sand und Grus, Gesteinen und Klippen, üefe oder flachere Talmulden von ähnlichem Gepräge strecken sich nach den Riesenkratern, Glet- schern und Schneefeldern hinauf, von wo alle diese Ravinen, Täler und Flüsse fächer- förmig ausgehen. Die Schritte werden aber immer mühsamer, die Atmung schwerer, die Lungen arbeiten immer heftiger und das Herz klopft stark. Immer dichter ballen sich die Nebel vor uns zusammen, die Talmulde an unserer Seite ist wie ein rauchender Riesentopf, die Luft ist kalt und eisig, Hagelschauer peit- schen uns ins Gesicht, die Hände schrumpfen zusammen und die Luft verdunkelt sich. Meine Hoffnung, dass der jetzt mitgenommene Diener, der beste Schwarze im Lager während der ganzen Expedition, die Strapatzen aushalten würde, wurde schon, als wir mitten in die Steinwüsten und Sandfelder gekommen waren, zu schänden, immer lang- samer wurden seine Schritte, immer schlaffer seine Züge. Bald begann dieselbe Stumpf- heit sich seiner zu bemächtigen, wie desjenigen Schwarzen, den ich auf meinem ersten Versuche, den Schnee zu erreichen, mitgenommen hatte und um deswillen ich umkehren musste. Starr und apathisch stand er da, ohne auf gute Worte oder Befehle zu hören. Aber noch einmal sollte ein Neger dieses Unternehmen nicht hindern. Ränzel, Gewehr und Rock wurden ihm abgenommen, und von aller Packung befreit begann er wieder sich langsam vorwärts zu bewegen. Der Weg gick immer weiter die steile, westlich von einem tiefen, nebelerfüllten Abgrund begrenzte Hügelkette hinauf. Aus Nebelschleiern leuchtete plötzlich auf einige Augenbhcke eine weisse Schneedecke hoch oben aus einer nach rechts gehenden Hügelkette hervor, jäh erhoben sich die Klippen nach dort hinauf, schwier, wenn überhaupt möglich, ist die Arbeit, diese Höhen zu erreichen, die Schritte werden schwer wie Blei, immer wieder müssen wir stehen bleiben, um in tiefen Atem- zügen Luft in die immer heftiger arbeitenden Lungen einzupumpen. Hier oben trieben die Winde ihr Spiel und zogen mit gesteigerter Kraft dahin, jagten die Nebel durch die 38 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 1. Talsenkungen nach dem Gipfel des Berges hinauf und schwebten uns in ihren kalten Schoss ein. Nun sind die Kräfte des Schwarzen vollständig zu Ende, während Sandberg, der eine Zeit lang nur mit Schwierigkeit sich fortschleppen zu können schien, seine Spannkraft wiedererhalten hatte. Schlaff und gleichgültig, jeden Augenblick nahe zu Boden zu sinken, stand Amesi, beinahe unkenntlich, da. War das derselbe Mann, der am Morgen kräftig, heiter und keck vom Lager aufgebrochen warV Man hätte es kaum geglaubt, so vollständig verändert war er. Dies war indessen keineswegs ein vereinzelter Fall. Sobald die Schwarzen in diese kalten, von einer öden, ihnen fremden Natur umgebenen Gegenden kommen, sind sie vollständig verwandelt, sinken oft willenlos zusammen, glauben dass sie sterben müssen und bekümmern sich um garnichts. Zuweilen werden sie wie verrückt. Die Zeit war nun schon weit vorgerückt, der Rückweg nach dem Lager lang und die Aussicht, zusammen mit meinen Begleitern die Schneegrenze zu erreichen, wurde mit jedem Augenblick geringer. Bei jeder Hügelkette, die wir erreicht und mühsam erklettert hatten, hatte ich geglaubt vor dem weissen Schneefeld zu stehen, stets aber dieselbe Enttäuschung, stets dasselbe trübe und düstre Gemälde nackter Felsen, Gesteinblöcke und zersplitterter, schieferförmiger Platten. Der aus den Nebeln einen Augenblick wieder hervorleuch- tende Schnee goss neue Kräfte in die Adern, aber der Schwarze war immer ein Hinder- nis, ein Hemmschuh. Obschon die Gefahr, in diesen Einöden, unter Felsen, Ravinen, Stein- und Sandfeldern, umschwebt von dahineilenden Nebeln, nicht den Rückweg finden zu können, keine geringe war — der Irrmarsch auf den höchsten Teilen des Meru, der leider einem Menschen das Leben kostete, stand in lebhafter Erinnerung — beschloss ich doch, allein die Schneeregion zu erreichen zu suchen. Ich übergab Sandberg mein Gewehr mit der AVeisung, nach einer halben Stunde einen Schuss abzufeuern und dies dann jede Viertelstunde zu wiederholen, hängte die Kamera über die Schulter und setzte den Aufstieg fort. Über ungeheure Steinhaufen, über mit Blöcken und Steinen besäte Kies- und Steinfelder ging der mühsame Weg, die Stirn glühte und die Atemzüge waren tief, Hagel und Schnee begannen wieder durch die Luft zu fahren, die Nebel waren eisig und die Kälte schneidend. Hier und da musste ich in der Eile einen Stein auf den Blöcken autlegen oder umdrehen oder den Boden mit dem Stab aufkratzen, um in diesem Chaos von ähnlichen Gegenständen den Rückweg zu finden. Beinahe eine halbe Stunde hatte der Aufstieg gedauert, Nebel verhinderten fortwährend die Aussicht hinter der nächsten Umgebung und der Weg ging in der Richtung weiter, wo die auf einige Augenblicke sich zerteilenden Wolken die weissen Schneemassen hatten durchschimmern lassen. Mit schweren Schritten hatte ich gerade ein mit Gesteinen besäetes lockeres Sand- feld überkreuzt, als plötzlich etwas Weisses mich veranlasste, einen Blick nach der Seite zu werfen, wo ich in einer Kluft die erste Schneewehe erblickte. Sofort war die Müdig- keit verschwunden, schnell eilte ich vorwärts, bohrte die Hände tief in den recht harten Schnee und machte aus der eisglitzernden Masse einen Schneeball. Ich sehe mich umher, längs der Klippen in der Talmulde liegt Schneewehe an Schneewehe, leuchtend gegen die dunkeln Steinmassen und zuweilen grössere ausgebreitete Decken bildend. Eine nähere SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 39 Untersuchung ergab dann, dass ich mitten in den Schneefeldern stand, ohne es vorher, der Nebel wegen, liaben sehen zu können, und dass ich den Ratzelgletscher schon lange an meiner Seite gehabt hatte. Der eisgekrönte Gipfel des iiöchsten Berges von Afrika war damit, soweit es für das Studium der Tierwelt von Nöten war, erreicht. Durch sonnige Steppen, durch Mischwald, Kulturzone, Kegenwald und ßergwiesen, Träger der letzten zu Schnee und Eis sich hinaufstreckenden Phanerogamenvegetation, ■ auf die eine letzte, nur noch teilweise Flechten beherbergende sterile Zone folgte, die vielleicht noch hier und da einen vereinzeinten Rasenhügel oder ein hinsiechendes Kraul hervorbrachte, war der Weg gegangen, das Tierleben war successive untersucht worden, möglichst reiche Ernten waren eingeheimst worden, bis nun die hochalpine Eis- und Schnee- zone des Berges und damit die Grenze des organischen Lebens erreicht war. Die am Rande des Schnees, bei etwa 5,500 Meter vorgenommenen Untersuchungen ergaben das Vorhandensein einer CoUembole [Mesira annulieornis) und einer Lycoside in dieser ungeheuren Höhe. Da die ersteren sich aber unter feuchten Steinen verborgen liielten, wo sie für die Spindeln unerreichbar waren, muss man das Dasein noch einiger Insekten zur Nahrung der letzteren, z. B. von Wintermücken annehmen, die weiter unten gemein waren und sich ja, wie bekannt, auch bei uns unter Schnee und Eis zeigen. Es war das erste Mal, dass ein Zoolog die Schneefelder des Kilima- ndjaro und damit den höchsten Punkt in Afrika, wo unter Angabe einer bestimmten Form Tierleben konstatiert wurde, erreicht hatte. Die Regenzeit näherte sich nun immermehr, und der Aufenthalt auf dieser Hoch- ebene unter Kälte, Nebel und niederstürzendem Regen wurde immer schwieriger. Mit Freude sah ich deshalb eines Abends bei meiner Rückkehr zum Lager eine Anzahl fremder Neger um das Feuer sitzen. Die von Kiboscho bestellten Träger waren angelangt, und der Aufbruch konnte also an dem hierzu bestimmten morgigen Tag erfolgen. Eine Prüfung ergab indessen, dass sich nicht alle eingefunden hatten, dass aber ein Dutzend Träger, die es nicht gewagt hatten, hier oben in der Kälte zu übernachten, am folgenden Vormittag zu erwarten seien. Um die Feuer gekauert bracliten die übrigen, in ihre kurzen Schurze gehüllt, die Nacht in der !^ 4 ä 5-gradigen Luft zu, ohne wohl im voraus geahnt zu haben, wie grimmig eine solche Nacht in Wirklichkeit sein würde. Der Morgen für den Aufbruch war gekommen, der Regen fuhr durch die Luft, die Nebel schwebten heran und der ganze Kibo war durch eine feste Wolkenbank unseren Blicken verborgen. Immer düsterer wurde das Bild, kein Laut war zu vernehmen, nicht ein einziges Geschöpf belebte die verstimmte Natur. Düster sassen die Schwarzen um die Feuer, einige in von meinen Leuten geborgte Decken gehüllt, andere sich notdürftig mit dein bis zum Kinn hinaufgezogenen Hüftenkleid bedeckend. Noch waren nicht alle Männer angelangt und die Uhr zeigte schon fast auf Älittag, ohne dass die anderen sich zeigten. Ein Versuch, die übrigen hier oben zu behalten, falls der Rest nicht zur rechten Zeit ankomme, wäre auch schon unter gewöhnlichen Verhältnissen nutzlos gewesen, da 40 SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MERU EXPEDITION. 1 . sie in der vergangenen Nacht schon genug ausgehalten hatten; aber selbst wenn sie hätten bleiben wollen, so hätten wir nicht für so viele genügend Proviant gehabt. ^ Bald begannen sie auch immer lauter auf den Aufbruch zu dringen und, unzuverlässig wie sie sind, wären sie auch sicher in kurzem ohne Lasten verschwunden. Wir wären dann eine Zeit lang auf diesem immer düsteren Platz von der ganzen Zivilisation abgesperrt gewesen, denn es wäre uns kaum möglich gewesen, allein den Weg durch den dichten, schwerdurchdringlichen Hegen- wald zu finden. Und selbst wenn dieses gelungen wäre und wir im besten l^alle im Regen ohne Zelt und Proviant nach Kiboscho gekommen wären, so hätten wir beinahe alle Samm- lungen in dem übergebenen Lager lassen müssen, bis wir neue Träger angeschafft hätten, was schon an sich beinahe unmöglich gewesen wäre, nachdem die heimkehrenden von ihren Leiden erzählt hätten. Ja, sie waren, obschon für die liückreise bis nach Kibonoto gedungen, später bei der Ankunft in Kiboscho so erschreckt, dass die meisten ohne Be- zahlung wegliefen, und erst nach einer einen Tag dauernden Anstrengung, wobei sowohl der Vorsteher der Ähs.sion Pater Dürr wie Bruder Hrunner beim Häuptling und bei den Leuten ihren ganzen Einfluss aufboten, um die nötige Mannschaft zu erhalten, gelang dieses, und hierbei warf Bruder Brunner schliesslich halb mit Gewalt die Lasten auf die aus dem den Lagerplatz umgebenden Wadschaggahaufen herausgegriffenen Miümer. Die glücklich heraufgekommenen Träger durften somit unter keinen LTmständen ohne Lasten verschwinden, die schon fertigen Lasten wurden gruppiert, um sie möglicher- weise auf die vorhandene Mannschaft zu verteilen; auch meine Boys, die während der Märsche von anderen Lasten als Taschen, Kesclier, Gewehr u. dergl. befreit waren, mussten sich nun zum Trägerdienst bequemen, und mit Freuden zeigte sich jeder der Schwarzen bereit, seine schwere Last zu nehmen, wenn sie nur diese Gegend verlassen konnten, von der sie schon im voraus grossen Respekt gehabt hatten, der während ihres Aufent- haltes hier sicher nicht geringer geworden war. Nachdem wir alles geordnet hatten, er- gab sich aber, dass eine Last übrig war, zu der kein Träger vorhanden war, alle hatten schon eine so grosse Packung, wie ihre Kräfte es gestatteten. Es schien also nichts anderes übrig zu bleiben, als diese zurückzulassen, obschon ich wusste, dass ihre Ab- holung uns später grosse Schwierigkeiten verursachen und uns ausserdem zwingen würde, währenddessen in Kiboscho zu verbleiben. Während wii' darüber sprachen, erbot sich Konservator Sandberg resolut als Träger zu dienen und mit der Last auf dem Kopf den Abstieg durch den Regenwald vorzunehmen. Die Last wurde geprobt, das Signal zum Aufbruch ertönt aus dem Jagdhorn und alle fassen ihre Lasten an. Kaum hatten die ersten ihre Lasten hochgehoben, kaum waren die ersten Rufe in der regnerischen Luft erschallt, da zeigten sich neue Träger in den Gebüschen des Wald- saumes. Bald standen sie auf dem Lagerplatz, in einem Nu ruhten die Lasten auf ihren Köpfen und wir setzten uns ohne Aufschub in Marsch nach dem Regenwalde hinunter. Die Natur wurde immer düsterer, der Himmel überzieht sich, der Regen peitscht durch die Luft und die Temperatur sinkt. Düster, still und unbeweglich steht der Regenwald flechtenbewachsen, triefend von Wasser. Immer finsterer wird die Lufi, immer gewaltsamer rauscht der Regen durch die Luft und hüllt alles in einen beinahe undurch- SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BEUGE. 41 dringlichen Schleier ein. Es braust und saust von den herabstürzenden Wussermassen, die schmetternd gegen Blattwerk und Stämme schlagen, gleich Schatten sieht man die Trager mit ihren Lasten auf den geschlängelten Pfaden wandern und im Dunkel ver- schwinden. Sie folgen oft den jetzt mehr Bächen als Wegen ähnlichen Pfaden der Ele- fanten. Durch einen Gürtel von mit Bartflechten behängten Ericabäumen gelangten wir iu den typischen Regenwald, um dann gegen Abend in den Farmen und Feldern der "Kullurzone wieder Sonne und Wärme zu fühlen. Zu Anfang von gutem Wetter begünstigt, hatten die zoologischen Untersuchungen oberhalb der Waldgrenze besonders da mit Vorteil betrieben werden können, und es konnten deshalb, trotz der ziemlich grossen Armut der Fauna auf diesen alpinen Höhen, etwa 7,000 Tiere von dort den übrigen Sammlungen einverleibt werden. Die Tierwelt iu der Umgebung des Flusses Ngare na nyuki, Meru-Niederung. Eine in hohem Grade eigentümliche und für diese Gegenden charakterisüsche Tier- welt treffen wir lieim Eintritt in die lichten Akazienwälder am Flusse Ngare na nyuki, unterhalb der nordöstlichen Seite des Meruberges. Durch Zusammenfliessen von zwei Zweigen ganz verschiedener Natur gebildet, der eine direkt vom Abhang des Meru kommend, mit kaltem, klarem und süssem, der andere mit bitter natronhaltigem Wasser, setzt er sich in die Steppe fort, wo er sich in einen auch während der Dürre in der Entfernung grünleuchtenden Sumpf verliert. Terrain und Vegetation, die der Tierwelt ihr Gepräge aufdrücken, waren auch sehr eigenartig. Zwischen den zerstreuten breitkronigen Akazien (Taf. 10: 1) breitet sich ein gewöhnlich gelblicher Rasen aus, oder der schwarze, schreibsandähnliche, vulkanische Sand, oft glühend von der Sonne, liegt nackt zwischen den Bäumen. Niedrigere rundkronige Akazien, oft zusammen mit cylindrischen Bayonetipflanzen (Sanseviera), mit stahlharter stechender Spitze (Taf. 10: 2 u. 4) bilden überall in diesen lichten Akazienwäldern oft von nackten Sandpartien getrennte, fast undurclidringliche Gruppen zwischen der anderen Vegetation. Sowohl hier wie in dem lichteren Wald von flachkronigen Bäumen entwickelt sich ein Tierleben von reichem, originellem Gepräge, das sonst in diesen Gegenden nicht seinesgleichen hat. Diese Akazienwälder und die umgebenden Steppen sind das Eldorado der grossen Herden: Gnus, Zebras, Kuhantilopen, Granigazellen, Thomsongazellen, Paliahantilopen, die scheuen Oryxantilopen, Giraffen, die kleine Schraubenantilope, Elenantilopen und ZwerganUlopen haben hier ihre Heimat und treten oft in grosser Menge auf — wenn sie nicht nunmehr von den dort als "Kolonisten" angesiedelten Buren ausgerottet sind! Und auch Löwen, Leoparden, Schakale, Geparden (selten), Nashörner, gestreifte und gefleckte Hyänen und Warzenschweine sind liier mehr oder weniger zahlreich. Unter Gebüschen und Gruppen von Akazien und Bayonetipflanzen lebten mehrere Arten von Ratten (Tatera mombasae, 3Ihs Hildehrandti, Pelomi/s fallax] und Spitzmäusen [Crocidura maunsca und fmnosa), Sjöstedts Küimandjaro-Meru Expedition. 1. 6 42 SJüSTEDTS K1LI3IANDJAE0-MEKU EXPEDITION. 1. welche letzlere Art bisweilen in ihrem Nest unter der Rinde von alten Akazienstämmen an- getroffen wurde. Eichhörnchen {Xerus rut'äiis) huschten bisweilen auf den offenen Plätzen zwischen den Gebüschen oder verschwanden in denselben, Scharen von Pavianen [Papio Ncumanni) hielten sich in dichtem Unterholz oder in der Buschsteppe auf, wo sie bisweilen massenhaft in den niedrigen Bäumen sassen; unter den gelbrindigen hohen Akazien wurden häufig gelbgrüne, mit schwarzem Gesicht versehene Meerkatzen {Cercopithecus pygerythrus Jolmstoni) gesehen, unter den Schirmakazien der Steppe bisweilen langohrige Fledermäuse [Lavia frons frons) und andere Arten {Nyderis thebaica). In einem Termitenhaufen in der Steppe wurde Crocidura Fischeri gefangen, während zahlreiche Löcher im Boden der Steppe die Anwesenheit von Erdferkeln in diesem Terrain zeigten. Die Vogelwelt dieser Akazienwälder war sehr charakteristisch, und eine ganze Menge der dort angetroffenen Arten wurde nie oder nur zufällig am nahehegenden Kilimandjaro beobachtet. Man trat wie in eine neue Welt ein, fremder Gesang, fremde Töne und Stimmen ertönten aus Bäumen und Gebüschen entgegen und fremde Vögel zeigten sich, wohin man sah. Unter den fiir diese lichten Akazienwälder charakteristischen Vögeln können erwähnt werden: Erythropygia hrunnciceps, Laniarlus funehiis, Air/ya rubiglnosa Heuglini, Antlireptes Jongmari orientaJis, Uraegintlms ianfhinogaster, Lagonostida hrunnciceps, PytiUa melha, Quelea sangiiininostris aethiopica, Nilaus afer massaicus, Balis molitor puella, Upupa africana, liMnopomastus Cahanisi, MeJittophagus pusillus meridionalis, Halcyon clie- Umti, Lophoceros nasidus epirhinus, Coracias caudatus — und während der Wanderung garrulns — Colitis macrourus pulcher, mehrere Spechte wie Mcsopicos namaqims, und spodoceplialus rhodeogaster, Dendromus nuhicus ferner Tricholaema massaicum, Tradiyplionus erythroceplialus, mehrere Arten von Honigkuckucken: Indicator indicator, variegatus und minor und andere Kuckucke: Cuculus solitarius und damosus, Coccystes glandarius, mehrere Raubvögel wie Glaucidium perlatum, Poliohierax semitorquatus, Micronisus gahar, Hühner Vögel wie Francoliniis Ilildebrandti, Coturnix Delegorr/uei und Numida Beidienowi, mehrere Arten von Tauben wie Turtur ambiguus perspicillatus, capicola tropicus, lugens und senega- lensis, Starvögel wie Creatopliora canmculata, Spreo siiperbns und liildebrandti, Lerchen wie Mirafra intercedens und die hier entdeckte meruensis, ferner Macronyx aurantiigula, Antlms caffer, Passer gongonensis und riifocindus, Linura Fisdieri, Vidua hypodierina, Dicrurus adsimilis divaricatus ; Trappen, Phinoptilus hisignatus, Stephanibyx coronatus, Oedicnemiis ca- pensis u. a. Schlangen sieht man gewöhnlich nicht so oft in diesen lichten Akazienwäldern. Die gefährlichste der im Gebiete vorkommenden Arten Bifis aridans lebt in der Gras- steppe und in trockenen Steppenwäldern und kommt wohl ohne Zweifel hier vor, ob- gleich die mitgebrachten Exemplare etwas länger weg, nördlich und n. w. vom Kiliman- djaro, angetroffen wurden sind. Causus rliomhcahis, auch diese eine giftige Art, war dagegen hier nicht selten. Der sonst gern am Wasser lebende Python sehae hielt sich hier in der trockenen Buschsteppe auf, wo auch Glauconia scidifrons, Boodon lineatus, Lyco- phidiuin capense, Lepfodira liotamboda, PsammopMs sullicniatus und Aparalladus Jadc- soni zu finden waren. SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. -43 Die sonnenliebenden Eidechsen waren am Ngare na nyuki zahlreicher als an an- deren Orten im Gebiete. Auf dem heissen Sand zwischen den Gebüschen und Bayo- neltpflanzen sonnte sich die langschwänzige, schmale Eremias Speki und verschwand mit grosser Schnelligkeit in ihre Erdgänge. Auf vull\anischen Blöcken in der angrenzen- den Steppe hielten sich Agamen {Agama dorlae, planiceps und africoUis) auf, grosse Vara- nen {Varanus oceUafus) stürzten bisweilen geräuschvoll aus dem Gras hervor, träge Schild- 'kröten {Testudo paräaUs und Pdomedusa galeata) lagen in den Gebüschen versteckt, und auch Hcmidacfylus Werneri, Lygodactißiis Conradti, Nucras tessellafa, Latastia longicaudata, Gerrhosaurus nigrolincahis und ßavigularis, Mahuia varia und striata, Lygosoma modcsfum und kilimense, Allepharus Walübergi und Chamäleon tavetensis gehören diesen oft dürren und heissen, lichten Wäldern und den umgebenden Steppen an. Die Batrachien waren hier nicht so zahlreich, wie an mehreren anderen Orten im Gebiete. Im grünen Grase längs dem Flussufer war Rana mascareniensis, wie fast überall an Wassersammlungen, gemein und auch Bana oxyrhynclia, Phrynohatrachus nata- hnsis und Bufo regularis kamen in den Umgebungen vor. Im Flusse lebten zahlreiche Welse {Ciarias mossanibicus), äusserst gefrässige Fische, die alles, was ins Wasser geworfen wird, sogar Lumpen u. dergl., verschlucken. Auch Bar- lits macroprisfis meruensis ist von diesem Flusse. Unter den hier nicht so zahlreichen Mollusken ist besonders eine gewaltige weisse Achatina, deren Gehäuse als Gift- becher bei den Gottesurteilen dienen soll, und die sich besonders nach Regen zeigte, zu nennen. Trug die höhere Fauna dieser lichten Akazienwälder und der umgebenden Steppen ein reiches und selbständiges Gepräge, so gilt dieses in nicht geringerem Grade von der niedrigeren Tierwelt, besonders der Insektenwelt. • Mit steigendem Interesse durchwan- derte ich diese fremde Natur mit ihren überall auftretenden eigenartigen Insektentypen, von denen eine sehr grosse Menge nicht, oder nur in geringem Grade, an dem doch so naheliegenden Kilimandjaro wiedergefunden wurde. Auch die höheren Teile des Meru haben eine von der des Kilimandjaro in vielen Hinsichten abweichende, oft durch äusserst nahestehende, aber dennoch getrennte Arten vertretene Fauna, wofür eine überraschend grosse Anzahl Beispiele vorkommen und in diesem Werk oft nachgewiesen worden sind. Mit der Fauna des Kilimandjaro stimmt dagegen die der Gegenden unterhalb der östlichen Seite des Meru, an den dortigen Sumpf- seen, sowie die der unteren Kulturzone des Meru typisch überein. Auch die Steppen westlich und nördlich des Berges haben ein von der des Kilimandjaro abweichendes zoo- logisches Gepräge. Die zoologischen Untersuchungen, die im Gebiet wärend der Expedition aus- geführt und in diesem Werk vorgelegt worden sind, haben gezeigt, dass zwei Faunengebiete von in vielen Hinsichten ganz verschiedener Natur sich hier begeg- nen, die eine, — von Pare-Us-ambara-Gepräge — den ganzen Kilimandjaro, die Strecken unterhalb der südöstlichen Teile des Meru mit ihren Sumpfgegenden und wenigstens die unteren Teile der Kulturzone des Meru und die am nächsten 44 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 1. südlich davon gelegenen Seiten, die andere — mehr von Sudan-Gepräge — den übrigen Meru mit den Steppen in Westen, Norden und Nordost umfassend, mit ihrer am schärfsten ausgeprägten Originalität in die Gegenden am Flusse Ngare na nyuki verlegt. In kurzen Zügen will ich die hier lebende Insektenwelt skizzieren, die typischsten Repräsentanten derselben erwähnen und das durch die Beschaffenheit des Terrains, die Vegetation und Feuchtigkeit bedingte wechselnde Auftreten von verschiedenen Gruppen oder Arten an verschiedenen Lokalen anführen. Da die Gegend, mit Ausnahme an den Flussufern, durchgehend von Steppennatar ist, hegt es auf der Hand, dass das oft von frischem Gras grünleuchtende Terrain längs der Ufer eine nicht nur reiche, sondern auch in mehreren Hinsichten originelle Insektenwelt wenigstens insofern aufzuweisen hat, dass die Insekten, die entweder in der Nähe des Wassers oder in frischerer Vegetation gedeihen, in erster Linie sich in die Nähe des Flusses hinziehen. Auf den am Wasser stehenden, lang weiss.stacheligen Akazien, gern in der Spitze der Zweige und Dornen, sass oft Lihellago caliyata, eine weit verbreitete Art, deren schöne in Blau, Weiss und Rot prunkende alte Männchen weit sparsamer als die anspruchsloser gefärbten Weibchen und jüngeren Männchen sind. Kleine Agrioniden [Enallagma suhfur- catum, Pseudagrion Deckeni und das gemeine, rötliche Ceriagrion glabrum) hielten sich auch am Wasser, gewöhnlich auf dem an der Oberfläche fliessenden Gras, andere auf den Zweigen der Akazien oder im grünen Gras längs der Ufer auf. Im Sande in der Nähe des Flusses liefen Cicindeliden, von denen drei Arten {Cicindela melancholica, Dro- mica Batesi, Megacephala regalis anguUcoUis) hier konstatiert wurden, ohne dass irgend eine hingehörige Form am naheliegenden Kilimandjaro angetroffen werden konnte. Mehrere Schmetterhnge, Bienen, Grabwespen, Fliegen u. s. w. zogen sich auch in die Nähe des Wassers hin, wo sie sich gern niederliessen, im feuchten Boden saugend. Das grüne, frische, weiche und dicke Gras längs der Ufer war der Sammelplatz einer Menge Heu- schrecken, besonders Conocephalus nitidulus und Paracinema tricolor; ferner wurden hier oder in der Nähe angetroffen Acrida sulphuripennis, Plegmatoptera EoehneU, Gastrimargus determinatus, Chortoicetes fallax, BhapJioiittJia meruensls und nyuki, Pantolepta Mimandj urica, Oedaletis nigrofasciatus und Phaneroptera j)unctulata. Die grünen Formen lebten im frischen, grünen Grase, während die mehr gelbbräunlichen Arten oder Formen das trockene vor- zogen; und nie hüpfte eine grüne Heuschrecke in das gelbe Gras hinaus! Auch Mantiden {Miomantis quadripimctata) gehörten zu den hier lebenden Orthopteren. Frösche sassen im Grase der Ufer versteckt, bisweilen wie Mäuse rennend, bevor sie ihre langen Sprünge machten. Unter blühenden Gebüschen in der Nähe des Flusses, besonders an ihren der Sonne scharf ausgesetzten Teilen, herrschte bisweilen ein reiches Insekfenleben, besonders von Hymenopteren, Coleopteren und Dipteren. Hier flog Behnogaster erythrosplhis unter recht leisem, schweigsamem Flug umher, hier oder in der Nähe wurden Celoniiiien {Taenicsthes speciilaris, Gametis halteata, Elapldnis adsperstda) Ganthariden [Zonahris aperta u. p)raestans. SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 45 Coryna dorsalis, Sijnhoria Fischcri), kleine schöne, recht lebhafte Modelliden, Chrysomeliden, die hier in nicht weniger als etwa fünfzig Arten angetroffen wurden, wie -E^irrtc/i^smerHCwsis, tttrhata, nulidipcunis und fuscoacnoa, DacttjUspa amhigua und davata, Dorcathispa aJternata, Lema rauh und chalcopiera Gerstcecheri, MeUxanthus SJöstedti, MesopJatys ochroptera, Scelo- donta albidovittata, Monolepta meruensis u. a., Malacodermen besonders die kleine rot- gelbe, mit schwarzen Flügelspitzen versehene Adoceta mitis, der grosse Lycus trabeatus -und andere Coleopleren. Unter den Chrysomeliden machte sich besonders die grosse, dunkle Oides coUaris durch ihr massenhaftes Auftreten bemerkt. Während gewisser Zei- ten, wie im November, breitete sich ein angenehmer Jasminduft von weissblütigen ge- meinen Gebüschen durch die Akazienwälder aus, und auch die blühenden Akazien dufteten angenehm, von mehreren Arten Cetoniinen {Pachnoda epMppiaia und Petersi, Bi- plognatlia siUcea) umschwärmt, die unter den Blumen niederschlugen oder oft mehrere zu- sammen an auf den Stämmen der Akazien hervorsickerndem Saft sassen. In der Sonne lebhaft, waren sie nicht so leicht ohne weiteres zu fangen, da sie sich, wenn man sich ihnen näherte, wie die Hummeln davonmachten. Unter hier lebenden Wespen können folgende erwähnt werden: PoUsies marginalis, Eumenes meruensis und lucasia, Odynerus meruensis, stiraspis u. a., unter den Pompiliden Saluts Tamisieri, PompUus sericeibalteatus, brunnipalpis, successor, von Sphegiden, Sphex massaiciis, albisedus, SJöstedti und meruensis, Ämmophila massaica, meruensis, beniniensis, SJöstedti und cyanea, Scelipliron spirifex, Philanthus triangulum v. diadema, Cerceris trichionota, Tachytes testaceinerva und SJöstedti, Liris liaemorrlioidalis u. a. Wandert man zwischen den zerstreuten Akazien, unter Gebüschen und blühenden Kräutern umher, flattern uns bald hier bald da Schmetterlinge entgegen. Besonders lenkt sich die Aufmerksamkeit auf die fast nur hier angetroffene, aber auf einmal so häufige rotgelbe und schwarze Pieride Teracolus aurigineus vemcsius, ebenso wie die dunkle, lang- sam umherflatternde Neocoenyra duplex ein ausgeprägtes Charakterinsekt für diese Akazien- wälder. Unter den Bäumen flogen auch die weissen oder gelblichen und dunklen Pieris severina und zoclialia, sowie auch der weisse, mit roten Flügelspitzen versehene Teracolus aniigone plilegetonia umher. Sowohl am Flusse, wo sie oft saugend am feuchten Boden Sassen, zeigten sich mehrere Arten von Bienen, besonders Megachiliden {Megachile bombi- formis, feJina armatipes, flavida u. a.), ferner Nornia scutellaris v. macuJata und SJöstedti, Xy}oco2)a- Arien wie caffra, carinata, divisa, Antliophora drculata, Epeolus amabilis, Biago- nozus SJöstedti, Coelioxys furcala, Anthidium Junodi und SJöstedti, von denen mehrere nur in diesen Teilen des Gebietes angetroffen wurden. In trockenen Akazienzweigen, unter herabgefallenen Stämmen, unter Binde und Steinen, in Termitenhügehi u. s. w. lebten zahlreiche Ameisen, von denen besonders Ocymyrmex Weitscckeri durch ihre nervöse Eile, womit sie sich über den trockenen, heissen Sand bewegte, die Aufmerk- samkeit auf sich lenkte. Ihre Schnelligkeit w^ar erstaunUch; sie waren auf dem Sand wie Gyriniden auf dem Wasser! Eine grosse und schöne Art ist Camponoius macidatus von den trockenen Stämmen und der unterhegenden Erde sowie auch von den grossen Termiten- hügeln; ferner zeigten sich hier der unter Kadavern lebende Borylus helvolus, der unter Steinen 46 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEOMERU EXPEDITION. 1. in der Steppe und im Akazienwald vorkommende Camponohis rufoglmicus cosmicns und Plati/tliyrea cribrwodis, das kleine Movomorinm f/raciUhmon v. robusfiiis, die in verfaulenden Stämmen und unterliegender Erde lebenden Tapinoma luteum, Phcidolc crass'moda, Cam- ponotus foram'mostis ch-ysogaster und Cremastogaster CJüarinii, der in der Gallen der Flölen- akazien lebende Cremasfogaster fricolor, ferner Polgrhachis milifaris v. riignlosa u. a. Mehrere Arten von Termiten {Eutermcs hastatus, gemellus, parrus, bilobatns, Calo- fermes mencensis) lebten in den Akazienwäldern in heruntergefallenen alten Stämmen und Zweigen sowie in der Erde unterhalb derselben, während Hügel von Termes bellicosiis oft in recht grosser Menge auf der umgebenden Steppe zerstreut standen. Diese Gegend war an Gryllodeen reich und recht viele Arten, wie GrgUus mcrnensis, domesücus und conspersus, welcher letztere jedoch mehr dem Kilimandjaro angehörte, Gri/Uo- dcs pliysomerus und superciliosus, Ectatoderus rnfomger, ochracetcs und b/maculatits, Aracli- nocephalus mcruensis, Oecanthis pellucens aqueus und brevicanda, Trigoniditmi massaicum, Euscyrtus birUtatus u. a. bildeten hier die hingehörige Fauna. Im trockenen Gras lebten mehrere Arten Phasmodeen, wie Paeltymorpha mcruensis, Gratidia albida, montana, postsp'mosa, temns und fureifer, auf den Stämmen der Akazien, durch ihre Ähnlichkeit geschützt, kleine Mantodeen {EJcea 3Iarchali), im Grase andere Arten wie Achlcena Kulügatzi, Galepsus capitatus, Entella meruensis und fuscipes, Mantis nafalen- sis, Hoplocm'yplia nana, Miomantis qiiadripimctata und planivertex , Oxypilus meruensis, PliyUocrania 2^(»'(idoxa, Galinthias mcruensis, Hemicmpusa fronficornis. Ausser den vorher erwähnten Locustodeen und Acridiodeen bilden auch mehrere andere die reiche Fauna dieser Insekten, die man hier findet, wie Plcgmatopfera meruensis, Eury- eorypha meruensis, TyJopsis meruensis und dispar, Xiphidion merncnse, merumontanum, macu- latum, iris und conocephalus, Anthracites montium, GryUacris meruensis und Eremiis nigri- facies und unter den Acridiodeen Paratetfex scaber, Acrida nasuta, Calamus linearis, Platy- ptcrtm nyuki, Paracomacris deceptor, Pnorisa montium, AioJopus meruensis, Humhe tcnui- cornis, Gastrimargus Volkensi, Oedaleus sencgalensis, CosmorJiyssa fasciata, Pycnodictya Gali- nieri, Pliymateus Hildebrandti, Paraphena meruensis und dubia, Mcruana nyuki, Mesopsis laticM'nis, Acridium tataricum, ScMstocerca peregrina, Pareuprepocnemis cunctator, Ixalidium hmnatoscelis, Lentula modicicrus, CaUipitamus meruensis, Caloptenopsis speciosa, Catantops melanostictus und humeralis. In verfaulenden Stöcken und unter Rinde hielten sich Dermatopteren (Forßcula senegalensis und Echinosoma) auf. Im grünen Gras unter den ausgebreiteten Kronen der Akazien sassen Ameisenlöwen {Myrmcleon Sjöstedti) oder flatterten wingelnd umher, um sich bald wieder niederzulassen, und auch andere Planipennien, wie Formicaleo cegyptiacus und Sjöstedti, Myrmeccelurus tristis und variegatus, Creagris nubifer, Chrysopa sansibarica und tcnella lebten alle in diesen lichten Akazienwäldern. Mehrere Blattodeen, besonders iJcropcUis autraniana und Pscudodcropeltis pcfropJiila lebten hier unter Steinen und dergl., grosse Käfer {Tithocs confinis, Alindria grandis und Nigidius Delcgorguei v. meruensis wurden fast täglich umter der Rinde alter Akazien ange- SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DEK STEPPEN UND BEEGE. 47 trorfen, während zalilreiclie Skorpione {Bxfhns trilineatus) am Tage sich in grosser Menge unter den losen Steinen der Steppe verstecltlen. In der Losung von grösseren Tieren, besonders von Rhinos und Elefanten, lebten zahlreiche Coprophagen (besonders Onthopliagus lacerafus), unter alten Tierkörpern sammelten sich die lebhafte S'dplia micans in Menge sowie auch Ameisen {Dori/lus lielvolus) und His- triden [PachijUstcr nigrita, Ulster tropkus und vadatus, Saprinus intricatus, splendcns (häuflg), -gdmiensis), während zahlreiche Fliegen von mehreren Arten, speziell eine grosse blauglän- zende mit rotem Kopf, die weggeworfenen toten Körper umschwärmten. Die von der Sonne oft glühendheissen kleinen Sandfelder zwischen den Baum- und Gebiischpartien der Akazienwäldern hatten auch ihre besondere Tierwelt, darunter ausser den schon erwähnten Eidechsen und Ameisen auch einige Bcmbex-kTitn {Uneatifrons, massaka, ornatilaUata), die hier sich aufhielten und surrend nahe dem Boden hin und her flogen. Älehrere Carabiden wie grosse Anthien, Polyhirmen, gelbgefleckte Endemen, metall- glänzende, hellgestreifte Curculioniden [Mitophorus gravidus) und einige Cleriden {Sfrotoccra Sjöstedti, Aphdocliroa carneipennis, Prosymnus cribripennis, Necrobui rufipcs) bewohnten ebenfalls diese lichten Wälder. Unter den zahlreichen Straphyliniden des Gebiets wurde nur eine verhältnismässig geringe Anzahl [Pcederus altkola, pcdcstrts (häufig), sabteus (häutig), PlnopMlHs Sjöstedti, PJiilonfJuis opaciventris, agilis, sanguineus, 3Ioiocenis Uneiventris) in dieser Steppennatur angetroffen. Unter den etwa dreissig Coccinellidenarten, die hier konstatiert wurden, traten einige in grosser Anzahl auf dem Grase, sowohl in den Akazienwäldern {Epüachna simil/s) wie in der Steppe [SolanopMla Salübergi u. a.) auf. Mehrere Elateriden {Ägrypnm Peringuegi, Psephus insignitus und latiuseulus, Dra- sfer/Ks (PthiopicKS, Cardiophorus sororius, inconditus, uitneatns, dubuis) wurden hier ange- troffen, und die sonst im Gebiete nicht so häufigen Bostrychiden wurden hier durch die grosse Apate mdistincta, Lkhenophanes cortkeus, Bostrgchopsis viUosula, Xylion adustm und Enneadesmus evacanthus repräsentiert. Unter den Buprestiden wurden speziell die grossen Sternocera Gerstceckerl und castanea, die jedoch weniger häufig zu sein schienen, ferner Äcmceodera ekvata, Steraspis brerkornis, Psiloptera albomarg'mata imd aspasla, Pslloptera tristis, Splie}ioptera dispar und trispinosa, C'Jiahvgcnia contcmpta, Authaxia fcnukauda und pumila bemerkt. Auf Blumen, Blättern und Gebiischen sowie im Grase fanden sich eine Menge Malacodermen, von denen jedocli nur einige Arten zahlreich waren, sowohl Lycinen {Lyells flammatns, hamuUfer, trabeatus, podagrkus, Xylobamis semißabeUatus nigripes, nigri- coll'is, Adoceta hirsutula und mitis (häufig), Lampyridinen {piaphanes Volkcns'i, lälimanus), Cantharidinen {Silidiits meriianns, porrectiis) wie Malachiinen {AtfaJiis gcntilis, Hapalochriis dcjormlpcs, amplipcnnis, modestiis, Kolbei, rugatkcps, doisatiis). Die Cerambyciden wurden durch solche Arten, wie AcantJiophorus Beringi, Tiphoes eonfinis, Macrotoma natala, pahnata, Gestroi, Psathyrus aspericornis, Xystrocera dispar, Plo- caderits Conradti, Berolm incultus, Cornpsomera fenestrata, Closteromerus dilaticornis, Phila- 48 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 1. gathes Walübergi, Tragiscoschenia inermis, Chreostes ohliquata, Sophronica ohsciirice})s, Amplii- stylits linearis, Volumnia Westermanni vertreten. Die Myriopoden, welche mehr feuchtes Terram mit von verfaulenden Blättern bedecktem Boden lieben und die besonders in der Kulturzone der Berge zahlreich waren, wurden hier durch Tracliycormoceplialiis afer, Orplmceus meniimis, Ctenonja Sjöstedti, Lanmonyx jjunctifrons, Flctliokrossus octofoveatus, Prionopetalum serratum, Harmomasüx tetracanthus, Xystojiyye lineafa, fast alle bisher unbekannt, vertreten. Gewisse Insekten ziehen sich abends gern nach dem Licht hin und finden sich an den Lagerfeuern und in dem erleuchteten Zelt ein. Zu diesen gehören in dieser Gegend, ausser Mücken, Lampyridinen [Biaphanes Volkcnsi und kiUinanus), hell braungelbliche Rute- linen [Anomala usambica und tendinosa subsp. ccJw), welche unter brummendem Flug um die Lampe surrten, eine kleine nahestehende Art {Adorctus meticulosus) nebst zahlreichen Microlepidopteren, während am Tage eine bisweilen unerträgliche Menge Hausfliegen, w^elche auch nachts in blassen in das Zelt hineindrangen und uns während der Arbeit beunruhigten, sich bemerkbar machte. Unter den der Fauna dieser Gegenden angehörenden Nematoceren können Lycoria hibionca, Neoempheria ampJüpli(Ba, Plecia ephippium, mehrere Tipuliden wie Pachyrhina bistri- punctcda und Culiciden erwähnt werden. Eine sehr abweichende, mit der des Kihmandjaro mehr übereinstimmende Fauna trifft man an den sumpfigen kleinen Seen an, welche sich unterhalb des südöstlichen Abhangs des Meru ausbreiten, Gegenden, die in zoologischer Hinsicht, wenn man einige von Jägern dort erlegte Flusspferde und vielleicht einige andere der höheren Tiere ab- rechnet, ein ganz unbekanntes Gebiet bildeten. Die bitter natronhaltigen Wassersammlungen bilden hier ganze Komplexe von mit- einander verbundenen, durch oft mit äusserst dichter Vegetation bedeckte Hügelketten oder breitere Landstrecken getrennten, langgestreckten Seen oder Dämmen. Diese Wasser- komplexe scheinen in der Weise gebildet worden zu sein, dass das Terrain, welches hier, wie oft in diesen Gegenden, mit Hügeln, Hügelketten oder Komplexen von solchen ver- sehen ist, von dem von der östlichen Seite des Rleru kommenden, in die Steppe herab- fliessenden Wasser, das hier das ganze Terrain erfüllt, zwischen Hügeln und Hügelzügen ein Netz von während der Regenzeit tieferen und mehr verbreiteten, während der Trocken- zeit seichleren Sümpfen oder langen Seen gebildet ist. Die zwischenliegenden flachen Hügel oder langen Hügelzüge sind mit einer Vegetation bewachsen, die an Dichtheil und Un- durchdringlichkeit in ganz Afrika ihresgleichen sucht. In diesen Sumpfgegenden vorwärts zu dringen, ist auch recht mühsam, und die Vegetation fängt bald an, wenn man von der Steppe kommt, ein ganz verändertes Aus- sehen anzunehmen. Die platlkronigen Schirmakazien sind verschwunden und haben hohen, gelbrindigen Akazienliäumen Platz gemacht, die hier und da ihre Kronen über eine ewig grüne, äusserst dichte, fast undurchdringlige Untervegetation ausbreiten. Wir sind hier in das gelobte Land der Elefanten, Nashörner und Flusspferde gekommen, überall sieht man Spuren dieser Dickhäuter und jeder' kleine Pfad, den man SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 49 hier und da findet, ist von ihnen aufgetreten. Alles in diesen Büschen riecht wie Mentha, Gehüsche und Kräuter, alles, worin man greift, hat diesen Geruch, der die ganze Luft durchdringt. Hier und da zeigt sich allmählich ein freieres Terrain, die Wasser- sammlungen mit ihrem braunen, natronhaltigen, übelriechenden Wasser fangen an sich zu zeigen, einzelne Höhlen sind trüb von dem kürzlichen Besuch der Dickhäuter, und der Pfad an der Seite trägt liefe Spuren derselben im schwarzen Schlamm. Ein wider- licher Geruch erfüllt die Luft, und zahlreiche Fliegen surren aus der hier und da He- genden Losung der Tiere auf. Grosse Partien der Sümpfe sind mit Scirpus bedeckt, dessen grüne Masse denselben ein wohlbekanntes Aussehen verleiht. Eine Menge Welse {Ciarias mossambkus) belebten das stinkende Wasser, während Libellen {Cacen/afes leucosticta) überall an den Ufern sassen oder gestört unter surrendem Flug aufflogen. Es ist eine regenreiche Gegend an diesen Sumpfseen, und oft lagern sich schwere Regen- wolken über dem Himmel, ihre Ströme über Wald und Wasser auszugiessen drohend, während die anliegende Steppe in Sonnenlicht badet, auf das später am Tage, gewöhn- lich ein paar Stunden vor Sonnenuntergang, wenigsten zu gewissen Zeiten, eine brennende Hitze folgt. Die Flusspferde waren hier recht gemein und wurden in Heerden von fast zwanzig Tieren gleichzeitig beobachtet. Nunmehr sind sie vielleicht schon von den Buren ausgerottet worden. Die Inseklenwelt, wie überhaupt die Tierwelt, war hier nicht besonders reich. Sie hatte grosse Ähnlichkeit mit der des Kilimandjaro und war typisch von derjenigen am naheliegenden Flusse Ngare na nyuki verschieden. Die Tierwelt auf den höheren Teilen des Meru. Bisher war nur die Fauna des Meru in der Niederungen, unterhalb des nordöst- lichen bis südöstlichen Abhangs des Berges untersucht worden, wo, wie erwähnt, beson- ders am Ngare na nyuki durch wiederholte, eingehende Untersuchungen überraschende Ergebnisse erreicht worden waren. Dass auch die zool. noch völlig unbekannten oberen Teile dieses gewaltigen Bergkegels eine Tierwelt von ganz besonderem Interesse beher- berge, wurde mir immer klarer — Erwartungen, die auch in glänzender Weise erfüllt wurden. Die fremde, in hohem Grade charakteristische Fauna, welche die Gegenden am Ngare na nyuki aufwies, hatte auch den Gedanken in mir erweckt, im Zusammenhang mit der Bergbesteigung eine Fart ringsum diesen vulkanischen Bergkegel behufs mög- lichs allseitiger Untersuchungen des umgebenden Terrains vorzunehmen. Nach einem Marsch von zwei Tagen von der zoologischen Staüon am Kilimandjaro über die Steppe zwischen den beiden Bergen, erreichte ich mit der Karawane auf der ersten dieser Fahrten am 21. Dez. bei Sonnenuntergang ein von Griechen bewohntes Lager unterhalb des südlichen Abhangs des Meru, nicht weit vom Meru-Dorf. Da es sich zeigte, dass man, statt von dem etwas westlicher belegenen Aruscha, auch von dieser Seite den Berg besteigen könne, beschloss ich hier zu bleiben und sandte sofort die Schwarzen behufs Proviantierung in das Dorf. Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 1. 7 50 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEBTI EXPEDITION. 1. Am folgenden Morgen lag der Meru, von der aufgehenden Sonne beleuchtet, in der reinen, kalten Luft frei vor unseren Blicken, nur der Gipfel war von einem weissen Wol- kenzapfen umgeben, während die Seiten, im übrigen frei, von einigen schmalen, lappigen Wolkenbändern beschleiert waren. Um acht Uhr war alles eingepackt, das Zelt heruntergenommen und die Lasten verteilt; das Signal des Jägerhorns lautete und der Zug setzte sich in Bewegung gegen den Berg. Durch niedrigen aber dichten Akazienwald mit ellenhohem Gras wanderten wir vorwärts, durchwateten mehrere Bergströme mit kristallklarem, kaltem Wasser von aus- gezeichneter Beschaffenheit, begegneten den feisten, glänzenden Rinderherden der Schwarzen und waren bald mitten in den Bananenschamben der Wadschagga (Taf. 2: 2). Felder von Bohnen, Mais, und Eleusine-Hirse (Taf. 5: 1) breiteten sich in der stattlichsten Wachskraft prunkend zwischen denselben aus, die Luft war kühl und frisch, und überall durch die ganze Kulturzone trat uns eine schwellende Vegetation entgegen (Taf. 12: 1). Die Landschaft ist kupiert, mit hier und da sich erhebenden grösseren Hügeln, auch diese oft bis zur Spitze mit einem ausserordentlich üpjngen Grün bekleidet. Das war eine Natur so reich, so grossartig und schön, wie ich sie wohl kaum vorher weder in West- noch in Ostafrika gesehen habe. Ist die Natur mit ihrem ausserdem guten Klima ein wirkliches kleines Paradies, so ist die Bevölkerung umso schlimmer; die Einwohner des Meru und Aruscha werden mit zu dem schlechtesten Gesindel in ganz Deutsch-Ostafrika gerechnet, was auch ein Blick ins Strafjournal auf der Militärslation bei Aruscha während eines späteren Besuchs auf dieser Station völlig zu bestätigen schien. Bald stiessen wir auf tiefe Erosionstäler mit klaren Bergströmen, eine prachtvolle Vegetation von Reben, Farnen, Bäumen und Büschen bekleidete die abschüssigen Seiten, ein einziges, wellendes Blätterwerk bildend. Nach vier Stunden haben wir die obere Grenze der Kulturzone erreicht und treten unter den kühlenden Schutz des viel steileren Regenwalds. In langen Zotlein herabhängendes Moos bedeckt Stämme, Lianen und Zweige, getrocknete verfaulende Blätter sind über den Boden gestreut, Lianen laufen von Krone zu Krone, bald sich in langen Bogen senkend, bald senkrecht gegen den Boden herabhängend oder in ein unendliches Chaos zusammengedreht. Auf einen offenen Platz oberhalb eines Bergbachs bei ziemlich 3,000 m ü. d. M. schlugen wir am Nachmittag ein Lager auf, eine Höhe, die in Folge der scharfen Steigung des Berges zu dieser Zeit hätte erreicht werden können. Diese in zoologischer Hinsicht ganz jungfräulichen Gegenden wurden jeizt für einige Zeit das Ziel meines ganzen Interesses. Der Aufenlhalt in diesen hohen Regionen ist aber bisweilen nicht so angenehm, und schon am ersten Abend sollten wir diese Schwierigkeiten zu verspüren bekommen. Das Dunkel war soeben gefallen und die Nacht- affen fingen an zu schreien, den Gesang der Vögel ersetzend, als plötzlich ein furcht- barer Regen, wie solchen nur sequatoriale Gegenden aufzuweisen haben, ausbrach; brau- send stürzte der Regen durch die Luft, unerhörte Wassermassen herniedergiessend, gegen Blätter, Zweige und Stämme peitschend. Es braust und saust und wimmert im ganzen Wald, und das Zelt droht vom hervorziehenden Wind aus dem Boden gerissen zu wer- SJÖSTEÜT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 51 den. Zitternd in der kalten Luft suchen die Schwarzen unter dem äusseren Zeltdach Schutz, Feuer und Lampen erlöschen und alles wird in ein undurchdringliches Dunkel eingehüllt. hl erster Linie zieht die Vogelwelt in diesen Regenwäldern die Aufmerksamkeit auf sich und bildet die belebendsten Elemente derselben. Dann und wann tönt der charak- teristishe Ruf des Helmvogels {Turacus Hartlaubi) durch den Wald. Es ist ein strahlend schönes Geschöpf und ein wahrer Edelstein zur Verschönerung des Rildes, wenn er mit ele- gantem pfeilschnellem Flug von den oberen Teilen der Bäume gegen unterhalb befind- liche Kronen herabschiesst. Wie glühender Purpur erstrahlt für einige Augenblicke die grelle Farbe der Flügel in dem reflektierenden Licht, es ist als schiesse eine Feuerkugel durch die Luft. Kaum hat er sich niedergelassen, da ertönt sein wohll^ekanntes korr, korr, korr, gedämpft aber doch laut, durch den Wald, geschmeidig und elegant hüpft er von Zweig zu Zweig, läuft mit einer bewunderungswerten Leichtigkeit längs der Zweige mit emporgehobener helmartiger Haube, guckt sich umher, um vielleicht bald wieder zu ver- schwinden. Plötzlich hat etwas seine Aufmerksamkeit erregt, von allen Seiten — man weiss nicht von wo auf einmal alle Vögel kommen — lauten ihre Stimmen, um ebenso schnell wieder zu verstummen. Am Boden unter vermoderten Blättern im dichten Unter- holz bewegen sich kleine braune Tauben [Aplopelia larvata), ein Seitenstück zu der in derselben Weise in den dichten Regenwäldern Kameruns lebenden Perisfera puella, von den Baum- kronen liess sich das zitternde, wehmütige Girren der Colmnba arqiiafrix arquatricula hören, im Blätterwerk leuchtete bisweilen der gelbe Schnabel des Turdus Dechcni oder des Linurgus kilimensis, am Boden zwischen dem dichten Unterholz hüpfte Geocichla Gi(r)/c//i kilimensis wie ein Amsel sowie auch Cossypha caffra iolmma umher, unter den Kronen der Bäume oder des Unterholzes bewegten sich Zosterops eurycricota, Phi/Uastre- phus nicjriceps und placidus, Apalis griseiceps, Crifptolop)lia nmbrovircns dorcadichroa, Bra- dypterus Marice, Tarsiger gidtifer und orientalis, Hctcrotrogon vittatum u. a., unter lautem Geschrei erhoben sich bisweilen Schwärme von FrancoUnus Schütü unter den Gebüschen, unter klangvollen Rufen zog ein Geierrabe {Corvultur albicoUis) über den Wald oder kreiste ein Bussard [Buteo desertorum) unter feinem Schrei hoch über den Kronen. Höher hinauf, an offneren Plätzen, wo der Regenwald sich lichtete oder aufhörte, bei etwa 3,500 m und darüber, flogen schwarze Schwalben [Psalidoprocne liolomelana massaica) umher, unter blühenden Bäumen hielten sich mehrere Arten von Nectariniden [Nectarinia kilimensis und tncazze, Brepanorhgnclius Beiehenoivi, Cinngris mediocris), auf, unter der niedrigen Vegetation zeigten sich Bradgpterus cinnamomeus und Chloropeta natalensis similis, der letztere mit einigen ungewöhnlich klangvollen Tönen schnell unter der dichten Vegetation des Bodens verschwindend. In den Gebüschen hielten sich Schwärme von Oryptospiza Salvadori auf, und auch Polyospiza striolata, Bioptrornis Fisclieri, Alseouax murinus, Li- nurgus kilimensis, Turdus Deckeni, Cisticola prinioides bildeten hier die recht abwechselnde Vogelwelt. Die Säugetiere hielten sich, wie gewöhnUch, mehr versteckt und zeigten sich nicht viel. Bisweilen Hessen Scharen von Colobus-Affen von den Kronen ihr eigentüm- 52 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 1. liches im Chorus ertönendes, dumpf klapperndes und schwirrendes, fast wie ein Spinn- rocken oder wie das Klappern eines Storchs lautendes Geschrei hören. Beim Einbruch des Dunkels lauteten von den Baumkronen die Schreie der Nachtaffen {Galm/o paiif/ani- ensis, und, nach dem eigentümlichen Laut zu urteilen, möglicher\veise noch einer solchen Art), wo auch Bendrohyrax valtdus gemein war; in der Luft flogen kleine Fledermäuse (Vespertüio namis) unter schwindelndem Zickzackflug umher, in der Erde lebte Tach/j- oryctes splendens ibeanus, während Losung von Buschschweinen, Spuren von Elefanten und abgefallene Stacheln von Stachelschweinen die Anwesenheit dieser Säugetiere im Re- genwald des Meru zeigten. Auch Reptilien [Clmmceleon graciUs) kamen, wie Cli. hitaniatus am Kilimandjaro, auf dieser Höhe hier vor. Am häufigsten unter den niederen Tieren in diesen Regenwäldern waren Land- schnecken, Spinnen, Schlundwespen, Blattodeen, Schmetterlinge, Collembolen, Chrysomeli- den und einige andere Insektengruppen, ferner Myriopoden Onisciden und 01igochcT?ten. In den kalten Wasserbassins der gewaltigen Erosionstäler lebten Dytisciden {Agabus Sjöstedti, Hgdroporus ahgssinkus afratus), Frösche [Bana menimcmtana, fuscignla und ango- lensis), Phryganeidenlarven {Crimoeciella Sjöstedti), Gordiiden {ParacJiordodes Sjöstedti und Gordius meruanus) und zahlreiche Älückenlarven. Die Coleopteren waren bei 3' — 3,500 m und höher besonders durch Chrysomeli- den vertreten, von denen eine erstaunlich grosse Anzahl hier konstatiert werden konnte {Lema ch(dcoptera, suahelorum, acutmigida und pubifroiis, Chrgsomela Clarhi und s)ipcrba (sehr häufig), Phcedonia impolita, Idacantha excavata, Erythrohapta variicornis, Exosoma monticola (sehr häufig), Asbecesta breviuscula, Stenellina meruensis (sehr häufig), Monolcpta Jmmatura, Jcwaiensis, leuce, Sjöstedti und miltinoptera, Beiratia pusilla, Ampliimela tarsata, ürepidodera montivaga, Psglliodes montana, Haltica puritosa, Lypnea costata, Jamesonia meruensis und piciventris, Aphtlwna vulgaris, Sebaethe meruensis, Bibolia breviuscula, Spluc- roderma femoratum, macrostoma und diluticoUe, stachelige Hispiden, Ilacfylispa miseUa und contrihnUs). Auch die Coccinelliden waren hier durch eine grosse Anzahl Arten vertreten {Solanophila Sahlbergi, Zetterstedti und soluta elementaria, Epilachna tetracycla, bisseptem- notata, Hauseri, hirta und similis, TJiea blanda, Cydonia aurora, Exocliomus flai^pes und Broschalis marginalis nigripes). Ebenso waren die Malachodermen hier zahlreich und charakteristich für diese Natur. Solche Arten sind die Lycinen Xglobanus semißabeUatus nigripes, nigricollis und ria)ieteros nigricauda, die Lampyrinen Diaphanes Volkensi und meruanus, die Cantharidinen Silidius meruanus, ptorrectus und pygidialis, die Malachiinen Hapaloclirus Sjöstedti, arnjiUpennis, mo- destus und JanfJiinus. Die Cerambyciden waren nicht häufig und wurden durch solche Arten wie Bictyloderus baltcatus, Niplioparmena meruana, Phryneta spinar und Synnupserlia apicata vertreten. Von Staphyliniden zeigten sich Omalium algidnm, Paderus aJticoJa und maceUus, PhHonthus ubyssinus, altivagans, varians, longicoruis, rudijmmis erytliropterus und Atheta micrommata. Mehr vereinzelt traten Coprophagen, [Oiithophagus vincfus), Cleriden [Caridopus affinis), Lagriiden {Lagria hirsuta) und Meloiden {Meloe monticola) auf. SJüSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 53 Eine besondere Fauna lebt immer in solchen Wäldern am Roden unter abgefallenen vermoderten Blattern. Hierhin gehören am Meru mehrere Myriopoden, sowohl Litho- hiideii {Lamijdcs fulvkornis), Scolopendriden [Cri/ptops numidicus tropicus), Geophiliden [Lamnonyx pundifrons und Sclnsotmiia pluvia) als Polydesmiden und andere Diplopoden {Spluvroparia minuta, Diopsiiihis Sjöstedti) und wohl auch, wie am Kilimandjaro, Jaliden. Auch ein Vertreter der sonst so sonnenliebenden Scorpione {üroplectes inter- -medüis) und der Pseudoscorpione {Chelifer Pcdniquisti) bewohnte diese Regenwälder. Unter herabgefallenen, am Boden liegenden, verfaulten Blättern lebten Thysanuren {Macldloidis nudagassHs), zahlreiche Onisciden {Benechiniis armatus, Sjjnarmaäülo mar- momtus, Setapliora Suarezi), Collembolen {Dicranocentrus meruensis, Lejndocyr- tiis extensus, Mesira armülata, Paronella nigromaculata) und mehrere Mollusken [Limi- colaria Sjöstedti, Tricliodina, Vitrina u.a.), Blattodeen {Mcdlotohlatta Kraussi, Phyllodromia germanica, Temnopteryx affinis, Apterolilatta perplexa, Deropeltis melanopliila, Gymno- pcltis cryptospila), Forficuliden [Forfieula Sjöstedti) und mehrere Arten Spinnen. Auf blühenden Pflanzen leisten oft Physapoden {PJiysopus meruensis und fumosa) und auch Psosiden (Ceecilins hasidentatus) zeigten sich hier. Planipennien, sowohl hell- flügelige Chrysopiden {Ckrysopa Sjöstedti) als der Tipuliden-ähnliche Bittacus Sjö- stedti lebten unter dem Blattwerk und kamen abends von dem Licht gelockt in das Zelt hinein. Wie im Regenwald des Kilimandjaro, wurden auch in dem des Meru Ixodiden, wenn auch von anderen Arten [Ixodes rarus und Ixodes ugandanns djaronensis) gefunden. An Lichtungen im oberen Teil des Regenwalds flog die grosse, schöne Aesclma meru- ensis, die einzige Libelle, die ich hier oben sah. Mehrere Acariden gehören auch der Fauna dieser Regenwälder an, wie Rhynclwloplius meruensis, Erythraens Dugesi, Tromhidium hipectinatum, simile und mernense. Die in der Kultarzone oft so beschwerlichen Wan- derameisen [Dorylus nigricans Burmeisteri v. molestus) streiften auch in dieser Wäldern umher. Besonders zahlreich waren die Ichneumoniden und wurden hier in eine ganzen Reihe Arten wie Charops ater, Henicospiliis grandis und angustatiis, Campoplex mirandus, Hoplismemis seminiger und rufiventris, AnMyteles niger und annulicornis, Hemiteles testaceus, Pimpla spectahiUs, hyedinipennis und cyanea angetroffen. Von Braconiden wurde nur Iphiaidax coccineus hier beobachtet, von den Bienen fallen zuerst die Honig- bienen ins Auge, die wohl bis an die Spitze des Berges vorkommen und bei etwa 4,000 m beobachtet wurden, wo ein erfrorenes, infolge der niedrigen Temperatur träges Exemplar auf einer von Regen triefenden Blume sass; auch ein paar Salictus-Avlen (meruensis und lazureus) leben in den oberen Teilen dieser Regenwälder. Die Wespen waren durch Ancistrocerus UneaticoUis, die Tiphiiden durch Tipliia massaica und meruensis, die Pompiliden durch Salius mclanoceras und iterahilis, Pompilus Yngvei und trigonophat- nus, die Sphegiden durch Cercen's erythroura u. a. vertreten. Unten den Lepidopteren wurde die Aufmerksamkeit besonders auf den vorher un- bekannten und bisher nur von diesem Lokal bekannten grossen Peqnlio Sjöstedti gelenkt, der an offenen Plätzen recht häufig war, wo er zwischen den Bäumen hin und her flog. --'^i 54 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXrEDITlON. 1. Ferner zeigten sich hier Acraea insi'gm's v. stginna und Baxteri, Antanartiu hippomenc und schoeneUt, Neptis incongrua und Charaxcs fidvesceus v. acuminatus. Die kleinen Lyceeniden waren nicht selten, wie Jolaus diametra, Ciqndo lingeus v. ciliaris, telicamis V. plinius, jiino, der hier den an den höchsten Teilen des Kilimandjare vorkommenden sehr nahestehenden aequatorialis vertritt, trocMlns und gaika; von Pieriden flogen in diesen Wäldern Pieris zochalia und auch die andere der am Kilimandjaro beobachteten Ar- ten. Ausser der oben erwähnten Papüio-\xi gehörte auch P. Hornimani diesen Gegen- den an, wo er mit schnellem Flug zwischen den Bäumen hervorflalterte. Hesperiden {Cydaoepides quadrisigmdHs), Notodontiden {Antlieua cinerea), Noctuiden {Lgeopliotia atri- sparsa, Plusia sestertia), eine Menge Geometriden [Semiothisa biUaria, Teplvrina obser- rata, Deramhüa Sjöstedti, Hydrelia meruana, Larentia meruana und simüata, Cidaria unduligera, Alucitiden und Pyraliden zeigten sich auch bei dieser oder grösserer Höhe. Wie am Kilimandjaro die 01igochf«ten sich bis zu den höchsten mit Vegetation ver- sehenen Partien verbreiten, beherbergt auch der Regenwald des Meru weit gegen seine obersten Teile unter feuchtem Moos, unter herabgefallenen Blättern, in der Erde u. s. w. diese Würmer, wie Dicogaster gracilis, Pijgmaeodrüus montanus und Polytoreutus meriianus. Hemipteren wie Capsiden {Callaria ohsciiricornis, Lggus meruensis, incertus, Sjöstedti, sidurellus, (dpicola, Proboscidocoris fidiginosus, punctcdicolUs, Camptobrochis osteiitans), Pentatomiden {ErocJdens veidndis, Agonoscelis veiiosa und versicolor, Carbula carbida, Nezara uaspirus, p(dlidoconspersa, Eunjaspis Signoreti u. a.), Homopteren, Corei- den und Pyrrhocoriden kamen und zwar oft recht häufig noch in dieser Höhe vor. Wie am Kili- mandjaro, sind auch diese höheren Regionen an Nematoceren reich, und zwar sowohl an Tipuliden {Pachjrlnna quincunx, bistripunctata und wohl andere) wie an Culiciden [Ctdex leucartltrius u. a.), deren Larven oft in unendlichen Mengen die Wasserbassins am Boden der Erosionstäler bevölkerten. Sehr charakteristisch für die Regenwälder sind grosse rote, stachelige Raubfliegen {Dvjeania), gelb und schwarz gebänderte Syrphiden [Asarcina) und verschiedene, oft mit dunkel geflekten Flügeln versehene Fleischfliegen {Sarcopliagd), welche hier und da an den Blättern sitzen, sowie auch Asiliden [Leptogaster nenemusha). Dass die wärmeliebenden Orthopteren in diesen feuchten, oft kalten Wäldern spar- sam sein würden, war vorauszusehen; jedoch waren sie durch nicht so wenige Arten vertreten, von denen gewisse sogar recht häufig waren. Auf dem Blätterwerk der Bäume wurde bisweilen eine Polijspüota variegata beobachtet, der höchste Punkt, an dem Man- todeen auf den Bergen überhaupt angetroffen wurden. Von Locustodeen lebten hier Mon- ticolaria meruensis, Peroneiira montivaga, Anthracites montium und Xipliidion meru- montanum, alle bisher unbekannt, von Acridiodeen Paraspliena meruensis, Pandettix scaber, Thericles tvigga, Catanfops deeondus, Ixcdidinm haematoscelis und von Gryllodeen Monti- gryllus silvacj^lurialis. Allein nicht nur der Regenwald und die am nächsten oberhalb desselben gelegenen Teile des Meru waren der Gegenstand meiner Untersuchungen ; die noch höher gelegenen Gegenden nach der Spitze des Berges wurden ebenfalls bestiegen, Untersuchungen, die jedoch mit grossen Schwierigkeiten verbunden waren. Die erste dieser Fahrten, die ich um SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND DERGE. 55 eine gewisse Vorstellung von dem Terrain und der Vegetation an diesen Höhen des Meru hier im Zusammenhang mit unter derselben beol^achleten Tierformen, zu geben, kurz schil- dern will, war nahe daran, uns allen das Leben zu kosten — sie verursachte jedenfalls leider den Tod eines der Schwarzen! Eines Älorgens früh brach ich, von einigen Schwarzen begleitet, vom Lager auf, um die höchsten Teile des Berges zu erreichen. Längs des schmalen, gewundenen Pfads, -der besonders zum Aufhängen der Bienenstöcke in den Kronen der Bäume von den Eingebornen gebahnt worden war, ging der Weg nach oben. Überall trieft der Wald vom Regen der Nacht, ülierhängende Zweige schlugen uns, wo wir hervorzogen, ins Ge- sicht, der Pfad war hart und schlüpfrig mit freigelegten Wurzeln, Gruben mit Wasser und verfaulte Blätter bedeckten den Boden, der nach oben immer steiler erschien. Endlich bricht die Sonne durch die zusammengeballten Wolken und breitet ihr erfrischendes und ersehntes Licht über den Wald, der krähenähnliche Ruf des Helmvogels lautet ringsum und auch andere Vögel stimmen hier und da ihre frischen Töne an. Allmählich fing das Terrain an freier zu werden, die Abstände zwischen den Bäu- men wurden grösser, eine reiche Vegetation von halb manneshohen Kräutern und Gras zeigte sich, blau, gelbe und andere Blumen boten sich überall, wohin man sah, den Blicken dar. Die hohen, zerstreuten Bäume waren an Zweigen und Stämmen von grossen Klumpen und Zotteln von Moos umhüllt (Taf. 12; 2), und die zwischen denselben laufenden Brücken von Lianen standen oft in demselben Gewände, zierlichen, grüngekleideten Gir- landen ähnelnd. Höher hinauf begannen die Bäume ziemlich schnell sparsamer zu wer- den. Der Weg ging jetzt in schmalen Bergspalten nach unten, gerade l^reit genug einen Menschen durchzulassen, und am Boden mit verräterischen, tiefen, oft wassergefülllen, auf der Oberfläche mit dicken Schichten von Blättern bedeckten Höhlen. Plötzlich ist der Weg zu Ende, in einer gegen den Gipfel des Berges laufenden Ravine endend, über dessen Boden vom Urberg eine klare kalte W^assermasse hervoreilte, bald kleine reissende Ströme nach einer der Seiten vorschiessend, bald sich mehr gleichförmig über die oft moosbekleideten Steinplatten ausbreitend. Höhlen mit tausenden von Mückenlarven zeigten sich hier dem Blick, Froschlarven bewegten sich in denselben, wie auch Gordiiden, hochinteressante Tierformen von diesen Höhen eines ostafrikanischen Bergs. Wir waren in die breite, eigentümhche Bambuzone gekommen, zu der der Kili- mandjaro kein Seitenstück hat, wenn auch dort an einzelnen Plätzen Bambubestände vor- kommen, die dagegen auch vom Ruwensori und Kenia bekannt ist. Von beiden Seiten der Ravine, die wir nun hinaufzuklimmern versuchen mussten, streckten sich diese Bambuwälder, dicht und schwerdurchdringlich. Die Stämme, nach unten fast armdick, schössen kreuz und quer über die Schlucht hinüber, berührten sich bisweilen von der entgegengezetzten Seite und bildeten ein einziges Lattendach, über welches einzelne hohe, moosbehangene Bäume ihre Kronen erhoben. Wir folgten dem Boden der oft steilen Ravine, bald auf den unebenen, teilweise von jMoos bewachsenen Steinplatten, über welche das Was.ser leise spülte, bald auf den 56 SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXrEDITlON. 1. von Glacieren glaUgeschliffenen und deutlich gereifelten Bergoberflächen, sprangen wackelnd von einen Block zum anderen, oft uns an die Hände fassend, um dem weniger gelenkigen nach dem Platz, den man glücklich erreicht hatte, hin zu helfen. Bald fangen unter der fremden Vegetation nordische Pfanzentypen aufzutreten an, wie es auch auf den Höhen des Kilimandjaro und des Kamerunbergs, welcher letztere eine nicht geringe Anzahl von unseren gewöhnlichen schwedischen Arten besitzt, der Fall ist. Bald begegnet den Blicken ein rotblütiges Trifolium, bald leuchtet ein Stein gelb von dickblättrigem Sedum, unter dem nassen Gras schiesst eine weissblühende Carda- mine auf, Pieben von Viola schlängeln sich längs des Bodens, ein verstrickendes Galium hat sich in Gras und Kräutern verwickelt, wo auch violette Geranien hervorleuchten, grossblättrige Rumex, grosse Plantago, Lycopodien, gelbblülige hohe Compositen, Halb- gräser u. s. w. — alles wohlbekannte Bilder von unserer nordischen Flora. Von allen Seiten von einer tropischen Natur umgeben, durch Meere, heisse Wüsten und weite Urwälder von ihren Gattungsgenossen im Norden getrennt, haben sie sich auf diesen, wie auch auf anderen weit verschiedenen Berggipfeln in Afrika in dieser höheren, kühle- ren Region oft unverändert erhalten. Andere von ihnen haben sich den verschiedenen Verhältnissen angepasst, haben sich mehr oder weniger verändert und haben neue "Arten" gebildet, die jedoch nicht stärker abweichen, als dass sie das typische Aussehen der resp. nordischen Arten bewahrt haben. Wie soll man diese ausserordentlich interessante Tatsache, dass man auf einem isolierten Berggipfel nahe dem Äquator eine mit der nordischen typisch über- einstimmende Flora findet, während diese Pflanzen auf der ganzen ungeheuren Strecke durch den Kontinent bis zum Norden hinauf fehlen, erklären? Schon im Jahre 1904' habe ich bei der Behandlung desselben eigentümlichen, auf den höheren Teilen des Kamerunberges vorkommenden Verhältnisses eine Erklärung hierfür zu geben versucht, die ich auch jetzt noch für höchst annehmbar halte. Jetzt von ihren nordischen Verwandten isoliert, dürften diese Pflanzen einmal, in einer kälteren Periode, in diesen jetzt tropischen Gegenden ihre allgemeine Verbreitung gehabt haben. In dem Masse, wie das Klima wärmer geworden ist, sind sie den Berg mit dessen kühleren Luftschichten hinauf gestiegen, wie sie sich andererseits mehr nach Norden verbreitet haben, während bei der successiven Steigerung der Hitze auf den da- zwischenliegenden ungeheuren Strecken bis zu tropischem Klima die Individuen derselben Art ausgestorben sind. Dass späterhin keine direkte Ortsveränderung der Pflanzen von Norden nach Süden stattgefunden hat, ist augenscheinlich, da die ganze Flora eine solche Übereinstimmung darbietet. Ganz anders verhielte es sich, wenn eine vereinzelte nordische Pflanze unter der im übri- gen fremden Flora angetroffen wäre, denn dann hätten sie, besonders durch Vögel von weitent- fernten Gegenden verpflanzt werden können. Die Samen der Pflanzen haften nämlich oft an der ' YnGVE SjÖstedt, I Västafrikas Urskogar (In den Urwäldern West-Afrikas) pag. 225 (Reisesehilde- rung; mit zahlreiclien Illustrationen nach Photographien, Lavierungen und Aquarellen, nebst 1 Karle. 564 S.). SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DEE STEPPEN UND BERGE. 57 Federn der Vögel fest. Wenn die Vögel sich nun auf ihren Wanderzügen weit von der Stelle, von wo sie die Samen mitgebracht haben, niederlassen, können Federn, auf denen sie festsitzen, abfallen, auf den Boden kommen und die Samen können keimen. Zuweilen sitzen die Samen mit Erde oder dergleichen am Federkleide fest, können, wenn es regnet, abfallen und auf die Erde kommen. Wenn nun eine solche Deutung auch für einzelne Funde berechtigt ist, so lässt sie sich doch nicht für solche Fälle an- ~Avenden, wo eine ganze typische zusammengehörende Flora zusammen angetroffen ist. Aber auch die Tierwelt, besonders die Schmetterlingfauna, hatte hier oft ein palge- arktisches Gepräge. Immer steiler wird der Weg. Das gebirgige Erosionstal ist verschwunden, kein Bambuwald ist mehr sichtbar und eine ganz fremde Vegetation breitet sich vor meinen bewundernden Blicken aus, mein ganzes Interesse fesselnd. Kurze Hügelzüge mit zwischen- liegenden, oft ziemlich breiten und flachen Tälern erstrecken sich die oberen Teile des Berges hinauf von einem niedrigen, lichten Wald von baumartigen, feinblättrigen kleinen Bäumen oder Gebüschen bedeckt, wohl derselben Art, die auf den Bergwiesen des Kilima- ndjaro die charakteristische Ericinellaregion bildet; in Tälern und auf Höhen, überall schies- sen diese Ericinellen empor, oft dichte Gebüsche bis gegen die höchsten Teile des Berges bildend. Ihre infolge der Kälte und der vorüberziehenden kalten Winde oft toten Zweige und Stämme waren überaU mit weissgrauen Bartflechten behängt, der Boden war von der reichsten Krautvegetation bedeckt, über welche wir während der immer steileren und schwie- rigeren Fahrt ohne den unten befindlichen Boden zu erreichen, oft wie hinüberkrochen. Baumähnliche Riesenkräuter von demselben, oder jedenfalls sehr ähnlichen Aussehen wie Senecio Johnstoni standen vereinzelt oder ein paar zusammen an den Abhängen zerstreut. Es war ein Bild von seltsamer Wirkung, bezaubernd auch durch das fremde Gepräge, und so verschieden von allem, was ich in der Natur vorher gesehen hatte (vergl. Taf. 12: 3 u. 4). Ab und zu bleiben wir stehen, um die Fauna näher zu untersuchen. Die Insektenwelt war bei 3,500 m und höher ziemlich arm. Einige Lycaeniden [Cupido juno) zeigten sich dann und wann, kleinere Käfer {Cryptarcha Sjöstedti) und zahlreiche Physa- poden [Physopus meruensis und fumosa) sassen in grossen, weissen, am Boden rosa- farbigen Ipoma?en; überall im Regenwald häufige Cantharidinen {Süidius meruanus) und Lycinen (Xylohanus nigricoUis) sassen auf den Blättern, sowie auch die blaue Mala- chiine HapalocJirns amplipennis und die bis von der Steppe her allgemein vorkommende, oft massenhaft auftretende Epilaclina simüis. Honigbienen zeigten sich hin und wieder, wie auch zahlreiche Tineiden. Offene Plätze waren oft von einer äusserst dichten Masse Stiele eines rotblütigen, ellenhohen Krauts überwachsen, in welchem man nur mit Mühe hervordringen konnte, während andere Pflanzen die Hände, welche auch von den stechen- den Stacheln Rubus-ähnlicher Reben (vielleicht Eubus Volkensri) zerfleicht wurden, wie Nesseln brannten. Rotgelbe, recht grosse Ophioniden {Henicospihis grandis) fuhren einzeln zwischen dem Blälterwerk des Bodens, auf welchem einige Chrysomeliden, der ganz bräunhch gelbe, unten schwarze Monolepta hamatum, die gelbrote, metallsehimmernde Chrijsomela Sjöstedts Eilimandjaro-Meru Expeditio7i. 1. 8 58 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 1. superha, die blassgelbe Exosoma monticola, die grüne, weiche Stenellina meruensis, die metallblaue Lema clialco})tera Gcerstecheri, die stachelige Dadylispa conirihdis u. a. häutig vorkamen. Auf den Gebüschen sassen blaue Halticiden {Haltica jvjHtosa), welche beunruhigt mit einem Sprung von den Blättern verschwanden. An etwas dunkleren Plätzen flogen weisse, schwarzgebänderte Geometriden [Deramhila Sjöstedti) auf, um sich dann auf der Unterseite der Blätter niederzulassen, unter verfaulenden Blättern lebten Collembolen, Spinnen, Staphyhniden, einzelne Longicornen, ChrysomeUden, Myriopoden, mehrere Schnecken u. s. w. Besonders fesselten auf den Blättern eines etwa doppelt manneshohen Baums mit schmalen Blättern und grossen, eigentümlich geformten, hellgelben Blumen häufig, und zwar fast immer in copula, sitzende grosse Curculioniden (Enfi/potrachelus Meijeri). Kaum hatte man den Zweig, wo sie sassen, berührt, da Hessen sie sich schon mit eingezogenen Beinen auf den Boden herunterfallen. Auch andere, verwandte Curculioniden, wie Leptos- pijris montana, Peritmetus Sjöstedti, Parasysiates alboriftotus und subconvexus zeigten sich hier oder in der Umgebung. Wie häufig im Regenwald, kamen auch hier Buckelzirpen vor, und zwar besonders eine Art mit haarfeinem, oft weit über den Hinterleib sich erstrecken- dem Pronotumfortsatz und hyalinen, gelbbraun schattierten Flügeln [Bocchar montanus); mit nach oben gerichtetem Kopf sassen sie unbeweglich an Stielen und Halmen. Zahlreiche schmale kleine Lycinen mit schwarzen Flügelspitzen {Planeteros nigricauda) sassen auch unbeweglich an den Pflanzen, schwarze, blauschillernde, übelriechende Ichneumoniden mit schwarzen {Pimj)la ctjunea) oder gelben (Pimpla specfabilis] Beinen und rauchgelben Flügeln flogen über die Kräuter des Bodens oder Hessen sich auf den Blättern nieder, schwarze Vespiden mit rotgelben Beinen und weissen, feinen Rändern des Abdomens besuchten die Blumen, Fliegen mit schwarzgeprickten Flügeln von mehreren Arten {Sarcopliaga), wie blauschwarze, glänzende mit braunen Augen und hellem Bauch waren auch oft häufig. Die Heuschrecken waren hier spärlich, und nur einige Locustodeen [Pcroneura montivaga, Monticolaria meruensis und Xiph'd/on merumoniannm) und flügellose Acridiodeen {Parasphena meruensis) zeigten sich noch auf diesen Höhen, wo ferner dunkle, schmale Cantharidinen [Cluintaris puherula), einige Coreiden, äusserst häufig in der Kulturzone des Kilimandjaro, ferner Pentatomiden, besonders die überall so zahlreiche Ccirbula cetrhula, der ebenfalls häufige Agonoseelis versicolor und Miriden [Lggus incer- tus, suturellus und alpicola, Prohoscidocoris fidiginosiis, Caniptohrochis ostentans) sich auch oft zeigten. Weisse Wolken und Nebel ziehen hier, von dem von der Steppe kommenden Wind gejagt, oft zwischen den Gebüschen vor und eilen über das offene Terrain her. Das Bild, eine Weile sonnenbeleuchtet, konnte hierdurch auf einmal düster und Icalt werden und die Bartflechten wehten leise von den Zweigen der alten, ofl abgestorbenen Bäumchen und Gebiische. Wie Rauch bei einer gewaltigen Feuerbrunst, zogen die Wolken bei anderen Ge- legenheiten mit Schnelligkeit vorbei nach der Steppe herunter, teilten sich und zogen sich wieder zusammen, öffneten sich, um einen, wenn auch undeutHchen Bild auf die SJÖSTEDT, DIE TIEEWELT DER STEPPEN UND BEEGE. 59 tief unten sich ausbreitende I.andschaft zu gestatten und sclimolzen bald wieder zu einem festen Vorhang zusammen. Wenn die Sonne durchbrach, tummelten hier Bläulinge [Cupido jioio) über Kräuter und Graser miteinander in munterem Tanz umher, senkten sich auf die Blüten nieder und belebten durch ihre Lebhaftigkeit das ganze Bild, welches in seiner fast tropischen Üppigkeit, mit recht reichen und schönen Blumen zwischen der den Boden bedeckenden dichten und hohen Krautvegetation, gleichwohl ein kaltes Gepräge "trug und nur dann und wann durch den Gesang und die Töne der im ganzen recht spar- samen Vogelwelt belebt wurde. Bei noch grösseren Höhe, etwa -i,000 m und höher gegen den Gipfel, schien das Tierleben noch ärmer zu sein. Eine kleine dünnschalige Schnecke (Vitrina nigrocineta) sass hier und da auf den Blättern, in dem blutenden Wipfel einer hohen Distel (vielleicht Carduus leptacanthus) hatte ein von der Kälte erstarrter Bläuling Platz genommen, in den gelben Eternellen sassen kleine, blaue Älalachiinen (Hapaloclirus amplipennis), wie Hapcdoclirus Kolhei auf den höchsten Teilen des Kilimandjaro angetroffen wurde; auch einige unter der Rinde sitzende Forficuliden {Forßcida Sjösfedfi), eine in den Blumen sitzende Syr- phide {Asarcina), die grosse Curculionide Entypotraelielus Meyeri, eine Acridiodeenlarve, wie es scheint einer Parasphena , und die schöne goldgrüne, schw^arz, rot und gelbe Scutellerine Callidea Bohemani zeigten sich auch in diesen hohen Regionen und wurden während des mühsamen Aufkletterns meine Beute. Über Firsten in Täler herunter und wieder auf höhere Firsten hinauf ging die Fahrt, die Lungen arbeiten gewaltsam und zwingen uns dann und wann stehen zu bleiben, der Weg wurde steiler, wir greifen in Zweige, Rasenhügel und was zur Hand war, ja in den Boden selbst, um weiter zu kommen. Steile Wände treten entgegen, die zu passie- ren unmöglich erscheinen, und bald haben wir grosse Tiefen vor unseren Füssen. Die Kälte nimmt zu, kalte Nebel ziehen hervor, die Täler ringsum erfüllend, ein feiner, kalter Regen fängt an zu fallen und die Schwarzen zittern vor Kälte. Plötzlich weigern sie sich weiter zu gehen, halten im Schutze von Felsen an und erklären, der Weg sei zu Ende und ein weiteres Vordringen unmöglich. Die höchsten Teile müssen aber bestiegen werden und nichts durfte dem im Wege stehen. Von First zu First geht es weiter in zunehmendem Regen und Wind, die eine Höhe mit folgender Senkung nach der anderen wird über- wunden, die Wolken häufen sich immer dichter als eiskalte Nebel und der Gesichtskreis wird kleiner. Endlich haben wir ein Plateau mit sparsamer Vegetation erreicht und scheinen am obersten Gipfel oder First zu stehen. Ich nähere mich dem steilen Ab- sturz, wo ein eben so wildes als eigentümliches Bild sich vor mir ausbreitet. In wir- belnden Kaskaden fegt der zum Sturm angewachsene Wind eisigen Regen durch die Luft, die Abstürze sind in w^eisse, mit Regen gemischte Nebel eingehüllt, von oben gesehen ein einziges blendendes Lichtmeer bildend, aus dem die abgestorbenen, mit flatternden langen Bartflechten behangenen Zweige der Ericinella längs der Seiten des jähen Abgrundes hier und da her vorschössen. Aber noch ist das Ziel nicht erreicht. Über dem tiefen Tal ragen durch Regen luid Nebel die schw^achen Konturen eines noch höheren Gipfels hervor, widerwillig setzen 60 SJÖSTEDTS ^IlilMANDJAROMERU EXPEDITION. 1. die Schwarzen den Weg in das Tal herunter und auf die neuen überall mit den graublauen Massen der Ericinella bewachsenen Höhen mit ihren oft toten, mit Flechten behangenen Zweigen und Stämmen hinauf fort. Der Regen und die Kälte nehmen zu, das Wasser fährt eisig durch die Luft, alles vom Kopf bis zu den Füssen ist durchtränkt, der Körper fängt an zu zittern und die Haut der Schwarzen hat einen aschgrauen Farben ton ange- nommen. Endlich ist, wie es wieder scheint, der Gipfel erreicht, allein durch Nebel und Regen schimmert ein noch höherer hervor. Im Sprungmarsch geht es weiter im klatschenden Regen über den zwischenliegenden flachen Talgrund, ein steinbesäetes, abfallendes Plateau ohne höhere Vegetation, nur mit niedrigen, zerstreuten, durch den fast nackten Boden ge- trennten Gebüschen. Einige zerstreute Blumen fesseln hier die Aufmerksamkeit, die eine, wenigstens flüchtig betrachtet, sehr an Trichera arvensis erinnernd, die andere eine weisse, im Boden rote, becherförmige Chrysanthemum-ähnliche Art. Die andere Seite des Plateaus ist erreicht, während wir von sprühendem, eiskaltem Sturzregen umgeben sind. Ich blickte mich umher, ohne etwas mehr als einen kaum höheren, gleich danebenstehenden zusammen mit demjenigen, wo wir standen, den obersten Kraterfirst des Meru bildenden Gipfel sehen zu können. Ich schwinge meine Mütze! Es war das erste Mal, dass ein Zoolog die obersten Teile dieses Berges bestiegen, das erste Mal, dass ein Schwede das Glück gehabt hat, diese fast in allem unerforschten hohen Gebirgsgegenden zu sehen. Dieses Mal aber nähere Untersuchungen anzustellen, war nicht möglich. Älit ge- steigerter Kraft zog der Wind hervor, kalte Regenmassen über uns peitschend, die Nebel häuften sich immer mehr, die Temperatur war wohl nicht weit vom Gefrierpunkt, weshalb wir den Abstieg von diesen, wenigstens momentan ungastfreundlichen Gegenden antreten mussten. Je länger herunter wir kamen, je ruhiger fiel der Regen, je weniger fühlbar wurde die Kälte, wenn auch die Temperatur noch kühl war. Bisher war alles gut gegangen, wenn auch mit den Schwierigkeiten, die immer mit der Besteigung grösserer Bergshöhen, in diesem Fall durch ungünstige klimatische Verhält- nisse und durch die oft in hohem Grade ermüdende, das Vordringen verhindernde schwer- durchdringliche Vegetation vermehrt, verbunden sind. Aber jetzt war das Glück vorbei und überall häuften sich Schwierigkeiten, die schliesslich nahe daran waren, uns alle ins Verderben zu bringen; sie kosteten jedenfalls leider ein Menschenleben. Die vom Meru-Dorf mitfolgenden Führer fingen an, immer eigentümlicher zu wer- den, gingen bald hin, bald her, bald vorwärts bald rückwärts, was immer mehr meine Auf- merksamkeit zu erwecken begann. Da sie aber am Berge geboren waren und darum denselben wohl kennen sollten, folgten wir nach, überzeugt, dass sie das Erosionstal, dem wir während des Aufsteigens gefolgt waren, bald wiederfinden würden. Oft brachen wir uns während längerer Strecken, nahe einander zu verlieren, durch die dichtesten Bambudickichte, bald durch zufällige Öffnungen kriechend, bald im Wege stehende- Hindernisse beseitigend, einen Pfad. Bisweilen sah es aus, als ob die falschen Meru- männer uns mit Absicht auf Abwege führten, keine Rufe wurden von ihnen beantwortet und mit grosser Schnelligkeit verschwanden sie bald hier bald dort in der dichten Wald- SJüSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 61 Vegetation, um nur mit grosser Schwierigkeit aufgespiirt werden zu können. Wenn sie von Anfang an solclie Pläne gehabt haben, wurden die Verhältnisse ihnen schliesslich übermächtig, so dass sie selbst nicht wusslen, wo sie waren. Immer mehr dunkelte es, nur noch eine halbe Stunde und der Berg würde in Finsternis eingehüllt werden. Plötz- lich fing der vor mir gehende Älerumann an wie betrunken zu gehen, tummelte hin und her, um im nächsten Augenblick zu Boden zu stürzen; seine Kräfte waren zu Ende und auch wir waren von den Strapazen des Tages sehr erschöpft. Die langen Irrmärsche durch den Regenwald, über steile Ravinen und schlüpfrige Bergplatten, der kalte Regen und das eisige Bergwasser, in welchem wir oft am Boden der Ravinen hindurchwateten, alles hatte sich vereinigt um die Kräfte bis aufs äusserste in Anspruch zu nehmen. Die Schwierigkeiten wurden nun noch dadurch vermehrt, dass der gestürzte Merumann jetzt im schwierigen Terrain getragen werden musste, da ich dem Rat der Schwarzen, ihn ganz einfach im Walde liegen zu lassen, nicht folgen wollte. Er war wie wahnsinnig geworden, die Augen starrten ausdruckslos, keine Fragen W'urden von ihm beantwortet, er war nicht länger bei klarem Bewusstsein. Die Dämmerung wurde immer tiefer, eisig zog der Regen durch den Wald, die Temperatur sank und alles Vordringen war nunmehr nutzlos. Die Schwarzen waren, in ihre nasse Schurze eingehüllt, in einen gewaltigen hohlen Baum hineingekrochen, wo sie wie Hunde zusammengekauert lagen; einige schliefen draussen im Regen. Durchnässt, wie aus dem Wasser gezogen, die immer kälteren Khakikleider wie am Körper fest geklebt, stellte ich mich unter einen dicken, herausschiessenden Zweig, um dort im zunehmenden Regen stehend die Nacht in dem immer kälteren Regenwald zuzubringen, da ich mich nicht auf den eiskalten, nassen Boden zu setzen wagte. Bald w^ar es tiefe Nacht, der Regen schmetterte in den Bäumen über meinem Kopf, Nachtaffen und Khppschliefer kreischen in den Bäumen, nasse Nebel senkten sich zwischen Kronen und Stämmen und die Beine fingen an vor Müdigkeit zu wackeln, der Hunger wurde immer fühlbarer. Kein Essen war vorhanden, da fiel mir ein am Morgen geschosse- ner Helmvogel ein, der in einem Schmelterlingnetz lag und den ich nach einigen Suchen im Finstern fand. Die Haut wurde abgerissen, die Brust mit den Fingern ausgebrochen und zugleich mit den Schenkeln verzehrt, was nicht so schlecht, als man denken könnte, schmeckte. Es war eine lange Nacht; aber auch sie hatte ihr Ende und die erste Lichtung des Morgens fing an sich über den Wald zu verbreiten. Der kranke Merumann war zu meinem Erstaunen wieder gesund, obgleich er die ganze Nacht so gut wie nackt im Regen gelegen hatte. Nur brachen wir auf, aber auch jetzt fand ich, dass die IMerumänner nicht, wussten, wohin sie gingen, und ich beschloss deshalb, selbst die Leitung zu übernehmen. Jetzt war das Glück wieder günstig, und nach einer Fahrt von fünf Stunden längs den gewaldigen Ravinen, oft mit quersteilen, tiefen Absätzen und wassergefüllten Riesentöpfen, welche grosse Bassins bildeten, wurden unsere Signale vom Lager beantwortet. Meine erste Frage, als wir dorthin gekommen waren, galt einem während des Abstiegs verschwundenen Boy; die zwei gleich nach ihm ausgesandten Massai traten vor und erklärten, dass sie trotz eifrigen Suchens ihn nicht gefunden hätten. fi2 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEXJ EXPEDITION. 1. Sofort wurde Sandberg, der sich schon nach uns auf die Suche gemacht hatte und bei unseren Schüssen nach dem Lager zurückgekehrt war, mit Leuten ausgesandt, um den ver- lorenen zu suchen; den ganzen Tag und auch den nächsten wurde die Gegend weit bis zum Gipfel hinauf, wo man ihn zum letzten jMal gesehen hatte, untersucht, Schüsse wurden abgefeuert, Jagdhornsignale lauteten durch die Erosionstäler, Feuer wurden angezündet — aber alles war umsonst. Auch am dritten Tag sollte das nunmehr fast nutzlose Suchen fortgesetzt werden, schon hatten die Träger den Befehl erhalten, sich in Ordnung zu machen, als der Aufwärter hereinkam und mitteilte, dass alle Träger ausgerissen seien; sie konnten die Kälte und den beständigen Regen nicht länger aushallen und weigerten sich wieder in die kalten höheren Gegenden hinaufzugehen. Nur durch das Versprechen unmittelbaren Abmarsches wurden sie durch einen nachgesandten Boten bewogen, die Lasten zu holen. So brachen wir für dieses Mal vom Regenwald des Meru auf; es war wie ein Trauerzug, als wir schweigsam den schlüpfrigen, steilen Weg herunterzogen. Nach den Regengüssen der Nacht triefte der ganze Wald von Wasser, die Blätter glänzten, die langen Mooszotteln der Zweige und Lianen hingen wie nasse Draperien, alles war lautlos und verstimmt und düstere Gedanken beherrschten den Sinn. Allmählich näherten wir uns der unteren Grenze des Regenwalds, die Temperatur stieg und mit ihr die erstarrten Lebenskräfte der Schwarzen, die Sonne leuchtete wieder hervor und die Träger fingen an lebhaft zu werden. Ich beschloss darum wieder ein Lager aufzuschlagen, um mit einigen ausgewählten Leuten nochmals die höheren Teile des Bergs zu besteigen, um den Boy zu suchen, ein jedenfalls fast nutzloses Unternehmen. Aber weder Drohungen noch Ver.sprechungen konnten die Schwarzen bewegen, mit mir zurückzukehren und, wenn einige mit Gewalt gezwungen worden wären mitzufolgen, wären die übrigen inzwischen durchgegangen, und ich hätte mich in einer unbehaglichen Lage unter diesem schlechten Bergvolk befunden, wo schon europäisches Blut geflossen ist. Bezeichnend nickte Akida, mein Wadschaggaführer, wenn wir von denselben sprachen, mit dem Kopfe, mit langer Betonung auf dem letzteren Wort sagend "baya sana!" (richtig schlecht!). Vor dem Zelt sammelte sich eine freche Schar von zudringlichen Meru- männern, und auch die Mädchen schienen von demselben Kaliber zu sein. Unver- schämt lachend, sammelten sich die Männer haufenweise ausserhalb des Zelts, drangen bis zu der Zelttür heran, Zahlung für den Platz, wo das Zelt stand, fordernd! Dies war am 24. Dezember; es war unser Weihnachten! Bald brach ein gewaltiges Gewitter aus, die Schleusen des Himmels öffneten sich, der Donner rollte gegen den Berg hinauf, zwischen Ravinen und Höhen widerhallend, es sauste wild in der Luft, es war, als trieben böse ÄLächte ihr Spiel in dieser schönen aber unsicheren Gegend. Den folgenden Morgen verliessen wir bei schönstem Wetter den Meru und setzten den Marsch ringsum den ganzen Berg herum zur Untersuchung des Tierlebens in den Steppen unterhalb der westlichen und nördlichen Teile des Berges fort. Das Tierleben SJüSTEDT, DIE TIERWELT DEK STEPPEN UND BEEGE. 63 war hier im ganzen recht einförmig und wenig reich, die Steppen waren an Antilopen sehr arm. Erst in den Gegenden im Nordost unterhalb des Berges trafen wir wieder auf ein reicheres Tierleben, um, wie vorher, am Flusse Ngare na nyuki ein wirkliches Eldorado zu finden. Die in den hoch gelegenen Gegenden des Äleru gewonnenen Ergebnisse waren in- dessen von ausserordentlichem Wert. Unter steigendem hiteresse halte ich den dichten Regenwald mit seinen moosbehangenen Bäumen, Büschen und Lianen durchwandern können, war bis zum Boden einer Ravine gedrungen und dieser folgend in die dichte Bambuzone des Berges hinaufgekommen, hatte die wechselnde Flora von oft nordischem Gepräge überblickt und hatte charakteristische Veränderungen in der Natur derselben gegen die höchsten Teile des Berges wahrgenommen. Was ich auf den höheren und höchsten Teilen des Meru gesehen, lockte bald zu weiteren und gründlicheren Untersuchungen, und binnen kurzem trat ich eine neue Fahrt zu denselben Gegenden mit ihrer von der des Kilimandjaro in vielen Hinsichten so ab- weichenden Tierwelt an. Für die Regeuwälder der Berge von mir nacligewieseue Tierformen. Mammalia. Primates: Golobus caudatus; Cerc-opilheeus albogularis ki))onolensis; Galago panganiensi.s. Chiroptera: Vespertilio (Glischropus) nanus. Bodentia: Heliosciurus undulatus; Tachyoryctes spendens ibeanus; Hy.?trix (galeafa). Hyracoidea: Dendrohyi'ax validus. Proboscidia: Elcphas. Artiodadyla: Polamochoerus chceropotamus dfemonis ; Nesotragus moschatus. Aves. Coliimbidce: Columba arquatrix arquatricula; Turtiir seniitoiiiuatus intermedius; Turtiiroona Delegorguei Harterti; Aplopelia larvata; Tympanistria tympanistria. Phasianidce : Franeolinus Schütti. Falco- nidm: Buteo desertorum. Mtisophmjida : Turacus Hartlaubi. Indkatoridie : Indicator variegatus. CapitonidcB : Buecanodon kilinieiise. Trogonidce: Heterotrogon vittatum. Biiccroüdce: Bycanistes cristatus. Macropterygidce: Apus melba afrieanus. Hirundinidcp : Psalidoprociie holomeltena massaica. Muscicapida: : Dioptrornis Fischeri; Alseonax murinus; Cryptolopba umbrovirens dorcadichroa; Chloropeta natalensis similis; Balis niixta; Batis molitor montana. Campephagida : Coracina eaeeia pura; Campephaga flava. Laniidce: Chlorophoneus nigri- frons; Chlorophoneus Abbotti; Laniarius sethiopiciis ambiguus. Corvidce: Corvultur albieollis. SturnidcB: Amydrus Walleri. Ploceidce: Cryptospiza Salvadorii. Fringillidce: Poliospiza striolata; Linurgus kilimensis. Pgcnonotidce: Phyllastrephus strüfacies; Phyllastrephus nigrieeps; Phyllastrephus placidus. Zoster opidm: Zosterops eurycrieota. Xectariniidce : Cinnyris mediof-ris; Nectarinia kilimensis; Nectarinia tacazze; Drupano- rhynr-hus Reiehenowi. Sylviklce: Bradypterus cinnamonieus; Bradypterus Mariae; Apalis griseiceps; Geocichla Gurneyi kilimensis; Turdus Deckeni; Alcippe abyssinica; Cossypha caffra iolffima; Cossypha siibrufescens; Tarsiger guttifer; Tarsiger orientalis. Keptilia: Chamseleon gracilis; Chamaeleon biUenialus. Batracliia: Rana merumontana; Rana fuscigula; Rana angolensis. Molluisca: Edentulina montium; Ennea meruensis; Ennea coarctata; Streptaxis onneoides; Helicarion meruensis; Vitrina nigroeineta; Thapsia silvtepluviosaj; Trociiozonites meruensis; Bloyetia simulans und v. Kretschmeri; Helix Gregorii ; Helix alienus; Helix meruensis; Buliminus Theeli; Mabilliella Daubenljergeri; Limicolaria fiirriformis solida; Limieolariopsis Sjöstedti; Petriola alticola; Opeas varicosus; Atoxon tai-niatum. Coleoptera. Dystiscidce: Hydroporus abyssinicus v. atratus; Agabus Sjöstedti. Coprophaga: Onitis suleipennis; Onlhophagus vinctus. Elateridoe: Psephus maculatus. CleridoB: Caridopus affinis. Erottjlidce: Episcapha subcostata. StaphylinidcB : Pmdevus alticola; Pasderus maeellus; Paederus piceus; Aetobius nakurensis; Philonthus rudipennis v. erythropterus; Philonthus abyssinus; Philonthus altivagans u. varians; Philonthus longi- cornis; Anisolinus humeralis; Conosoma pubescens; Conosoma decoratum; Atheta micrommata; Myrniedonia 64 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. 1. Brunni. Apioninae: Apion longicrus. Malacodermata ; Lycinse: Clodophorus Dalmani; Cautires kilimanus; Xylobanus semiflabellatus nigripos; Xylobanus nigricollis; Planeteros nigricauda; Lampyridina': Diaphanes Volkensi; Diaphanes meruanus; Cantharidinre: Silidius denticulatus; Silidius meruanus; Silidius ocularis; Silidius pygidialis; Silidius porrectus; Malachiinse: Hapalochrus Sjöstedti; Hapalochrus amplipennis; Hapa- lochrus modestus; Hapalochrus janthinus. Cerambijcidae : Dityloderus balteatus; Niphoparmena meruana; Hepomidion granulatum; Phryneta spinator; Glenea leptis; Synnupserha meruana. Chrysomelidae : Criocerini: Lema chalcoptera; Lema suahelorum; Lema acutangula; Lema pubifrons ; Eumolpini: Colasposoma monti- cola; Chrysomelini : Chrysomela superba; Chrysomela Clarki; Phaedonia impolita; Omolina Sjöstedti; Galerucini: Diaeantha duplicata aperta; Idacantha excavata; Erythrobapta variieornis; Ootheca kibonotensis; Exosoma monlicola; Asbeeesta breviuscula; Stenellina meruensis; Monolepta hcematura; Monolepta kwaiensis; Monolepta leuee; Monolepta Sjöstedti; Monolepta miltinoptera; Beiratia pusilla; Amphimela tarsata; Cereyonia usambarica; Crepidodera montivaga; Crepidodera Sjöstedti; Psylliodes montana; Haltiea pyritosa; Lypnea costata; Jamesonia abdominalis; Jamesonia meruensis; Jamesonia piciventris; Aphthona vulgaris; Aphthona peregrina; Sabaethe meruensis; Longitarsus usambaricus; Dibolia breviuscula; Sphteroderma femoratum; Sphaeroderma macrosloma; Spha>roderma diseoidale; Spheeroderma pusillum; Sphajroderma diluticolle; Hispini: Hispa pallidicornis; Dactylispa misella; Dactylispa eontribulis. Coccinellidac : Solanophila Sahlbergi; Solanophila Zetterstedti sexlunata; Solanophila soluta; Epilachna tetracycla; Epilachna bisseptemnotata usam- barica; Epilachna Hauseri; Epilachna hirta; Epilachna umbratilis; Epilachna similis; Thea blanda; Cydonia aurora; Exochomus flavipes; Bosehalis marginalis nigripes. Cassidae: Cassida infirma pilifera; Aspidomorpha prasina; Lagriidae: Lagria hirsuta. Meloidae: Meloe monticola. Clavicornes: Cryptarcha Sjöstedti; Meligethes splendens. Scarabaeidae : Troginse: Trox montanus; Melolonthinse: Trochalus bagamoiensis ; Arehocamenta aseendens; Isocamenta montana; Isocamenta amitina; Dynastinse: Calometopus planatus; Cetoniinae: Ela- phinis adspersula; Coelorhina connata; Leucocelis polyspila. Ciirculmiidae : Entypotrachelus Meyeri; Peritmetus Sjöstedti; Merulla vittata; Leptospyris lateralis; Leptospyris montana; Parasystates subconvexus; Parasystates depressus; Parasystates virescens; Parasystates albovittatus; Parasystates costulatus; Systatus elongatus und V. setulosus; Systates albosetosus; Systates rhinorhytus; Oreoscatus hevis; Lixus nycterophorus; Lixus cunei- formis; Lixus auritus; Apoderus nigromarginatus u. horridus; Aleides brevirostris obscurus, meruanus u. bi- fasciatus; Isorhamphus brevipectus; Cossonus lobelite. Hymenoptera. Tenthredinidae : Athalia fumosa; Athalia himantopus; Athalia segregis; Athalia clavata. Formicidae: Dorylus nigricans Burmeisteri v. molestus. Braconidae: Iphiaulax coccineus; Braunsia bilunata; Braunsia v. oeeidentalis obscurior. Ichneumonidae: Charopsater; Henicospilus grandis; Henicospilus angustatus; Campoplex mirandns; Hoplismenus seminiger; Hoplismenus rufiventris; Hoplismenus elongatus; Amblyteles niger; Amblyteles annulicornis; Ilemiteles tostaceus; Pimpla hyalinipennis; Pimpla spectabilis;, Pimpla evanea; Theronia lurida; Neotheronia concolor; Asphragis striata; Triclistus bicolor; Paniscus rufes- cens. Apidae: Halictus montanus; Halictus meruensis; Halictus lasureus; Megachile truncaticeps; Apis mellifica v. Adansoni. Vespidae: Belonogaster erythrospilus ; Ancistroeerus lineaticollis. Tiplmdae: Tiphia massaica; Tiphia meruensis. Pompilidae: Salius melanoceras; Salius iterabilis; Pompilus Yngvei; Pompilus trigonophatnus. Sphegidae: Cerceris erythroura; Pison montanus. Lepidoptera. Danaidae: Amauris AnSorgei. Salyridae: Gnophodes parmeno v. diversa; Mycalesis campina v. subapicalis. Kymphaltdae : Acrrea insignis v. siginna; Acrsea Baxteri; Acrtea terpsichore v. Pvougeli; Acraeauvui; Antanartia hippomene; Antanartia schoeneia; Precis oenone v. cebrene; Eurytela hiarbas v. lita; Bybiia ilithyria polinice; Neptis incongrua; Charaxes fulveseens v. acuminatus. Lycaenidae: Jolaus diametra; Cupido lingeus v. ciliaris; Cupido palemon; Cupido telicanus v. plinius; Cupido aequatorialis; Cupido juno u. gaika; Pieridae: Mylothris narcissus; Pieris Raffrayi; Pieris zochalia; Catopsilia florella; Colias electo. Papiilio- nidae: Papilio echerioides; Papilio Sjöstedti; Papilio phorcas v. nyikanus; Papilio Hornimani. Hesperidae: Sarangesa lugens; Eagris astoria; Aeleros Mackenii; Cyclopides quadrisignatus; Padraona zeno; Caenides niveicornis. Notodonüdae : Antheua cinerea. Syntomidae: Syntomis monticola. LifJiosüdae: Lobilema con- . spersa; Eilema montana; Eilema costimaculata. Arctiidae: Amphicallia tigris Thehvalli. Kocütidae: Lycophotia SJÖSTEDT, DIE TIERWELT DER STEPPEN UND BERGE. 65 atrisparsa ; Hadena montana; Borolia persecta u. eriopygioides ; Plasia sesterlia. Geomefridae: Semiothisa Imlaria; Tephrina observata; Boarmia; Hemithea plagiata; Craspedia; Derambila Sjöstedti; Hydrelia costalis; ilvdrolia meruana ; Hvdrelia ericinolho; Triphosa corticearia; Triphosa tvitoeelidata; Lobidiopteryx veninotata; Onvi-liia nic-titaria V. cineraria; Onvcliia albodivi.^aria ; Larcnlia monlicolala; l^arenlia Hicruana; Larentia simi- lata; Cidaria iinduligera. Heplalidae: Gorgapis altic-ola. l'ijinlklae: Entepliria cribi-ata ; Sylepta sp. ; Glyphodos stenocraspis; Thliptoceras fenestratum. Ahtcitidae. Torfricidae. Tincidae. Hepialidae: Gorgopis aiticola. Diptera. Nematoccra: Lijcorüdae: Lycoiia hibionea; Lyeoria zalampra. Fimgivoridae : Fungivora eollineola. Bibionidae: Plcfia erubescens. Culicidae: Culex drymoecius; Culex leucarthrius. Limoniidae : Dicranomyia c-livicola; Linionia rhizosema. TipuUdae: Scarnboneura distigtna; Tipula asbolodes; Tipula eume- cacera; Tipula capnioneura; Pachyrhina quincunx; Pachyrhina erocea; Pachyrhina bistripunctata. Brachy- cora: Tabanidae: C.brvsozona maculiplena; Chrysozona imbrium; Tabanus amjilycliromus; Asilidae: Leplo- gaster nenemusha; Tolnierus paiunielas; Dysmar-hus porcellus; Oniniatius venator. Sijrplüdae: Melanostoma floripeta u. aiiuulipes; llhingia coerulescens u. orthoneurina. Larvaevoridae : Dejeania hecate; Micropalpus |)rohecate u. alopeeinus; Callipboia parasacra. Muscidae: Stomoxys varipes. Scatomyzidae: Scopeuma merdariuni. Helomyzidae : Helomyza laciniata. Sapromyzidae: Physogenia submetallica; Lauxania bilineata u. Ivriea. Tephiiüdae: Dacus cucumarius. Diopsidae: Diopsis apicalis u. tenuipes. Sepsidae: Centrioneus prodiopsis. Mkropezidae: Loxocera maerogranima. Heiuiptera. 3/iViWaf :IIelopcltis rubrinervis; Ommatoiiiiris Sjöstedti; Collaria obspuricornis ; Phyto- eoris pluvialis; Lygus meruensis; Lvgus ineertus; Lygus Sjöstedti; Lygus suturellus; Lygus alpicola; Probosci- docoris fuliginosus; Proboseidocoris punctatieollis; Camptobrochis ostentans, nebst v. vittaticollis und satur- nides. Antlwcoridae : Monlandoniola longiceps. Micropliysidae: Nabidomorplia bimaculata. Xabidae: Redu- vioius (Aptus) pantherinus. Pentatomidae : Erachteus ventralis: Agonoseelis venosa; Agonoseelis versicolor; Carbula carbula; Xezara naspirus und v. scutellaris; Nezara pallidoconspersa; Euryaspis Signoreti; Aethus sp. Fuhjoridae :■ Oxmems suturalis; Pliypia ornatifrons ; Achasmenes terminalis; Issomimus meruanus; Hystero- pteruni mosclii; Obedas proboscideus; Eriphyle longifrons; Eripliyle major. Cercopidae: Locris vuleani; Ptyelus grossus; Poophilus terrenus; Treniapterus major. Jassidae: Boccbar montanus; Coloborrliis corticina; Ulopa aequatorialis; Distantia maculithorax; Tettigoniolla nigrinervis; Tettigoniella typhlocyboides; Tettigoniella collina; Bvthoscopus subolivaeeus; Phrynomorphus kilimanus; Deltoceplialus kiliinanus. Beduviidae: Rliinocoris venustus; Pisilus tipuliformis. Pynhocoridae: Dysdercus nigrofaseiatus intermedius. Nexiroptera. Trkhoptera: Crunoeciella Sjoestedti. Planipennia : Chrysopa chloris; Chrysopa Sjöstedti; Chrysopa vulgaris; Bittaeus Sjöstedti. Pseildoneiiroptera. Odonata: Aesclma meruensis; Ischnura elongata; Pseudagrion grande. Corrodeiltia. Copcognatha:. Ctecilius basidentatus. Mallophaga: Triehodeetes colobi. Pliysapoda. Pliyso[ius meruensis; Physopus fumosa; Idolothrips africana. Orthoptera. Dermatoptera : Anisolabis felix; Forfleula Sjöstedti. Blattodea: Mallotoblatta Kraussi; Hololampra Eellnopic-a; Phyllodroniia germanica; Ceratinoptera variabilis; Temnopteryx abyssinica; Temnoptc- rvx affinis; Apteroblatta perplexa; Pseudoderopeltis petrophila; Deropeltis melanopliila; Gynopeltis cryptospila; Mantodea: Polyspilota variegata. Phasmodea: Xylica kilimandjarica; Gratidia montivaga; Gratidia silvEepluvialis. Gryllodea: Callogryllus kilimandjaricus; Eetatoderus kilimandjarieus; Montigryllus silvtepluvialis. Locustodea: Montieolaria meruensis; Peronura montivaga; Anthraeites montium; Xipliidion merumontanum; Xiphidion kibonotense. Aa-idiodea: Paratettix seaber; Tlierieles tvigga; Chortoicetes levipes; Parasphena meruensis; Ixalidium hteniatoseelis; Catantops decoratus. ApterygOgeiiea. CoUemhola: Dicranocentrus meruensis; Lepidoeyrtus extensus; Mesira armiUata; Paronella nigromaculata. Thysanura: Maehiloides malagassus. Myriopoda. Lithohiidae : Lamyctes fulvieornis. Scolopendridae : Cryptops nuinidieus tropicus. Geo- pkilidac: Lamnonyx punetifrons; Schizotienia pluvia. Polydesmoidea: Strongylosoma julinum; Sphseroparia minuta; Xodorodesmus kibonotanus. Siemmafoiuloidca: Diopsiulus Sjöstedti. Odoiifopygidae : Odontopyge kilimandjarona; Haplotliysanus polyljothrus; Haplolhysanus levieeps. Sjöstedts Kilhimiidjaro-Mtra Expcditiun. 1. 9 Gfi SJÖSTEDTS KILIMANDJAKOMEKU EXPEDITION. 1. Araohlioidea. Scorj'iones: Uroplet-tes inlermedius. Chelonethi: Chclifcr l^almquisti. Acari: Lrodldac: Ixodes rasiis; Ixodes ugandanus; Ixodes ngandanus djaronensis; Rhipicephalus siinus; Rhipicephalus simus planus. Trombidiidae : Rhyneholophu.s siculiforniis ; Rhyneholophus nieruensis; Trombidium bipeetiiiatum; Trombidium liolosericeum; Troirdjidium tinetorium; Trombidium simile; Trombidium meruense. Opiliones: Fhalangium pictum; Phalangium mesomelas; Cheops armatus; Palpipes typus; Biantes punctatus; Ereca rufa; Ereca undulata; Ereca affinis; Ereca lata; Ereca modesta; Ereca Simulator; Amasis mesoleucus; Amasis aecentuatus; Amasis patellaris; Amasis quadricornis. Aranese: Pholcidae: Spermophora globosa. Theridüdae: Episinus meruensis ; Loxonychia lugubris ; Theridium postmarginatum ; Theridium nigrosacculatiuii ; Theridium pluviale; Theridium meruense; Theridiella monticola; Ulesanis kibonotensis; Crustulina ineerta; Teutana tigrina u. singoides. Argiopidae: Walckenaera meruensis; Erigione tcthiopica; Lephthypliautes tropicalis u. kilimandjaricus; Linyphia sethiopica; Pachygnatha mucronata; .'\Iefa meruensis u. merianopsis; Sancus bi- lineatus; Leueauge festiva, meruensis u. brevitibialis; Cyclosa meruensis; Mangora spinosissima; Aranea sulphurina. Cnistacea. Decapoda: Polamon Johnstoni. Isopoda: Benechinus armatus; Ignamba brevis; Ignamba microps; Gelsana abnormis; Synarmadillo marmoratus; Setaphora Suarezi; Phalaba brevis. Veriues. OUgodiaeta: Dichogaster gracilis; Pygma?odrilus montanus; Polytoreutus gracilis. Gordiidae: Parachordodes Sjöstedti; Gordius meruanus. Für die Bergwie.sen des Kilimandjaro — 3,000 4,000 (5,500) m — von mir uacligewie.scne Tiere. Maniiualia. Elephas; (Cephalophus spadix); Arvicanthis Xeumanni. Ave.S. Falconidae: Buteo desertorum. Corvidae: Corvultur albicoliis. Fringillidae: Serinus flavi- vertex. Nectarinüdae: Nectarinia Johnstoni. Sijlviidae : Cisticola Hunteri; Saxicola ocnanthe; Pinarochroa hypospodia u. a. Beptilia. LacerüUa: Mabuia varia. Bliiptoglossa: Chamseleon bitaniatus. Mollusca: Edontulina monlium; Vitriiia kiboschoensis; Vitrina erieinell»; Vitrina viridisplendens; Thapsia radiala; Helix Sjöstedti; Helix alticola; Bulimus Theeli; Opeas varicosus. Coleoptera. Dytiscidae: Agabus dytiscoides. Cleridae: Apteroelerus brevis. StaplujUnidae : Omalium algidum; Ptederus macellus; Staphylinus dispersus; Actobius nakurensis; Conosoma pubescens. Malacoder- mala: Lycus (Acantholycus) constrictus; Xylobanus nigricollis; Silidius" denticulatus; Hapalochrus Kolbei. Chnjsomelidae : Coenobius Sjöstedti; Monius simplex; Oides collaris; Sjoestedtinia montivaga; Stenellina me- ruensis; Crepidodera Sjöstedti; Psylliodes monfana; Haltica puritosa ; Eremiella ruiira; Longitar.sus usambari- cus. Coccinellidae : Adalia sexareata. Clavicornes : Meligethe.s Sjöstedti; Meligethes glorio.sus; Meligethes sub- caeruleus; Diphyllus Sjöstedti; Micrambe varicolor; Micrambe subinfuscata. Scarahaeidae: Trox montanus. Tenebrionidae : Phrynocolus ater; Mehrere Carahidae. CurcuUonidae: Parasystates minor; Ilypsomias lobelia; Oreoscotus serratus; Oreoscotus minor; Oreoscotus Isevis; Cossonus lobeliiäe. Hymenoptera. Tenthredinidae : Athalia segregis; Athalia clavata. Ichneumonidae : Limncrium nigrum; Pimpla spectabilis; Pimpla cyanea. Äpidae: Apis mellifica v. Adansoni. Vesj'idac: Xortonia striativentris. Pompilidae: Pompilus masaiensis; Pompilus melanochrous. Lepidoptera. Danaididae: Danaida dorippus. Ki/mphalidae : Pvrameis eardui ; l'recis oenone v. ce- brene; Byblia ilithyia t. polinice. Lycaenidae : Gupido ccquatorialis. Pieridae: Colias eleeto. Paj)ilio)iidae : Papilio demodocus. Litkosiidae : Phryganopsis elongata. Xoctuidae: Borolia eriopygioides. Geometridae: Oreo- metra vittata; Hypsometra erieinellce; Hydrelia costalis; Hydrelia Sjöstedti; Hydrelia ericinellae; Triphosa corticearia; Triphosa tritoeelidata; Onychia (Eubolia) nictitaria v. cineraria; Onychia albodivisaria; Larentia monlicolata ab indivisa; Larentia Sjöstedti ; Cidaria argentcolinoata. PijraUdae: Crambus Sjöstedti. Hepialidae: Gorgopis alticola. S.TÜSTKDT, niE TIKRWKl.T DER MKÜHTMTISinÖHI.KN BEI TANUA. 67 Diptera. Lijcnrüdae: l.vcoria isarlliria. Bihmiidar: Scnlopse atrata ; Pliilia flisagra. Linwniidae: nicranoiiivia clivicola; Dicranomvia laniiontialis. TipuJidnc: Tipula asbolodos. Empidae: Ililaria cliiragrica; llilaria pliilina. Dolirhopndidar' : Ciirvsoliis malacliiticus ; llyilrophnnis incisioornis; Sympycnus selosipes. Si/riihidac: Melaiioslonia allicdla, lloripcta iiml aniiiilipe-: ; Syrpims i-iiiclifa<-ii'.<. ThnUaidac : Unrilas clari- licniii-:. TAirraeroridae: (ironita rrcboi'riina. Muscidac: Hylcmyia simonsis. Hoini|)tPra. Miiidae: Lvgns viearius; I,vi;us obsr-nratus; Prol)Os<'iflofOiMs fuliginosn^; Uiiiiorpliocoris alpiniis; Ortliotvlus oricini'llip. Fenfafoniidar: Orafliyplaly.s tnstndnnigra ; Aspavia pallidispina ; Disinegistns fmicliris; Nezara i'inapsus; Gnathoconns majusculus. Jaxsidae: (Idlulionhis r-oilinina ; ,Miilnpo]il('nis nigriplaga. Neuroptera. Triclwpfera: Crunocciella Sjoestodti. Corrodoutia. Copeognaiha: Psocnis kilinsc-hoensis ; Jlesopsofus monlinus. Ol'tllOptera. Dcnuafoptera: Forlicula Sjristi'dii. Blaltodea: Apteroblatia pcrpk'xa. Phasmodea: (Xvlica kilimandjarica und Gratidia mon(ivaga). Acridioden : Ilolprnplprni?; conloniaiia ; Parasphpiia pidchripps; ( ilirvsor-liraon kdimandjarirus; Schislopprca ppregrina. Apterj'gOgeiiea. ColUmhola: Lepidor-yrlus llavovirens v. annnlnsn; Mpsira aniinlipornis. Myriopoda. Litlwbiidae: Lamvpfp.s fulvicornis. Scolopeiidridac: (;ryptnps mimidiens trnpir-ns. Stem- matobiloidea: Diopsiulu.s Sjöstpdli. ArachllOidea. Chelonethi: Clu'Iifi^r Palniquisli. Acari: P«liynrliolnplius sirulifonnis; Erythra?us Diigpsi; Allollirombiuni ppi-graiidi' ; 'rroinbidiuni holosPriceuin. Opiliones: Phalangiuin montanum; Phalangium pietum; Plialaiigium niesoniplas; Chpops armatus; Biantps pnnetafus; Ereca Simulator; Amasis patellaris. Arnneae: Anjiopidae : Notioscopus inontir-ola; Paehygnatha Pahnquisli; Lpucaugp frcipion?;; und einp Lyeosidp. Crustacea. Isopoda: Ignamba microps; Gelsana abnorniis ; Vesmes. Olifjorhatda: Pygmoeodrilus montanus; Polytoreutus Sjöstedti. Mehrere von der obersten Grenze des Regenwaldes erwähnte Formen kommen wahrscheinlich auch auf den Bergwiesen vor. Die Tierwelt der Mkulumusi-Höhlen bei Tanga. Kein Fremder, der sich einige Zeit in Tanga aufhält, unterlässt es so leicht, diese eigentümlichen, gewaltigen Berggrotten aufzusuchen. Da die Fauna in solchen Grotten, was Afrika betrifft, äusserst wenig bekannt ist, beschloss ich, derselben sofort nach meiner Ankunft in Tanga so viel Zeit zu widmen, wie die Verhältnisse es gestatte- ten. Am -i. Juni 1905 machte ich zum ersten Male die Bekanntschaft dieser grossen Grotten und setzte die Untersuchungen auf der Rückreise genau 13 Monate später bei einem neuen Besuche fort. I3er Weg führt, nachdem er an einem Negerdorf vorbeigekommen ist, an einem Abhang hinab unter Kokospalmen und durch hohes Gras. Die Bäume werden dichter und bilden an den Seiten der jetzt hervortretenden steilen Bergwand ein gewölbtes Dach. Es ist ein schönes Stück Tropennatur. Lianen hängen von den Stämmen und Kronen der Bäume heral), die Luft ist heiss und feucht. Bei einer Biegung um die hohe, steile Bergwand steht man plötzlich vor dem hohen Eingang der Höhlen, an denen der kleinere Mkulumusi-Fluss mit seinem gelben Wasser vorbeifliesst. Diese gewaltigen Höhlen scheinen in der Weise entstanden zu sein, dass ein Zweig des nördlich des Berges gehenden Sigi-Flusses im Laufe der Zeiten sich seinen Weg durch di^n begegnenden, mehr in Osten- Westen laufenden Bergkiel gebahnt hat. Die im losen Stein 68 SJÖSTEDTS KILIMANDJABO-MERU EXPEDITION. 1. gebildeten Spalten sind mehr und mehr abgenutzt und geglättet worden, bis grosse, lang- gestreckte, hohe unregelmässige Bogengewölbe mit glatt geschliffenen Seiten entstanden sind, an deren Boden noch während der Regenzeit, laut den Nachrichten, die ich dort erhalten habe und nach den darin befindlichen Wassersammlungen zu schliessen, Wasser hervor- fliesst. Oft sind die Bogengewölbe sehr hoch und verhältnissmässig schmal mit Quergängen in verschiedenen Richtungen. Kaum erschallen unsere Stimmen in den hohen Gewölben und düsteren Gängen, da rollt die Luft wider von dem Sausen von hunderten Fledermausflügeln, und die Decke der hohen, weiten Gewölbe erscheint im Lichte der Karbidfackeln wie eine einzige hin und her Avogende dunkle Masse. Von den hier erbeuteten vierzehn Fledermaus-Exemplaren war die Hälfte fliegende Hunde, die meistens dem in Ost- und Westafrika allgemeinen Bonsettns LeacM {Cynonycteris collaris), auf dem sich eine pupipare Diptere Eiicampsipoda Jti/rtU befand, angehörten. Eins war von einer bisher unbekannten Art, Bouscffiis Sjösfedfi. Der Rest gehörte zu insektenfressenden kleinen Arten [CoU'ura afra, Tn'iDiopft afer. YespfrtUio nauus), die sich in kleineren, besonderen Höhlen aufhielten. Über dem wohl ungefähr 25 Fuss hohen Eingang wölben sich überschattende Fels- partien zu einem ausragenden Dach aus. Die Wände der Höhlen sind, wenn auch in- folge der Wassermassen, die sich hier einmal einen Weg gebrochen Imben, unregelmässig ausgehöhlt, wie gesagt, oft glatt. In den vorderen Partien der Grotte, in die noch das Tageslicht dringt, ist der Boden mit einem lockeren, feinen Sande bedeckt. Untersucht man denselben etwas genauer, so findet man, dass er mit einem nach allen Richtungen gehenden unregelmässigen Netz von Rändern überzogen ist, gleichsam als wäre irgend ein Gegenstand kreuz und quer über den Sand gezogen worden. Dies sind die Spuren einer Menge hier leberider Schaben, meistenteils Larven einer marmorierten, bunten Art (Gyna vetnla), die hier in dem lockeren Sand verborgen liegen und, wenn sie gestört werden, umherlaufen, sich dann .-schnell wieder in den Boden bohren und auf einmal wie verschwunden sind. Auf der Felswand hatte ein grosser Belonogaster junceus sein Nest. Meine besondere Aufmerksamkeit weckten, etwa 20 Fuss vom Eingang, eine Menge auf dem Boden stehende, 10—20 cm breite und etwa 5—8 cm hohe, oben mit einem 1 cm breiten, runden, nahe der Spitze oft etwas seitlich gestellten Loche versehene Erdhaufen. Da ich bei der ersten Untersuchung der äusserst lockeren Sanderdhaufen, zwischen denen zahlreiche Schabenränder liefen, zuweilen Larven von Schaben antraf, glaubte ich erst, dass die Haufen von diesen Schaben aufgeführt seien. Plötzlich offenbarte sich aber eine Grabwespe [PMlunthus Locflingii), die mit einer Honigbiene als Beute angeflogen kam. Nachdem sie, . langsam über den Hügel streifend, sich herabgesenkt hatte, liess sie sich auf demselben nieder und verschwand in dem offenen Gange desselben. In kur- zem zeigte sich in den äusseren Teilen der Grotte die eine Wespe nach der anderen mit einer Biene als Beute, flog in brummendem, etwas widerhallendem Flug in das Dunkel und liess sich auf einem Sandhügel nieder. Dort krochen sie, mit ihrer schweren Last unaufhörlich auf die Erde herunterrollend, umher, bis sie den Eingang gefunden Ijalteii SJÖSTEDT, DTE BEVÖLKERUNG DES KILIMAND.IAliO-MERU-GEBIETS. 69 und verschwanden in demselben. Nachdem sie ihre Beute abgeliefert hatten, blieben sie oll am Eingang sitzen, um diesen zu bewachen, und dann leuchtete ihr weisser Mund- schild aus demselben hervor. Wie der Bienenwolf (Philanthus trianguliun) unsere zahmen Bienen überfällt und sie, nachdem er sie rasch lahmgestochen hat, in seine Erdgänge schleppt, so scheint auch dieser Verwandte unter den afrikanischen Honigbienen Tod und Verwüstung zu verbreiten. Es ist merkwairdig, dass diese Insekten für ihre Gänge statt der sonnigen Sandplätze, auf denen sie sich sonst aufzuhalten pflegen, die dunkelsten Teüe der Grotte erwählt hatten. Wie tief in die Erde hinein sich die Gänge dieser Art er- strecken, war nicht näher zu ermitteln, da ihre Tiefe gewöhnlich eine bedeutende, bei unserer Art bis etwa 30 cm., ist. Das Insekt ist ungefähr 15 mm. lang, schwarz mit weisser Stirn und ganz gelbem, ungeflecktem Hinterleib. Auf den durch die Unter- suchungen zerstörten Haufen sammelten sich sehr bald wieder viele Wespen, die eifrig gruben, um die rasierten Gänge wiederzufinden. Einige hatten Bienen mit, andere keine. Ihr Eifer war bedeutend und der aufgegrabene Sand umhüllte sie oft wie eine kleine Wolke. An den Wänden der Felsen sassen weiter unten einige Opilioniden. Diese, die durch zwei vorher unbekannte Arten {Palp'ipes horridus und mordax] repräsentiert waren, erwäesen sich als sehr merkwürdige, eine neue Familie innerhalb der Gruppe der Opilioniden bildende Formen. Zu dieser gehört auch eine dritte Art, Palpipes Ujpus, die auf der Reise in den Regenwäldern des Kilimandjaro entdeckt w^urde. Hier sass auch eine grosse, langbeinige Spinne (ArtenHi mauriciana) und eine Eidechse (Gonatodes afriamus). In dem Teü der Grotten, in den das Licht noch, wenn auch recht schwach, drang, wurden auch Carabiden angetroffen. Die Eingänge teilen sich nach innen in mehrere hohe, schmale Gewölbe, die nach grösseren Sälen leiten. Diese erhalten ihre Beleuchtung zuweilen von in das Freie füh- renden Löchern und Luken, die die Fledermäuse gern bei ihren Ausflügen benutzen. Hier drinnen, wo Wasserbecken mit kaltem, reinem Wasser, in dem sich verschiedene Frösche {B(i)ia oj-jirhyucliü und Phriinohafrachus nafalensis) aufhielten, zuweilen den Weg ver- sperren, lebte an den Wänden im Dunkel ein grosser Geiselskorpion [Phnjnichus bacülifer), eine im Inneren Afrikas bis zum- Tanganyika- und Rudolphsee verbreitete Art. Längs der Wände laufen hier drinnen in der tiefen Finsternis Termitengänge, während einzelne Soldaten und Arbeiter von Termes transvcudensis besonders in den vermodernden Haufen Dünger von in den Grotten lebenden Baumschliefern angetroffen wurden. In diesem Dünger, der sich oft in kleinen Hügeln unterhalb einzelner längs der Wände gehender, fächerartiger Absätze angesammelt hat, lebten auch Onisciden (Bctludns emargmatus), Coprophagen [Ontho^yhagus pugionatm v. latefidvus) und Polydesmiden {Orodesmus masto- phorus und Orodesmus cristatus) mit ihren in Erdhütten liegenden w^eissen Larven, eine Histeride [Trib(dus carernkola); auch Würmer (Ohgochjeten), Spirostreptiden und Scutige- riden hatten in diesen dunkeln und feuchten Höhlen eine Freistatt gesucht. Von den bisher erwähnten, auch in den inneren, ganz dvmklen Teilen der Grotten lebenden Tieren scheint keines für ein solches Leben direkt angepasst zu sein, sondern sie gehören alle Arten an, die nur hier drinnen eine zufällige Freistatt gesucht haben. 70 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEOMERU EXPEDITION. 1. Direkt für dieses Grottenleben angepasst erwiesen sich dagegen eine langbeinige, im Dunkel an den Wänden der Grotte lebende Gryllide CavernacHs microps, der Reprä- sentant einer neuen Gattung, die sich durch das Fehlen von Ocellen, ungewölinlich kleine Fazettaugen und einen weichen Körper auszeichnet, sowie die nahverwandte Spe- luncncris lucifuga, auch diese der Typus einer neuen Gattung. Diese Grylliden gehören einer Gruppe an, die, wie es auch bei der in den Gängen der Termitenhaufen lebenden Phceophilacris spectrum der Fall ist, ihre Zuflucht gern zu solchen dunklen Verstecken nimmt. Durch ihr schlankes Äussere und ihre langen Beine erinnern diese Insekten nicht so wenig an Phalangiden. V'on Mollusken wurden in den Höhlen Cijdosiomu Letonrneii.ri. Edeniulina obesa, Thapsia cavernicold, Achatina Pilshri/i, Opcas fangaense nebst einer Baehis- Avi angetroffen. Dies war in kurzen Zügen das durch das Studium der Mkulumusigrotten nach- weisbare Tierleben, das, wie zu erwarten war, an sich nicht reich ist, aber doch ver- schiedene bisher unbekannte Tierformen, und darunler sogar ein neues Säugetier, aufwies. Die Bevölkerung des Kilnnandjaro-Mera- Gebiets. Im Zusammenhang mit einigen in diesem Werke aufgenommenen Bildern, will ich endlich in kurzen Zügen einige Bemerkungen über die Bevölkerung des Gebiets, die Wadschagga und Massai, liefern. Eingehende Schilderungen über die Wadschagga sind von Dr A. Widenmann\ über die Massai von Hauptmann M. Merker- publiziert worden. Das Volk, das, in 38 kleinen Staaten oder T.andschaften verteilt, in einer Anzahl von etwa 80 Tausend die Ost-, Süd- und Westseite des Kilimandjaro, von Kibonoto (Kibongoto) oder Schira (Sira) im Westen bis nach Gasseni (Kimangelia) im Nordosten liewohnt, heisst mit einem gemeinsamen Namen Wadschagga (Wadjagga). Der nördliche Teil des Kilimandjaro ist unbewohnt. Obschon durch Verschmelzung verschiedener hierhin eingewanderter Stämme entstanden, bildet das Volk doch eine ziemlich homogene Masse, wenn auch einzelne, besonders bei einer Vergleichung zwischen der am weitesten nach Osten und der am weitesten nach Westen hin wohnenden Bevölkerung hervortretende Verschie- denheiten in Sprache, Sitten und Bräuchen, im Aussehen der Hütten u. s. w. vorhanden sind. Dass die ursprünglich verschiedenen Völker nunmehr miteinander verschmolzen sind, kommt in erster Reihe daher, dass sie sich in einem isolierten und verhältnismässig sehr kleinen Gebiete niedergelassen haben, wo sie mit oder gegen ihren Willen früher oder später in unmittelbare Berührung miteinander kommen mussten, eine Berührung, die indessen oft feindlicher Art gewesen ist. Die zwischen den Stämmen ausbrechenden Kriege, die ein Fortschleppen der Kinder und Frauen zur Folge hatten, haben ebenfalls ein Zusammenschmelzen bewirkt, denn diese Gefangenen wurden, je nachdem dem einen oder anderen Stamme der Sieg zufiel, bald nach dem einen und bald nach dem anderen Teile des Berges verschleppt. ' Vergl. A. WiDENMANN. Die l'^ilimandscharo-Bevölkerung, in Petermanns Mitteil. Ergänzungstieft. Xo. 129, 1899. Mit 11 Tatein und 75 Abbildungen im Text; 104- S. (Tiere S. 90— 98\ ' M. Merker. Die Masai. Mit 89 Fig., G Taf., 61 Abbild, u. 1 Übersiohtskarle, 421 S. Berlin 1904. SJUSTEDT, DIE BEVÖLKERUNG DES KILIM AXDJAKOMEKU-GEBIETS. 71 Die "Wadschagga sind Bantuneger, sie gehören also zu dem grossen, in sprachlicher Beziehung verwandten Volkstamme, der nebst den Hottentotten und Buschmännern im Süd- westen, den Massaivölkern und einem Teile Somali im Nordosten die alte Einwohnerschaft fast ganz Afrikas südlich vom Äquator bildet und sich zuweilen, wie das Dualavolk, auch etwas (ungefähr 5°) nördlich von demselben ausbreitet. Aber die Wadschagga sind oft nicht von reinem Bantutyp, sondern mit den vom Norden vorgedrungenen Massai ver- mischt, woher sie auch den Namen Bantuhamiten erhalten haben. Nach ÄIerker sollen die Älassai indessen keine Hamiten, sondern Semiten sein; die Rasse sollte dann, wenn man einen Ausdruck behalten will, der ihren Charakter als Mischvolk angibt, Bantu- semiten heissen. Ihr Aussehen wechselt oft, je nachdem vorwiegend das Blut des einen oder des anderen Volkes in ihren Adern rollt, recht beträchtlich. Die Bewohner des Berges betrachten sich selbst nicht als ein einheitliches Volk und bezeichnen sich auch nicht mit einem gemeinsamen Namen, obschon sie infolge ihrer neueren Verbindungen mit der Küstenbevölkerung wissen, dass der Suahiliname Wad- schagga für sie alle gilt. Sie selbst nennen sich nach der Landschaft, in der sie auf dem Berge w^ohnen. Die Wadschagga bilden keine Dörfer, sondern jede Familie wohnt für sich, und zwar entweder in einer oft von Dracaena-Pallisaden umgebenen Farm mitten unter den hohen Bananenstauden, oder die Hütten liegen höher auf dem Berge, wo die Bananen aufgehört haben, in der Nähe von Eleusine- oder Bohnenfeldern. Durch schmale Öffnungen in den Dracai-na-Pallisaden stehen die verschiedenen Gehege miteinander in Verbindung. Zwischen Gruppen solcher, den Quartieren einer Stadt entsprechenden Ge- hege laufen oft schmale, durch Pallisaden begrenzte, gewundene Wege, die wieder in grössere Hauptwege münden. Die in den westlichen und südlichen Teilen des Berges nie- drigen, käseglockenförmigen und mit Bananenblättern bedeckten Hütten werden in den östlichen Landschaften höher, sind zuweilen von bedeutender Grösse und dort mit Andro- pogonstroh bedeckt. Die Hütten auf dem Äleru sind von demselben niedrigen Typus, wie auf den westlichen Teilen des Kilimandjaro (vergl. Tafel 2), sind mit Bananen- blättern bedeckt und von vorn mit einem durch ein kleines, hervorragendes Dach ge- schützten Eingang versehen, durch den der in der Hütte gesammelte Rauch ausströmt. In ihrem Inneren sind die Hütten, wo Menschen und Vieh nebeneinander hausen, durch Lattenzäune in einen vorderen Teil mit Schlafplätzen und in einen hinteren, grösseren für Ziegen und Schafe, die des Nachts hier eingesperrt werden, eingeteilt. Da jede ver- heiratete Frau ihre eigene Hütte hat und der Reichtum aus der Anzahl Frauen, die der Mann besitzt, hervorgeht, wurde die Steuer an die Regierung per Hütte geleistet. Ausser ihren grossen Bananenanlagen- haben die Wadschagga auch gut in Stand gehaltene Felder mit Bohnen {Phaseolus vulgaris L. var. nanus L., Dolichos kthlab L., Vifjiui sinensis und den bis zu einigen IVIetern hohe, beinahe baumartige Cajanus incli- CKs), Hirse (Eleusine coracana), aus der sie ein berauschendes Getränk "tembo", ein saures, trübes Bier, bereiten, sowie Bataten, Yams, Taro, Mais und Tabak. Die Ar- beit in den Farmen ist hauptsächlich Sache der Weiber. Das Kulturland ist durch ein ausgezeichnetes, von den Männern ausgeführtes Be- 72 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 1. Wässerungsystem durchzogen, durch welches das Wasser fast meilenweit in Kanälen von den oberen Teilen der Berge durch die Kulturzone geleitet wird. Obgleich die Werkzeuge und Hausgeräte der Wadschagga in allgemeinen äusserst einfach und primitiv sind, steht die Schmiede unter denselben sehr hoch, besonders wer- den die bekannten prachtvollen Speere und Schwerter von ihnen angefertigt und an die Massai verkauft, von denen man diese Speere dann oft als "Massaispeere" erhält. In Kleidung, Haartracht und bisweilen in Schmuck haben die Wadschagga ihre be- sonders früher gefürchteten Feinde, die Massai, stark nachgeahmt. Ein sehr augenfälliger Zug des Wadschaggavolkes ist ihre grosse Unzuverlässigkeit. Wer bei seinem Aufenthalte in diesen Gegenden sich ihrer Hülfe, sei es auf dem Älarsche als Träger oder sonst irgendwie, bedient, lernt sehr bald diesen ausgeprägten Charakter- fehler und die vielen Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten, die er im Gefolge hat, kennen. Eine getroffene Vereinbarung hat nur so lange Giltigkeit, wie es ihnen selbst passt, oder so lange man sie durch dieses oder jenes IMittel so lange in seiner Gewalt hat, dass sie dieselbe nicht zu brechen wagen. Gute Nerven und eine grosse Geduld sind erforderlich, wenn man Wadschagga als Träger oder Gehilfen auf Älärschen, Jagden und Exkursionen in seinem Dienste zu haben gezwungen ist. Von Natur gleichgültig, kann ihr Interesse wohl für den Augenblick, /.. B. bei Jagden auf grössere Tiere, wo das Fleisch des erlegten Tieres ihnen in Aussicht steht, geweckt werden. Geht man aber täglich mit ihnen auf Untersuchungen, die sie nicht verstehen, hat man sie z. B. beim Suchen nach kleineren Tieren, deren Wert sie selbstverständlich nicht begreifen können, als JMitgehilfen, dann muss man jeden Augenblick seine ganze Willenskraft an- strengen, um sie zu den geringen Anstrengungen, deren sie überhaupt in solchen Fällen fähig sind, anzusporen. Handelt es sich indessen nur darum, Lasten, und zwar nicht allzu grosse, zu tragen, dann gehen sie, wenn sie erst einmal in Gang gekommen sind, recht willig. Ein "Boy" kann sogar, wenn man ihn nur nicht durch falsch angebrachte Freundlichkeit verwöhnt, ganz nett sein. Von grosser Bedeutung ist es, dass man sie niemals merken lässt, dass sie unentbehrlich sind, denn dann werden sie sofort unver- schämt und faul. Am besten tut man, wenn man nicht so viel über den wirklichen oder eingebildeten Wert ihrer eigenen Persönhchkeit redet, sie im allgemeinen eher streng als zu freundüch behandelt, kurz und bestimmt seine Befehle erteilt, anderseits aber stets seine gegebenen Versprechungen einlöst. Alle Härte und vor allem jede Spur von Unge- rechtigkeit muss dagegen verbannt sein. Argwöhnisch gegen Fremde, nähern sie sich diesen erst mit einer gewissen Vorsicht und Hinterlist, niemals offen und ehrlich, wnd legen sie auch bei näherer Bekanntschaft die erstere ab, so behalten sie doch stets die tief in ihrer Natur wurzelnde Hinterlist und Unzuverlässigkeit. Die Einwohner der Landschaft Meru am Meru-Berg, die Wameru, sind Bantu, wie die Wadschagga des Kilimandjaro, aber noch mehr mit Massaiblut gemischt. In der Landschaft Ober-Aruscha, sowie in Kühe, wohnen massaihal'te Wakuati, während die dritte Landschaft des Meru am Kratersee Ngongo Ngare im Osten von Älassai bewohnt ist, die indessen infolge SJ(")STi;i)T, DIE liEVÖl.KERUNCi DES KILIM ANDJ A If «BrERU GEBIETS. 73 der Rinderpest nunmehr sessliafle Ackerbauer geworden sind. Das für Ackerbau und Viehzuchl am iMcru geeignete Gelände nimmt ein Areal von etwa 300 qkm ein. Die trockene Nord- und Westseite des Berges ist unbewohnt, die regen- und bachreiche süd- liche und südöstliche Seite ist dagegen äusserst fruchtbar und recht dicht bevölkert. Die Zahl der Eingebornen im Bezirk Aruscha wird auf etwa 10,000 geschätzt; die Wameru sind etwa 6,000. Einen ganz anderen Charakter als die Wadschagga haben die auf den Steppen um die beiden Berge lebenden Ma.mii. Nach Mkrker gehören die Massai der grossen semi- tischen Völkerfamilie an, deren Urheimat die arabische Halbinsel, als Kinderstube der Se- miten, ist. Andere erklären die Massai für mit Negerblut vermischte Hamiten, die vom Gebiete des Obernils in die ostafrikanischen Steppen eingewandert sind. Sie bewohnen die grossen, nacli ihnen benannten Massaisteppen in Deutsch und Englisch Oslafrika zwischen dem 3-i. und 38. Längengrade sowie dem 3°. nördhcher und 7°. südhcher Breite. Während drei verschiedener Perioden sind sie vom Norden in diese Steppen eingewandert, mit der früheren Bevölkerung oder ihren vorher eingewanderten Verwandten um die für ihre Herde wertvollen Weiden kämpfend. Die früheste dieser Gruppe sind die Asä oder Wandorobbo, die zweite El Kuafi oder Wakuafi, die dritte El Mäsai, die eigenthchen Massaien. Die erste Gruppe wurde durch Streitigkeiten mit der früheren Bevölkerung der Steppen, den Tatoga oder Wataturu, sehr geschwächt und konnte dadurch von der zweiten einwandernden Gruppe, den Wakuafi, leicht besiegt und verdrängt werden. Ursprünglich Nomaden, dann ihres Viehs beraubt, wurden sie umherstreifende Jäger, die noch zerstreut in den Steppen leben. Die Wandorobbo (von El dorobbo = die Armen) bestehen aus drei Gruppen: Asä, El asiti und El gasurek, von denen die letzten die Massaisprache, die an- deren ein verschiedenes Idiom sprechen. Alle sind Jäger, die mit ihnen Giftpfeilen in der Steppe grössere Tiere — Vögel sowie Reptilien und Fische verachten sie — jagen. Das Pfeilgift erhalten sie, nach Merker, durch Auskochen von Holz- und Wurzelstücken eines Baums (Acocanthera abijssiuica) in Wasser, worauf die Schichten durch fortgesetztes Kochen kondensiert werden. Das fertige Gift ist beinahe schwarz und erinnert an dicken Sirup. Ihre Besieger, die Wakuafi, wurden ihrerseits nach blutigen Kämpfen von der dritten Gruppe, den Massai, besiegt und verdrängt, gingen zum Teil zum Ackerbau über und leben noch als Ackerbauer am südwesthchen Meru. Sie haben alle schlechten Unter- drücker- und Räubereigenschaften liehalten, was auch in einem gegen den Europreer hervortretenden Übermut und in einer Frechheit, wie ich sie sonst nie in diesen Teilen von Afrika sah, hervortritt. Durch die Rinderpest, die 1890/91 in ganz Ostafrika wütete, wurde die gefürchtete Macht der Massai gebrochen, mehr als zwei Drittel des Volkes gingen durch Hungersnot in wenigen Jahren zugrunde, die verschiedenen Stämme wurden zerstreut, wenn auch einzelne Stämme sich in den letzten Jahren durch Zuwachs der Herde wieder zu erholen beginnen. Zu gewissen Zeiten wurde jeden Morgen auf einem gewissen Platze am untersten Abhänge des Berges in Kibonoto Markt abgehalten, auf dem die Wadschagga- und Massai- Frauen sich zum Austausch von Waren einfinden. Die Massai tauschten hier gegen Fleisch, Sjosterlts Kiliiiiaiidjafo-Meru Expedition. 1. 1" 74 SJOSTEDTS KILIMANDJAEO-MERU EXPEDITION. Milch und Butter, Natronsalz von der Steppe, Schaf-, Ziegen- oder Rindviehhäute von den Wadschagga Produkte aus der Pflanzenwelt, wie rohe Bananen in Trauben, geschälte und getrocknete Bananen, Mehl, Bohnen und süsse Kartoffeln sowie auch Honig von den auf den Bäumen aufgehängten Bienenstöcken ein. Die Massaiweiber kamen in kleineren Karawanen von der Steppe, Hessen sich, not- dürftig mit schwarzen, schmutzigen Fellen bekleidet, mit winkelrecht vom Körper abstehen- den Beinen auf der Erde nieder, eine Stellung, die ihnen ganz natürhch erscheint. Um Hals, Beine und Arme tragen sie ihre bekannten charakteristischen Schmuckgegenstände aus Eisen- und Kupferdraht und der Körper glänzt oft von eingeschmiertem Fett. Ihr Gesicht ist langgestreckt, intelligent, die Körperfarbe ganz tiefbraun, beinahe schwarz, und die Zähne, im Gegensatz zu denen der Wadschagga, in der Regel blendend weiss, was ihnen, wenn sie lachen, oft ein ansprechendes Äussere verleiht. Während der ersten Zeit meines Aufenthaltes in diesen Gegenden wohnten die Massai noch auf den Steppen ringsherum. Zufolge ihrer vielen Viehdiebstähle von den Wad- schagga wurden sie, mit Ausnahme derjenigen, die im Dienste der Weissen standen, aus der Nähe des Berges nach einem Reservat getrieben. Summarische Übersicht des Weike.s. Seiten. Tafeln. TextHg. Exem- plare. Arten. n. .sp. n. gen. Vertebrata 292 34 1,612 64 186 24 36 80 13 1 42 6 8 2 2 1 153 3 17 2,672 3,800 41,883 700 9,286 627 181 565 52 3,459 33 224 19 22 11 27 1,221 20 145 13 11 1 87 10 14 5 Mollusca Iiisecta MvrioDoda Arachuoidea Crustacpa Veriue.s Einleitung 13 1 — Summe 2,328 87 175 59,149 4,374 1,448 117 Die von Kamerun mitgebrachton Sammlungen umfassen liber 23,000 Tiere. Die über dieselben ver- öffentlichten Arbeiten (vergl. S. I dieser Arbeit) beiiandeln 2,782 Tierformen, von denen 572 zuvor unbe- kannt waren, und umfassen 1,445 Seiten in Octav und 420 in Quartfornuü. Sie sind durch 1 10 Tafeln •mit zusammen 1,187 Figuren, sowie mit 1 6 !■ Textabbildungen illustriert. SJÖ8TEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 1. 75 Literatur. (N.B. Literaturübersicht in Meyers "Ostatrikanisohe Glütscherfahrten", siehe unten!). H. H. Johnstoil. F. Z. S., F. K. G. S. The KilimaNjaro Expedition. A reconl of scientific exploration in Eastern Equatorial Africa and a general description of the natural history, languages, and com- merce of the Kiiima-Njaro distriet. With six maps and over eighty illustrations by the Author. London 1886; 572 S. M. Merker. Die Masai. Ethnographische Monographie eines ostafrikanischen Semitenvolkes. Mit 89 Figuren, 6 Tafeln, 61 Abbildungen und einer Übersichtskarte. Berlin 1904; 421 S. Haus Meyer. Der Kilimandjaro. Pvcisen und Studien. Mit 4 Tafeln in Farbendruck, 16 Tafeln in Lichtdruck, 20 in Ihiclidru.k, 2 farbigen Originalkarten und 108 Tcxtbildern. Berlin 1900; 436 S. — » — . Ostafrikaimche Gletscherfahrten. Forschungsreisen im Kiliniandjaro-Gebiel. Mit 3 Karlen, 20 Tafeln in Heliogravüre und Lichtdruck und 19 Tcxtbildern. Leipzig 1890; 376 S. N.B.! Vergl. das Literaturverzeichnis S. 356 — 368. — » — . Das Deutsche Kolonialreich. Eine Länderkunde der deutsehen Schutzgebiete. Erster Band: Ostafrika und Kamerun (Kamerun von S. Passarge). Mit 6 Tafeln in Farbendruck, 33 Doppeltafeln mit 138 Bildern in Kupferätzung, 20 farbigen Kartcnbeilagen und 31 Textkarten, Profilen und Diagrammen. Leipzig und Wien 1909; 650 S. Litteratur S. 412! J. Rebiuann. Journal d'ime excursion au Djagga, les paij>i des neiyes de VAfrique Orientale. ("Nouvelles Annaics des voyages" 1849, II, S. 257, 300). C. O. SchillillgS. Mit Blitzlicht und Büchse. Neue Beobachtungen und Erlebnisse in der Wildnis inmitten der Tierwelt von Aquatorial-Ostafrika. Mit 302 urkundentreu in Autotypie wiedergegebenen photographischen Original-Tag- und Nacht-Aufnahmen des Verfassers. Leipzig 1905; 558 S. — » — . Der Zauber des Elelescho. Mit 318 AbJ)ildungen, meist photographisehen Original-Tag- und Nacht- aufnahmen des Verfassers, urkundentreu in Autotypie wiedergegeben. Leipzig 1906; 496 S. Yllgve Sjöstedt. Bland storvildt i Ostafrika (Unter Grosswild in Ostafrika). Mit z'ahlreiclien Illustrationen. Xorstedt & Soner Stockholm 1910; etwa 500 S. (Unter der Presse). 0. Warburg. Die Kulturpflanzen Usamharas, in Mitteil, aus den deutschen Schutzgebieten \'1I Bd., II. 2., S. 131—199; Berlin 1894. A. Widenniauu. Bericht über die klimatischen und gesundheitlichen Verhältnisse von Moschi, in Mitteil, aus den deutschen Schutzgebieten VIII B., H. 4., S. 283 — 310. Berlin 1895. — » — . Die Kilimandscharo-Bevölkerung. Anthropologisches und Ethnographisches aus dem Dschaggalande. Mit 11 Tafeln und 75 Abbildungen im Text; in Petermanns Mitteilungen, Ergänzungsheft No. 129, Gotha 1899; 104 S. Georg Tolkens. Der Kilimandscharo. Darstelhuig der allgemeineren Ergebnisse eines fünfzehnmonaligen Aufenthalts im Dschaggalande. Mitt 11 Vollbildern, 28 Textbildern und 1 Karte. Berlin 1897; 388 S. Übersicht der verschiedenen Teile des Werkes. 1. Dio Tierwelt der Steppen und ■g ^ -^ .2 Die Arbeit publiziert. c 'S c 'S H Text flg. Exemplare. c < d. y. d Neue Gattungen. Berge etc., von Yngve Sjöstedt... Mai 10 !nov. 10' 80 13 1 — — — — 2. Matiimals, by Einar Lönnberg Dez. 07 ISept. 08 58 7 — 417 80 3 — 3. 4. Tögel, von Yngve Sjösteut Juni 07 Juni 08 174 5 1 1,546 402 3 — Beptilia and Batracliia. 1. Reptilia, by Einar Lönnberg ... März 07 Sept. 07 19 h — 229 51 1 — 2. Batracliia, by Einar Lönnberg... März 07 Sept. 07 9 — 398 21 1 — 5. Fishe.s, by Einar Lönnberg Febr. 07 Sept. 07 8 — 82 11 3 — Verlebrata — — 268 13 1 2,«72 565 11 — 6. MoUnsca, von Adolf d'Ailly Sept. 10 Nov. 10. 34 1 - ' 3,800 52 27 1 7. Coleoptera. 1. DjtiscidiiN («yriiiidiP, Hydrophl- lidiv, par M. Regimbart Jan. 07 Febr. 07 Jan. 07 Jan. 08 Jan. 08 Jan. 08 12 4 16 1 — 1,235 230 217 61 22 48 3 3 15 — 2. HlsterirtiP, by G. Lewis 3. Biiprestida», par Cn. Kerremans 4. Bostryc'liida', par Pierre Lesne... Sept. 07 Febr. 08 ß — — 143 12 1 — 5. C'oitropliaga, von Carl Fel.sche, Henri d'Orbigny, Adolf Schmidt Sept. 07 Juni 07 Juli 07 Feijr. 08 18 — — 2,364 89 7 — 6. Elaterida', von Otto Schwarz... Nov. 07 Mai 08 12 — — 154 28 . ^^ — 7. ClprirtiP, ErotylidiP und Endoiny- 44 ' 15 8 17 1 ^ i 3 l fhidie, von Sigm. Schenkling... Nov. 07 Juni 08 10 1 — l * 1 8. StapIiyliiiidiP, von F. Eichelbaum Jan. 08 Aug. 08 16 — 1 731 63 4 — y. ApioiiiiiiP, von Hans Wagner ... März 08 Aug. 08 10 — — 28 15 8 — 10. Malacodermata, par .1. üourgeois April 08 Sept. 08 34 1 — 1,150 49 32 — 11. t'erambycidii', von Chr. Auri- VILLIUS Juni 08 fSept. 08 Sept. 08 Mai 09 14 95 r^ 6 400 3,234 88 264 23 87 4 4 12. (hrysomelida^ und t'occiiiellidiP, 1 von J. Weise iMärz 08 Mai 09 19 — 1,757 56 12 — 13. t'assidiP, von Franz Sp-kth Juni 08 üet. 09 22 — — 345 29 5 1 ' Von jeder Abteilung sind sofort nai-li dem Dnu-k 50 Exemplare veröi'fcnilirlit worden. SJOSTEDT, rrSEKSICHT DER VERSCHIEDENEN TEILE DES WERKES. ■r- Ol ^ 64-1 -« CD W -j^ 3 "ÖJ C bO CS C S 'S 14. Lagi'iidii' und laiitliarida". von f.\ug. 08 Aug. 09 Aug. Aug. Fcljr. Febr. Okt. 09 09 lU 10 07 F. BORCHMANN IMärz 09 15. Clavicoriie.s. A. Grouvelle luli 09 IG. ISrt'iilhidii', von Uilmau v. Schön- FELDT 17. liUeaiiidiP, ]i;ir H. I'.oileau 18. Scaraba'idjp i,( iopropiiaga e.xcl.), von H. KOLBE 15). Tciiebriüiiidii', von Fl. Gebien ... 20. {'iciiidplidiv, von W. IIorn 21. Ciirculiouida'jVonCHR.AuRiviLLius Mai 10 22. Carabidje* etc. ('oleoptera 8. Hj lueuoptera. 1. Tenthrediiiida', von Fr.W. Konow 2. PoriiiicidiP, von Gustav Mayr ... 3. Brat'oiiidse und IchneuuiouidiP, von Gy. Szepligeti AuL'. 07 I 4. Akazipngalleu und Auieison . . ., von Yngve Sjöstedt April 08 Aug. 09 Febr. 10 Febr. 10 Jan. 10 Jlai 10 Mai 10 Mai 10 Sept. 10 12 8 26 2 4 22 34 6 31 5. Apida*, von II. Friese 6. Vespida», liy P. Cameron 7. Fossorcs, by P. Cameron 8. Cliry.sididie. Ijy P. Cameron H.vmi'n(»i»terii 9. Lepidoptera, von Cur. Aurivillius 10. Diptera. 1. Pupipara, von P. Speiser 2. Oeslrldie, von Yngve Sjöstedt... 3. ConopidiP, von P. Speiser März 07 Sept. 07 März 07 I Sept. 07 März 08 Aug. 08 Mai 09 Jan. 10 Jan. 10 Jan. 10 April 08 Sept. 08 März 08 Jan. 09 436 72 22 50 28 100 4 16 560 297 1,367 87 58 609 1,290 7 1,280 1,750 33 19,360 48 3,800 470 665 302 862 18 16 17 49 7 4 85 69 5 150 3 4 19 19 26 46 1,2.30 342 12 42 10 2 161 , 130 84 42 173 28 35 149 3 4. Ortlioraplia, von P. Speiser Nematocera, Bracliycora, 5. Cycloraplia, von P. Speiser- Diptera 11. Siphouaptera et Anoplura. 1. Siphouaptera, by the Hon. N. Charles Pothschild 2. Auoplura, von Günther Enderlein Siphouoptera et Auoplura .liiH. 10 März 10 März 07 Okt. 07 Juli 09 Okt. 09 Sucee.s. Okt. 07 April 08 .Tan. 10 Jan. 10 Juli 10 Okt. JO 300 56 10 24 6 34 48 90 Juni 07 [ Mai 08 Ana. 08, Juni 09 212 15 IJ) 6,165 2,170 58 46 5 208 254 962 1,533 250 50 519 537 9 6 4 39 74 J28 357 60 1 1 4 26 39 59 260 130 10 C3 C3 1 3 5' "iö 1 10 11 * Carabicho (etwa 1,300 Ex.) und einige kleinere Gruppen (etwa * Das Material nur z. T. bearbeitet. 1 I 4 I 3001 9 I 4 I 1 450 Ex.) sind noch nicht bestimmt 78 SJÖSTEDTS KILIMANDJAEO-MEEU EXPEDITION. 13. Heiniptera. Manuskript eingeliefert. Die Arbeit publiziert. S 'S a bij H o ;-< 'S. S 5; X d < d Neue Gattungen. 1. CocfidiP, by Robert Newstead Jan. 08 Mai 08 10 — 31 192 7 6 — 2. Geocorinse, Belostomida', Xepida, MoiioiiychldiP et >"auporidiP, par A. L. Montandon Jan. 08 Mai 08 10 — — 162 16 2 — 3. Gerridte, CorixidsB and Notonec- tidiP, by G. W. KiRKALDY Mai 08 Juli 08 -i — — 630 23 2 1 4. Miridic, AiithoooridiP, Tennato- phylidiP, MicroplijsidiP und Na- bidip, von B. Poppius Dez. 09 Febr. 10 3ß — — 750 52 34 6 5. TingitidiP und Aradida^, von G. Horvath Ukt. 09 Dez. 09 Febr. 10 März 10 12 32 — I 84 2,445 16 126 11 17 1 6. PentatoniidcB, von H. Schouteden 7. Honioptpra, von Arnold Jacobi... April 10 Juli 10 iO 2 14 1,800 112 53 12 S. P.syUidiP, von Günther Knderlein Mai 10 Sept. 10 8 1 2 90 4 4 2 9. ReduviidiP, PyrrlioporidiP und Juli— CoreidiP, von 11. Schout|;den... Hemiptera Nov. 10 Nov. 10 16 — — 2,320 92 22 — — — 168 3 47 8,473 448 138 22 13, Npiiroptera. 1. Triclioittera, von Georg I'lmer... Jan. 08 Mai 08 10 1 5 28 10 6 — 2. Planipennia, by 11. v. der Weele Nenroptera Juli 08 Juli 09 li 5 100 25 10 — — — 24 1 10 128 35 16 — 14. Pseudoiipuroptera. I. Odonata, von Yngve Sjüstedt... Juni 08 Juni 09 52 2 3 487 52 10 2 2. Ephemerodea, von Georg Ulmer Mai 09 Juni 09 2 — 2 1 1 1 — 3. Plecoptpra, von Franz Klapälek rseiidoneuropter.a Juni 08 Juni 09 4 — 3 1 1 1 — — — 58 2 8 489 54 12 2 15. Corrodentia. 1. Terniitidjp, von Yngve Sjöstedt Febr. 07 Juli 07 28 4 — 4,050 17 7 — 2. Copcoguatha, von Günther Ender- lein Mai 07 Okt. 07 Febr. 08 März 08 12 2 1 1 6 50 4 9 1 8 1 3. Emlbiida', auet. Filippo Silvestri 4. Mallophaga, IaVernonL. Kellogg Corrodentia Nov. 07 April 08 14 1 — 200 34 13 — — — 50 i 6 4,304 61 ■2!» 1 — 16. Physapoda, von Filip Trybom März 08 Juli 08 22 2 6 464 6 5 — 17. Ortlioptera. 1. Derniatoptera, by .Malcolm Bürr März 07 Dez. 07 12 1 — 1,033 14 3 — 2. Blattodea, by R. Shelford Juli 07 Dez. 07 36 2 — 677 51 26 4 3. Mantodea, von Yngve Sjöstedt Sept. 08 Juli 09 26 1 — 249 32 14 — 4. Pliasniodpa, » » » Okt. 08 Juli 09 16 — 9 i 270 1 20 1 16 — 8JÖSTEDT, ÜBERSICHT DER VERSCHIEDENEN TEILE DES WERKES. 79 5. Gryllodea, von Vkgve Sjöstedt Manuskript eingeliefert. Die Arbeit publiziert. '3 1 Tafeln. 'S o H C3 'S. s 0; c 'ti < in Neue (iattungen. Febr. 09 Juli 09 3-i 1 — 783 40 24 7 ß. Lociistodca, » » » Nov. 08 Juli 09 24 1 — 365 33 20 1 7. Acridiodea, » » » Ortliojiterii Juli 09 Nov. 09 52 1 2 3,600 75 18 2 — — 200 7 11 6,07 7 26.) 120 14 18. Apterygogenea. 1. Collembola. von Kinar Wahlgren Aug. 07 ' Febr. 08 10 1 — 1,500 12 6 — 2. Thysanura, auctoro Filippo Sil' VESTRI Okt. 07 März 08 4 2 — 20 3 2 — Vptery^oirenea — — 14 3 — 1,520 1.5 S — 19. Myriopoda, von Carl Gf. Attems... Jan. 09 'Febr. 10 64 700 33 20 10 20. Arachnoidea 1. Pedipalpi. Scorpioiio.s. Solifuga", Chelonethi, von Alb. Tullgren April 07 Okt. 07 16 1 142 13 6 — 2. IxodidiP, par L. (!. Xeumann ... Mai 07 ' Okt. 07 14 — — 276 20 — — 3. Acari, von Ivar Trägärdh Febr. 08 ' Aug. 08 28 2 — 200 18 12 — 4. Opilioiip.«*, liy William Sörensen Dez. 09 März 10 24 1' — 660 23 23 5 ö. Tartarides, by 11. .1. Hansen Dez. 09 März 10 2 — 6 1 1 — (!. AraneiP, von Alb. Tullgren Sueees. Nov. 10 88 4 3 8,000 148^ 103 9 7. Peiitastomidu'. by A. E. Shipley- Arachnoidea Nov. 09 — ■ — — — 2 1 — — — — 1-2 8 8 9,286 224 14,5 14 21. Crustacea. 1. Decapoda, von Yngve Sjöstedt... Dez. 09 Mai 10 2 — — 6 1 — — 2. I.sopoda, by G. RuddeLund Criisfacea Febr. 10 Mai 10 20 2 — 621 18 13 5 — — 22 2 — 627 19 13 5 22. Teriues. 1. (MigocliiPta. von W. Michaelsen Dez. 06 Okt. 07 10 2 — 60 7 4 — 2. Ce.stodes, von Otto Fuhrmann... Sept. 08 Juli 09 12 1 1 13 3 2 — 3. Nematodes, by Robert T. Lei per Sept. 09 Jan. 10 4 — 9 75 9 2 — 4. Gordiidse, par Lorenzo Camerano Juli 09 Febr. 10 2 — 4 17 2 2 — 5. Hinidinea. von Ludwig Johansson Dez. 09 'Febr. 10 4 — 3 10 1 1 — 6. Turbellaria,' von Xils v. Hofsten Verines 6 — 1 - : 32 .> 17 isl 22 11 1 ^ Nur ein Teil dos Materials i?t bisher bearbeitet worden. ^ Zwei Ex. von Porocephalus rrotali (HuMB.) zusammen mit zahlreichen Nematoden in der hinteren Nasenhöhle eines Löwen erbeutet. •'■ Geoplanidce. Von d(>n obersten Teilen des Piegenwaldes bei Kiboscho, etwa 2,900 m, und den oberen Teilen des Meru, im Regenwald bei 3,000 — 3,500 m, sind 6 Landplanarien mitgebracht worden, welche .später bearbeitet werden werden. Nach Herrn Doc. Dr. Nils v. Hofsten in Uppsala gehören sie der Fam. Rhi/nchodesmulce und wahrscheinlich der Gattung Amblyplana Graff an. .■^l^. 80 S.TÖSTEDTS KII.IMANDJAKO-MEKtl EXPEDITION. 1. 7^ ff ff I 2 o CT' S' (-+ ff o d > z w N o ff ff CO o Ol 2 v w Vf- S FT c fl) * ^ m M Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Bxpedition. /. Einleitung. Taf. 1. ■ • -«^ -'^^ •'i2E«Sfe-£i-: Der Kilimandjaro vonNorden(Leitokitok)g(j^c;i^ii, ii.n U^üi i..„j,^KiuiuLi) lubu (tj.UlU :../, u^i.. Akiwcnzi (5,3ÜU in; und dem zwischenliegenden, über 4,000 m liohen Sattelplateau. Yngve Sjöstedt photo. Cederquists Graf. A.-B.. Stlilrn. Der Merii (4,630 m) von der Steppe aus gesehen. Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. /. Einleitung. Taf. 2. Yngve Sjöstedt photo Ccderquisls Graf. A.-B.. SUiIm Hütte in den Bananenpllanzungen der Kiilturzone des Merii; vom derselben Form wie am westlichen Kilimandjaro. CO OS ifi o '-5 0) Q- :0 Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. /. F.irileHana. Taf. 5. ■■r.f ■.••ciL:.^_ Wadschagga-Frau in einem Eieusine-Feld. Kulturzone des Meru. Yngve Sjöstedt photo. Cederquists Graf. A.-B.. Sthlm. Wadschagga-iVlädchen aus Kibonoto, Kilimandjaro. Sjöstedt: Einleitung. Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. /. Einleitung. Taf. 6. Die erste Karawane mit Sammlungen geht an die Küste. Yngve Sjöstedt photo. Cederquists Graf. A.-B.. Slhlm. Die Zoologische Station am Kilimandjaro, mit Trockengerüsten, Bälgen und Fellen. Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. /. fünleiliino. Taf. 7. Vegetationsbild von eiiiem lirusionstal in der Kulturzone des Kiliniandjnro. Übergang über den Kikaiu-Fluss. Yngve Sjösledt photo. Cederguists Grai- A.-B , Sllilm Lichte Waldpartie in der unteren Kulturzone des Kilimandjaro, Kibonoto. Das Unterholz für eine erste Maisernte ausgerodet. Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. /. Einleitung. Taf. 8. Aussicht auf die Massai-Nyil» « c C- C3 ^ C CJ c o WS >1 iiO :S 3: CJ N c CO I- c T3 (1) Q. O 0) •■2, in a 'S Q. 3 (1) 6 CO -a CO ■o :0 c8 s 'U i Ai> - ' ''■"^, l i m yg ■o 0) Q. 3 6 c (0 E 0) :0 2. MAMMALS by EINAR LÖNNBERG. With 7 plates. The knowledge about the mammalian faiina of Africa has taken great strides during the last years. The old opinion that there was only one species of each mammalian type, so to say, for instance, one species of african elephant, one kind of giraffe, one species of spotted hyaena etc. is now a thing of the past, although it was the prevailing opinion about 20 years ago, or less. It is now generally acknowledged that within the different geographica! districts of Africa different forms of mammals have been developed This great change of opinion could only be based on and proved by a great material such as has been collected in the later years especially in the museums of Berlin and of London. The keepers of the mammalian departments of these museums Professor P. Matschie and Dr Oldfield Thomas have also succeeded together with their fellow workers and scholars to bring about the great change of opinion concerning the mam- malian fauna of Africa. But it is quite clear that in so few years it could not be possible to obtain sufficient material from all parts of this vast continent to elucidate all different questions. There are thus still great gaps in our knowledge which must be gradually filled. These gaps are the greater as the works of earlier authors cannot give füll Information about the mammals described in them, if the type specimens are not kept; or proper regard cannot be taken to them, because the species of former days was often, if not always, a collective idea according to our present comprehension. The difficulty of understanding earlier works without accession to the types is increased by the fact that some mammals have developed a great many different forms so that almost every little geographica! district is provided with its own typical race of the same. Others are less variable and have, as it seems, only developed a few different races each with a great area of distribution, or, finally, is a »species » in the old meaning in one part of the continent split up in many different races and in another more con- stant over a great area. To give a list or a Synopsis of the mammals of a certain district of Africa is thus only possible in such a case as when its fauna has been f ully studied during the last years, and is completely known. This is not the case with the Kilimandjaro- Meru district and I must therefore refrain from doing more than classifying and dis- Sjöaler}l!i KilinuDidjitro-Meru Expch'lion. 2. 1 2 SJÖSTEDTS KILIMAND.TARO-MERIT EXPEDITION. 2. cussing the forms represented in the rieh material [80 sp. (3 n. sp., 3 — 4 n. subsp. ); 417 specimens] which has been brought home by Professor Yngve Sjöstedt from his expedition to these parts of East Africa. It is the more impossible to give a füll Syn- opsis of the mammals occurring in the Kilimandjaro-Meru district as it appears very probable, and may to some extent be proved on the following pages. that at this terri- tory several different faunas meet. At least a northern and a southern, but perhaps also a western. In some instances in the following only binomials are iised. although most probably the animal in question ought to have been regarded as a subspecies of another existing form, but with our present knowledge it has been impossible to decide which. This has made some inconsequence in the naming necessary. Professor Sjöstedt has in many instances kindly given me notes about the habits etc. of some animals and for this as well as for his kindness in trusting me with this worlv I beg to express my best thanks. I wish also to express my gratitude to my friends Prof. P. Matschie and Dr. Oldfield Thomas who kindly have given me their advice in some criti al instances as will be mentioned below. Primates. Colobiis ciiudatuis Thomas. Colobus caudatus Thomas, Proc. Zool. Soc. 1885 p. 219. Kilimavdjaro: 1 ^ and 1 ? from the rain forest Kibonoto. Kilimandjaro 2,000 m. above the sea ^ i 1905 — 1 c? the same locality Vs 1905 — 5 specimens the same locality ""^Vs 1905 — 1 ? specimen from the same locality Nov. 1905 — 1 small young June 1905. The youngs are to begin with almost entirely white, as has been observed already by Schillings. As a white colouration cannot be regarded ancestral or original in the Guerezas, the white of the young must be explained as aquired, being protective and useful as well when the young is seen against the background of the mother as against the white lichens (Usnea barbata) to the long swaying festoons of which the white mantle and long tail of this Guereza correspond in a most remarkable manner. Professor Sjöstedt has communicated the following notes from his diary: »In the rain forest. Suddenly the crowns of the trees over our heads become füll of life. The branches are deeply weighed down under the leaps of a number of big ani- mals, the foliage rustles and the whole trees appear enlivened. A glimpse directed up- wards proves to me that it is flock of Colobus monkeys. In their splendid white and black array with the long lateral fringes waving and the long bushy tail floating in the air they throw themselves over to a tree Standing near or run in a hurry along the branches only to dash away in daring plunges through the air. Soon the animals become more quiet, and they are not shy. Their peculiar, duU clattering or buzzing noise sounds almost like a spinning wheel, sometimes like the clattering of a stork, at a distance dying away as a monotonous humming noise. » »When they are resting in the often rather thin crowns of the tail trees, the hunts- man is allowed to walk up quite below the tree if he is somp\\ liat cautious. The Gue- LONNBERG, MAIM.MAI.S. 3 rozas then sit squatted on the branclies with their tail lianging straight down, often surrouiided by swaying L's/iea-lichens which hang down froni the branches in long tufts, they are in spite of their size very difficult to detect and often elude even the sharpest eyesight. » It is quite interesting to note that Sjöstedt found a Mallophagan parasite on these Guerezas, tlie first of that kind ever recorded from a monkey. It has been described under the name of Trichodecle scolobi by Kellogg (se No. 15 : i of this work). ('er('()|»itlii'fus alhoi^iilariM kiboiioteiisis n. subsp. Conf. Cercopithecus albogularis Sykes, Pocock Proc. Zool. Soc. London 1907 p. 700. Kilimandjaro: Kibonoto: 1 specimen 'V? 1905 — 1 spec. '^/t, kept tarne some time — 1 spec. '^ 7 1905 — - 2 spec. July 1905 — 1 spec. 1905 — 1 male of iinusually great size "/lo 1905 — 2 (adult and young) Nov. 1905 — 2 specimens, Kibonoto. These specimens agree rather closely with Pocock's description of the typical Cercopithecus albogularis but it differs in the foUowing points. Pocock describes the typical albogularis as follows: »Head, cheeks, and dorsal area between the Shoulders speckled black and grey» — In all the specimens from Kilimandjaro the hairs of the head and nape are black and ringed with yellow. In some larger and stronger specimens this yellow might be termed reddish yellow, and in all it is decidedly yellow, not »grey». On the hindneck the rings are paler, more whitish. Shoulders and arms are Avholly black in the Kilimandjaro monkeys, except that the inner side of the upper arm is more or less ashy grey, but the forearm is intensely black, not speckled as in the typical albogularis aceording to Pocock. The legs are black, finely speckled with ashy grey. Red hairs at the root of the tail and in the ischiopubic region are found in both sexes and in all ages, but less in the adult male than in the others. Chin and throat white (in younger specimens with soft wavy hairs); on the sides of the neck this white area passes into a broad iron grey speckled coUar which, however, leaves a broad dark band on the hind-neck free and with its black hairs sparingly ringed with whitish or pale yellow contrasting against the iron-grey coUar. The white of the throat does not extend to the inside of upper arm as in the typical form aceording to Pocock, and it is rather sharply defined from the dark grey ventral surface. On the back the reddish yellow is quite dominating on the lumbal and sacral regions and from there extending more or less forward, and on the tail, flanks etc. These differences, although slight, appear to indicate a separate geographic race or subspecies, which I name after the type-locality Kibonoto. This monkey is aceording to Sjöstedt very common even up in the rain forest. It lives in greater or smaller bands in dense forests, in groups of trees in the farms and similar localities. When caught they remain wild for a long time and are difficult to tame as they keep their angry disposition and are unreliable. They are caught by the Wadshaggas in a kind of baskefcs densely made of twigs and put in traps b^ icks. These were placed on the ground in the farms where the monkeys lived, and made heavy by stones put on them. 4 SJOSTEDTS KIIJ.MANDJARO-MEKÜ EXPEDITION. 2. Cercopitlieciis pyi^t'r.vthrus joliiistoni Pocock. Cercopithecus pygerythrus johnstoni Pocock, Proc. Zool. Soc. London 1907, p. 738. Usamhara: 2 specimens {S , ?) from Same ^^U — Küimandjaro: 4 specimens froni the cultivated zone at Kibonoto resp. ",7, ''/? and ^/lo 1905 — 1 specialen ( J') from Kibonoto Oct. 1905 — 2 specimens from Kibonoto Nov. 1905. — Mern: Ngare na nyuki. The specimens from Same agree with those from Kibonoto. It is hardly possible that there should be one race of pygerythrus-monkeys at Moshi (the type-locality of C. p. johnstoni) and another at Kibonoto and Same. I have therefore iised Pocock's name but must at the same time state that the colour of the specimens before me cannot be termed »washed- out tawny grey » as that of the type-specimens, but it is much richer and more suitably called yellowish brown. This monkey as well is common on Küimandjaro but does not extend its distri- bution higher up than to the cultivated zone. It is however, most common on the low lands, in the forests of acacias with yellow bark, as for instance, at Ngare na nyuki. Professor Sjöstedt writes about them: »It is really astonishing how well their colour at some distance agrees with that of the acacias and when they sit motionless close to the trunk with the black face turned towards the spectator the same resembles in the most puzzling way the black marks on the yellow bark designating the places where branches have fallen off. The monkeys seem to know this protecting resemblance and when they have been scared and thrown themselves from tree to tree they stop suddenly and press close to the trunk remaining motionless. The colour of their face which so strongly contrasts witli their general colour proves thus in these surroundings to harmonize with the natural conditions where they live. » Pai»io iietiniaiiui Matschie. Papio neummini Matschie, Sitz. ber. Ges. Naturf. Fr. Berlin 1897 p. 159 — 161. Meru: 1 skin and skull of a (young but) adult male from Ngare na nyuki, "'^/n 1905 — 1 skin and skull of a young animal from the same locality ^"/n 1905. The skull of the former of these in which the last molar is f ully developed presents in a most striking manner the characteristics mentioned by Matschie. Its smallness etc. proves fully that it is perfectly distinct from the baboon of Kilimandjaro and Usam- bara. The length of the male specimen killed "^/u measvired from snout to vent was accord- ing to Sjöstedt 63 cm. In November 1905 Professor Sjöstedt saw very large flocks of baboons counting from 50 to 100 at Ngare na nyuki: »Sometimes as many as could find place had climbed up in some tree rising over the bushes but as soon as they perceived us approaching they disappeared one after the other and finally the whole herd galloped away between the bushes in direction of a distant forest. » i Papi« iheaiius Thu.mas. Papio toih ibeanus Thomas, Ann. & Mag. Nat. Hist. XI 1893 p. 47. Usamhara: 1 skull of an old male near Mtoni '^/e 1905 — Kilimandjaro : 1 skull and skin of a young specimen from Kibonoto * Vs 1905. LONNBEliti, WAMMALS. 5 The ineasurements of the adult skull agrees very well with Thomas' original de- scription. The colour of the skin of the second specimen is perhaps more iiniformly fawny brownish than the description indicates but this may be a feature characteristic for the yoiith. iMore material is, however, needed before it can be definitely decided Avhich name ought to be applied to this baboon, and whether it is the same race which lives in Usambara and at Kibonoto. »On Kiliniandjaro the Baboons were very obnoxious. The natives must conti- nually keep watches in huts built in trees at the farms and plantations to protect the crop against the daring robberies of the Baboons which took place even in the upper parts of the cultivated zone. The mays fields were especially exposed to their predations. In greater or snialler flocks they wandered about in the woods and bushes especially A\here a rieh undergrowth of bushes offered them protection against sudden dangers. Since they once had observed that some danger threatened, it was no use to pursue them. They were always far ahead, and it could only from the barking of the old ones be understood in which direction they fled. Only if they were surprised on more open ground could they be killed in any number (8jöstedt). >> Galacro paiigaiiieiisis (Matschie.) Otolemur pangamensi.^ Matschie, Sitzber. Naturf. Freunde Berlin 1905 p. 278. Usambara: 1 c? from Same, ^*, u 1905 — KiUmandjaro: Kibonoto, from the culti- vated zone, 2 specimens '^/t, 1 specimen '/», 2 specimens '" s, 1 specimen ^'/s (kept in confinement for some time), 2 specimens October 1905. All these specimens are very much alike with regard to the colour of the für and all have the tail dark at the tip, but the specimen numbered 281 in the collection is a little larger than the others having a basicranial length (from foramen magnum to inner base of incisors)* measuring 60 mm. The same measurement of the one next in size is 59 mm. but then none of the others measures more than 56. »The Galago was very common on KiUmandjaro at Kibonoto in the cultivated zone and lower parts of the rain forest. It was also found to be very common in the rain forest on ]Meru at least up to an altitude of 3.500 m. When the sun had disappeared they were soon heard, especially at some times of the year, uttering their sharp chattering screams, at other times, however, they kept more silent. A Galago kept in confinement slept the whole day in the darkest corner of the cage and with the head between the forelegs, it was usually good-tempered, but when irritated it tried to bite. If somebody when it was awake, approached suddenly with the band it jumped back with the round brown-yellow eyes staring at the intruder, the mouth half opened, and the arms stretched out and making defending movements, somtimes as if it would strike. It liked to eat ripe bananas and greedily cut out large pieces of the same, stretching out the long tongue it licked the soft and sweet fruit pulp, evidently enjoying itself, and growled if disturbed (SjöSTEDt). » »The Galagos are very stationary. Night after night they were heard from the same groups of trees. » ' (itluTwi^e in tlii> iiapur tliu liasicranial leuiitli is couiiteil tu tlie tip of tiie ]>iL'iiiuxillaries. 6 SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2. Chiroptera. E|i(»m(>|»li<»rus minor Dobson. EpomojJhorus minor Dobson. Matschie, Die Megachiroptera, Berlin 1899, p. 51. Usambara: A dry specimen from Moembe ' Ve 1906. Matschie reports this species only from the zoogeographical district which he calls Malagarasi, that is the land drained to Tanganyika from the east and north and to Nyansa from the south. Äloembe lies, however, outside this district and might be counted to the coast district according to Matschie's divisions. Epomoplionis iieiiiuaiiiii Matschie. Epomojjhorus neumanni Matschie, Die Megachiroptera, Berlin 1899, p. 50. KiUmandjaro: 1 specimen (?) " n 1905, Ngare nairobi near Kibonoto. Kousettufs leachi A. Smith. {= Rousettus collaris auct. ). Xantharpyia collaris (Illiger). Matschie, Die Megachiroptera, Berlin 1899, p. 66. Rousettus Leachi A. Sm. Andersen, Ann. & Mag. Nat Hist. Ser. 7 Vol. XIX p. 506. Usambara: 9 specimens from Tanga *':, 1905», all of them rather young. This species inhabits in great number the Mkulumusi caves. Sjöstedt writes about his visit to these caves: »The road passed down a slope among cocoa palms and high grass, the trees became more dense and formed a vault over our heads near the steep rocks. The air was hot and damp. Turning round a part of the high vertical wall of rock just above the riverbank we stood suddenlj^ before a high and wide entrance to the cave. We lit our carbid torches and entered. Hardly had our voices reechoed in the dark vaults before a stränge sight was made visible in the sharp flickering light of the torches. The whole air resounded with the whizzing of hundreds or perhaps thousands of large bats and the roof in the high and long, dome-shaped although narrow vaults was like a continuous undulating dark mass. Armed with a long soft brauch with which I Struck back and forth among the swarming bats I entered accompanied by the torch- bearer. Now and then a thud was heard and a bat hit by the brauch feil doAvn on the muddy floor where Ave, sinking down to the ankles, catch our prey and hand it to the negro carriers. » »The smaller insectivorous bats {Coleura, Tricenops, Vespertilio) lived in narrower separate caves where they literall y swarmcd. » Kousettus liiiiofsufs Thomas. Rousettus lanosus Thomas, Ann. & Mag. Nat. Hist. Ser. 7. Vol. XVIII p. 137. KiUmandjaro: 1 specimen from the cultivated zone at Kibonoto ^^'t 1905. This species was first discovered on Ruvenzori at an altitude of 5,000 — 13,000 feet. It is easily recognized from the foregoing species by its longer and denser für, and narrow molars. LONNBERG, MAMJIALS. 7 Kousettiis sjJistedtl n. sp. Usavibara: 1 specimen from the Mkulumusi caves near Tanga, ''/r. 1905. Resembling R. angohusi.'< (Bocage). Für wooUy, greyish brown above, rather pale brownish grey beneath, a little lighter on the neck and this light colour extends iip on the sides of the neck so as to form a collar which is narrowed and almost interrupted on the back. Head coloured like back, darker on snout and on both eyelids. Wing-membrane blackish speckled with light spots. Not quite half the forearm is hairy. Tibia naked. On the lower side the forearm is woolly in a similar degree as above but the wing-membrane is sparsely beset with woolly hairs between humerns and forearm and along the outer side of the latter. Tibia almost wholly naked below. Interfemoral membrane above and below with some very few scattered hairs. Wing-membrane rising from back of se- cond toe but at the end curving to the interspace between first and second. Palatal elevations six in number, three anterior complete, and three posterior mesially interrupted (in addition to these there is a rudiment of a fourth interrupted fold on one side between the last and next last). Behind these there is an angular serrated fold on the back of the palate. Length of head and body . > > tail » » head .... Distance from eye to nostril Length of ear Forearm Thumb Metacarpus of third finger First phalanx of third finger Second » » Metacarpus of fourth' » First phalanx of ;> > Second » » » » Tibia Hindfoot Metacarpus of fifth finger . First phalanx of fifth finger Second » » ' In Hdi'Aue's ii;i])cr it i'cails :i m'ioikI tiiiic tili' t'nmlli 111 tlir siiimMl tliiii lie meaiis 8 S.IÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERTT EXPEDITIOX. 2. Length of skull of R. sjöstedti about 40 mm. Frontal region of skull between post- orbital processes somewhat convex. Molars not very narrow transversal diameter of first molar 2 mm. and last premolar still thicker. This new bat is most nearly related to Rousettus angolensis (Bocage) and dif fers like that one from R. leachi (A. Smith) = R. collaris auct., which lived in the same caves, most conspicuously with regard to the structure of the palate. Unlike R. leachi, the new species has only 3 complete palatal elevations and behind those 3 mesially interrupted folds. The presence of only 3 complete palatal elevations was pointed out by Bocacie as a characteristic for the by him 1898' described species angolensis. Matschie" used the same characteristic as well for the definition of his new genus Myonycteris, which comprised the species torquata and angolensis. The latter has, however, proved to be a true Rousettus by its cranial characteristics. Te same is also the case with the present new species. As a specific characteristic the number of complete palatal eleva- tions serves very well, and by this among other characteristics the new species is easily separated from another East African bat R. lanosus. From R. angolensis with the same number of complete palatal elevations, R. sjöstedti differs in the structure of the palate having only three (instead of four) mesially interrupted posterior palatal folds. This characteristic may, however, be variable as in the type specimen there are rudiments on one side of a fourth divided fold between the second and third. In addition to this there are many differences in dimensions and other exterior characteristics as is proved by the description above. R. angolensis is more hairy, for instance, on the tibia and the interfemoral membrane. The former is said in R. angolensis to be covered »en dessus de poils longs et serres» »jusqu'ä l'articulation du pied», »en dessous jusf^u'au premier tiers de la jambe» and the latter »presque entierement couverte en dessous de poils aussi long et aussi fournis que ceux du dos>>, while in R. sjö- stedti both these parts are practically naked. The tibia of R. sjöstedti is longer than that of R. angolensis but shorter than that of R. lanosus. The latter is easily recognized by its small molars. Khiiioloplnis au^ur zaiiibesieiisis Andersen. Rhinolophus augur zambesiensis Andersen, Ann, & Mag. Nat. Hist. Ser. 7 Vol. XIV p. 383. Kilimandjaro : 1 ? specimen from Kibonoto, Oct. 1905. Small Upper premolar entirely missing. Forearm 53 mm. No hairs on front siu'- face of sella, which has the posterior connecting process rounded. Horseshoe not covering the muzzle laterally. Sella rounded above, constricted below the middle, without any hair on its front and lateral surfaces. Posterior connecting process rounded behind, its upper margin a little concave, higher than sella and covered with long hairs. Lateral margins of lancet rather deeply emarginate so that the tip is almost finger-shaped. Ears extending beyond muzzle, when laid forward. Tip pointed. Outer margin concave below the tip. Its greatest width shorter than distance from outer notch to tip. ' Jonial de ScieiK'ias Math. Phys. Xat. da l'Acad. ücul d. Sc. I.isl.oa. sor. 2, T. V. isits, ],. 133. - Die Megacliiioiitera, Berlin 1899. LÖNNBERG, MAMMALS. 9 In the folded wing the end of the first Joint of the third and fifth fingers reacli just beyond tlie elbow. Plagiopatagium inserted at the tar«al Joint. Tail a little shorter than second Joint of third finger. 8 — 9 nuiscular bands across the longitudinal one ex- tending from the elbow to tip of fifth finger. General colour above brown, für rather long, about 1 cm., with very pale basal parts and brown ends. Underside light brownish grey. Length of nose-leaf from anterior margin of horseshoe to posterior point of lancet 14,5 mm. Greatest width of horseshoe (in spirit) 8 » Length of ear from base of inner margin to tip .... 22 » » » forearm 53 » » » metacarpal of 3d finger 36,5 » » » Ist Joint » » » 19 » » » 2nd » » » » 30 » » » metacarpal » 4th » 41 » » » Ist Joint » » » 11 » » » 2nd » » » » 18 » » » metacarpal » 5th » 41 » » » Ist Joint » » » 14 » » » 2nd » » » » 15 » » » tail 29 » » » tibia 22 » Greatest lenght of skull 24,5 » This bat must be related to the augur group but differs from its members except Rh. augur zamhesiensis in the absence of the small upper molar. The noseleaf is longer than in augur and allies which also have the posterior connecting process »triangulär, obtusely pointed », * not rounded as in this one. The ear is shorter in the augtir-growip, but the tail somewhat longer and the same is also the case with the tibia. ^ From Rh. fumigafus and allies this bat is easily distinguished by the absence of hairs on the front surface of the sella, and from Rh. deckenii by the absence of the first small premolar in the upper jaw, by the smallness of the nose-leaf etc. Itliiiioloplins sp. (conf. above). Kilimandjaro: 1 J' specimen from Kibonoto, ^^li 1905. Small upper premolar outside the tooth row in the angle between the canine and next premolar which sit quite close to each other. Horseshoe not covering the muzzle on the sides. Shape of nose-leaf as in the fore- going. Ears similar to those of the foregoing. ' K. Andersen: Ann. & M.1^^ Xat. Hist. Ser. 7, Vol. XIV, p. 380. - Since this already was in jirint I havc rereived a roniniunication {rniti Pi'. K. Anderskx. wlio lias rompared this and tlie following specimen with iiis Uli. ntit/iir zdiiihrnini^iis. tliat lic tliinlcs tiicy oiight to bo i-pferrod to that siiljsjiofies in spitc of tlie dift'erpnrps. Sjöstedls Kilimandjnro-Meru Expedition. 2. 2 10 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2. In the folded wing the first Joint of the third and fifth fingers reach plainly beyond the elbow. Plagiopatagiiinl inserted 5 — 6 mm. above the tarsal Joint. Only 6 muscnlar bands across the longitudinal, one extending from the elbow to tip of fifth finger. Tail much longer than in the foregoing. General colour above rather pale brown, below very pale brownish grey. Length of nose-leaf from anterior margin of horseshoe to poste- rior point of lancet 15 mm. Greatest width of horseshoe (in spirit) 8 » Length of ear from base of inner margin to tip . . . . 21,5 » » » forearm 55 » » » metacarpal of 3d finger 36, ö » » » Ist Joint » » » 19,6 » » » 2nd » » » » 30 » » » metacarpal » 4th » 42 » » » Ist Joint » » » 11,5 » » » 2nd » » » » 19 » » » metacarpal » 5th » 41,5 » » » Ist Joint » » » 14 » » » 2nd » » » » 17 » » » tail 33,5 » » » tibia 22 » Greatest length of skull 23,5 » The outer appearance of this specimen as well as the measurements of this bat are very similar to those of the foregoing. The principal differences consist in the presence of a small upper premolar, the greater length of the second Joint of the fifth finger and of the tail, and in the different Insertion of the plagiopatagium in this latter. These two latter characteristics combined produce naturally a quite different shape of the pla- giopatagium of the two specimens. In the former its posterior margin is almost straight, and in the latter it extends on either side of the tail as a triangulär flap with deep emar- ginations on either side. The first described female is considerably more robust than the male, it is also certainly older and its teeth are more worn. It is very difficult in a case such as this with only two specimens of different sex and age at hand to form any definite opinion whether the differences are due to sex and age or to racial dif- ference. The absence of the small upper premolar in the female specimen may be due only to age. The greater length of the forearm and some of the finger Joints in the male may be secondary sexual featiu'es, but the different numbers of muscular bands and the differences in the Insertion of plagiopatagium is less easily explained in this way. As the material is so scanty I think it is best to leave the question open for the present (conf. note). The male specimen differs from Rh. deckenii Peters with regard to the size of the nose-leaf and the ears, the Insertion of the plagiopatagium, and the length of the tail etc. LÖNNBERO, MAMMALS. 11 TriuMiojis afer Peters. Triceiiops afer Peters, Dobson, Cat. Chiroptera p. 125. Usambaro: 2 alcoholic specimens from the Mkulumusi caves near Tanga */<■, 1905. — 1 dry specimen from the same localit y and date. Lavia froiis froiis (CJeoffroy). Lan'a /ro«-v frons Geoffroy, Andersen & Wroughton, Ann. & Mag. Nat. Hist. Ser. 7. Vol. XIX. Mcni: 2 specimens, Ngare nairobi "/s 1905. These belong evidently to the larger race. They were shot among the acacias where they were flying about in broad daylight after they had been scared fr- their hiding place. Nycteriss thebaica Geoffroy. Nycteris thebaica Geoffroy, Dobson, Cat. Chiroptera p. 165. Kilimandjaro: Kibonoto, 4 specimens 'V? 1905. — 2 sp. "V? 1905, — 4 sp. Oct, 1905. — 4 sp. -"li 1906, — Meru: Ngare na nyuki, 5 specimens "/lo 1905. In one specimen a »second lower premolar » is visible in the tooth row and this may belong to the race called by Peters fitliginosa but as this specimen has been collected among specimens not having this tooth visible it might be a variable characteristic. The time for the parturition of this animal appears to be in October as Sjöstedt found a foetus in the uterus of a female the Ist of Oct., but at the end of the month ("Vio) a fe- male carried her young at the breast. The tail of this young was shorter than the hind- legs not to speak of the relative shortness of the fingers. These bats were rather numerons on Kilimandjaro. They were mostly found in the Underground passages in connection witli the huts of the Wadshaggas, when these passages had caved in here and there and thus given free access to the bats. Vespertilio (Glischropus) naiius Peters. Vesperugo nanus (Peters), Dobson, Cat. Chiroptera p. 237. 1 specimen from the Mkulumusi caves near Tanga "' U 1905. Kilimandjaro: Kibonoto, 3 specimens '^ ? 1905 — 1 sp. ^",'7 1905 — 1 sp. 'Vs 1905 — 1 sp. ''/8 1905 — 1 sp. '"/s 1905 — 2 specimens (female with young) 'Vio 1905 — 8 specimens (females and youngs) ""/n 1905 — specimens from the cultivated zone, Kibo- noto '''4 1906. — Meru: 1 sp. from the rain forest, 3,000 m. above the sea ^Vi2 1905. The adhesive pads are well developed already in almost naked youngs. The youngs of this species as well, seem to be born in October. A female caught the '" n 1905, had three youngs each measuring nearly 3 cm. 12 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MBRU EXPEDITION. 2. C'oleura afra Peters. Coleura afra Peters, Dobson, Cat. Chiroptera p. 365. Usambara: 3 alcoholic specimens from the Mkulumusi caves, near Tanga */c 1905. — 2 dry specimens from the same caves at Tanga "/ 7 1906. Iiisecti\ ora. ('rocidura fisclieri Pagenstecher. Crocidiira fincheri Pagenstecher, Jahrb. wiss. Anstalt, Hamburg 1884 p. 34. Meru: 1 specimen from a termite hill on the Massai steppe near the river Ngare na nyuki 'Vio 1905. Crocirtura hirta (Peters). Sorex hirtus Peters, Reise nach Mossambique. Säugethiere p. 78. 2 specimens from the bush steppe between Kilimandjaro and Meru (between Ki- bonoto and the Natron lakes), ^U 1905. (rocidura fuinusa Thomas. Crocidura fumosa Thomas, Ann. & Mag. Nat. Hist. Ser. 7, Vol. 14. Kilimandjaro: 2 specimens from Kibonoto resp. */; and ^^U 1905 — 1 sp. from the cultivated zone, Kibonoto, 1,300 — 1,900 m. — Meru: 1 specimen from Ngare na nyuki 1905 — 4 spec. under the bark of an old tree trunk in the acacia forests at Ngare na nyuki, Nov. 1905. My friend Mr. Oldfield Thomas has kindly communicated in a letter that he agrees with me concerning the determination of one of these specimens which was sub- mitted to him for inspection. These specimens were almost blackish but there is also a brown face of the same species. Crocidura fumosa Thomas; brown face. Kilimandjaro: 5 specimens from Kibonoto, July 1905 — 1 sp. Nov. 1905 — Meru low lands 1 sp. ^'^/i 1906. Crocidura maurisca Thomas. Crocidura maurisca Thomas, Ann. & Mag. Nat. Hist. ser. 7. Vol. 14. Kilimandjaro: 1 specimen from Kibonoto, ^''*U 1906. — Meru: 4 specimens from the acacia forests at Ngare na nyuki, Nov. 1905. This species was originally described from British East Africa. Mr. Thomas has kindly stated the correctness of this determination. LÖNNBERU, JIAJIMALS. 13 Carnivora. Mellivora ratel (Sparrman). Mellivora ratel Spaerman, Matschie, Die Säugethiere Ostafrikas p. 88. Kilimandjaro: 1 native skin from Kibonoto Nov. 1905. — 1 skull and skinfrom 'the cultivated zone at Kibonoto "/* 1906. The latter is mucli more dirty yellowisli grey above, the former ashy grey. The specimen obtained 'V* was caught in a steel-trap and it had chewed of the whole foot inside the trap and swallowed it, fragments of the phalanges being found in its ventricle together with rotten meat from the bait and large larvse of the beetle Dynastes. The body of this animal had only a faint odour of mush. Caiiis variegatus Cretzschmar. Canis variegatus Cretzschm., De Winton, Proc. Zool. Soc. London 1899 p. 537. Kilimandjaro: 1 ? specimen from the Kibonoto steppe '"/'s 1905. — Meru: 1 ? specimen from Ngare na nyuki, Jan. 1905. The first of these specimens is an old specimen with worn hair, large teats and seminude underside so that it certainly represents an old female which lias had youngs lately. The second is younger, has a finer für coat and brighter colours. The dentition of the latter is abnormal as the third upper premolar is lacking on both sides, thus presenting an unnatural diastema. Both these specimens belong to the species called variegakcs by Cretzschmar and their skuUs agree with De Winton's figure, but the material is not sufficient to decide whether there is any subspecific difference. Canis mesomelas Schreber. Canis mesomelas Schreber, Sclater, Fauna of South Africa, Mammals I, p. 92. Kilimandjaro: 1 specimen from Leitokitok ^Vo 1906. This specimen is certainly smaller than South African specimens. The basal length of the skull is 136 mm. and its zygomatic breadth is 86 mm. while the upper carnassial tooth measures 17 mm. in length and the length of the nasals in the mesial line is 51 mm. If such small dimensions were constant in specimens from East Africa they might indi- cate a geographic subspecies in this region. NoACK described 1897' a small variety of the C. mesomelas type under the name of Schmidti from the Somali land. But this was still smaller, it had especially very short nasals (42 mm.). To judge from Noack's description the Somali form appears to have brighter colours than the present specimen as well. The blackbacked Jackal of Kilimandjaro may therefore not be made identical with the variety from the Somali land but f orms perhaps a connecting link between the same and the South African type. ' Zool. Anzeiger XX p. 519. 14 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2. In his book »Die Säugethiere Ost Afrikas» Matschie has mixed up this form with C. variegatus and uses that name for the blackbacked Jackal of German East Africa, which may deserve a third name of its own if the characters alluded to are constant. Cauis adustus Sundevall. Canis adusttis Sundevall, Matschie, Säugethiere Ost-Afrikas p. 65. Kilimandjaro: 2 specimens from Ngare nairobi, -U 1906. — 1 specimen (?) from Kibonoto '■"« 1905 and 1 specimen badly damaged by insects. The skulls of these specimens agree in every essential point with the skull of one of Sundevall's types, a female as well, which is kept in this museum. Both have the very characteristie appearance figured and described by De Winton' under the head of »Canis lateralis Sclater». The author mentioned is somewhat uncertain whether Canis adustus Sundevall and C. lateralis Sclater are identical or not. A comparison of De Winton's description of the characteristics of the latter with Sundevall's types proves that both these Jackais certainly have so much in common that they form a natural unit. It becomes then rather a matter of taste whether one wants to regard them as forming a single species which must be known under the oldest name adiistus and may be subdivided into several geographic subspecies, or it may be deemed desirable to create a separate subgenus for them as Hilzheimer has done and proposed the name Schoeffia. for the same." As De Winton has pointed out and Hilzheimer confirmed these Jackais have »several characters which bridge OA^er the separating line one would like to draw between the Jackais and the Foxes.» (De Winton 1899 Proc. Zool. Soc. p. 543.) Among the exterior characters the long Avhite-tipped tail has been especially mentioned. The long, flat and narroAV skull is also rather fox-like the more so as (at least in females) in one of Sun*devall's types and some of the present specimens the postorbital processes are slightly concave. Sclater's plate of the type of Canis lateralis^ resembles very much especially the female of Sundevall's types which has the same black colouration of the tail and the lateral band just as plainly visible. The distinguishing features are less easy to recognize. It is also difficult to ascertain whether there is any subspecific difference between the Kiiimandjaro-Jackal of the adustus-type and the true South-African adustus. The members of the Canidoi are more subjected to Variation than some modern writers appear to realise. There is also in some instances an important difference between the sexes which is even well visible on the skulls. The difference in basicranial length amounts to 6 mm. between two specimens of the present collections. De Winton has fully appre- ciated the differences in colour and markings which these Jackais may display. The same thing is proved by one of these specimens as well, in which the otherwise very con- spicuous white tip of the tail is substituted by a few white hairs only, which are very little visible and not at all at some distance. ^ Proe. Zool. Soc. IS'Jl) p. 542. ^ Zool. Beobachter (Zool. Garten) XLVII p. .SGL ^ Proc. Zool. Soc. 1870. LÖNNBERG, MAMMALS. 15 The most striking difference between the present speciniens and Sundevall's female type which is best preserved, is that the former have their tail less intensely black and somewhat shorter. The former characteristic may, however, be due to the wearing off of the tips of the hair, and perhaps to difference in age as well. Older specimens ap- pear to have blacker tails than younger. The coloured plate which Mivart has published in the »^lonograph of tlie Canidse», and which represents a male specimen of the adusius- type from Kilimandjaro proves fiilly that the Jackais of that region at least sometimes have the tail just as intensely black as the true adustus from South Africa. The length of the tail with the hair of these Kilimandjaro specimens is 35 — 40 cm, while even the female of Sundevall's types has the same measurement amounting to 46 cm. The measurement indicated by W. L. Sclater in »The Fauna of South Africa » (I p. 96) for the South African adustus is 18 inches, that is 45 — 46 cm. From these facts it might be supposed that the southern variety might have a somewhat longer tail than the East African. It is true that Matschie has recorded the same measurement for C. adustus from German East Africa to 45 cm. in his book Säugethiere Ost- Afrikas (p. 65) 1895, but he had himself not seen any Jackais of this kind from East Africa then, as he mentions further down on the same page. Another characteristic is perhaps of more importance. De Winton says in his already quoted description (1. c. p. 542) of »Canis lateralis»: »Distinct dark dashes on the lower part of the forearm. » These »dark dashes» may also be seen represented on the plate in Mivart' s work quoted above and they are very well developed on the forelegs of the present specimens although blackest in the two oldest specimens. These »dark dashes » are f urthermore not only colour patches but are f ormed by the black tips to otherwise rusty brownish hairs, which are longer and stiffer than else- where on the forearm. These hair attain a length of nearly 3 cm. on the better of these two specimens. They are firmly pressed down to the limb and form therefore not a brush but a kind of a thick and elongated hair cushion in front of the carpal Joint. This thicke- ning of the hair-cover can easily be feit but if it corresponds to some internal struc- ture (glands?) or not, cannot, unfortunately, be discerned on the skin. There is nothing similar to this to be seen on the forearm of the skins of Canis mesomelas and C. varie- gatus from the same district. On Sundevall's types of C. adustus the hair on top of the carpal Joint are a little prolonged but less than in the present specimens, and in the female there is no dark dash at all and in the male it is much less than in the Kiliman- djaro specimens. The question is then whether these »dark dashes» on the forearm always are absent or at least faintly developed in the South African C. adustus. W. L. Sclater does not mention them in his description of the species in the book on »The Mammals of South Africa». In the year 1902 Neumann described a species of Jackal from Kaff a which he named C. kafjensis} This seems to differ much more from the adustus-ty^e as it has no white tip to the tail etc. The skull resembles that of C. adustus in its profile, length of the palate etc. but the nasals do not extend so far backwards as in C. adustus. ' Sitzlier. Ges. Xiitiirf. Fiviiiuie. lifrliii 1002 p. 53. 16 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEKU EXPEDITION. 2. About Jackais in general Professor Sjöstedt says: »They were rather common everywhere on the steppes, especially at Ngare na nyuki. Ngare nairobi, Kirarägua and Leitokitok; they extended through the cultivated zone of the mountain as well, so that, for instance one, was shot quite close at ovir camp (1300 M.). » Lycaoii pictiis veiuitus Thomas. (Ann. & Mag. Nat. Hist. Ser. 7 Vol. IX p. 439.) Prof. Sjöstedt observed on the Meru steppe (conf. below) dark Jackal-looking animals with white tails, but did not succeed in coming near enough to kill one of them. These were, no donbt, specimens of Lycaon and probably the subspecies of the same which has been described by Thomas from British East Africa under the name quoted above. This subspecies is said to be very dark »with at least twice as niuch black as yellow» and its tail is yellow, black and white. As there is no material collected of this kind it cannot be fully stated to which species these »black Jackal-looking animals with white tails », but the supposition expressed above appears to be most probable. Professor Sjöstedt has written as foUows in his diary about the incident hinted at above: »The "** 3 I saw at Ngare na nyuki some black jackals with white tails. They kept themselves, 8 in number, out on the open steppe. They did not run away when a gazelle was shot (I did not see them before), biat scampered away afterwards like dogs sometimes in a file, sometimes scattered over the steppe. Now and then they halted and looked back, then they continued their pace, spying backwards behind small hüls. Although several shot were fired after them, so that even one of them seemed to be hit, they did not increase their speed to a füll run, but their celerity was nevertheless consi- derable. » C rocotta kiboiiotensisi n. sp. (PI. 5, fig. 1; PI. 7, fig. 1.) Kilimandjaro: 1 ? ad. from the Kibonoto steppe, ^'^ 1905. When my friend Professor Matschie in the year 1900 published a paper about »geographische Formen der Hyeenen »,' he gave the specific name »germinans » to a Spotted Hyaena from East Africa and expressed by this name a hint that future researches pro- bably would prove the existence of several geographic forms of Spotted Hysena in East Africa. This supposition is now to become a fact. Professor Sjöstedt's collection contains material of two Spotted Hytenas which are as well very distinct from each other — a glance on the plate (PI. 7) will convince everybody about this — as different from hitherto described forms. One of these two Hysenas is a short-tailed, red animal, the other is comparatively more long-tailed and dark grey. The type of Matschie' s Crocotta (jerrninans is from the neighbourhood of Lake Rukva (Lake Leopold) and is short-tailed. A comparison is thus only needed between this one and the short-tailed Hy;iena from the Kibonoto steppe. With regard to the colour this is easily done. 1 Sitz. P>f'r. iiatnvf. Frciinilc Ilcrliii lIKio |i. IS. LONNBERG, MAMMALS. 17 The Lake Uuhva aycena (aecording to Matschie). Gi'ound oolour light brown (»hellbraun-) niane on back and Shoulders clay brown ( ■lehnibraun ■). (Lovvcr side ot'V) neck aml ehest dirty whitish grey. Relly \Yliitisli brown. Flanks, Shoulders, hauuehes, and thighs with dark brown spots, wliich on the latter are cousiderably smaller than on the flanks and not sharidy defined. Posterior portion of back on either side of vertebral line with a row of gi-eat blackish brown spots. Sides of neck not spotted. Upper parts of head dirty brownish grey. Lower lip blacküsh grey. Forefeet dirty brownish grey. Hindfeet brownisli grey with dark brown toes. Tail of the same colour as the flanks, terminal third, and below blackish brown. Length of head and body 132 cm. (J"). Length of tail without hair 22 cm. with hair 33 cm. The Eibonofo Hi/ana jtale tau ou the flanks beeoming niore rusty red to- wards the mane. Sides of neck rust-coloured like the mane, the lower side white. Dirty whitish with small brown spots. Sides of body aud legs down to carpal aud tarsal joints with dark brown spots whicli are well defined but somewhat varying in size. The spots are not quite so dark on Shoulders and forelegs as on bindlegs where they are almost blackish. Similar. With two rows of almost confluent Init hardly con- spicuous spots of a somewhat darker shade of rusty. Greyish brown, dark brown on the snout. Sides of head paler gradually sliading into greyish white on the throat. Similar. Yellowisli grey a little mixed with rusty brown. Dirty yellowish brown mixed with rusty. Proxinuil half colourcd like flaidis terminal half with a big black tuft. 150 cm. (?). 22 cm. 34 cm. The dimensions of the skulls of the type of Crocoffa germinans are also different in several respects from those of the Hyaena from Kibonoto as is apparent from the foUow- ing table of measurements: CrocoUa germmans. Basilar length of skull 236 mm. Greatest zygomatic breadth 196 » Least interorbital width 67 » Distance between upper end of foramina infraorhitalia . 74 » Least postorbital width of skull 49,5 » Width of palatal opening at sutura pälato-pterygoidea . . 27,5 » Distance between outer sides of outer upper incisors . . 38 » Distance between upper carnassial teeth at tlieir bind end 105 » Distance between the hullce at the foramen situated at the middle of their inner side 27,5 » Length of upjjer carnassial tooth 35 » Length of upper third premolar 23,7 » C. kibonotensis. 231 mm. 171 » 58 » 60 » 47 » 26,5 » 38 » 89 » 26,5 » 36 » 22 » The posterior margin of the palate of C. germinans is described by Matschie with the following words; »Der Ausschnitt des Palatum ist vorn ziemlich tief und oval.» The Sjöstedts Kilimandjaro-M eru Expedition. 2. 3 18 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERÜ EXPEDITION. 2. same may be said about the red Hysena froni Kibonoto as well. The lateral contour lines of the occipital siirface when seen from behind run quite straight, forming an acute angle in crista sagittalis both in C. (jermirians and C. hihonotensis. The Upper molar is present as a slight rudiment on one side, absent on the other. It is evident that C. germinans and C. kibonotensis resemble each other in several respects, but at the same time the differences are easily seen and make them quite dis- tinct. With regard to the skull the former is much broader across the facial, interorbital and palatal portions, although the length of the two skulls compared are almost practi- cally identical (5 mm. difference). Their areas of distribution are also widely distant and the intervening district is, as it seems, inhabited by another Spotted Hyaena. There is namely sufficient reason to believe that C. kibonotensis has been killed at the southern frontier of its distribution and that it really is at home north of Kilimandjaro. Thanks to the kindness of my friend Professor Matschie, to whom I also owe the opportunity of measuring the skull of the type of C. germinans, I have been allowed to see in the R. Zool. Museum in Berlin two skins of a red Hysena killed at the Njiri lakes north of Kilimandjaro by Schillings. These I tliink belong to the same race as Sjöstedt's red Hya^na from Ki- bonoto. They were reddish all over. The spots on the fore quarters were not so dark n©r so sharply defined as those on the bind quarters which were almost blackish. The tail was short. The feet of the older specimen were reddish brown. A skull of a spotted Hyiena in the R. Zool. Museum Berlin, collected at Kibwesi by Hübner may also belong to the same form. Its basilar length was 225 mm., the interorbital width 53,5 mm., the distance between the upper carnassial teeth posteriorly 89 mm., the length of the upper carnassial tooth 36.5 mm. A skull collected by Scheffer in British East Africa (R. Zool. Mus., Berlin) had a basilar length of 220 mm. interorbital breadth 57,5, distance between upper carnassial teeth posteriorly 87,2 mm. There was, however, no skin to the latter skull, so I do not like to give any definite opinion about it. The occiput was also different in shape but this may, at least to some extent, be due to difference in age. A couple of skins from Kibwesi were reddish, espe- cially anteriorly. Crocotta paiiganensis n. sp. (PI. 5, flg. 2; PI. 7, fig. 2.) Kilimandjaro: 1 specimen from Kibonoto, May 1906. — 1 skeleton of a young but adult specimen from the Kibonoto steppe April 1906. This Hyaena is very different from the red C. kibonotensis as well in colour as to cranial characteristics. Its ground colour is brownish ash, shading into rusty brown in the mane of the withers and upper neck. Black spots distributed all over the body and flanks and down on the legs where they gradually become confluent with the blackish brown ground colour of these parts. Feet dark brown, on the forefeet a little mixed with rusty brown. Lower parts of body grey mixed with blackish and with less defined black spots. Sides of neck diity ochre j'ellow with som elittle defined, dark spots, lower LÖNNBERG, MAMMALS. , 19 side of neck dirty whitish. On the back a series of irregulär spots larger than the others on either side of and close to the vertebral line. Upj)er parts of head and face brown, much mixed with black, upper parts of snout black. Sides of head paler brown, lesa mixed with black. Region below the ears yellow. Chin dark brown. Proximal half, or a little more of the tail coloured as the body with two dark spots, the remaining ter- minal portion of the tail black. Length of head and body about 120 cm., length of tail without hair 31 cm. with hair 40 cm. The colour of this Hysena as well as the dimensions of its tail make it very easily recognised. The relative dimensions of the skull are also very different from those of C. kihonotensis as may be seen from the following measurements. Type. Younger specimen. Basilar length of skull 249 mm. 202 mm. Greatest zygomatic breadth 166 » 146 » Least interorbital width 53 » 46,5 » Distance between upper end of furaiiiiini inf'nwrhitulia 54 » 52,5 » Lea.st postorbital width of skull 47, ft » 46 » Width ot palatal opening t.t sutiira palatopterygoidea 29,7 » 28 » Distance between outer sides of outer upper incisors 37,5 » 35 » Distance between the hullce at the foramen at the niiddlo of their inner side 27,5 » 21 » Distance between upper carnassial teeth at their posterior cud ... 91,3 » 85 » Length of upper carnassial tooth 37 » 35 » Length of upper third preniolar 22 » 19 » There is no trace of an upper molar in the older specimen, but in the younger there is a small molar on the right side. From these measurements is apparent that the grey long-tailed Hysena has a narrower forehead and snout than the red short-tailed one. The palate of the former is, however, broader and especially the palatal opening is broader, the lamince pleri/goidece are less vertical and the free posterior palatal margin does not form an even curve but an obtuse angle, because the border of either side runs straight and forms in the mesial line with that of the other side a little more than a straight angle, slightly rounded at the apex. The lateral contour-lines of the occiput are not straight, but curve in the upper portion towards the sagittal crest. In the R. Zoological Museum in Berlin I have had the opportunity of seeing a couple of skins of spotted Hysenas from the Pangani district. These were similar to this one and I think that they belong to the same race having a brownish grey ground colour with sharply defined spots, and dark brown feet. The Spotted Hytenas were according to Sjöstedt common on the steppe and in the cultivated zone. A couple of Hippopotamus-skeletons hung up to dry attracted them in numbers to the camp ( 1 ,300 m. ). A sick negro was one night carried off from his hut near the camp and devoured by Hysenas. They eat also the corpses which the Wadschaggas lay out in the »bush». One evening a Massai-man died in a hut situated a stone-throw from the camp. The corpse was carried out by the relatives the same night only a little way from the hut. Next morning when Prof. Sjöstedt aided by a Massai-man went 20 SJÖSTBDTS KILIMANDJARO-MBRU EXPEDITION. 2. to secure the skeleton there were only some fragments of bone and some rags of the shirt, which the dead man had had around his waist, left. The Hysenas had made a clean sweep. Hyaeiia schilliiigsi Matschie. Hymna schillingsi Matschie Sitz. ber. Ges. nat. Fr. BerHn 1900 p. 55. Meru: 1 specimen from the acacia forest at Ngare na nyuki, ^Vio 1905. The coloiir-pattern of the skiii agrees perfectly with Matschie' s description, but the distance between the foramina infraorhitalia of the skull is 47 mm. Viverra civetta orientalis Matschie. Viverra {Civetta) orientalis Matschie Säugethiere Ost-Afrikas p. 72. Kilimandjaro: 1 specimen from the cultivated zone Kibonoto, April 1906. The spots become confhient to longitudinal bands on the hind quarters. Only this specimen was observed and the animal appeared thus to be less common. Genetta sualielica Matschie. Genetta suahelica Matschie Verh. d. V Internat. Zool. Congress Berlin 1901 p. 1143. A, normal: Kilimandjaro: 5 specimens from Kibonoto, July, 1905 — 4 specimens from the cultivated zone at Kibonoto resp. "/s (?), 'Vs, ^Vs and ^Vs 1905 — l specimen from the same locality, May 1906 — 1 specimen without locality. B, melanistic: Kilimandjaro: 1 ? from Kibonoto ^"/s 1905 — 4 specimens from the cultivated zone at Kibonoto resp. '^/s, ^''/s, "Vs and ^/lo 1905 — 1 specimen from the same locality, April 1906. These melanistic specimens look quite black, but in some shades of light the four rows of spots on either side are fully conspicuous. »This animal was common at Kibonoto, also the melanistic variety was often seen. It steals poultry from the natives and sneaked sometimes into our huts to get hold of shot birds hanging there. They were often caught alive by the Wadschaggas who carried eeveral specimens to nie tied to a stick. » (Sjöstedt) Nandinia ererrardi Thomas. Nandinia gerrardi Thomas Ann. & Mag. Nat. Hist. 6 ser. Vol. 12 p. 205. Kilimandjaro: 1 specimen from the banana farms at Kibonoto, ^"h 1905 — 1 $ and a foetus from the same from the same locality, '"/lo 1905 — 1 skin from Mombo (Mar- tienssen). This animal is known on the kidschagga language under the name »ndrano» or »drano ». The gravid f emale had only two y oungs in the uterus, and one of them was preserved. This foetus had already attained a length of nearly 12 cm. without tail, and was hairy. A mesial dark stripe on top of the neck is well developed and on either side another stripe, although less sharply defined, can be seen. This indicates that the striped pattern of the neck of Nandinia binotafa is a more primitive character than the absence of such LÖNNBERG, MAMMALS. 21 stripes in N. gerrardi. The absence of stripes is not always complete even in the fuU- grown animal. On the skin from Älonibo the mesial neck-stripe is quite conspicuoiis and the lateral ones may be traced. In the two other skins too, there is a faint indi- cation of a mesial stripe. If thus the characteristic derived from the skin in this respect not always may be quite sharp there are others derived from the skull which are quite satisfactory for the distinction of the two species. The constriction of the skull behind the postorbital processes in the eastern species, is especially striking as may be seen from the following measurements. In a skull of Nandinia hinotata from the Gold Coast with a basicranial length of 87 mm, the least width of the skull behind the postorbital processes is 15,5 mm, while in two skulls from Kibonoto with a basicranial length of resp. (J) 99 mm and (?) 88 mm the same measurement is resp. 13,5 and 12 mm. Mungos cafer Gmblin. Herpestes caffer Gmelin, Matschie Säugethiere Ost- Afrikas p. 78. Kilimandjaro: 1 specialen from Kibonoto ^h 1905 — 2 specimens from the culti- vated zone at Kibonoto -*, 8 1905. None of these specimens is fuUgrown. The last molar is not yet fuUy developed. The greatest length of two skulls is 83 mm. and their greatest breadth 41 mm. The underfur is greyisli brown in one, in the other a little more inclining to rufous. Mungos sanguineus ibe» Wroughton. Mungos saiujuincus ibece Wroughton Annais & Magazine Nat. Hist. Ser. 7, Vol. XX p. 118. Kilimandjaro: 1 specimen from Kibonoto ^/i 1905 — 1 specimen shot ^hen run- ning over a path in the farm at Kibonoto 'Vo 1905 — 1 specimen from Kibonoto, May 1906. The member of the »Herpestes gracilis-growp» which inhabits Kilimandjaro agrees most closely with Wroughton's description under the above quoted name, and the measurements of skin and skull are practically identical, except that the zygomatic breadth is, by the author quoted, said to be 35 mm., while in the only skull from Kili- mandjaro available to me the same nieasurement is only 30 mm. This difference is rather large but it cannot be ascertained whether it is constant or not. Mungos galera robusta (Gray). Herpestes galera (Erxl. ) var. robusta. True Proc. U. S. Nat. Mus. Vol. 15. 1892 p. 452. Kilimandjaro: Kibonoto, 1 cT specimen ^/s 1905 — 1 specimen ^Vs 1905 — 1 spe- cimen "/s 1905. The first mentioned of these specimens is the darkest with very fine and shiny für of a blackish brown colouration. The others are less dark which is due to the rings of the hairs being broader and more rufous. The old male has a skull of the same size as that recorded by True (1. c. ). 22 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2. Cyiuelunis guttatus Hermann. Cyncelurus guttatus Herm., Matschie Säugethiere Ost- Afrikas p. 70. 1 young specimen from Sigillari, the steppe between Meru and Kilimandjaro, June 1906. This species is not common accordtng to Sjöstedt. A specimen kept alive by a f armer was said to have been caught on the steppe between Kilimandjaro and Meru. Felis leo snb.sp. sabakieiisis n. (PI. 3 fig. 4). Kilimandjaro: 1 ? killed by the natives at Kibonoto in the cultivated zone, 1,500 m. above the sea, "/s 1905 — 1 ? shot by Prof. Sjöstedt in the plains NW. of KiUman- djaro, Leitokitok, "Vb 1906. (»Diameter of eye 28 mm. Iris yellow.») These two lions are very different in colour. The first is much darker and migh be termed yellowish brown, in some lights ahiiost rufous with black tips to the hair. The lower side is yellowish white with numerous round, pale rufous spots. This speci- men was sick when shot and had probably in consequence of this left its regulär haunts in the plains. The other specimen is sandy grey, becoming more yellowish un the flanks, white beneath without any spots. The dimensions of the skull of these two female Lions are: »Reddish» p »Reddish» specimens killed by Schil- spec. ^^y ^^'^^ LINOS (R. Zool. Mus., Berlin) Basilar leugth ." 243 mm. 258 mm. 255 mm. 240 mm. 260 mm. Zygomatic breadth 195 » ^ 215 » 196 » 191 » 205 ^ Interorbital » 55 >> 62 » 63 » 63 » 63 ;> Least postorbital vvidth 60 » 57 » 61,5 » 56,5 » 59 » Distance between tips an either side of mesial palatal notch 8,5 » 13,5 » Breadth oi palatal opening just bebiijd the sutura palatopterygoidea 33,5 » 37 » 37 » 35 » 41 » Distance between bullce in front 28 » 28 » 26 » 26 » 29 » >> » tips of postorbital processes . 88 » 103 » 92 » 92 » 96 » Length of upper carnassial 34 » 32 » 37 » 33 » 36 » Breadth of squama occipitalis abbove the condyli 74 » 70 » 76 » 72 >> 72 t> s> » » » at basal third . . 60 " 60 » 61 » 58 ^ 61 >> » » » » » second » . . 40 > 40 » 50 » 43 » 47 » Height :» » » 65 » 62 > 62 » 57 » 63 » At the side of these measurements of the skuUs of Prof. Sjöstedts female lions are put some measurements of three skuUs of female lions shot by Schillings and now kept in the R. Zool. Museum in Berlin where T have had the opportunity of measuring them, thanks to the courtesy of Professor Matschie. Schillings' lions were of a »red- dish» type. The grey and reddish lions in Sjöstedts coUections are, as may be seen, a little different. The differences in width between the postorbital processes is of less account as the specimen from Kibonoto was younger and weaker. The differences LÖNNBERO, MAMMALS. 28 in interorbital width may be due to the same cause. Otherwise the measurements of these two specimens agree very well inter se and with those of Schillings' specimens. The shape of the occipital surface is the same in all. The distance between lamiitce lAery- (joidece. is distinetly greater than that between the huUce anteriorly. This I take to be an important character which is shared by a male specimen shot by Schillings, as well, but in Opposition to the condition found in the type of Neumann' s massaicus where the distances between the bidlce and the lamince pferygoidece are about equal. In all Schillings quoted specimens, as well as in Sjöstedt's, the formnen mag'MMm is very high compared with its breadth while in Neumann's massaicus it is transversally extended so that it is seems very broad to its height. If all these cranial characteristics are taken together I think that it might be concluded that all these 5 specimens the cranial measure- ments of which have been recorded above, belong to one and the same race, in spite of the colour differences between Sjöstedt's specimens, and that this race is different from Neumann's Massai lion. The area of distribution of this lion is, no doubt, on the northern side of Kilimandjaro, although the sick specimen killed at Kibonoto had strayed away a little — just as the red Hysena described above. The Kilimandjaro lion is not identical with Noack's somaliensis and it may there- fore be the best way to give a separate subspecific name to it indicating its geographic origin and I then propose the name sabakiensis. The lions were, according to Sjöstedt, very numerous on the northwestern side of Kilimandjaro especially at Leitokitok and Gasorai. When a giraffe bull was killed there **/,-, 1906 a great number of lions collected round the camp near which the skinned body lay on the steppe. Sjöstedt himself saw the shining eyes of half a score of lions and the natives stated that there were as many on the other side of the camp. The night was very dark so that only one specimen could be killed when it passed through the light area of a small lantern hanging on a Massai spear at the dead body of the giraffe. The killed specimen had its ventricle filled with large pieces of meat and skin of a zebra. The plentiful supply of game (antelopes, gazelles, zebras) in this district explains the fact that the lions did not actually attack the men in the camp, although they tore down and devoured the meat of the giraffe which the natives had cut in long strips and hung on a small acacia. The negroes themselves lay sleeping under the same tree and were roused by the lions jumping for the meat hanging on the branches. They rushed, of course, in a great hurry, and very scared, to the camp but none was hurt. Felis pardus iiiinr (Hempr. & Ehbenb.). Felis (Leopardus) nimr Ehrbg., Matschie Säugethiere Ost- Afrikas p. 69. Kilimandjaro: 1 specimen from Leitokitok ^"/s 1906 and another from Kibonoto. The Leopard is according to Sjöstedt common in the surroundings of the moun- tains especially among the acacia forests at Ngare na nyuki and Leitokitok. Although it prefers the steppe with its herds of gazelles and other game, it is also found in the culti- vated zone, according to the natives, where it used to eat the corpses of the Wadschaggas which at Kibonoto were not buried but laid oiit in the bush. 24 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MEEU EXPEDITION. 2. Felis (Zibethailurus) serval Schreber. (PI. I fig. 3) Felis Serval Schreber, Matschie Säugethiere Ost-Afrikas. Kilimandjaro: 1 skin (badly damaged by insects) froin Ngare nairobi, skinned by the natives. — Usambara: 1 skin of a melanistic variety presented by Mr Martienssen at Mombo. A young specimen caught near the mountain was held in captivity for some time. »It became, with every day luore beautiful but at the saine time more ill-tempered and hissed and spitted as soon as anybody came near it. Finally it succeded in escaping » (Sjöstedt). Felis ocreata Gmelin äff. A specimen of Wild Cat was shoc at Mosclii on evening in July when Sjöstedt visited the officers stationed there. This specimen was presented to him and the skull is preserved, but the skin appears to have been lost and subsequently it cannot be deeided which subspecies it represented. Rodeutia. Heliosciurus niulnlatus True. Sciurus undulahis True Proc. U. S. Nat. Mus. XV 1892 p. 465. Kilimandjaro: 2 specimens from the farms at Kibonoto, ''/a 1905 — 1 specimen from the rain forest, 2,000 feet above the sea, Kilimandjaro, '/n 1905 — 1 specimen from the cultivated zone at Kibonoto, Nov. 1905 — 2 specimens from the same locality April and May 1906 — Usambara: 2 specimens from Mombo '"*/« 1906. The specimens from Mombo are a little lighter with broader white tips to the hairs, but otherwise sirailar. FuiiisciHrus ganana Rhoads. Sciurus ganana Rhoads Proc. Acad. Philadelphia Vol. 48 1896 (1897) p. 522. Kilimandjaro: 1 (J*) specimen from Kibonoto June 1905. »Length of body 13 of tail 16 cm.» — 2 (c??) specimens from the cultivated zone at Kibonoto ^V« 1905 — 1 specimen from the same locality Nov. 1905 — 2 specimens from the same locality, May 1906 — ^ 1 (?) specimen from Moembe, Usambara June 1906. — Usambara: 2 spe- cimens from Mombo, June 1906. If this species (ganana) proves to be identical with Pagenstecher' S: Sciurus cepapi var. aruscensis^ the latter name has priority. This supposition is mentioned, because some of the specimens (one young from Kibonoto and two specimens probably from Mombo) are much paler on the lower side which may be termed dirty yellowish white. The last mentioned specimens differ, however, from the young one from Kibo- noto in having paler feet, yellowish brown, while those of the latter are rufous. This ' Jalub. Hamburg, wiss. Aiist. 1884. t.ÖNNBKRO. MAMMALS. 25 glves a hint that there possibly inay be two geographic races, one darker on the back, niore rufous on the feet and more reddish yellow on the under parts, and another more yellowish grey, even with an olive greenish tint on the back, more ochre coloured on the feet and dirty yellowish white on the lower parts. The fornier shoiild inhabit the interior and the Kilimandjaro district, the latter Usambara, and perhaps the coast district. The liinits between these are not sharp, however, and intergrading specimens may be found. This sqiürrel is probably identical with the one which True has recorded as Scitirv-^' poensi.'^ in Proc. U. S. Nat. Mus. 1892 p. 467, and he found darker and paler specimens in his material as well. In his book on the »Säugethiere Ost- Afrikas» Matschie uses the name Sciuru.'i cepapi (1. c. p. 40) for this same animal, but he describes a related form from Usambara and Tanga under the name »Sciiirus pauli-'>. This is said to have the »Endhälfte des Schwanzes einfarbig sammetsschwarz mit weissen langen Haarspitzen», and this charac- teristic is not to be found in any of the present specimens. None of them presents the slightest trace of a lateral stripe as Sc. ochraceous shall do. More material from different places and collected at difl'erent times of the year is needed before the question about these small squirrels of East Africa can be settled. The following notes about »the small squirrel from Kilimandjaro» from S.jö- STEDt's diary may refer to this species. »It has a fine repeated neighing sound and a coarser abrupt sound. Usually it sits leaning much forward and the upward curved tail strikes up and down when the squirrel emits its sounds. It may sometimes for a good while sit on a brauch in the shadow of the foliage and continue its noise while the whole body trembles and the mouth is widely open. » Xfriis rutiliis Cretzschmar. Xeriis rutilus Cretzschmar, Neumann, Zool. Jahrb. Syst. 1900, p. 545. Usambara: 1 specimen from Mombo, June 1906. According to Prof. Sjöstedt the same species was also observed in the acacia forests at Ngare na nyuki (Meru). (iraplihirus parviis (Trte). Eliomijs parvus True, Proc. U. S. Nat. Mus. Vol. 16, 1893 p. 601. Kilimandjaro: 1 specimen from Kibonoto 'Vs 1905. This specimen agrees well with True's description except that its size is considerably less, although it is fullgrown to judge from the teeth. The length of head and body is hardly more than 70 mm. and the length of the tail vertebrte 65 mm., but as the skull is broken and there is only one specimen at hand, 1 have decided to name it as above. The type of O. parm.^ was collected somewhere at Tana river. British East Africa. (jrnpliiiinis inurhius (Desm.). Eliomys murinus Desm. Matschie, Säugethiere Ost-Afrikas p. 44. Kilimandjaro: 1 specimen trapped within the cultivated area, Kibonoto, ],.300 m. above the sea, ^'^7 1905 — 1 specimen caught in a hut among rubbish 7« 1905. SjöateiUs KilnHfindjai ri-Mtru F.xpfiJitimi. 2. 4 2f> SJÖSTEDT.S KILIMAND.TARO-MERU EXPEDITION. 2. Both these specimens have the hairs of the tip of the tail tipped with whitish. This characteristic may, however, also be fouud in Sovith African specimens as I have stated on a specimen froni »C'affraria» in this niuseum. South African specimens, which I liave Seen, appear to be larger than these two are. There is thus qiiite possible that, if this characteristic proves constant, Kilimandjaro is inhabited by a separate race, bnt two specimens are hardly sufficient to decide this qnestion. Tiitoi'ii nuniihasa' Wroughton. Tatera momhasce Wroughton, Ann. Mag. Nat. Hist. ser. 7, VoL 17, 1906 p. 403. Meru: 5 specimens from the acacia forests at Ngare na nyuki -"' n 1905 — 1 specimen from the same locality Jan. 1906. These specimens agree with Wkoughton's description, but some are a little larger attaining a length of head and body of about 140 mm. and of tail up to 180 mm. The length of the tail is also a little variable as two specimens of almost the same size have the length of their tails somewhat uneqnal. This species cannot be identical with -■^Merioncs lencoya^ster» Peters from Mozam- bique because the latter has the tail shorter than head and body. Wroughtom has expressed a doubt whether T. »lombasce might be joined as a subspecies with Peter' s leucogaster but I think that both are specifically different. Sjöstedt found this Tatera to be common in the acacia forests at Ngare na nyuki where it was caught in the thickets formed by shrubs and »bayonet-plants>> (Sanseveria) which like Islands were isolated by open Stretches covered with black volcanic sand. In the same thickets were also found other species of rodents, as well as shrews. Mus liildchriiiHlti Peters. Mu.i hüdebrandti Peters, Monats-Ber. Akad. Wiss. Berlin 1878 p. 200. Kilimandjaro: 1.3 specimens from Kibonoto, first part of July 1905 — 2 specimens from the same locality 7io 1905 — Meru: 8 specimens from the acacia forests at Ngare na nyuki Jan. 1906. The fecundity of these animals must be remarkably great. One female had on the left side 10, and on the right 8 teats, another on the ieft side 7, and on the right 10 teats. The number of teats is thus very great but not constant. Their position is also variable, sometimes two teats sit rather close together. It was the common »house rat » in the huts of the natives. Mus Jacksoui De VVtnton. Mus Jacksoui De Winton, Ann. & Mag. Nat. Hist. ser. 6, Vol. 20, 1899 p. 318. Kilimandjaro: 1 specimen Kibonoto, July, 1905. Mr Thomas has kiiidly identified this specimen. ikfw.v jack.' and liave their heads sooty blackisli and may thus certainly be refered to the subspecies described by Tliomas from Mount Kenia. The last mentioned yoving one from Moschi is quite black all over and I should not have dared to refer it to this species, as the skull is wanting, if I had not liad the great pleasure of being favoured by my friend Dr Oldfield Thomas' opinion about it. »This species lived as well on the steppe as in the cultivated zone. Their heaps of earth resembled mole hüls and were seen here and there. They were obnoxious in the farms and the Wadschaggas used to catch them and brought them to me tied to a stick. » (Sjöstedt.) Myosciilops iirgeiiteo-finereus (Peters). Heliophobiusaryenteo-cijiereus Peters Reise nachMozanibique zool. Säugethiere p. 140. Kilimandjaro: 1 specimen from Ngare nairobi -"/.^ 1906. Hystrix f,'aleata Thomas. Hystrix yalmta Thomas Ann. & Mag. Nat. Hist. (6) XI, 1893, p. 230. Kilimandjaro: 1 ? specimen Kibonoto, -'s 1905 — 1 somewhat younger specimen with the last molar still unused) from the same locality Nov. 1905. — 1 skin of a less than halfgrown specimen from the same locality, Marcli 1906. The two adult specimens belong certainly to H. yaleata and show very clearly the character derived from the relative dimensions of the nasals which have been pointed out by Thomas. If the relation between the breadth of the nasals at the posterior end of the naso-premaxillary suture and the breadth of the same at the anterior edge of the same suture is expressed in percent, the latter dimension is, according to Thomas' mea- surements in a Gambian H. cristata, 54 "/o, in H. galeafa 14: "lo, and in H. africee-australis 52,4 " u of the former. According to my own measurements the same percentages are for two specimens of H. africre-australis from South Africa, both rather young and with the last molar not fully developed (just cutting the gum), resp. 55,9 and 60,i; and for LÖNNHKRU, .MAMMA 1,8. 29 llu- prcsent speciinens of H. fjaleata resp. 70,7 (the younger) and 74, o (the older). This slunvs verv plainly the difference and indicates at the sanie time that in H. ajrica'-au.'^tra- lifi the nasal opening is narrowed witli increasing age as the percentages from my younger speciniens are greater than that from Thomas' older. As far as my material is concerned the nasal processes of the premaxillaries of H. galeata are much broader than the same of H. africm-australis. At the middle of the nasal sutures their width is in the two specimens of H. galeata resp. 17 and 22 mm. while the same dimension in two specimens of H. ajricce-auslrali)i is resp. 9 and 13 mm. As Thomas has remarked the length of the nasals of H. galeata is greater than the same of H. africce-australis. Measured in a straight line these bones are in the latter (semiadult) 73 mm. in the former (semiadult) 83 and (adult) 96 mm. On the contrary the frontals measure in the median line in the former 44 and in the two latter resp. 31 and 33 mm. In H. africce-australis the length of the nasals (in a straight line) is in young specimens sh orter than, and in adult about equal to the distance from the naso-frontal suture to crista occipitalis. In H. galeata the latter distance is but 70 "/o (adult) to 74 "/o (young) of the nasal length. In H. galeata a crista sagittalis extends from the occipital crest forward over ^/ä to -jz of the parietalia. It is thus better developed than in H. africce-australis and H. cristata. In H. africce-australis foramen magnum extends a good deal up on squama occipitalis, so that its upper margin is only about 24 mm or less from the upper margin of the occipital crest while the same distance in H. galeata is about 31 mm. So far as my material is concerned, the distance between the middle of the occi- pital condyles is in H. africce-australis less than the height of foramen magnum in H. ga- leata about equal to it, and in H. cristata the transversal dimension is the greater. The antero-lateral portion of lacrymale which is seen outside and in front of the orbit is com- paratively much narrower and smaller in H. galeata than in H. africce-australis. There are several other cranial differences that could be pointed out in which H. galeata differs from the South African as well as from the Älediterranean porcupine but what is Said may suffice to fuUy confirm Thomas judgement which was based only on one skull. The two specimens recorded above are chiefly blackish; the bristles forming the anterior crest are to great extent whitish in the distal parts. The quills of the back are ringed, the blackish rings being much broader than the white. As a rule each quill has only three white rings which are narrow, often less than 1 cm. seldom if ever 1 \ 2 cm. The ends are as a rule broadly white. The quills round and on the tail are wholly white (the central ones) blackish at their base only. Hystrix galeata ainbiicua n. (PI. 7, flg. 3). A third specimen from the same locality (Kibonoto) collected the 23th of May 1906 is more difficult to form any certain opinion about. It is very old and all sutures are closed whicli makes the matter still more doubtful concerningthe dimensions of the diffe- rent bones. The skull resembles however, in several respects H. africce-australis more than H. galeata. The broadest part of the frontals is. for instance, at the edge of the 30 SJÖSTEDTS KILIMAND.JARO-MERU EXPEDITION. 2. lacrvinal bones, not at the rudimentary postorbital processes. The nasal opening is niuch narrower than in H. galeata and the percentage expressing the relation between the breadth of the nasals at botli ends of the naso-premaxillary siiture is 57, thus siniilar to that of H. afriae-austraUs. Foramen magtiuni has almost the same shape as in the last nientioned species. The nasals are certainly very large (longer than their distance from tlie occipital crest) bat hardly in the same degree as in H. galeata which is elucidated by the fact that the distance from the nasofrontal suture to the occipital crest in the adult of that species corresponds to only 70 "/o of the distance from the same suture to the anterior end of the nasals, but in the present specimen the same percentage is nearly 80. The nasals reach accordingly not so far back in the present specimen as in the typical H. galeata although it is very old. If the length of the frontals is compared with the length of the nasals the former is not by far contained twice in the latter in H. afrirc^-aiistraJis, but in H. ga- leata about 2'/3 times and in the present specimen this relation appears to be approxi- mately the same. In H. galeata and the present specimen the frontal region of the skull measures in the mesial line about as much as the distance from Hutum coronalis to the occipital crest, wliile in H. africce-australis the former is much the longer. The nasal process of the premaxillary of the present specimen is very broad as in H. galeata or even broader, thus much different from H. africce-australis. Likewise the lacrymale is small as in H. galeata. The distance from the lower end of lacrymale to the zygomatic suture is in the latter abovit I2V2 mm. in the present specimen 13 mm. but in a specimen of H. africai-australis only 5 mm. On the other hand this specimen has, in spite of its great age, no crisla sagätaUs as H. galeata, but the areas for the Insertion of muscles on the sides of the skull leave a 6^/2 mm. broad flat area in the niiddle of the parietal surface in front of the occipital crest. This reminds more about the condition found in H. africce-australis. The zygomatic process of the maxillary is also very different from that of H. galeata. In the latter its greatest breadth in front of the orbit is about 11 mm., in a South African specimen of H. africce-australis it measures 17 Va mm., and in the present specimen its width is similar or even a little more. In H. galeata the zygomatic process from sr/ua- niosuni is almost horizontal, but inH. africce-australis it slopes rather strongly downwards the latter is also the case with the present specimen. There may be quoted still more cranial characteristics proving that the present specimen in some cases agrees more with H. galeata in others with H. africce-australis and in still others is intermediate or differs from both. These aberrations from both species quoted are far too great to be interpreted as individual variations, and it does not seem probable that the specimen in question is a hybrid. I think it is most reasonable to assume that it is the representative of an intermediate geographic race which I propose to call Hystrix galeata amhigua. H. galeata was described from British East Africa, Lamu, thus from the country to the north-east of Kilimandjaro but later also found in Uganda (Proc. Zool. Soc. 1901 p. 87). It has been made probable above (see for instance about the kSpotted Hyaenas) that a northern and a southern fauna meet at Kibonoto. H. g. ambigua may then repi^-sent a more southern or perhaps rather south-western race LÖNNBERG, MAMMAI„S. 31 which is different as well from the northeru H. gaJeatii as t'ioni the south-eastern H. aj- ricce-austrdlis (type-locality etc., Querimba). It is also possible that H. galeata ambigua is the Porcupine ot" the Mevu monntaiii which has happened to come across to Fvihnian- djaro in one specinien. Prof. Sjöstedt found a quill of a porcupine "Vi 1906 in the rain forest on Meru in an altitude of 3,000 ni. so that it is stated that porcupines live on that juovintain as well, although no specinien was procured there. As a rule the porcupines hide theniselves very well and it is only accidentally that some specinien inay be procured hy the natives. The speciniens t'roiu Kibonoto were all of theni obtained in the cultivated zone. l^eiMis sp. Prof. Sjöstedt observed when niarching round Ngare na nyuki and Ngarenairobi a few tinies single hares which were allarmed by the approaching caravan and with light- ning speed zig-zaged away over the steppe. As he liad no gun at hand at these o]ipoi'- tunities no specinien was obtained and it can only be stated that sonie species of hai'e lives there on tlie steppe. Hyracoidea. Dfiidrohyrax validiis True. Dendrohyrax validus True Proc. U. S. Nat. Mus. XTIT 1890 p. 227. Kilimandjaro: 1 o ad. from the rainforest 2 — 3,000 m. Kibonoto -^U 1905 — 1 V ad. from Kibonoto Sept. 1905 — 1 ? specinien from Kibonoto 2,500 m. -/i» 1905 — 1 ? specinien Kibonoto ^'/lo 1905 (the ventricle füll of leaves) — 2 speciniens from the sanie locality ^/n 1905 — 1 ci" specimen from the rainforest 2,500 m. Kibonoto \ n 1905 — 5 youngs from the rain forest at Kibonoto 2,000 m. -^/s 1905 — 1 specimen from the rain- forest 2,000 m. Kibonoto, Nov. 1905 — 1 specimen from the rainforests 2,500 Kibonoto, Nov. 1905. In the five quite young speciniens the dorsal spot is only faintly developed in three speciniens in the two others it cannot be traced. Prof. Sjöstedt has written about them in his diary: »The small youngs (7 in a set) I learned to know as very agreeable little beings In the box in which they were kept there was a chirping as from birds, or an almost grunting, fine sound which was repeated in ciiorus of the whole set. As soon as the cover was lifted the youngs beganto juiiip up along the walls in which proceeding they usually succeeded as the box was not very high. If the hand was put down to the soft little animals they began, finely grunting, to clinib up on the same with their soft paws which were quite pleasant to feel. They liked to crawl up on the arm in the sleeve apparently delighted with the warmth. » »A couple Avas seen pairing in a banana form within the cultivated area -'/s 1905.» »It was lieard in the rainforest of Meru, 3,000 m. Dec. 1905. » 32 S.TÖSTEDTS KILIMAND.TARO-MERU EXPEDITION. 2. Proboscidiii. Elephas sp. »On tlie western side of Kilimandjaro Elephants were rather common and a herd seemed to liave its regulär haunts in the forest belt round Kiraragua river. From there the Elephants wandered down to the rivers Sanya, Lima and Nassai. They were more numerous, however, towards NW or NNW where a herd containing about 16 animals was Seen. As it is forbidden to shoot Elephants in the Kilimandjaro district they were, of course, not molested. On Kilimandjaro fresh tracks were seen in Febr. 1906 at Ki- bosho in the upper most parts of the rainforest and lower parts of the mountain meadows at an altitude of 3,000 m. On Meru tracks were seen in Jan. 1906 in the upper rain-forest abont 3,500 m. above the sea. » (vSjöstedt. ) Perissodactyla. IMceros Itieoniis (Linne). (PI. 4, figs. 2 & 3). Kilimandjaro: 1 specimen skeleton and skin ^ (Sjöstedt. ) (iiiraffa tipitclskirchi Matschib. (PI. 1, figs. 1 & 2; PI. 6, figs. 1 & 2.) Giraffa tippelskirchiM ATScniE. Sitz. Ber. Naturf. Fr. Berlin 1898p. 78. Meru: A female specimen (skeleton and skin) gravid when shot ^"/lo 1905 (PI. 1 fig. 1). (Diameter of eye 40 mm. Iris dark. ). — A big bull (skeleton and skin) shot on the steppe NW. of Kilimandjaw, Leitokitok '"/s 1906 (PI. 1 fig. 2). The female agrees in a]ipearance quite well with the plate which has been published by Lydekker in Proc. Zool. Soc. London 1905 PL XI. The pattern of the colouration with the irregulär and jagged dark spots is plainly shown on the accompanying plate (fig. 1 ) from Professor Sjöstedt's very interesting pho- tos. The spots are a little more jagged and star-like than those on Lydekker's plate quoted above. They agree thus better with the fig. of the type communicated by the same author in Proc. Zool. Soc. 1904 Vol. 1 p. 214. But the colour agrees well with the first quoted plate and the spots extend all the way over the yellowish grey cannon bones, but then the phalanges are whitish without spots. The face is strongly mixed with dark, etc. The bull is spotted almost as far down on the legs and feet as the female, and dark in the face as well. The spots on the body and neck are not quite so jagged and star- like as in the female, but the difference is not so great that it seems to indicate any racial difference. A certain allowance must be made for individual Variation, the more so as Lydekker has pointed out (1. c. 1904 p. 217 footnote) that the jaggedness of the spots can be less pronounced on one side than on the other in the same specimen. As no adult bull of the typical G. tippeJskirchi appears to have been coUected a direct comparison cannot be made, and thus this one must, at least pro tempore, be regarded as a representa- tive of the same race. The structure of the skull of this bull is quite remarkable as may be seen on the accompanying figures (PI. 6 figs. 1 & 2). It has evidently been an old animal as the teeth are well worn, and it seems that such a specimen of this race has not yet been de- scribed. As well Professor Sjöstedt's photo of the wounded animal as still more the figures of its skull reproduced here (PI. 6 figs. 182) prove that Giraffa Uppelskirchi has a great frontal hörn when the bull is fully developed. This great frontal hörn is not symmetrical to the mesial line of the skull but its main mass lies on the right side of the same. The armament of this Giraffe is, however, not confined to this frontal hörn and the main pair of parietal horns. In front of the great frontal hörn there are namely no less than three more osseous bosses (fig. 1 ) and it is of importance to note that these are not placed 30 SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2. syminetrically in the mesial line but more or less completely on the right side of the same (fig. 2). Above the right orbit there is quite a big boss with a basal diameter of about 4 — 4'/a cm. and a height above the orbit of nearly 4 cm. In front of the right parietal hörn is another boss with a diameter of about 4V3 cm., and a third on the right side of the occiput (figs. 1 & 2). The last is more irregulär than the others almost 7 cm. broad and 4 cm. long. On the left side there is no extra protuberance on the thickened roof of the orbit. In front of the left parietal hörn only a small wartlike tuberosity is seen, the diameter of which is about 1 cm. The occiput of the left side has no osseous excres- censes. The striking assymmetry in the armament of the skull extends, however, still further as the two main parietal horns are remarkably different in size and shape (fig. 2), the right hörn being somewhat shorter but much thicker and stouter than the left, which is proved by the foUowing measurements. The length of the front surface of the right hörn may be estimated to 15 cm. and that of the left to 17 cm. The former is more cy- lindrical and growing from a bigger base than the latter. It retains at the top surface a diameter of nearly 6 cm (58 mm. ) while the diameter of the left hörn is at the top end 42 — 45 mm. The top surfaces are quite different, too, that of the left being evenly rounded and that of the right almost flat. With other words the right hörn has such a shape as if a body shaped like the left hörn and consisting of a plastic material had been hammered or beaten down from the top end, making it flatter above and thicker. Such a force has also, no doubt, exercised its influence on the right hörn as will be ex- plained later on. As regards the assymmetrical arrangement of the armament this old bull of Girajfa tippelskirchi resembles the bull of the Giraffe from South Lado which Lydekker (Proc. Zool. Soc. 1904 p. 207) has termed Oiraffa camelopardalis cottoni. In the latter there is also an azygous orbital hörn on the right side (although placed somewhat lower) and »the right main hörn is decidedly larger than the left hörn». In addition to this Ly- dekker' s figure (1. c. textfig. 25 p. 208) shows an azygous osseous boss in front of the right parietal hörn of the South Lado Giraffe just as in the present specimen, although nothing is mentioned about this in the text. The author quoted has also stated that, according to Major Powell-Cotton, »all the male Giraffes from the loeality in question seem to be furnished with a similar right orbital hörn. » The question arises now, how may this assymmetry in the armament of the adult bulls of the Kilimandjaro and South Lado Gii'affes be explained? It appears to me that an explanation is very near at hand, viz. that the Giraffes of these two races have aquired the habit of constantly using the right side of the head when butting. They have thus become »right-headed » if siich an expression may be allowed as an analogy to »right-handed » and »left-handed ». When the animals thus are constantly knocking just the right side of the head against their antagonists, or other objects, the irritating force produced by this action influences the bony tissue especially the periost of this side of the skull above all in such places which are most exposed to the blows as, for instance, the upper brim of the orbit, the right side of the frontal and nasal surfaces etc. and in such places the living tissue responds to the exterior force by producing exostoses. It is a wellknown fact that a lesion of the sur- face of a bone, that is its periost, is apt to produce »splint» or exostoses. When the Gi- LÖNNBERG, MAMMALS. 37 raffes are biitting such lesions take place in many ot' the inore or less exposed parts of the skull and tliis accounts for the genei'ally rugged surface of the facial bones as niay be Seen as well on the acconipanying figures of the Kiliniandjaro Giraffe as on Lydek- ker's quoted figure of the South Lado Giraffe. But this ruggedness is, at least in the present specimen, much more pronounced on the right side of the skull, as it ought to be according to the hypothese of the »right-headedness » of this animal, because this side is more apt to be hurt. In the most exposed places which are repeatedly hurt the results of the i'eiterated Irritation are accuniulated and thus finally greater exostoses, — bosses — horns are created. But then the originally semipathological structures become useful, partly because they shield underlying organs, partly as weapons. The results of the right-headedness is, however, not only shown by the osseous excre- scences on the surface of the skull. As the right side of the head is so to say the »busi- ness-side » it has needed a strengthening in a general way to endure the »work » and such a strengthening has evidently to some degree taken place as may be proved by compa- ring measurements from both sides. The increased size, especially thickness, of the right parietal hörn has already been noted above. To this may be added the following: Riglit Left Tliiclvue.--s of ijostfrii)!' wall of orbit at the middle 25 min. 2\ iniii. Breadth 441/3 39 (i. e. Processus frontalis of jugale) Thickness of jugale just beliind the orbit 18 16 » Breadth • 32 28 •> Length oi proccssus paramastnideus {vom \\\Üm\ mcatus aii.(lif(iriiis (33 » Hl » In a similar way almost all measurements of the hindpart of the skull are a little larger on the right than on the left side. On the occipital surface this is especially con- spicuous. Squama occipitalis shows a central fossa or groove iorligamentum nuchce divided from the likewise somewhat concave lateral portions by a heavy and solid thickening on either side which from the upper lateral corner of the occiput converge into a big boss just above foramen mcujnuni. These thickenings form like two pillars supporting the weight of the cranial roof behind. But the right of these Coming from the occipital exostose mentioned above is much larger than the left not only in breadth (37 mm. in the former, 33'/.' in the latter) but especially in thickness. On the other hand the left condyle is larger than the right, the former mea- suring 66 mm., the latter 64 mm. in length from upper, outer corner of posterior surface to low^er, inner angle of the same. and resp. 46 and 44 mm. in bi'eadth along the upper margin of the posterior surface. This may probably be in accordance with mechanical laws as well. The right condyle forms the pivot on which the skull turns when the animal butts with its right side and then it is suitable that this is not unnecessarily wide. But the left condyle, or rather the connecting tissues round the same, have to endure a certain straining when the head is violently thrown towards the right side. The power of resistance is in such a case increased by the enlargement of the condyle. 38 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2. The rough surface on the basioccipiiale for the Insertion of muscles (m. longus capilis) is more pronounced and extends fnrther forward on the left side than on the right. »The Giraffes were still rather common on the acacia-steppes at Ngare na nyuki, where in some places almost everywhere with some intervals their easily recognizable droppings were to be seen. Usually they lived in small companies consisting of 3 to 8 lieads, or Single. On the northwestern side of Kilimandjaro in western Leito- kitok they were also observed. They lived there in the thin woods of »flute-acacias» which they seemed to like. It was here the big bull was killed the 25 th of May 1906. The female (fig. 1) killed at Ngare na njaaki the 19 th of Oct. had a rather big foetus in the uterus. The ventricle contained chiefly leaves, pea-pods and pease of acacias. » (Sjöstedt). liubalis cokei (Günther). (PI. 1, fig. 4). Buhalis cokei Günther. Sclater & Thomas: Book of Antelopes I, p. 27. Usambara: I bull and 1 cow from Same, "^/e 1905. — Meru: 3 specimens (J" jun., ? ad., ? jun.) from Ngare nairobi "/t 1905. — Kilimandjaro: 1 3'oung cow and I young calf from near the Natron lakes '/a 1905. — 1 new-born calf (PI. 1, fig. 4) from Ngare nairobi ''Vo 1905. — 1 young calf from the Kilimandjaro low lands ' 11 1905. — 1 young calf from the Kibonoto Steppe, Nov. 1905. — 1 bull from Ngare nairobi "\ & 1906. The young calfs have a dark stripe along the middle of the back but other- wise nothing dark, not even the tuft of the tail. The youngest (Nov.) of all is more rufous and has no dark dorsal stripe. »Cokes Hartebeest was common on the steppe round Ngare na nyuki, Ngare nairobi (PI. 4, fig. 1), Kirarägua, and further NW. and N. of Kilimandjaro, and in several other suitable places: open grass steppe or steppes with scattered »flute- acacias. » It appeared stränge that no, or at least very few antelopes. gnus or zebras were to be seen in the country W. and NW. of Meru, although these vast Stretches with an abundant growth of grass seemed very inviting and favourable for such animajs. The Boers Camping in this district may be able to solve this riddle ! NW. of Kilimandjaro where a luxuriant grass attaining a length of about 60 cm. and often mixed with clover covered vast Stretches the Hartebeests had their favourite haunts. In this district they were very little shy as they were seldom disturbed by men (neither Boers nor Wandorobbos lived here).» (Sjöstedt.) Coniiocliietcs albojiibatus Thomas. Connochcetes albojubatus Thomas. Sclater & Thomas: Book of Antelopes. 1, p. 105. Kilimandjaro: 1 bull and 1 cow killed at Ngare nairobi resp. * s and "/s 1905. — 1 cow from the same locality, "-, « 1905. — 2 bulls and a cow from the same LÖNNBERG, MAMMALS. 39 locality ''"s 1905. — 1 bull from the same locality ^"/n 1905. — 1 young bull (tlie ouly one of that age seen) from tlie Kibonoto steppe "/lo 1905. All adult specimens are provided with brown or blackish brown, irregularly arranged, transversal stripes on the neck and anterior part of the body. In some specimens there are also some similar but shorter stripes, and spots on the belly and posterior parts. The ground colour is bluish grey. The young bull is not striped and its beard is not white but grizzled grey. This Gnu lives sometimes in great herds on the grass steppe between Kili- mandjaro and Meru but old bulls are often seen alone. To give an idea about the abundance of Gnu and other big game that happily enough still prevails on the steppes at Ngare nairobi and Ngare na nyuki (PL 4, fig. 1) the following lines may be quoted from Sjöstedt's diary : »We are soon in the midst of herds of Gnu, Zebra, Grant's Gazelles, Thomson's Gazelles and Kongonis. It is a view such as I did not ever hope to behold with my own eyes. Indeed, until a Short time ago I thought that such a thing only belonged to the fiction. In every direction I may look I perceive, Gnus, Zebras, Gazelles and Kongonis. The Gnus stand in a long irregulär row, in the middle divided by a herd of Zebras counting 60 — 80 heads. To the left they are more scattered over the slope of a valley, to the right they form a long front line, most of them turning their horns and black faces towards us. They number about 80 in each herd. In the beginning dusk, and in consequence of their great number they are so little shy that they allow me to advance within a distance of two-three hundred feet and to inspect them where they were standing like a herd of cattle. It was too beautiful to be disturbed ! But now they begin to move. The Zebras trot up the slight slope, gather together again, exhibiting in their striped garb an elegance of form a pictuie of exquisite beauty. After them the Gnus come whipping with their tails and with lowered heads they trot in the same direction, stop, turn round forming a front line, wheel round again and disappear in a cloud of dust on the top of the low hill. We follow, and arrived at the upper end of the slope we behold a view which was the most remark- able scenery I ever have seen. Several herds had already been gathered here before with those the new ones had associated. Gnus and Zebras were there in hundreds, the nearest within quite short distance, some quietly grazing, others listening witli their heads turned in our direction.» ('eplialoi>hus (Sylvicapra) abyssinieus Thomas. Cephalophus abyssinieus Thomas. Sclatek & Thomas : Book of Antelopes. I, p. 199. Kilimandjaro : 1 yoiuig kid caught by the natives at Kibonoto, "/s 1905. — 1 female from the Natron lakes, ^'/4 1906. To judge from the dimensions it appears more probable that the latter speci- men belongs to the smaller northern variety than to the southern C grimntia (LiN.) but as it is a female and the skull is lost there is not füll certainty about it. Most probable the most correct view is to make a separate subspecies for the Duiker of the 40 SJÖSTEDTS KILIMAND.IARO-MBRU EXPEDITION. 2. Kilimandjaro district, as there appears to be characteristics pointing in such a di- rection, but for such a proceeding more material is needed. The kid is per analogiam counted to the sanie species as the adult. The black nasal mark of the female extends as a band to the base of the blackish tuft on the crown in strong contrast to the rufous face ; chin and throat whitish. Rhapliicpnis iieiimainii stia:iiiatus n. subsp. ?. (PI. 6, fig. 3). Pedioiragus nenmamii Matschie: Säugethiere Ost- Afrikas, p. 120. Kilimandjaro: 1 J" killed near the Natronlakes */» 1905. — Meni : 1 cT killed near Ngare na Nyuki -* lo 1905. Both these specimens differ from j\Iatschie"s description in having a dark triangulär spot on the nose. This spot is, however, not black but only dark brown in contrast to the rufous face. As the specimens otherwise fully agree with Matschie's description and at the same time differ from the southern type Pedio- iragus camppMrifi Thunberg I have not hesitated to refer them as above to the neumanni type. But if the Steenbok of -Kilimandjaro proves to possess in all cases a dark brown nasal marking and Neumann's Steenbok from Ugogo never has such a one ' T think the former must be regarded as a separate subspecies and I propose then for the same the third name stigmatus. The difference does not only consist in the absence of tlie horseshoe-shaped dark marking on the crown, but there are characters derived from the hoofs and skull as well which allow the two species to be easily distinguished from each other. P. campestris appears to have rather long hoofs for such a small antelope. In his monograph »The species of the Antelope- genus Pediotragus Jentitstk^ writes about P. campestris:'^ »hoofs of fore legs: length above 2,9—3,5 cm., crown 1,7 cm.» In a couple of specimens in this museum I have found the corresponding measurements to be resp. 2,6 — 3,7 and 1,7 — 1,9 cm. while the same measurements of the present two specimens of R. neumanni (two old bucks) are: length above 2,i — 2,4 cm. and crown (1,7) 1,9 — 2 cm. These differences in the measurements give the hoofs a quite different shape. They are short and high in R. neumanni and whoUy black. The skull of /?. neumanni stigmatus is very roughened above. The brims of the orbit are more protruding, and the orbit itself seems to be larger. This is apparent from the foUowing measurements, taken from one of the skuUs of 7?. n. stigmatus (the one slightly smaller than the other) and a skull of P. campestris from this museum which both have the same basicranial length viz. 121 mm. and which both have belonged to fuUy adult bucks. » ^ Matschie has in a letter to the autlioi- kiii P. Horstoclüh^ wliich, however, is (juite uniiecessarv as will be shown later on. LONNBERG, MAMMALS. 41 i?. n. stigmatus B. campeatris Horizontal distaiicc between anterior lirims of tlie orbit at tlie niiddle ... 47 mm. 43 mm. Horizontal liistanrc lietwoen thc h)\ver l)rinis of tbe orbit at tlie niidiUe . 66 - 60 » Horizontal dianieter of tbe orbit 30 » 27 » Anotlier expression for the greater orbit of P. n. stigmatus is found in the vertical through its anterior margin passing almost along the anterior border of the second molar, while in F. campest n's the corresponding vertical passes almost through the middle of the second molar. The maxillary below the orbit has also quite a different shape in the two ani- mals. It is much higher and its outer wall above the molar series is more vertical in R. n. ■■:^tig}na(us; in B. campestris it is lower but convex, almost inflated between the molars and the anteorbital fossa. This is proved by the following measurements from the same skulls as those used above if. n. stigmatus R. campeatris Vertical distauce from anterior alveolar niargin of middle molar to lower margin of anteorbital fossa 20 mm. 14,5 mm. Histance between tbe outer sides of tbe first molars 37..') » 33 » Greatest widtb of skull at tbe maxillaries on a level witb the middle of tbe first molar 42,5 » 43 » If the second of these measurements is subtracted from the third and the thus received sum is divided in halves Ave get an expression for how much the maxillary protrudes beyond the outer surface of the molars on either side of the two species viz. in B. n. stigmatus 2,5 mm. but in B. campestris 5 mm. This difference is the more striking as the greatest widtli across the maxillaries is in the latter species situated much nearer to the alveolar margin than in R. n. stigmatus. The second of the three last measurements indicates as well that the palatal breadth of B. campestris is less than that of P. n. stigmatus. The length of the horns of the greatest of the two B. n. stigmatus at hand is not quite 9 cm. and their tips sit only 44 mm. apart while the same distance in the other specimen is 53 mm. The nasals of B. n. stigmatus are not especially elongated but longer than in B. campestris. They measure in the present two specimens resp. about 40 and 49 mm. In this respect this species resembles two other species of Bhaphicerus for which Jentink (1, c. pp. 40, 41) has used the specific names -^rufescens (H. Smith) and tKelleni Jentink». The latter species is from Angola and differs in having »the horse-shoe-shaped brown marking on the crown of the head broadly developed» — — — , s. Upper parts of a chocolate-milk brown», »the horns in the male — — — bent back, slightly curved», — — »upper surface of skull feebly roughened» — -^ — . If B. kelleni has a high maxillary like P. n. stigmatus or low like B. cam- pestris is not indicated in the description. Of what he considers to be »ß. rafescens (H. Smith)», Jentink has only had a female. This is said to have been procured from the dealer Frank in Amsterdam and »it once belonged to Dr. Sundevall's collections and its habitat seems to be Natal», (Jentink 1. c. p. 40). Sündevall often exchanged specimens with Frank Sjöstedta Küimandjaro-Mern Expedition- 2. . 6 4ä SJÖSTEDTS KtLIMANÖJARO-MERU EXPEDITION. '2. SO this origin of the specimen is very acceptable, but then at the same time it cloes not seem probable that Sundevall shovild have given away anything but what he regarded as duplicates. In consequence of this it must be expected that the Natural History Museum in Stockholm possesses one or more specimen of the same kind and this is really the case. Here is a specimen, a bück, coUected by the famous tra- velJer and naturalist J. Wahlberg 1845 in »Caffraria interior (ad tropic.)» according to the catalogue. This specimen agrees with Jentink's in having long nasals pro- vided with a pointed attenuated tip, aud measuring 51 mm. This is no doubt to be regarded as the male to Jentink's P. rufescens. The skull is otherAvise more similar to that of F. n. stigmatus than that of B. campestris, because it has a high and nearly vertical maxillary and a wide orbit. There are, however, differences with regard to the skuUs of Wahlberg's specimen and P. n. stigmatus as well, the latter being shorter and broader. This is demonstrated by the following measurements. Wahlbergs's specimen Sjöstedt's specimen Basicranial length 127 mm. 125 mm. Least ilistance between orbit anteriorly 43,') » 46, s » Distance between the middle of upper margins of orbits 56 » 61 >■■ Gi-eatest distance between posterior brims of orbits 68,5 » l'd » Pistant-e between outer sides of liorn-cores basally 51 » 56,5 » But especially, P. 7i. stigmatus has much broader and flatter nasals their greatest combined breadth being 20 mm. and the least at the anterior end of the naso-pre- maxillary suture 12 mm. while the corresponding measurements in Wahlberg's spe- cimen are resp. 15 and 10 mm. With regard to the colour of the für the male of Jentink's »riifescens" in this museum is somewhat less rufous than R. n. stigmatus, but otherwise they agree with regard to the minute light tips to the hairs which ]iroduce an appearance as if the animal was dusty. The dark horseshoe-shaped marking is well developed in the male ^rufescens». The white marking above the eye is similar in both. They are thus no doubt more related inter se than with E. campestris. Another question is whether really Hamilton Smith's name »rufescens» can be placed on the Rhaphicerus from Natal, as has been done by Jentink, or not. The colour of the members of the genus Rhaphicerus is somewhat variable and specimens which fuUy agree with regard to the colour with the by Jentink quoted description, may be found although not all of them are similar in cranial characters and thus belong to other species. This is for instance the case with a young female in this museum which has short nasals, low and very convex maxillaries like R. campestris Thunberg, and as it has been coUected in the Cape Colony at Saldanha Ba}' by Wahlberg it is no doubt to be regarded as a variety of the last mentioned species. The hoofs of this young female are also of the longish type exhibited by R. cam- pestris, as they measure above 3,'^ cm. The late Dr. Sundevall observed the bright colour of this specimen and made therefore the following remark about it when he entered it in the catalogue of the museum: »Est varietas rufescens rec.» With this remark he expressed his opinion LÖNNBEEG, MAMMALS. 43 that it simply dispUued a Variation with regard to the colour and I think he was right in that. But if sucli »rufescens» -varieties are produced by several different species, it is very uncertain, to say the least, to wliich species just that specinien belonged to which Hamilton Smith first attached the name ^rufescens^ if it is not explained by other characters or by the origin of the actual specimen. By this I have not denied tliat Jentink's ^rujcscens^ may be a very good species, I have only offered some doubts concerning the correctness of placing this name oii it. Unfortunately the literature which I have been able to consult does not give any exact information about the locality whence Hamilton Smith's »rufescens" originated. As has been alliided to above, Jentink has said that it is uncertain to which antelope Thunberg has given the specific name ■"campesfris». Jentink assumes that the type was lost, and he means that the description is too short to prove anything with certainty, as it is, according to his opinion, »applicable to several other species of Antelopes». This is, I think, to be too rigorous. Even if for instance the descriptive notes could be applied to some other species, as well, there is some other valuable information given by Thunberg which makes this more than improbable viz. the quoting of the name »Steenbok», and the statement that the antelope in question lived near Capetown. These two facts appear to make every misunderstanding impossible even if the type had been lost. There is, however, a specimen of this kind still kept in the zoological museum of the R. University at Upsala, and it appears to have been there since Thunberg's time. The label indicates that it is from the old »museum academicum» and it was even believed once that it was from the time of Linn.eus. This is however not true, but it is more probable that it is a member of Thunberg's collection although it for some reason or the other has been omitted from his pu- blished list. In a by Thunberg written catalogue of the animals of the Zool. Mu- seum of the R. University at Upsala it is entered as »Antilope grimmia?» It is well known that Thunberg to begin with erroneously used this Linnean specific name just for the species which he afterwards named Antilope campestris. In such a case I think that it is reasonable to assume this specimen still kept in Upsala as the type of Thunberg's »Antilope campestris», and it is the more gratifying to do so as by such a proceeding nothing is altered in the nomenclature, but every thing is in agreement with the general opinion among zoologists before Jentink published the new name. Some measurements of the Upsala specimen may be of interest and are there- fore recorded. Lcngtli of ear 12,6 cm. » » liead 15,3 » » » liorns 7,3 » » > hoofs of foiolfg, above 2,s — 2,ycm. Crown of tlie saiiie l,s cm. The hoofs are accordingly of the longish type. 44 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2. Nesotragus moschatus von Düben. Nesotragus moschatus von Düben, Öfvers. Kgl. Sv. Vet. Akad. Förh. 1846. Kilimandjaro: 1 i see Xeuhaxx 1. c. aml LOxxbekh Ou the Ilarnessed Antelopes of the Cameron territory etc. Ark. f. ^sool. Bd 2. 1905. 52 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2. The habits of the Bushbucks appear to rather similar all over Africa. They like biisliy and wooded districts which are interrupted by open gvassy places but they do not conie out on the great plains or steppes and are seldom i'ound far from water. This mode of living makes them rather local in their habits and isolates them within certain boundaries and by this the originating of new races is facilitated. Professor Sjöstedt writes about the Bushbucks in the Kilimandjaro-Meru district: »In the surroundings of the mountains this antelope was common in certain localities especially in districts which were partly Avooded partly open, where greater or smaller open places extended between woods with a dense growth of bushes or some other kinds of forests or bush. On these open glades the Bushbucks were some- times taken by surprise when they were grazing. They tried then always with great- est possible speed to find shelter in the adjacent protecting bush. As a rule they were found single or some few near each other, never in herds, and not readily far from water.» »The old bück shot the 6th of March 1906 had in the ventricle a lot of yellow aple-like fruits of a spiny Solanace, common in this district. (It was also infested by nematodes and plathelminths.)» »Strepsiceros inilterhis Blyth was Seen a couple of times at Ngare na nyuki, Merii, where a bück was shot and badly wounded -"/m 1905 but could not be overtaken, although it was long pursued. This antelope lived here partly on the grass steppe with scattered acacias partly in the denser acacia forest at the river» (Sjöstedt). Tain-otratfus oryx liviiig:8toiiii (Sclater). (PI. 2, fig. 1 & 2.) Taurotragus oryx livingstonii Sclather & Thomas, Book of Antelopes IV, p. 197. Professor Sjöstedt did not obtain any specimen of Eland Antelope except a young calf which was caught by the Massais on the steppe the 17th of July 1905 and then kept in confinement for some time. This young Eland is represented in two differ ent stages of its development, on PI. 2, figs. 1 and 2, as newborn and at an age of about 8 months old. A small herd was seen on the steppe at Ngare na nyuki in Nov. 1905 in the same locality where the calf had been caught some months before. »The Elands liv^e not only on tlie steppe but occur on the upper mountain meadows as well, where small herds were seen by Hans INIeyer at an altitude of 4400 m. on the vegetation-less saddle plateau between the peaks. Parts of skeletons were seen at an altitude of 4500 m. near the glaciere of South Kibo and quite fresh tracks at West-Mawenzi at an altitude of 47000 as far as single tufts of grass or plants were to be seen.» LÖNNBERG. MAiMMALS. 63 Tnbiil 1(1 eilt ata. Orjcteropus sp. »In man}' places especially in the territory adjacent to Ngare nairobi and Xgare na nyuki burrows made by these aninials were seen often in great nuniber scattered over the steppe. Even on the mountain in the iipper cultivated zone freshly made burrows of this were observed» (Sjöstedt). Suppleineiitary iiot«?s on the East Africaii Warthogr. It has been stated above (p. 34) tliat the present collection does not contain snfficient niaterial of adiilt Warthogs to decide with lull certainty, whether the Warthog of the Kili- niandjaro-Meru district represents a separate geographic subspecies or not. It niight, how- ever, be of same value to point out the differences by which, as far as the available nia- terial allows, it appears to be separated from other East- and South African Warthogs. The oldest specific name which has been given to any animal of this genus is »a'thiopicus" published by Pallas 1767 in »Spicilegia Zoologica» Fase. II and this name was accepted by Linn^us in a Supplement to the twelfth edition of »Systema Naturse» 1768. The type specimen for this name had been carried to Europe by a Dutch vessel from Cape of Good Hope and was then kept in »Vivario Sereniss. Principis Auriaci». The second specific name in use was »africanus^ established by Gmelin 1788. »The type-locality for the Warthog with this name was indicated as « Africa a capiti viridi ad caput bonte spei>, thus originally Senegal, as in the first rank Pennant and BuFFON are quoted and both these authors speak about the »Sanglier de eap verd». By Fr. Cuvier 1817 the specific distinction between these two Warthogs was made better known. He pointed out that Phacochcerus cethiopicus had no incisors but Ph. africanns was provided with such, 2 in the upper, and 6 in the lower jaw, as was already mentioned by Buffon and Pennant. From that time two species of Warthogs have been generally recognized by zoologists, although, for instance, Gray (1869) did not admit but one species. There has, however, been given quite a mnnber of names which mostly already by the original authors have been regarded as mere synonymes, although more »suitable». PhacochfBrus cethiopicus from Cape of Good Hope was thus named Ph. edentatus by Ts. Geoffroy St. Hilaire ' 1828, Ph. PaUasii by Van der Hoeven ^ 18.39 etc. The same West African Warthog from Cape Verde or Senegal which originally had been named Ph. africmnis was called Ph. incisivus by Is. Geoffroy St. Hilaire' 1828. When Cretzschmar 1826 described the mammals collected by Rüppell in Abyssinia and Kordofan he believed that the Warthog from that country was identical with the one previously named »africanns>, nevertheless he altered the ' Dict. (riiist. nat. j). 320. ' Nov. Act. Acad. Leop. Carol. 54 SJÖSTEDTS KlUMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2. nanie because he did not like geografic names. He nanied then the Abyssiniau Warthog Ph. Miani because he regarded it to represent the >='k TSTfjaxspco?» nientioned by that old author. Although Cretzschmar believed himself that bis Ph. ^liani was identical with Ph. africanus from Senegal it must be kept in mind that the type for the former name was an Abyssinian animal. Only two years later Ehrenberg named a Warthog from Arkiko in the present Eritrea, Ph. Haroia. Ehrenberg expressed as his opinion that the Abyssinian Warthog was not identical with the animal from Senegal which originally had received the name Ph. africanus. It is also questionable whether Ph. wliani and Ph. haroia are fuUy identical as the coloured figures published by Cretzschmar and Ehrenberc differ in several respects. In the year 1846 Sundevall stated that the Warthogs sent home from »Caff- raria», that is Natal, by Wahlberg were provided with incisors in both jaws and thus belonged to »P/(. celiani» (not to Ph. cethiopicus). Peters again named 1852 the specimens from Mossambique Ph. africanus. In such a way later authors have sometimes used the name celiani, sometimes, and more often africanus but both have been used in the same broad sense com- prising all Warthogs with upper and lower incisors from all parts of Africa. In the year 1900 W. L. Sclater' »included all the South African wart-hogs under the oldest name P. cethio})icus», although his material comprised skuUs as well with as without incisors in the upper jaw. This might suffice to prove that a great uncertainty prevails concerning these animals. As I have coniparatively little material to base my judgement on, it is with hesitation that I express my views in the foliowing, but I think that they may serve to set matters aright to some extent. It appears that more than two kinds of Warthogs must be discerned and distinguished by names viz for the present at least: Phacochcerus a^thiopicus (Pallas) type-locality Cape. ». africanus (Gmelin) » Cape Verd. » sundevallii n. n. » Natal. » massaicas n. n. » Kilimandjaro-Meru district. » celiani " Cretzschmar » Abyssinia. These appear all of them at least according to the material available to me and according to the literature to be easily distinguished by cranial characteristics, especially is this the case with the adult boars, but on the other band at least the three last are to be regarded as geographic subspecies. Phacochoerus cethiopicus is the most speciaUsed Warthog in which the upper incisors have completely disappeared and usually the lower ones as well, although the latter perhaps may be present in young specimens in a rudimentary stage. In addition to this the skull of Ph. cethiopicus is recognized on its relative shortness, especially with regard to its post- ' The Fauna of Soutli Africa \). 1.'78. ^ Whether I'h. harohi is distinct iiiust be left to the future. If it is. its type-locality is Arkoki. Eritrea. LONNBERG, MAMMALS. 55 orbital portion. A typical skull of au old boar which has beeu brought home by Sparrman measures froiu the tip of the nasals to the sagittal crest 366 mm., but the breadtb between the uiiddle of the orbits is 134 mm. The latter measurement is thus coutaiued about 2,: tiuies in the former. The postorbital portion of the skull is only 38 mm. ' and the width of the flat postorbital area is about 49 mm. The postorbital length of the skull is thus only about 10 "/o of the total length. The nasals are anteriorly rather evenly convex, but form in their posterior portion behind foramina infraorhilaUa a rooflike ridge or elevation. The palatal opening or the choanse are much broader than in related forms so that their width in the middle (midway between hamuli pteryg. and bullce) is 40 mm. The osseous septum is also much better developed and divides two very deep but fully open posterior pockets. The lower jaw is very broad anteriorly, and several other minor characteristics could be enumerated but those mentioned may suffice to prove that Ph. mtJiio'picus really must be maintained as a species. This species appears to be exterminated in the Cape Colony south of the Orange River according to W. L. Sclatrr (1. e. p. 280) but the same author says that a skull of a Warthog from Damaraland has no incisors, and therefore Ph. fethiopicus may survive there, or perhaps is the Damara Warthog a separate sub- species of and closely related to Ph. cpthipiciis. The Warthog of Natal I propose to distinguish with the name snndeiiallii as C. J. SuNDEVALL was the first to point out its distinctness from Ph. cethiopicus. The Warthog from German East Africa I propose to name at least provisionally Ph. massaicus. Both these races are provided with two upper and six, or at least four lower incisors. By this and by their longer skulls, with longer postorbital portion, differently shaped nasals and ehoanse they are easily distinguished from Ph. cethiopicvs. The skulls of the boars of sundevallii and massaicus are also easy to distinguish from each other at least as far as my material goes. Ph. massaicus has a much (as well absolutely as comparatively) broader forehead so that the interorbital width is contained only about 2 ''2 times in the length of the skull (from tip of nasals to sagittal cest) while the former measurement is contained füll)' 3 times in the latter in Ph. siDidevallii. The postorbital portion of the skull is comparatively shorter and narrower in Ph. simclevaUii so that its length represents about 13 "'0 of the total cranial length measured as above, while the same relation is about 14,4 °/'o in Ph. massaiciis. In the latter the flat postorbital area is fully as broad as long but in Ph. sundevallii the width is about *,':-, af the length. The nasals of Ph. sundevallii are anteriorly somewhat convex in the middle, and slightly concave on the sides, but in their posterior portion, behind foramen infraorbitale, they are quite flat or somewhat concave, only with a slightly raised ' Measured in tlie median line tu tlie sagittal crest vertically to a plan trougli the posterior surface of the orliital wall. 56 SJÖSTEDTS KII.IMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2. line along the median snture. Tlie nasals of Ph. massaicus are evenly convex along their whole extent only with the lateral portions flattened in the anterior half. The choante of Ph. sundevallii are very narrow, only 30 mm., those of Ph. massaictis decidedly broader 37 mm. without, however, attaining the width of Ph. cethioficus. The osseous septum is not so high as in the last mentioned species, but both in sundevallii and massaicus the posterior pockets mentioned above are covered by a bony lamella extending about 2 cm. in front of basioccipitale. The female skiills are more similar to each other, than those of the males, but the postorbital flat area is broader in the female Ph. massaicus. Thus in two female skulls of the same length, 367 mm. from the anterior tip of the nasals to the sagittal crest, the width of the postorbital flat area is in Ph. sundevallii only 30 mm. but in Ph. massaicns 39 mm. In the same way the choanae are broader in the latter than in the former. Phacochcerus cdiani appears to have according to Cretzschmar's figures a more elongated skull even than Ph. massaicus. The postor- bital portion (measured on the figures as indicated above) is about 14 "/o of the total length of the skull, thus a trifle shorter than in Ph. massaicus, but on the other band the interorbital breadth of Ph. celiani is comparatively very much smaller than in Ph. tnassaicus so that the skull of the the Abbyssinian Warthog looks very much narrower than the other. The interorbital width of Ph. celiani is, according to Cretzschmar's figures (1. c. Tab. 26, b) contained not less than about 3 V* times in the length of the skull. If the drawings are correct in Cretzschmar's work these relative proportions are sufficient to easily distinguish Ph. oiliani from the more southern Warthogs of East Africa. On the same condition another very conspicuous characteristic may be added. In Cretzschmar's c^uoted figures, a and h, the distance from the anterior border of foramen infraorbilale to the anterior tip of the nasals is equal to the distance from the first mentioned place to foramen lacrymale, but as well in Pli. sundevallii as in Ph. massaicus the latter distance is much longer, resp. 4 and 4 Va cm. in adult males. (In Ph. cethioficus the difference between these distances is not so great, about 1 cm.) As I have no skulls of adult boars from Senegal I cannot extend the comparison to the Warthogs of the true Ph. ajricanus type. Gray' says, however, about »the skull from Cap Verde» that »the line along the upper surface of the skull» is »füll three times the length of the width between the upper edges of the orbits». It should thus in this respect perhaps be most similar to Ph. sundevallii. There are, however, no doubt distinguishing characters between these two Warthogs, although I cannot point them out with füll certainty now for want of material. Cuvier's drawings ^ do not appear to be so carefully made that any conclusions can be based on them for this purpose. In making these comparisons onlj' adult skulls or figures of such have been used, which is a necessary precaution as the skulls of the Warthogs change a great ' Catal. Cnriiiv. Paclivdenii. 1869. » Mem. du Mus. Paris T. VIII 1822. LONNBERO. MAMMAI.S. 57 deal during the growth of tlie animal, tliose of the young being (romparatively narrower and less diverging from the common suine type. In addition to tlie cranial differences there are characteristics to be found in the exterior of the animals, in their colour and the more or less rieh development of the hairs, the shape of the ears etc. but for the present these cannot be considered. The sketch given above is therefore very incomplete, but I hope to be able at another o]i]iortnnity to give a better accoant aboiit the different races of Warthogs. List of M.aiiimnls liitlicrto recorrted froi» tlie Kiliinaiuljaro-Meru district. Priiuatos. 1. Cololus caudahis Thomas. 2. Cercojnthecus albogularis kibonotrnsis Lönnberg n. subsp. 3. » 'pygerytlims jolinstnn'i Porocic. 4. Papio neumanni Matschie. 5. » ibeanus Thomas subsj).'? 6. GaJago panganiensw (Matschie). Chiroptera. 7. Epomophorus neumamii Matschie. 8. Mousettus lanosus Thomas. 9. WiinolopJius augur zamhesicnsis Andersen. 10. Lavia frons frons (Cteoffroy). 11. Cardioderna cor Peters (fide Abbott). 12. Ni/cferix thebaica Geoffeoy. 13. Vcsp>erfilio nanus Peters. Itisectivora. 14. Crocidura fischeri Pagensteoher. 15. » hirta (Petkrs). 16. » fumosa Thomas. 17. » mauriscu Thomas. Carnivora. 18. MeUivora ratel (Spabrman). 19. C(ü>is variegatus C'retzschmar. 20. » mesowelas Schrebek (subsp. V). 21. adustus SüNDEVALL » 22. Otocyon megulotis Desmarest (fide Akbott). 23. LycaoH pictus venafns ThomasV 24. Crocotfd kibonotensis Lonnberg, n. s|). 25. » panganensiti Lönnberg, n. sp. 26. Hytena sehilüngsi Matschie. 27. VIverra civetta orientalis Matschie. Sjöstedts Kilimnndiarri-Mtru Exprditinn 'i- 28. Geneftu siKihdica Matschie. 29. Nandinia gerrardi Thomas. 30. Mungos cafer (Gmelin). 31. » sangulneus ibece Wroüghton. 32. » galcra robusia (Gray). 33. Helogale undiilata Peters (fide Fischer, Abbott). 34. »Crossarchiis fasciatus Desmarest» (fide Abbott). 35. Felis Ico sabakiensis Lonnberg, ii. subsp. 36. » pardus nimr Eheenberg. 37. » ocreatn (subsp.?) Gmelin. 38. » (Zibetliaüurus) serval Schreber. 39. Cyntelurus guttatus Herrmann. Kodeiitia. 40. Heliosciurus undulattis True. 41. Funisciurus ganana Rhoads. 42. i>Sciurus cepapi A. Smith» (fide Abbott, Neumann). 42 a. » » var. aniscensis» Pagenstecher (fide Fischer). 43. » mutabilis Peters (fide Neumann). 44. Xerus rutilus (Cretzschmar). 45. Graphiurus parvus (Teue). 46. » murinus Desmarest. 47. Tatera mombasm Wroüghton. 48. Mus Mldebrandfi Peters. 49. » jacksoni De Winton. 50. » hindei Thomas. 51. »Mus natalensis A. Smith» (fide Abüott). 52. Leggada mimifoides A. Smith. 53. Tliamnomys doüclmrus (Smuts). 54. Loplmromys aquilus (Teue). 55. Arvicanthis pulcheJlns (Gray). 56. » pnmillo Sparrman (fide Volkensj. 57. » nenmimni (Matschie). 8 58 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 58. Pelomys fallax Petbbs. 59. Bendronuß nitjrifrons (Teue) (tide ÄBBfiTT). tiO. Ofomi/s irroratns Beants (fiele Abbott). 61. Tarhijorydes splevdeiis ibeanus Thdmas. 62. Miioscdlops argevteo-cinermis (Petee,'^). 63. Hißtrix. galeatu Thomas. 64. » » amUgua Lönnbeeü n. sub.sp. 65. Lepus sp. 65a. > nchropus Wagnee (fiele Abbott). Hyracoulea. 66. Dendroln/ra.r validus True. Proboscidia. 67. Elephas sp. Perissortactyla. 68. Diceros hicornis (Linne). 69. Eipius chapniani höJinii (Matschie). Artiodactj'la. 70. PotamocJioerus chnernpotamus dcemonis Foesyth Major. 71. Pliacnchoerus (sliani massaicus Lönnbeeü ii. subsp. 72. Hippopotamus ampMhins Linne. 73. Giruff'a tippelsVirrlii Matsc'Hie. 74. Buh(dis cokei (Günther). 75. Cnimochnetes albojuhatits Thomas. 76. taurtnus Burchell (fide Fischer). 77. Cephalophiis tibi/ssinicus Thomas. 78. //an'«?// Thomas (fide Abbott, Fischer). 79. » apadix True (fide Abbott). 80. Bliapihiceriis neumanni stigmatv» LOnnberü n. subsp. 81. Nesotragus moschatus von Düben. 82. Mudoqna kirJci Günther (fide Abbott). 83. Cobus eUipsipri/mnus (Oculby). 84. Bedunca bohor Rüppell. 85. ^pyceros melampus suara (Matschie). 86. Gazella fhomsoni Günther. 87. ' yranti Brüoke. 88. Lithocranius walleri (Brooke) (fide Hünter). 89. Oryx callofis Thomas. 90. Strejmccros sfrepsiceros (Palla.s) (fide Johnston). 91. » imherbis Blyth. 92. Tragdaphiis sglvaticus wicrjfcwsis Lönnbeeg n. subsp. 93. Taurotrugus ori/x llvingsfoni (Sclatee). 94. »Bu/feJits caffer Sparrman» (fide Abbott). Tiibulidt'iitata. 95. Orgrferopiis sp. PLATE 1. SJÖÖTEÜTS KILJMANDJAEO-MEKU EXPEDITION. Plate 1. Fig. 1. View froin tlic steppe witli scattered aeacias. Hurryiiig iluwii fioin tlie liill wLerc the Giraffe (Crira/fa tippelsldrchi $) liad been sliot Prof. Sjöstedt inauaged to get tliis plioto just before thc aninial collapsed. The starlike spots are plainly visible. 2. View from tbe grass steppe at western Leitokitok, NW. of Kiliiuaudjaro. At some distance scattered aeacias are seeii. The Giraffe is a big bull of G. tippelskirchi with the spots not quite so jagged as those of thc female. i> 3. A young Serval from Kiliraandjaro. » 4. New boni Kongoiii calf {Bubalis cokel) from the grass steppe at thc rivcr Kirarägua, westem side of Kiliiuaudjaro. Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 2 Mammalia. Tat. 1. Yngve Sjöstedt füt< Ljustr. Jiisiii^ Ct;ÜLTquist. Stlilm, Lönnberg: Mammalia. PLATE 2. SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2. Plate 2. Fig. 1. Almost newhnrn calf of Totirotragiis oryx lioingstonü froni Ngare na uniki. "A 1905. 2. The same aniiual about 8 moiiths later. 3. Herds of sheep and goats belonging to the Massais in the mixed forest below the south-westeru part of Kiliniandjaro. Great acacias and otber scattei-ed trees and busbes. » 4. Herds of zebu cattle belonging to the Massais, on the steppe between Kilimaudjaro and :\Ieru. Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 2 Mammalia. Taf. 2. Yngve Sjnsledt foto. Ljustr, Justus Cederquist, Slhlm, Lönnberg. Mammalia. PLATE 3. SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2. Plate 3. Fig. 1. A killed boar of Phacochcerus on the steppe at Ngare na nyuki, in tlie background scatteied »umhrella acacias » . " 2. An open place covered witli meter long grass in the tliin acacia woods at Ngai-e na nyuki, tlie favourite liaunts of the Pallah antelopes. » 3. A killed Oryx callotis froni the tliin acacia woods in the sanie district as the foregoing fig. » 4. View of the grass steppe in western Leitokitok. NW. of Kilimandjaio. In the background the lowei- most slope of the inountain towards the steppe. Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition 2 Mammalia. Taf. 3, *^9P ^E9l jH ^^R ^^HET -^p^-' *^^--''^^i ^H ^Kl^Kk '4 /^)^^^^H ^^^^^^^^^c ■^ ^Bl'^ 1 A i, h^^ % \ v>.V' ii ^■B' ■ .-A 1 * :MS^!vtö «4- Yngve Sjöstedt foto. Ljustr. Justus Cederquist, Sthlm. Lönnberg: Mammalia. PLATE 4. Sjöatedta Kilimandjaro- Meru Expedition. 2. 9.TÖSTEDTS KILIMANDJARO-MKRU EXPEDITION. 2. Plate 4. Fig. 1. A wounded Gnu from tlie steppe witli sliort grass in tufts on the vast plains between Ngare na nyuki and Ngare nairobi, the favourite liaunts of Zebras, Gnus, Kongoni Antclopes, Grant-, and Thomson Gazelies. » 2 & 3. Views of the landsrape in wliicli the Rhinoceroses usually wore found; fig. 2 a territory with dense growth of bushes; near the Hippopotamus lakes; hg. 3 steppe with scattered acacias. » 4. View from the Hippopotamus lakes below Meru. These lakes form a series of longish lagoons liordered by ridges and hills covered with woods of scattered high acacias with yellow trunks. and other trees and with a dense uudergrowth in which the Hippopotamuses graze duriug the uights and through which they have raade great tunnel like paths. Sjöstedts Kilimandjaro-Meiu Expedition. 2. Maiunuilia. Taf. 4. Yngve Sjöstedt foto. Ljustr. Justus Cederquist, Sthlni. Lönnberg: Mammalia. PLATE 5. SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. Plate 5. Fig. 1. Crocottd Jdbonotensis n. sp. (tlie red). » 2. » panganensis u. s}). (the grey) Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 2. Mammals. Taf. 5. A. Ekblom foto. Lönnberg: Mammals. Ljustr. Justus Cederquist. Stlilm. PLATE 6. SJÖSTBDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 2. Plate «. Fifr. 1. Skull üf au adult bull of Giriiffa fippelsMrchi seen froiu tlie riglit side to show the lievelopmeut of exostoses. ■: 2. Front viow of tlie saine exliibiting the difference iu tlic developuieut of tlic exostoses ou the riglit and left sides. » 3. Skull of Bhapkkerus ncumanni. Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expeditipn. 2. Mammals. Taf, 6. A. Ekblom foto. Ljustr. Justus Cederquist, Sthlm. Lönnberg: Mammals. SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERÜ EXPEDITION. Plate 7. Fig. 1. Palatal view of the skull of Crorofta kibonotensis. » 2. Palatal view of the skull of Crnrntfn pangfinen^'nt. » 3. Skull of Hi/tftri.r gnleaia umhli/iid. Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 2 Mammnis. Tat. 7. i\ Axel Ekblom pinx. LOnnbers': Mammcils. Repr 0. tr. Justus Cederquist, Sthlm. 3. VOGEL. N'on YNGVE SJÖSTEDT. Mit 5 Tafeln. Die erste Kvinde von der Vogelwelt des Kilimandjaro lieferte Baron Carl Claus von der Decken/ der während seiner ostafrikanischen Reise in den Jahren 1862—1865 auch diesen Berg besuchte, woher eine geringere Anzahl Vögel mitgebracht wurde, und erst etwa zwanzig Jahre später wurde unser Kenntnis der Ornithologie dieses Gebietes etwas mehr erweitert. Während der dritten Reise, die der unermüd- liche luid berühmte Ornithologe Dr. G. A. Fischer nach dem Inneren des dunklen Kontinents 1882 unternahm, wurde nämlich Aruscha am S. W. Fusse des Meruber- ges passiert, wo ornithologische Untersuchungen während kürzerer Zeit vorgenommen wurden, ehe die Reise, die durch Usambara den Panganifluss entlang gegangen war, nach dem Naiwaschasee, dem Endpunkt der Reise, fortgesetzt wurde. Das Ergeb- nis seiner Forschungen im Kilimandjaro-Meri; Gebiete, wie es hier begrenzt worden,^ waren fast 100 Vogelarten. Jetzt folgen die weiteren ornithologischen Erforschungen des Kilimandjaro ra- scher, wogegen der INIeruberg mit Ausnahme der genannten von Fischer bei Aruscha in der KuJturzone am Fusse des Berges ausgeführten Untersuchungen bis zu dieser Expedition, bei welcher besonders die höheren, bisher ornithologlsch ganz unerforschten Teile des Berges zwischen 3000—3500 m und höher, bis an die Spitze, eingehend untersucht wurden, unerforscht blieb. Zwei Jahre später, 1884, unternahm der englische Konsul H. H. Johnston, auch durch seine Reisen in Kamerun und anderen Teilen des dunklen Kontinents bekannt, auf Kosten der British Association und Royal Society eine Reise nach dem Kilima- ndjaro, wobei er auch die höheren Teile des Berges oberhalb des Gürtelwaldes be- stieg, von Avelchen dabei die ersten, obschon sparsamen, ornithologischen Nachrichten geliefert wurden. Die vom Aufenthalte am Berge heimgesandten Sammlungen um- fassten 50, darunter 5 neue Arten. * Vergl. näher betreffs der hier ausgegebenen Forsclier das Litteraturverzeichnis. ^ Siehe die Fussnote der Liste der vom Gebiete bisher bekannten Vögel am Ende dieser Arbeit. SJösterUs KUintandJafO'Meru Expedition, ä. i 2 SJÖSTEDTS KILIMANDJAKO-MERU EXPEDITION. 3. Zwei Jahre später wurde der Kilimandjaro wieder Gegenstand ornithologischer Untersuchungen. Auf einem Jagdzug in Ostafrika 1884—1886 besuchte Mr. F. J. Jackson Ende 1886 einige Monate auch das östhche KiHmandjaro-Gebiet (Taveta, Lumifluss, Kahe, Ronibo u. s. w.), wo 31 Vogelarten, darunter eine neue, eingesam- melt Avurden. Schon 1885 hatte Jackson auch diese Gegenden besucht, wobei beson- ders am Djipesee ornithologisch gesammelt worden war. Nach wiederum zwei Jahren finden wir drei Ornithologen : Dr. W. L. Abbott, Mr. *H. C. V. Hunter und Mr. J. C. Willoughby an den östhchen, niedrigeren Teilen des Berges und darunterliegenden Steppen mit Untersuchungen der Avifauna beschäf- tigt. Die Sammlungen von Dr. Abbott, welche während der Jahre 1888—1889 zusam- mengebracht wurden und die 256 Arten in 684 Exemplaren umfassten, sind mit we- nigen Ausnahmen erst neulich von Oberholser bearbeitet worden. Dr. Abbott un- tersuchte fast ausschlisslich die Steppen, Oasen und Flussufer östlich und südöstlich des Kilimandjaro, besuchte aber auch höhere Teile des Berges bis 14,000 F. Die von ihm besuchten Gegenden sind: Mandaras, Marangu, Useri, Taveta (Hauptsta- tion), Djipesee, Dschallasee, Kahe nebst Aruscha-wachini. Mr. Hunter, der auf einer Jagdexpedition von Juni — August 1888 an den ö. Abhängen des Kilimandjaro sich mit ornitologischen Sammlungen beschäftigte, konnte dabei eine 95 — darunter 5 neue — Arten umfassende Sammlung zur weiteren Kenntnis der Vogelwelt des Berges als Ergebnis seiner Tätigkeit nach Hause senden. Am Ende seiner Schilderungen »East Africa and its big game» fügt Mr. J. C. Willoughby eine Liste einer Anzahl am Kilimandjaro gesammelten Vögel bei, und auch Prof. Georg Volkens, dem wir die Erforschung der Flora des Kilimandjaro verdanken (1893—1894), liefert in seinem trefflichen Reisewerk einen kurzen Bericht über das Vogelleben des Berges. Überzeugt, dass der Kilimandjaro noch ein über- aus dankbares Feld für ornithologische Forschungen sei, war Prof. Volkens noch vor seiner Rückkehr an die Küste beim Auswärtigen Amte in Berlin vorstelhg ge- worden, einen Ornithologen für methodische Studien der Avifauna des Berges heraus- zusenden, welchem Wunsch bereitwillig entsprochen wurde, indem Dr. Kretschmer bald nachher am Berge anlangte, der jedoch leider einem grausamen Schicksal entge- genging, indem er mit Dr. Lent von den Eingeborenen auf einem Marsch in den östlichen Landschaften bei Rombo, noch bevor er Erspriessliches hatte leisten kön- nen, ermordet wurde. Während der ergebnisreichen zool. Reise, die Dr. Oscar Neumann in der Jahren 1892 — 1895 in Ostafrika unternahm, wurde im Mai 1894 via Zanzibar, Tanga, Pangani, KibajaMassai, Mpapua, Manjara- und Ngurumansalzseen, Mossiro, der Victoria Niansa, und Uganda erreicht, von wo aus im Oktober der Rückmarsch angetreten wurde, der zunächst über den Naiwaschasee zum Kilimandjaro führte, wo von der Steppe bis an die Bergwiesen mehrere Wochen ornithologisch gesammelt wurde. Hierbei wurden folgende Plätze besucht: Taveta, Marangu, Moschi, Kiboscho, Kahe, Kifinika ober- halb des Gürtelwaldes, und der Dschallasee. Von seiner reichen ornithologischen Reiseausbeute gehören etwa 100 Arten der Kilimandjarofauna an. SJOSTEDT, VOGEL. o In der Jahren 1894—1895 wurde von Oberleutnant von der Marwitz eine Anzahl Vögel am Kilimandjaro zusammengebracht und nach Hause gesandt. Während der wiederholten Reisen, die der bekannte Jäger und Forscher C. G. Schillings in Deutsch- und Englisch-Ostafrika ausgeführt, wurden reiche ornitholo- gische Sammlungen, die 355 Arten in weit über 1000 Bälgen umfassten, nach hause mitgebracht, wovon 146 Arten dem Kilimandjaro-Meru Gebiet angehörten, die meisten bei Moschi, weiter am Djipesee und Merkersee, beim Kirarägua, einem kleinen Flusse an der Westseite des Kilimandjaro, sowie einzelne bei Taveta, Ngare rongai, Kahe und Rombo gesammelt. Als der ungarische Sportsmann A. v. Damaszkin Ende des Jahres 1902 eine Jagd- fahrt nach Deutsch-Ostafrika antrat, nahm er den jungen Naturforscher Koloman Katona (Kittenberger), der vom Ungarischen National-Museum ausgerüstet wurde, für zool. Sammlungen mit. Am Kilimandjaro hielt sich damals bereits seit einem Jahre Baron Paul Bornemisza auf, um für dasselbe Museum ethnographische Ge- genstände zu sammeln. Die drei Herren trafen in Mombasa zusammen, fuhren von hier über Voi nach dem Kilimandjaro, wo sie sich zuerst in Kiboscho, dann in Mo- schi niederliessen, mit Ausnahme von Damaszkin, der den Weg nach dem Victoria Nyanza u. s. w. fortsetzte. Vom Jan.— Okt. 1903 wirkte Kittenberger an genann- ten Orten an der Seite Bornemiszas, um dann allein seine Sammlungen fortzu- setzen. Ende 1903 wurden laut Dr. v. Madaräsz 700 Vogelbälge von Kittenberger nach Hause gesandt, welche sich auf 207 aus Moschi und Kiboscho stammende Arten bezogen. Während meines Aufenthaltes am Kilimandjaro war Herr Kittenberger noch da, um seine Sammlungen fortzusetzen. Die bisher gemachten Untersuchungen über die Avifauna des Berges hatten fast ausschliesslich den östlichen und südöstlichen Teilen Berges gegolten, während die westlichen und nördUchen Teile dagegen fast vollständig nicht nur ornithologisch, sondern überhaupt zoologisch eine Terra incognita geblieben waren. Es geschah auch aus diesem Grunde, dass ich meine Station an der in vielen Hinsichten abweichenden Westseite des Berges in der Landschaft Kibonoto (Schira), als Ausgangspunkt der zoologischen Untersuchungen besonders dieser Teile des Berges, aufschlug, obgleich auch der übrige Kilimandjaro wie auch der Meru ringsum untersucht wurden. Die während der Reise von mir erlegten Vögel umfassen 402 Arten in 1546 Exemplaren, von denen 371 Spezies im Kilimandjaro-Meru Gebiete, die übrigen 31 nur unterwegs durch Usambara angetroffen wurden. Obgleich so viele Forscher vmd Sammler — v. der Decken, Fischer, Johnston, Jackson, Abbott, Hunter, Wil- LOUGHBY, Volkens, Kretschmer, Neumann, Marwitz, Schillings, Kittenberger — seit 1862 bisweilen jahrelang hier ornithologisch beschäftigt gewesen, gelang es mir, für das Gebiet 75 neue Arten nachzuweisen, darunter 3 n. sp. (Caprimulgus palin- quisti, Mirajra meruensis, Phyllastre/phus kilimandjaricus) , 1 n. subsp. {Balis puella moni- ana) nebst einigen bisher unbekannten oder wenig bekannten Geschlechtskleidern und Entwicklungsstufen (Saxicola schalowi ? und jun., Francolinus shelleyi ?, Chloro- phoneus nigrifrons Jim., Nectarinia johnstoni jun. und Dunenjunge von Enten), sodass sich nunmehr die Anzahl der aus dem verhältnismässig kleinen Kilimandjaro-Meru 4 SJÖSTEDTS KILIMANDJABO-MERU EXPEDITION. 3. Gebiete bekannten Vogelarten auf nicht weniger als etwa 503 beläuft. Da die Be- grenzung des Gebietes etwas willkürlich ist, * und einige Arten sich vielleicht nur als zufällige Variationen nahestehender Formen erweisen werden, bleibt die exakte Zahl etwas relativ. Biologische Observationen über die Vogelwelt dieser Gegenden lagen bisher sehr sparsam vor. Durch diese vereinigten Forschungen können die Berge nunmehr als eines der .ornithologisch am besten bekannten Gebiete ganz Afrikas bezeichnet werden! Die Geschichte des Kilimandjaro geht nicht weit in die Zeit zurück, erst im Jahre 1848 wurde derselbe durch einen von Mombasa aus eindringenden deutschen Missio- nar Rebmann für Europa bekannt. Seiner Natur nach ein vulkanischer Kegel, der von der umgebenden Massaisteppe sich zu einer Höhe von 6010 ]Meter erhebt, mit seinem basalen Teil ein Ai'eal von etwa 5000 qkm. bedeckend, entstand er in der Tertiärperiode, wobei die aus Granit und Gneis bestehende Erdrinde von eruptiven Massen gesprengt wurde. Der Kilimandjaro ist indessen keine vereinzelte vulkanische Erscheinung in diesen Gegenden von Afrika, sie sind im Gegenteil förmlich mit sol- chen bestreut, von denen der etwa einen Tagemarsch westlich vom Kilimandjaro ge- legene Meru mit seiner Höhe von 4460 m., — also bedeutend höher als der Kame- runberg (4,000 m.), der grösste Berg Westafrikas — einer der bedeutendsten ist. Auch dieser in zoologischer Hinsicht fast ganz unbekannte Berg war, wie erwähnt, während meiner Reise der Gegenstand eingehender Untersuchungen, wobei seine höchsten Teile wiederholt, während zwei verschiedener Fahrten, bestiegen wurden. Es liegt auf der Hand, dass ein Berg, der fast auf dem Äquator gelegen, sich von der heissen Steppe bis zur Region des ewigen Schnees und Eises erhebt, hierbei eine Reihe ver- schiedener und in verhältnismässig rascher Aufeinanderfolge sich ablösenden Vegeta- tionsbilder und damit im Zusammenhang stehenden Abwechselungen der Fauna aufwei- sen muss, da ja die Tierwelt sich in der Pflanzenwelt sjDiegelt und mit ihr sich ver- ändert. Wir unterscheiden sechs solche Zonen: die Steppe, den Mischwald, die Kulturzone, den Regen- oder Gürtelwald, die Bergwiesen und die Flechtenregion und wollen auf den folgenden Seiten das oft reiche Vogelleben, das uns innerhalb dieser an Vegetation, Terrain und Klima so wechselden Teile des Berges, von der sonnen- glühenden Steppe bis an die Greiize des ewigen Schnees begegnet, kurz charakterisieren. Ringsum den Berg verbreiten sich Steppen von verschiedener Natur, bald wüste, von niedrigem, in kleinen isolierten Hübein aufschiessendem Gras bewachsene Grassteppen, wie im Norden zwischen den Flüssen Kirarägua, Ngare nairobi und Ngare na nyuki; dies ist der beliebteste Aufenthaltsort des Grosswildes, und hier be- gegnet man regelmässig Heerden von Gnus, Zebras, Grantgazellen, Thomsongazellen und Kuhantilopen. Bald ist das Gras höher, — eilen- bis meterhoch — oft mit Blumen gemischt, wie nördlich und westlich des Meru, wo jedoch die genannten Tiere sparsamer oder ganz werschwunden waren. Auch nordwestlich vom Kilimandjaro ^ vergl. die 2. Note Seite 1. SJOSTEDT, VOGEL. breitete sich derartiges Terrain mit noch frischerem, mit Klee durchsetztem Gras aus, wo besonders Kuhantilopen zahlreich auf üppiger Weide sich tummelten. Eine andere Art von Steppe ist die Buschsteppe mit ihren mehr oder weniger dicht stehenden Sträuchern, Ansammlungen von solchen und vereinzelten niedrigeren Bäumen oder von strauchartigen Stauden, die imter dem Gras zerstreut bisweilen so dicht stehen, dass ein Vordringen durch ein solches Terrain fast unmöglich gemacht wird. Eigenartig ist die Steppe, die unter dem Namen » Obstgartensteppe » bekannt ist, einem Namen, den sie infolge ihrer auffallenden Ähnlichkeit mit einem verwilderten Garten mit licht stehenden, aber doch ziemlichgleich förmig zerstreuten, an alte, vier bis fünf Meter hohe knorrige Apfelbäume erinnernden Bäumen, die aus dem mehr oder weniger hohen Grase sich erheben, erhalten hat. An anderen Stellen, wie südlich von Kibonoto und südöstlich vom Meru, erinnerten die Bäume, die hier dichter zusarhmen- stehend die Obstgartensteppe bildeten, sehr an Pflaumenbäume. In hohem Grade charakteristisch ist die Schirmakaziensteppe mit ihren über die Grassteppe hin mehr oder weniger dicht stehenden Akazien mit ihren breiten Kronen und ihrem frisch grünleuchtenden Laubwerk, die sich besonders am Flusse Ngare na nyuki in der Umgebung des Meru im Nordosten ausbreitete. Wir wollen nun in seinen allgemeinen Grundzügen das Vogelleben skizzieren, das diese verschiedenen offenen Steppenlandschaften charakterisiert. Auf der öden Grassteppe, wo die Vogelwelt zwar nicht reich, aber auch nicht so arm ist, wie man zu glauben geneigt sein möchte, begegnen wir den Riesen unter den Vögeln, den Straussen {Struthio massaicus), und dem nach diesen grössten in diesen Gegenden lebenden Vogel, Otis kort, wie auch 0. vnelanogaster und anderen Trappen; hier ziehen Scharen von Flughühnern {Pterocles gutturalis saturatior und seltener Ptero- clurus exustus) in sausendem Fluge durch die Luft oder lassen sich auf dem oft von den Feuern der Massais schwarz gebrannten Boden nieder. Hier sieht man bisweilen den sandgelb leuchtenden Rhinoptilus hisignatus in elegantem Fkige sich vom Boden erheben oder Oedicnemus capensis in kleinen Trupps über den Boden hin laufen; Anthus rufulus cin- namomeus flattert erschreckt zwischen den Grasbüscheln auf, während kleine kurzschwän- zige Cisticola- Arten {terrestris und cisticola uropygialis) in markantem, eigentümlichem Flug sich in die Lüfte erheben, um bald wieder sich in-das Gras hinabzusenken. Kiebitze {Stephanibyx coronatus) laufen in kleinen Scharen gern da umher, wo der Boden von den Massaifeuern verbrannt ist, oder stürzen sich mit lautem warnendem Geschrei unter die auf der Steppe weidenden Antilopen. Sie sind die verhasstesten Feinde des Steppenjägers, wenn er sich dem scheuen Wilde zu nähern sucht; vorsichtig ist er an die Tiere herangekommen, ohne sie zu beunruhigen, die Schritte werden langsamer, der Blick folgt allen Bewegungen der Tiere, und die Hoffnung steigt, bald sie in Schussweite zu haben. Plötzlich erheben sich einige Kronenkiebitze von dem verbrannten Boden, schiessen in schnellem Flug über den Boden hin, werfen sich hierhin und dorthin, schrei- end und lärmend, und stürzen in eiliger Flucht vorwärts, die Luft mit ihren durchdringen- den Lauten erfüllend. Das ist das Lärmsignal für die scheuen Tiere der Steppe; die weidenden Grantgazellen erheben den Kopf und spitzen die Ohren, die Schwänze schwin- gen unruhig hin und her, einige werfen sich herum, und dann stürzt die ganze Schar in 6 SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3. wilder Flucht hin über die weite Steppe; Gnus und Zebras folgen bald nach, oft von den Vögeln verfolgt, die sich wie wahnsinnig zwischen sie werfen und nicht eher sich beruhi- gen, als bis sie ihre Schützlinge in Sicherheit gebracht sehen. Während die erstgenannten Arten sich meistens auf dem Boden aufhalten, sieht man hier andere wie die Geier, Helotarsus, Circus pygargus und macrourus, Buteo augur. Schwalben (H. rusfica, griseojiyga u. a. ) kreisen oder über die weite Steppe hinsegeln. Auf diesem offenen Terrain halten sich auch Btibulcus ibis und Ciconia ciconia auf; Oena capensis anonyma fliegt von dem niedergetretenen Wege auf, der durch die Steppe hin- durchführt, und auch Pyrrhulauda leucopareia, Lagonosticta brunneiceps, Spermestes caniceps, Turnix, Wachteln und andere Samenfresser zeigen sich hier. Auf der mit etwas höherem Gras bewachsenen Steppe nördlich vom Meru zogen Scharen von Dre- panoplectes jacksoni umher, wobei die Männchen in ihrem schwarzen Kleide mit dem grossen abwärts gebogenen Schwanz grell gegen die ammerfarbigen Weibchen und Jun- gen abstachen. In dem Masse, wie Sträucher und kleinere Bäume in die Einförmigkeit des Bildes Abwechslung zu bringen beginnen und die Buschsteppe ihren Einzug hält, ändert sich die Fauna, und neue Formen beleben das öde Bild. Hier zeigen sich Mirafra africana athi und intercedens auf vereinzelten hervorragenden Sträuchern oder thronend auf der Spitze eines alten Termitenhügels; die grossschwänzige ScJwenicola apicalis streift im Grase oder schlüpft unter den unteren, vom Grase umgebenen Teilen der Sträucher umher; Centropus superciliosus und Scharen von Colius leucotis affinis treiben im Ge- sträuch ihr Wesen, der kleine Melittophagus intermedius sitzt auf hervorragenden freien Zweigen und späht nach Insekten aus, und auch der grössere, prunkende M. buUocko- ides zeigt sich auf solchem Steppenboden in vereinzelten Bäumen, während Merops apiaster unter feinem Trillern oder Schnattern bei seinen Wanderungen in Scharen hier durch die Luft zieht. In seinem weiss und schwarzen Kleide leuchtend sitzt Lanins humeralis uropygialis auf dem Wipfel eines kleinen Baumes, gewöhnlich einer Akazie, thronend, wo auch andere Würger, wie minor und collurio, sich zeigen können. Colius- passer laticauda zieht gern in Schwärmen umher, wo das Gebüsch sich mehr ausbreitet, und hier sieht man auch den gemeinen Euplectes xanthomelas sich auf der Spitze der Sträucher wiegen. Wie erwähnt, breitet sich an gewissen Stellen in der Umgebung des Berges die eigentümliche Steppe oder richtiger der Steppenwald aus, der den Namen Obstgarten- steppe erhalten hat, z. B. südlich von Kibonoto, wo sie ohne eigentliche Unterbrechung bis an die Kulturzone heranreicht. Die dominierenden, nicht hohen Bäume haben hier eine habituelle Ähnlichkeit mit Pflaumenbäumen. Es ist eine Busch- und Baumsteppe mit hier und da zerstreutem Gebüsch, das sich über das oft brusthohe Gras erhebt. Meterhohe Kompositen mit grossen gelben Blüten unterbrechen hier oft die einförmigen Blätter- und Gräsermassen, die sich sonst überall zwischen der höheren Vegetation dem Auge darbieten. Gewundene Ipomaeen schmücken hier und da den Boden mit ihren grossen, weissgelben, breiten Blütenglocken oder streuen sie mit ihren Ranken über Bäume und Sträucher, und auch andere Blumen beleben hier und da das Bild. Ohne grössere Schwierigkeit kann man hier zwischen Bäumen und Sträuchern vordringen, SJOSTEDT, VOGEL. 7 wenn auch bisweilen das hohe Gras sich einem lästig in den Weg stellt; der Boden ist trocken, hart, oft steinig mit aus der Erde hervorragenden vulkanischen Steinmassen oder losen Steinen dieser Art. Das Tierleben ist hier immer spärlich und oftmals auf- fällig arm, wenn auch gerade das Vogelleben das ist, was noch am meisten belebend wirkt. Frisch erklingen die vollen Töne des Pycnonotus layardi, wenn er die Kopf- federn sträubend sich zusammen mit seinem Weibchen auf einem Zweige niederlässt; er ist einer der gewöhnlichsten Vögel in diesem Terrain. Im Gesträuch oder in den Kronen der niedrigeren Bäume klettern Mausvögel {Colius leucotis affinis), bald senk- recht an den Zweigen herabhängend, bald sich wie Mäuse längs derselben bewegend, und den Orgelwürger {Laniarius aethiopicus ambiguus) vernimmt man aus Gebüschen und dichten Kronen, wo er von seinem Weibchen begleitet behende umherhüpft, um dann und wann, wie ein Kuckuck nickend, seine eigentümlichen, von dem Weibchen zu einem Duett harmonisch beantworteten Töne erschallen zu lassen. Aus den Kronen der hohen, lichten, gelbstämmigen Akazien, die sich dorterheben, wo der Boden etwas nässer ist, lässt der schwarzköpfige Pirol {Oriolus larvatus rolleti) gedämpfte, aber volle Laute »tjö-tüä- öu oder tjo-äu» hören, der purpurglänzende Cinnyricinclus verreauxi, begleitet von seinem braungesprenkelten Weibchen, zieht in kleinen Scharen zwischen den zer- streut stehenden Bäumen umher. Ruhig sitzt der rotköpfige Bucconide Lyhius melano- pterus auf einem Zweige, während sein kleinerer, schwarzkehliger Vetter Tricholaema lacrymosum lebendiger zwischen den Zweigen umherhüpft. Zierlich, mit angedrückten Federn sitzt der Baumpieper {Antlius trivialis), Zugvogel in diesen Gegenden, auf einem Zweige, und auch der graue Fliegenfänger {Muscicapa grisola) zeigt sich und zwar in dem dürren Wipfel eines Baumes, von wo er dann und wann einen Ausflug macht, um ein vorbeischwirrendes Insekt zu fangen. Prüfen wir die Vogelwelt der Sträucher, so begegnet uns hier oft der braunbunte Würger Pomatorhynchus aiistralis minor — und bisweilen auch senegalus — umherhüpfend in den dichten Teilen nahe dem Boden oder im Fluge zu einem anderen Gebüsch hinüber auf ausgebreiteten Flügeln mit fächerförmig ausgespanntem Schwanz dahinsegelnd. Bisweilen erhebt er sich mit eigentümlich ge- räuschvollem Fluge in die Luft, wie ein Pieper singend, um dann wieder in eine Krone einzufallen, wo sie sich während der Brütezeit gerne aufhalten. Cisticola- Arten bevor- zugen in der Obstgartensteppe das zwischen den Sträuchern hoch wachsende Gras wie auch die lichten Sträucher selbst und lassen von hier aus ihren scharfen wiederholten Ruf oft hören ; mit gesträubten Kehlfedern und weitoffenem schwarzem Rachen thronen sie auf der Spitze eines Zweiges, rufen nach allen Seiten und ereifern sich hierbei so sehr, dass das ganze kleine Geschöpf in Zittern gerät. Von der einen Akazie zur anderen füegt ein grün- und rotscheckiger Dendromus nubicus, das trillernde Tuten des Sporen- kuckucks ertönt aus dem Gesträuch, während der graue, drosselähnliche Crateropus jardinei hypostictus unter Schreien und Lärmen in kleinen Scharen von Gebüsch zu Ge- büsch zieht. Von anderen Vögeln, die sich gern in derartigem Terrain aufhalten, sind folgende zu nennen: Melaenornis ater tropicalis, Sylvietta jacksoni, Bradornis pallidus murinus und griseus, Campephaga flava, Upupa africana, Rhinopomastus cyanomelas schalowi, Halcyon chelicuti, Lanius caudatus, Prodotiscus regulus, Dicrurus afer, Macronyx aurantügula, Vinago calva nudirostris, Franolinus hildebrandti u. a. Frankoline, Cucu- 8 SJOSTEDTS KILIMANDJARO-MEEÜ EXPEDITION. 3. lus clamosus, Coracias caudatus, Anaplectes melanotis, Anthreptes longuemarei, collaris hypodilus und andere Nektariniden, MelocicUa mentalis orientalis, Prinia mystacea u. a. Am Fusse des Kilimandjaroabhangs im Südwesten an der Grenze zwischen den Landschaften Kibonoto und Madschame ist durch die reichen Niederschläge dieser Gegenden ein Sumpf entstanden — auf Meyer's Karte Ganga Sumpf genannt — der sich durch eine in mehreren Hinsichten eigenartige Vegetation auszeichnet. Üppige dichte Papyrusbestände erheben sich hier aus dem mit Wasserpflanzen völlig bewachse- nen Sumpfe, den man in einem viertelstündigen Spaziergang in seiner ganzen Länge passieren kann, und auch, \vie es schien, Panicum maximunt, mit seinen breiten Blättern bildeten hier und da derartige Dickichte, während die ganze Oberfläche im übrigen ohne freien Wasserspiegel von Gras bedeckt war, bisweilen vermischt mit rundblättrigem Scirpus. Öde und still liegt der Sumpf da, begrenzt von dem offenen lichten Steppenwald oder der Obstgartensteppe, das Tierleben ist an ihm fast ständig arm, keine Wat- oder Schwimmvögel sind zu sehen, und nur Circus ranivorus kreist bisweilen über seiner grünen Oberfläche. Während der Regenzeit erhebt sich das Wasser fuss- bis ellenhoch über die Umgebung, wo der Pfad hindurchführt; während der Trockenzeit geht man dort zwar trockenen Fusses bis an den Rand des Sumpfes und noch ein Stück weiter, bald aber stösst man auf Wasser und nachgebenden und schwankenden Boden. Zahlreiche Acridiiden leben im Grase während der Trockenzeit, Odonaten, meistens Libelluliden und Agrioniden, beleben die Ufer, wohin sich auch hier und da eine Cisticola, ein Lanius caudatus, Serinus Icterus madaraszi, Dicrurus, Spermestes nigriceps, Melaenornis, Lopho- aetus occipitalis, Halcyon chelicuti, Muscicapa grisola, Macronyx aurantiigula und andere Bewohner des umgebenden niedrigen, lichten Waldes bisweilen verirren. Zeigte nun dieser isolierte Sumpf eine arme Vogelfauna, so fanden sich in der näch- sten Umgebung des Berges dagegen andere mit reicherem Vogelleben. Solcher Art waren die mit breitblättrigem Schilf bewachsenen Sumpfgebiete, die der von dem Berge bei Kibonoto herniederströmende Lima-Bach dicht am Fusse des Berges bildete; hier hielten sich Acrocephalus baeticatus und wohl auch arundinaceus, Bradypterus babaeculus, Ploceus schillingsi, Amhlyospiza unicolor und Ispidina picta auf, während Motacilla longicauda die reissenden Ströme Fugga und Sanya aufsuchte, wo auch der gewaltige Riesenfischer (Ceryle maxima) bisweilen sich aufhielt. Für die Flötenakaziensteppe scheinen keine Vögel besonders charakteristisch zu sein, und nur wenige Arten trifft man in diesen von aggressiven, übelriechenden Ameisen {Cremastogaster tricolor Gerst. ) besetzten Bäumen an. Hier und da sieht man ein Nest, ähnlich einem Heuwisch ungefähr von der Grösse eines Menschenkopfes, mit seiten- ständigem Eingang, inwendig mit Ferdern ausgekleidet und von Passer rufocinctus erbaut, oder vielleicht ein Webernest; im übrigen scheinen sie dem unbeschränkten Besitz der Ameisen überlassen zu sein. Sind die Akazien klein, und dominiert die Grassteppe, so beherbergt sie die charakteristische Tierwelt der Steppe. Ein typisch verschiedenes Bild der Tierwelt begegnet uns in den hebten Akazien- iväldern am Ngare na nyuki, einem kleineren Fluss, der vom Meru herab nach Nord- westen sich in die Steppe hinaus seinen Weg sucht, wo er sich bald in Sümpfen verliert. SJÖSTEDT, VÖGEL. 9 Erst zwei Arme von völlig verschiedener Natur, der eine mit kaltem, klarem und wohl- schmeckendem, der andere mit bitterem, natronhaltigem Wasser, vereinigen sich diese zu einem reissenden Strom von luigefähr 3 — 5 Meter Breite mit ziemlich bitterem, ob- wohl während der Trockenzeit klarem Wasser. Hier in diesen Gegenden hat die Steppe weit mehr als irgendwo sonst sowohl dem höheren wie dem niederen Tierleben seinen Stempel aufgedrückt, und ein ganz anderes, typisches Bild desselben begegnet uns beim Eintritt in diese Steppenwälder, als es die Umgebungen der Berge sonst aufzuweisen haben. In ununterbrochener Folge bieten sich hier dem Blicke des Beschauers fremde und eigenartige Bilder einer sonst in diesen Gegenden nicht anzutreffenden Tierwelt. Fremde Carabiden, Cetoniiden, Copraphagen, Heteromeren, Formiciden, Termiten, Longicornen, Myriopoden, Onisciden, Skorpione, Solifugen u. a. niedere Tiere, Giraffen, Elen- und Schraubenantilopen, Spiessböcke, gestreifte Hysenen u. s. w., eine Menge Ratten und andere Säugetiere verschiedener Art, Eidechsen u. s. w. treten auf. Auch die Schmetterlingsfauna trägt ein fremdartiges Gepräge, und das Gleiche ist in nicht weniger hohem Grade auch mit der Vogelfauna der Fall. Terrain und Vegetation, von denen das Tierleben sein Gepräge erhalten hat, ist auch eigenartig; der Boden zwischen den zerstreut stehenden Akazien ist mit oft ver- gilbtem Grasteppich bedeckt, oder es liegt der schwarze, schreibsandähnliche vulkanische Staub nackt da, in der Sonne brennend. Stachelige niedrige Akazien mit runden Kro- nen, umgeben von Sträuchern und Schlinggewächsen und durchwachsen von den meter- langen zylindrischen, unten ungefähr ein paar Zoll im Durchschnitt haltenden Blättern der Sanseviera, mit stahlharter, stechender Spitze, bilden isolierte, fast undurchdring- liche Gruppen, zwischen denen man sich auf dem entblössten schwarzen, oft glühend heissen Sande vorwärts bewegt. In diesen Sträuchern und Gruppen von mehr rund- kronigen, äusserst spitzstacheligen Akazien oder unter den Kronen der höheren und zertreut stehenden Schirmakazien entfaltet sich ein reiches Vogelleben. Aus jenen Kronen ertönt das feine, weiche, hohe, langgezogene, wehmütige Pfeifen des Colins macrourus, bisweilen im Chorus, wenn die scheuen Vögel unruhig sich fortbegeben; hier thront der kleine Zwergfalke Poliohierax semitorquatus im Wipfel einer breiten Akazienkrone, wo auch Micronisus gabar bisweilen sichtbar ist. Zahlreiche Tauben (Tur- tur capicola tropicus und aynhicjuus perspiciUatus, wie auch, obwohl spärlicher, lugens) sitzen in Scharen in denselben oder spazieren auf dem Boden unter ihnen, indem sie nach aus den geöffneten Hülsen herabgefallenen Erbsen suchen. Grosse Scharen von Perlhühnern {Numida reichenowi) laufen hier umher oder fliegen unter ohrenbetäuben- dem Geschrei auf, während Frankoline {Francolinus liildebrandti, granti u. a. ) in dem heissen trockenen Sande paddeln. In den breitkronigen Schirmakazien und anderen hier stehenden Bäumen treibt ferner Clamator jacobinus sein Wesen, während dagegen der in dieser Gegend gemeine Cuculus solitarius sich gern in den gelbrindigen, an feuchten Stellen, längs der Flüssen, s. w. wachsenden hohen Akazien auf hielt. Indicatorindicator, varicgatiis, Tridiolaema massaicum, mehrere Spechte wie Dendromus nubicus, Mesopicos spodocephcüus rhodeogaster und namaquus, Dendropicos hartlaubi, ferner Balis puella, der schwarze Laniarius funebris, der mit seinen hurtigen, klangvollen Tönen und seinem Wechselgesang mit dem Weibchen der ganzen Gegend, die er bewohnt, sein Gepräge Sjöstedts Kilimandjaro-Meru Expedition. 3. - lO SJÖsTBDTS KlLiilAi^bjARO-MEfeU EXPEDITION. 'i. aufdrückt, Nilaus afer minor, Lanius collurio und isabellinus, Parus fringillinus, Apatis golzi u. a. sind gleichfalls für die Vogelfauna dieses Terrains charakteristisch. Auf dem Boden sieht man kleine Scharen von Uraeginthus ianthinogaster, Laganostida hrunnei- ceps, Hypargos nii^eoguttatus, die nach Grassamen an den Seiten der Sträucher suchen, während grosse Schwärme von Quelea sanguinirostris aethiopica sich in dem fusshohen Grase aufhalten. Wo die zerstreuten Schirmakazien nach der Steppe zu weite, mehr lichte Wald- partien bilden und der Boden oft mit einem Grasteppich bedeckt ist, wo fast stets Her- den von Grantgazellen vmd Thomsongazellen weiden, begegnen wir wieder zahlreichen Tauben der erstgenannten Arten. Spreo superbus zieht hier unruhig in Scharen umher blitzend in seinem metallschimmernden Kleide, wie auch grosse Scharen von Creatophora carunculata; hier trifft man auch Passer gongonensis und rufocinctus, den kleinen Anthus caffer, Mirajra africana athi und unter niedrigeren Akazien die hier entdeckte Mirafra meruensis; unruhig streift hier Upupa africana umher, wie auch zu gewissen Zeiten Scharen von Coracias garrulus, und auch Lophoceros nasutus epirhinus, Rhinopomastus cyanomelas schalowi, Webervögel, Cisticola schillingsi, Hypochera amauropteryx, Monti- cola saxatilis u. a. weilen gern in diesem Terrain. Ausser der durch so charakteristische und von denen der übrigen Gegenden ab- weichende Formen ausgezeichneten Fauna an der Meru-Niederung am Flusse Ngare na nyuki wurde auf zwei Expeditionen besondere Aufmerksamkeit den zoologisch bisher ganz unbekannten höheren Teilen dieses Berges, besonders in einer Höhe von 3,000 — 3,500 m und auch höher fast bis zu der 4,460 m hohen Spitze hinauf, gewidmet. Diese nach oben zu lichteren Regenwälder mit ihrem eigenartigen Gürtel von Bambus be- herbergte eine Vogelfauna, die der in dem Regenwalde des Kilimandjaro sehr ähnlich war, wenn auch besonders auf lichterem und offenem Terrain zwischen den Bäumen ein reicheres Vogelleben sich entwickelte. Von bemerkenswerteren hier lebenden Vögeln sind zu nennen: Cryptospiza salvadorii, Chloropeta natalensis similis, zuvor vom Kenya bekannt, Nectarinia tacazze, Bradypterus cinnamomeus und mariae, Poliospiza striata und Tarsiger guttijer. Hoch oben in Nebel und Kälte w^ar die Stimme einer Cisticola hunteri zu hören, wo auch ein kleiner metallglänzender Cinnyris mediocris die düstere Natur belebte. Noch aber bleibt eine eigenartige Vogelfauna aus der Niederung zu erwähnen, die, wenn sie auch nicht direkt der Steppe angehört, doch in dieselbe verlegt ist. Ein wahres Eldorado für den Ornitliologen waren nämlich die natronhaUigen Steppenseen, die umgeben von offenen Grasflächen, welche unterhalb des freien Wasserspiegels in sumpfiges Ter- rain übergingen, zerstreut im flachen Gebiete zwischen dem Kilimandjaro und Meru liegen, ein paar Stunden Marsches entfernt von der Stelle am Abhänge des Kilimandjaro in der Landschaft Kibonoto oder Schira, wo meine Station als Ausgangspunkt für die zoologischen Untersuchungen errichtet war. Von den umwohnenden Massaileuten »El dourött oibor», d. h. »die weissen Seen» genannt, wegen der während der Trocken- zeit, wenn das Wasser teilweise verdunstet, ausgeschiedenen weissen Salzmassen, die längs der trockengelegten Ufer in der Sonne glänzen, bilden sie einen Komplex von ungefähr sieben einzelnen Wasseransammlungen, wovon der grösste, der eigentliche See, SJÖSTEDT, VÖGEL. fl eine Länge von wohl 4 — 500 Meter erreicht, und aucli der nördlichste ist nicht gar zu klein, wogegen die übrigen mehr als Teiche zu betrachten sind, die oft zu grossem Teil mit Gras, Potamogeton und anderen Wasserpflanzen zugewachsen sind. Wenn die Regen- massen besonders im April und Mai von dem dann fast ständig bewölkten Himmel her- abstürzen und die Steppe zwischen den Bergen auf weite Strecken hin überschwemmen, so füllen sich die zwischen diesen Teichen und Seen gelegenen, vorher zu grossem Teil ausgetrockneten und mit höherem Gras bewachsenen niedrigeren Strecken zuerst, sodass sie die Wasserbassins zu einem zusammenhängenden Komplex vereinigen. Das Wasser, das während der Trockenzeit schmutziggelb, dick, stinkend und von brennend bitterem Lau- gengeschmack ist, wird durch den Regen mehr und mehr verdünnt, die Farbe wird klarer, oft jedoch bräunlich, und das Wasser zeigt schliesslich viel weniger Laugengeschmack. Wenn auch Wat- und Schwimmvögel das ganze Jahr über an diesen Seen anzii treffen sind, so ist ihre Anzahl doch während der Trockenzeit, wenn die nordischen Zugvögel in Scharen hier sich niederlassen, ungeheuer viel grösser. Hunderte und aber Hunderte von Enten, Steissfüssen und Wasserhühnern schwimmen beständig auf der in der Sonne glitzernden Wasserfläche umher, während in der Trockenzeit auch Tausende von Wat- vögeln ihre Ufer bekränzen. Mitte Juli ist es, noch herrscht die Regenzeit, deren Maximum in den April — Mai fällt, und der Staubregen erfüllt beständig die Luft, die Temperatur ist niedrig, und ein kühler Wind zieht längs der niedrigeren Teile des Berges hin, als wir von der Station aufbrechen und an den sanft abfallenden Seiten des Berges hinabziehen durch die wohl- gepflegten Eleusinenhirse- und Bohnenpflanzungen der Wadschaggas, die hübschen Küchengärten ähneln, weiter durch den unterhalb derselben beginnenden Mischwald, über die kleinen Flüsse Nassai und Lima, die eigentlich zwei aus einem grossen mit hohem breitblättrigem Schilf bewachsenen Sumpf herkommende Arme eines und des- selben von dem nahegelegenen Berge herabkommenden Flusses (Lima) darstellen, zu einem ersten Besuch dieser später während eines Jahres so oft besuchten und stu- dierten Seen. Das Terrain im Mischwald ist offen mit zerstreuten Gruppen von Bäumen und Sträuchern oder vereinzelten solchen in dem fuss-bis ellenhohen Grase, aus welchem hier und da Blumen hervorleuchten. Rechts liegt der Kilimandjaro in seiner imposanten Masse, von der nur die unteren Teile die Kulturzone hinauf zu sehen sind, während die oberen hinter einer dichten Wand bleigrauer düsterer Wolken verschwinden. Bald stossen wir auf den von einem schönen, aber schmalen Waldgürtel bekränzten Sanya- Fluss mit seiner über steiniges Bett hinrauschenden frischen Wassermasse, jetzt etwas trübe, während der Trockenzeit fast quellklar, eine dichte, reiche, hohe LTntervegetation bildet seine Fortsetzung, wieder unterbrochen von offenerem Terrain mit hineinragenden Waldpartien, bis nach einstündigem Marsche der lichte Wald aufhört und ein weit aus- gedehntes offenes Terrain mit 1 — 2 m hohen strauchähnlichen Stauden mit starkem Menthageruch sich vor unseren Blicken ausbreitet, um bald durch offene Gras- flächen ersetzt zu werden. Zerstreute grosse weisse Blüten mit langen Spornen und Jasmingeruch schmücken hier und da den Boden, der seinem allgemeinen Eindruck nach etwas an trockengelegtes Sumpfterrain bei uns erinnert, mit seinem nicht zu dünn ste- 12 SJÜSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3. henden Weidengebüsch. Der von den Herden der Massais niedergetretene Pfad schlän- gelt sich durch das Gesträuch hindurch, teilt sich, um wieder zusammenzulaufen, das schöne friedliche Vieh, glänzend vor Fett, schimmert hier und da hervor, zusammen- gehalten durch die eigentümlichen charakteristischen Pfiffe seiner Hüter. Diese freie Buschsteppe mit ihren zerstreuten Sträuchern und vereinzelten Bäumen in dem ellen- hohen Grase ist ein beliebter Aufenthaltsort für Vögel wie Colins leucotis affinis, Eu- plectes xanthomelas, Centropus supercüiosus, Coliuspasser laticaucla, mehrere Cisticola- Arten, Melittophagns meridionalis, Lanius humeralis uropygialis, Anthreptes coUaris hypodilus u. a. Hier streiften auch die hässlichen Warzenschweine (Phacochoerus afri- canus) umher, besonders wenn die Gegend von den Feuern der Massais verheert worden ist, um, in ihrer Ruhe gestört, mit erhobenen Schwänzen, in einer Reihe dem an der Spitze trabenden Eber folgend, unter russgeschwärzten Sträuchern und Kräutern zu verschwinden. Die Oberfläche des ersten, mehr isolierten und weniger salzhaltigen Sees schim- mert bald hervor; nur von der Ausdehnung eines grösseren Teiches, beherbergt er eine zwar nicht gerade abwechlungsvolle, dafür aber um so reichere Vogelwelt. Die Ufer sind mit in das Wasser hinein sich erstreckendem Grase bewachsen, in welchem ganze Herden von Fröschen {Rana mascareniensis) mit ihrem breiten leuchtenden grünen Rückenstreifen sowie Klauenfrösche {Xenopus laevis) lebten, die zu dieser Zeit im Ufer- wasser umherwimmelten, sodass es aussah, als bewegten sich dort Tausende kleiner Fische. In Reihen schwammen hier Wasserhühner {Fulica cristata) mit nickenden Hälsen auf der Wasserfläche in den von Potamogeton, das sonst zu grossem Teile das Wasser bedeckte, freien Rinnen; zerstreut auf dem Wasser lagen mit Wasserhühnern vermischt Scharen von braunen ($) oder schwärzlichen (cf), mit weissem Spiegel ver- sehenen Nyroca capensis, die hellwangige, braungesprenkelte Anas erythrorhyncha und Anas punctata, während kleine Steissfüsse {Colymhus capensis) geschwind unter die Ober- fläche des Wassers hinabtauchten, um in einiger Entfernung vorsichtig Kopf und Hals zwischen den Wasserpflanzen zu erheben und, wenn noch Gefahr vorhanden zu sein schien, ^vieder mit grosser Schnelligkeit unter die Oberfläche zu verschwinden. Mit gestrecktem Hals schwimmt nicht weit von dem gegenüberliegenden Ufer ein Colymhus infuscatus, die afrikanische Form unseres cristatus, einher, dicht hinter ihm das Weibchen und drei noch recht kleine Junge. Über unseren Köpfen hören wir ununterbrochen Laute, die an den blechernen Klang einer Kuhglocke erinnern; mit nervöser Unruhe und Ausdauer wird er bald nahe, bald ferne wiederholt, und immer eifriger lässt ihn als War- nung für die übrigen der hübsche, umherfliegende, eisgrau, schwarz und weiss gezeichnete Kiebitz (Hoplopterus speciosus) ertönen; langbeinige Himantopus waten am Ufer, grau und weisse Reiher {Ardea cinerea und Herodias alba) und Kormorane (Phalocrocorax africanus) sitzen in den niedrigen, lange weisse Stacheln tragenden Akazien, die an eini- gen Stellen am Wasser stehen, heilige Ibisse {Ibis aethiopica) spazieren gravitätisch in sumpfigen Pfützen nicht weit vom Strande umher, während einige Nilgänse (Chenalopex aegyptiacus) mit sausendem Geräusch durch die Luft hinstreichen. Rings herum breitet sich die niedrige Buschsteppe aus mit ihren grasbewachsenen zerstreuten Hügeln, von denen die beiden höheren mit Hütten bebaut sind, gelegentlichen Wohnstätten für die SJÖSTEDT, VÖGEL. 13 Massai. Längs des Wassers streichen oft grosse blaue Aeschniden einher, wenden liastig in der Luft, bleiben unbeweglich auf schwirrenden Flügeln stehn und setzen ihren unsteten, schnellen P"']ug längs dem Ufer fort. Schwarze Schwalben {Psalidoprocne hoJomelcena massaica) und graue {Riparia minor) ziehen über das Wasser hin und weiter liin über das umgebende Terrain. Wir betrachten die Natur um uns her; im Westen trifft unsern Blick der im Duft verschwimmende breite Kegel des Meruberges, während der uns gerade gegenüberlie- gende Kilimandjaro nur unten wie ein blauer Dunst zvx sehen ist, seine oberen Teile dagegen mit der gewaltigen Eiskuppe von dichten Wolken verhüllt sind. Eine halbe Stunde Weges weiter, und wir stehen an den eigentlichen, grösseren Seen, wie erwähnt rings umgeben von der offenen Steppe mit ihrem oft ins Wasser hineinwachsenden Grase, während an den meisten Stellen eine, wenn auch schmale, nackte Strandpartie das Wasser von der Grassteppe scheidet. Wir sind unten am Strande; der Himmel ist bewölkt und die Luft kühl, der Regen fällt in grauem Nebel herab, bisweilen in reichlichere Nieder- schläge übergehend. Ein Himantopus in seinem weiss und schwarzen Kleide, mit langen nach hinten gestreckten Beinen kommt schreiend uns entgegen, schwenkt nach der Steppe ab, kommt wieder zurück, um sich dann über das W^asser wegzubegeben und auf ausgebreiteten Flügeln sich auf dem gegenüberliegenden Ufer niederzulassen. Auf dem Wasser sieht man zahlreiche Fulica crisfata, Nyroca capensis, Anas erythrorhyncha und punctata, welche letzteren mit leichten Flügelschlägen sich von der Wasserfläche er- heben; schwarze Sumpfhühner (GaUinulachloropvs) schwimmen lebhaft nickend zwischen dem in das Wasser hinein wachsenden Grase einher, ganze Schwärme von weissen Reihern, grösseren {Herodias alba) und kleineren {Bubulcus ibis), stehen mit ausgestreckten Häl- sen da und erheben sich wie weisse Wolken bei den Schüssen. Mit seiner blendend weissen Unterseite streicht ein Bufeo augur über die Steppe hin, und einige Kormorane (Phalacrocorax africanus) ziehen imter langsamen Flügelschlägen und mit gestreckten Hälsen durch die Luft. Wir gehen längs des Ufers weiter, um die Vogelwelt am Ufer, auf dem Wasser und dem umliegenden Sumpfboden genauer kennen zu lernen. Kaum haben wir einige Schritte in das aus dem Wasser emporragende Gras hineingetan, so fliegt ein kleines Sumpfhuhn (Ortygometra pusilla obscura) auf, flattert mit hängenden Beinen eine Strecke vorwärts, um bald wieder einzufallen und lebhaft durch das immer lichtere Gras hin- durchschwimmend dem freien Wasser zuzustreben. Ein Nest von Colymbus capensis, das 4 fast ausgebrütete Eier enthält, ruht auf der Wasserfläche zwischem emporschies- sendem Grase, an dem es befestigt ist, eine ganze Reihe schwarzweiss glänzender Ibis- vögel {Ibis aethiopica) spaziert zwischen den verlassenen, mit Gras bewachsenen Termiten- hügeln umher, die hier oft über die Steppe verstreut sich finden, um schliesslich mit langsamen Flügelschlag sich nach einem ruhigeren Platz zu begeben; eine Ardea sturmi fährt dicht vor uns aus dem im Wasser wachsenden Grase und ein schreiender Fluss- uferläufer {Tringoides kypohucos) von dem schlammigen Ufer auf, ein Schmarozermilan {Milvus aegyptius) segelt durch die Luft, graue Schwalben {Riparia minor) streichen über die Steppe nahe dem Wasser, und zahlreiche Colymbus capensis schwimmen auf dem Wasser, verschwinden in der Tiefe, um bald wieder sich vorsichtig zu zeigen. 14 SJÖSTFDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3. Von der Spitze eines Hügels lässt sich die Lage der Seen leichter studieren. Vor uns breitet sich der grösste von ihnen aiis, in seiner Längsrichtung von Westen nach Osten sich erstreckend, während sein westlicher Teil sich schuhförmig nach Norden zu verlängert. Buchtenreiche, stellenweise bis an das Wasser mit Gras bewachsene L^fer bilden überall die Einfassung, fast ohnedenkleinstenBaumoder Strauch, während einige runde kleine Inseln, offenbar solche Hügel, wie sie im übrigen über das umliegende Ter- rain hin oft zerstreut liegen, vier davon etwas grösser, vielleicht hundert Fuss im Durch- schnitt an der Basis, sich über die Wasserfläche erheben. Rings umher breitet sich das graugelbe, bisweilen etwas grünlich schimmernde Grasmeer aus mit seinen kleinen zerstreut liegenden, grasbewachsenen Hügeln, von denen viele alte Termitenhügel sind. Hunderte von Enten schaukeln sich auf dem Wasserspiegel, Strandläufer (Charadrius tricollaris) suchen die Ufer ab oder streichen in schnellem Fluge über die nun in der Sonne glitzernde Wasserfläche, während ein paar andere, wahrscheinlich besorgt um ihre in der Nähe befindlichen Jungen, in sausendem Fluge und unter aufgeregtem Schreien hin und heimfahren. Ein prächtiges Bild gewährt eine Schar Ibisvögel, wie sie in ihrem weissen Kleide, mit schwarzem Hals, Schnabel und Beinen und scharf markiertem schwarzen Rande längs den Spitzen der weissen Armscliwingen, hin über die Ebene nach einem anderen See ziehen. Eine anmutige Gruppe bildet auch eine weibliche Anas erythrorhyncha mit ihren munteren Dunenjungen, wie sie dann und wann wachsam den Kopf drehend über den blanken W^asserspiegel dahinzieht. In einer der vielen mit Wasserpflanzen bewachsenen Buchten steht eine ganze Reihe stattlicher Reiher, die ersten in blendend weissem Kleide, während ein grauer Reiher sich etwas seitwärts in die Nähe eines gewaltigen Sattelstorchs (Ephippiorhynchus senegalensis) gestellt hat, der mit seinem grossen Schnabel und Kopf über die ganze Umgebung hervorragt. Gegend Abend beginnen die Wolken mehr und mehr zu verschwinden, und die Sonne bricht strahlend und wärmend hervor. Die kleinen Sümpfe liegen blank da mit ihrem emporstehenden Ufergras und dem oft von Potamogeton bedeckten Spiegel, der teilweise von dem auf ihm ausgebreiteten Grase mit ihren aufrechtstehenden frischen Spitzen grünlich schimmert. Grosse Aeschniden streichen über das Wasser hin, allen Versuchen, sie zu fangen, spottend; auf einem trockenen Zweige im Grase sitzt ein schwarz- weissbraun gezeichneter Steinschmätzer {Saxicola pileata), mit gleichmässigem Flügel- schlag ziehen ein paar Nilgänse über den Boden hin, in ihren braun, schwarz und weiss bunten Kleide an Fuchsenten erinnernd. Am Ufer ist ein Flussuferläufer zu sehen; mit wippendem Hinterteil nimmt er auf einem Stein Platz, um mit gebogenen zit- ternden Flügeln, nachdem er eine Ausflug über den Wasserspiegel hin gemacht, sich wieder weiter hinweg nach dem dort steinigen Ufer zu begeben — ein Gruss aus dem Norden, der auch in Kamerun sich oft meinen Blicken darbot. Unterdessen klärt es sich mehr und mehr auf; in majestätischer Pracht liegt der weisse Scheitel des Kilimandjaro, dessen Schnee in der darauffallenden Abendsonne er- glänzt, während die unteren Teile des Berges nunmehr in blauen Dunst gehüllt sind. Nordwärts, nach dem unteren, sanft abfallenden Abhang des Berges zu, schimmert das dürre Gras gelb, was dem Lande ein Aussehn verleiht, als breiteten sich aufwärts Sand- SjÖSTEDT, VÖGEL. 15 leider aus, und gerade gegenüber zeichnet sich gegen die dahinter versinkende Sonne der breite im Blau verschwimmende Kegel des Meru ab. Suchen wir nach der Ursache, weshalb diese kleinen Seen und Teiche mit ihrem besonders während der Trockenzeit stinkenden, nach Lauge schmeckenden, dicken, gelblichen und fast schleimigen Wasser der Sammelplatz für ein so reiches Vogelleben sind, so finden wir sie in der reichlichen Nahrung, die hier im Überfluss den Vögeln zu Gebote steht. Zwar scheint es den Seen vollständig an Fischen zu mangeln, während solche im Überfluss, wenn auch nur in einer einzigen Art {Ciarias ynossambicus) in den 'Flusspferdseen (Merkersee ) weiter südwärts, am Fusse des Meruberges, angetroffen wixrden, sie werden aber durch die ungeheure Menge Frösche ersetzt, die sich hier längs der Ufer aufhalten und die eben gegen Ende der Regenzeit äusserst zahlreich waren, sodass das ganze Ufer, soweit man in dem im Wasser wachsenden Grase hinausging, eine einzige wimmelnde Masse zu sein schien. Zwei Arten bilden, wie genannt, die Hauptmasse, die eine in ihrer allgemeinen Körperform an unsere Frösche erinnernde, gewöhnlich aber mit einem breiten hellgrünen Rückenstreifen versehene Art {Rana mascareniensis), die andere ein Krallenfrosch (Xenopiis laevis), der später gegen die Trockenzeit hin zum grossen Teil verschwand und nun nur in vereinzelten grossen Exemplaren in einem kleinen klaren, durch eine dem vulkanischen Boden entspringende Quellader gebildeten Bassin im westlichen Teil eines der Seen angetroffen wurde. Untersuchen wir das Terrain näher, so finden wir den Boden an vielen Stellen mit einer Art heller, ziemlich langer Algen, mit in Kränzen stehenden Blättern, (einer Characee) bedeckt, in denen sich Dytisciden, Hydrophiliden und Naucoriden, Libellen- larven und Kaulquappen in oft reicher Menge aufhielten. Im Wasser schwammen Massen von Notonectiden und Corixiden, letztere in grosser Menge durch eine ganz kleine, nur einige mm lange Art repräsentiert. Dass auch Mückenlarven hier zahlreich waren, dafür bürgten die Myriaden von Mücken, die bei Sonnenuntergang in dichten Wolken an den Ufern umherschwärmten, die Luft auf weite Strecken hin erfüllend, wie denn auch am Tage zahlreiche Fliegen sich an den schlammigen, übelriechenden, von Vogelspuren zertretenen Ufern aufhielten. Vögel, die sonst von Fischen leben, wie Kormorane und Pelikane, mussten hier mit Fröschen und ihrer Brut vorlieb nehmen, womit die Mägen erlegter Exemplare vollgepfropft waren. Es verstand sich von selbst, dass die fisch- fressenden Eisvögel hier spärlicher sein würden, und bei einer untersuchten Ispidina pida zeigte es sich, dass sie bei ihren Stössen in das nasse Element sich Agrionidenlarven zur Beute gewählt hatte. Immer mehr verbrannt zeigte sich gegen Ende Juli die Buschsteppe in der Nähe der Seen durch das Feuer der Massais, um Ende August wieder mit dem hervorspries- senden Grase ein grünes Kleid anzulegen. Das Vogelleben schien nun (^^/s) in ge- wissen Hinsichten nicht so reich, keine grösseren Scharen von Enten zeigten sich auf der Wasserfläche, wogegen die Reiher ganze weisse Wolken bildeten, wenn sie, durch die Schüsse erschreckt, sich vom Boden erhoben, um sich emporschwingend langsam wegzuziehen. Ausser den ebener wähnten gewöhnlichen Arten zeigten sich zu dieser Zeit Scharen von Flughühnern {Pterocles gutturalis saturatior), die sich zum Trinken einfanden und 16 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3. wie Tauben sich am Ufer niederliessen, der helle Wasserläufer {Totanus littoreus) zeigte sich sowohl einzeln als auch zu mehreren beisammen, um mit lauten pfeifenden Tönen scheu durch die Luft zu entschwinden; ausgewachsene Junge von Colymhus capensis schwammen überall auf der Wasserfläche oder tauchten beunruhigt unter, Seeschwalben {Hydrochelidon leucoptera), alle in Jugend- oder Wintertracht, flogen in Scharen über das Wasser hin und her, und auch die grössere Gelochelidon fiilotica, deren Zentralgebiet Ägypten ist, und die in diesen Gegenden die südliche Grenze ihrer Verbreitung erreicht, war zu sehen; Bekassinen {GaUinacjo gallinago) und BvuchwgiSseYVäuieY (Totaiinsglareola) erhoben sich in vereinzelten Exemplaren an den sumjjfigen grasbewachsenen Ufern oder in der Nähe, Hoplopterus speciosus strich in einigen Paaren umher oder Hess sich an dem offenen, schlammigen Ufer nieder, schon von ferne durch seine leuchtende schwarz weiss und eisgraue Frabe die Aufmerksamkeit auf sich ziehend. Einige Flamingos {Phoenicopterus roseus) hatten auf dem vulkanischen Grunde Platz genommen, der ein paar Schüsse vom Lande entfernt zur Wasseroberfläche emporstieg, eine Stelle, welche diese Vögel mit Vorliebe wählten. Aber auch die übrige Vogel weit hatte ihre Repräsentanten in der Nähe der Seen; aus dem umgebenden Grase erhoben sich bisweilen Mirafra africana athi und intercedens, sowie Anihus rufulus cinnamomeus ; Cisticola-Arten flogen im Grase umher oder sassen schreiend in Gras- und Kräuterbündeln, Schwärme von Estrelda astrild minor bewegten sich im Grase, graurückige Schwalben {Riparia minor) strichen über das Wasser oder über die Steppe in der Nähe der Sümpfe, während bisweilen ein Circus ranivorus beob- achtet wurde, wie er eben auf eine erspähte Beute herabstiess. In einem benachbarten Massaikral hielt sich Neophron monachus ohne Scheu vor den dort umhergehenden Massai- leuten auf, wogegen der erste Anblick von uns, als wir durch die schmale Öffnung des Krals eintraten, zur Folge hatte, dass sie schnell aufflogen und nach den umliegenden kleinen Hügeln sich hinwegbegaben. Wir haben den 9. September, und die Trockenzeit naht heran. Eine strahlende Sonne goss schon frühe ihr Lichtmeer aus über Berg und Ebenen, kein Wölkchen war an dem verschleiert blauen, nach dem Zenith zu klareren Himmel zu entdecken, und ein lauer, aber erfrischender Wind wehte von Südosten her. Die von den Feuern der Massais verheerten Strecken im Mischwald, in der Busch- und Grassteppe mit ihren geschwärzten Büschen und teilweise verkohlten Rasenhügeln beginzien kräftigeres Leben zu entfalten, und der Boden schimmert grün von emporspriessendem jungfräu- lichem Grase, der ersehnten Nahrung der Herden. Wo der Brand Strecken unversehrt gelassen hat, steht der Busch zwar grün und lebenskräftig, aber das hohe Gras des Bodens ist verwelkt, gelb und gibt diesen Teilen ein herbstliches Gepräge. »Die weissen Seen» liegen vor unseren Blicken, schimmernd mit ihrer krausen Oberfläche. Die rund herum auf der Steppe zerstreuten, an breite Heuhaufen erinnernden Hügel sind gelb von ver- welktem Gras, sofern nicht die Feuer der Massais verheerend über sie hingegangen und neues Grün aufzuspriessen begonnen hat, die Wärme der Sonne wird in hohem Grade durch den beständig wehenden Südostwind gemildert, und eine gewisse nordische Herbst- stimmung liegt über der Landschaft, die sich dem Beschauer noch mehr aufdrängt. SJÖSTEDT, VÖaEL. 17 wenn er an die Ufer gelangt, wo Scharen von Zugvögeln: Totanus, Tringa, Charadrius u. a., vom Norden her gekommen, umherziehen. Zwischen den Hügeln nähern wir uns dem von trockenem, ausgeschiedenem Natron- salz weissglänzenden Ufer. Wo vor ein paar Monaten ellentiefes Wasser sich ausbreitete, ist nun harter, aufgesprungener Boden, und der Wasserspiegel der Seen ist sehr ver- mindert. Welch ein Vogelleben aber begegnet hier nicht dem Blick, der schwelgend über Wasser und Ufer hingleitet! Zunächst fliegen wie gewöhnlich ein paar Hoplo- pterus speciosus vom jenseitigen Ufer auf und kommen uns mit geschwätzigem, blecher- nem Geschrei entgegen, fliegen mit straff nach hinten zurückgelegten Beinen unter stossweisen Flügelschlägen bald nach der einen, bald nach der anderen Seite, beständig ihr charakteristisches Geschrei wiederholend. Am Ufer treffen wir Scharen von Schnep- fen und Uferläufern, unsere alten Bekannten aus dem Norden: Totamis glareola. Tringa minuta und vereinzelt Totanus littoreus, während Totanus ochropus unter lautem Schreien hier und da an Ufern und Sumpfpfützen auffliegt. Tringoides hypoleucos, der steinige Ufer vorzieht, hatte sich nach dem westlichen Ufer des Sees zurückgezogen, wo er überall aufflog, als wir herankamen, um mit abwärts gebogenen, staccato bewegten Flügeln nach einem Ausfluge über dem Wasser wieder das Land aufzusuchen. Aber noch ein Gruss aus dem Norden bot sich hier dem Blick; unter einer Gruppe schwarz weiss leuch- tender Ibisvögel, die in dem seichten Wasser wateten, zeigten sich einige kleinere Vögel in demselben Kleide — es waren Säbelschnäbel (Recurinrostra avocetta), wovon ein paar schöne Exemplare bald sorgfältig in dem geräumigen Blechkoffer verpackt lagen, der sich eher als eine zu kleine, denn als eine zu grosse Jagdtasche in diesen seligen Jagdge- filden erwies. Wir gehen weiter dem weissglänzenden Ufer entlang, von dem jede Minute einzelne Vögel oder Scharen von solchen auffliegen, das Wasser verbreitet einen üblen Geruch, der an faulenden. Tang an unseren Meeresküsten erinnert, es ist gelb und dick, fast schleimig, Frösche finden sich zu Tausenden in dem im Schlamme wachsenden Grase und hüpfen mit erstaunlich langen Sprüngen nach allen Seiten hin. Myriaden von Fliegen schwärmen über dem heissen, schlammigen Ufer, wo die Vögel jeden Zollbreit Bodens zertreten haben; bald sieht man kleine Watvögelspuren, bald tiefe Spuren von Sattel- störchen, von Reihern und anderen grösseren Besuchern der Ufer. Werfen wir einen Blick auf die in der Sonne glänzende, vom Winde schwach gekräuselte Wasserfläche, so sehen wir zerstreute Scharen von Enten und Wasserhühnern, oft in Schwärmen von mehreren Dutzenden sich erhebend, oder als fast ausgewachsene Junge flatternd und auf dem Wasser hinweg laufend, wenn sie in einer Bucht überrascht wurden. Unter den hellen Scharen von Anas eri/throrhyncha sehen wir einzelne dunkle Vögel oder einige zusammen, mit blaugrauem Schnabel und braunen Seiten; es sind alles ^Männchen von N yroca capen- sis, während eines der spärlicher auftretenden Weibchen erst gegen Abend sich zeigte. In die Augen fallend war die Verminderung der Anzahl, die bei den Wasserhühnern eingetreten war. Vor ein paar Monaten war die Oberfläche des Sees übersät mit ihnen; überall wohin der Blick fiel, schwammen sie in ihrem schwarzen Kleide mit der weiss- glänzenden Stirnplatte, nickend auf dem Wasser, dann und wann ihr Gackern hören lassend. Auf dem ersten kleinen See waren sie noch immer gemein und schwammen Sjöstedts KiUmandjaro-Merv Expedition. 3. . ^ 18 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERTJ EXPEDITION. 3. in Menge fast überall, wo man hinsah; hier dagegen fehlten sie zwar nicht, waren aber doch weit spärlicher als vorher. Offenbar unternehmen sie nach beendigtem Brutge- schäft Wanderungen und ziehen nach anderen Gewässern fort. In wenn möglich noch grösserer Menge als gewöhnlich zeigte sich zu dieser Zeit Colymbus capensis; nicht eine Bucht fand sich, war sie auch nur einen Steinwurf lang, wo man nicht diese Vögel unter das Wasser tauchen und verschwinden sah, wenn man sich dem Ufer näherte. Mit flatternden, weissleuchtenden Flügeln, mit schräg nach aussen geworfenen Beinen und vorgestrecktem Hals, oft sich umblickend, stürzen sie über den See hin, i>ni bald unter die Oberfläche zu verschwinden und dann vorsichtig Kopf und Hals wieder aus dem Wasser zu erheben oder, wenn noch Gefahr zu drohen scheint, schnell zur Tiefe ihre Zuflucht zu nehmen; die Schwingen Averden geöffnet, und in einem Nu sind sie verschwunden, sodass das Wasser emporspritzt, wo sie heruntergegangen sind. Ihre Anzahl zählte auf der ganzen Fläche des Sees wohl nach Tausenden. Aber auch der weit spärlichere Colymbus infuscatus zeigt sich; mit dem grösseren Teil des Körpers unter dem Wasser, schwimmt er mit gestrecktem Hals einher. Lang- beinige Himantopus, sowohl Alte in weisser Tracht mit schwarzen Flügeln, als auch jün- gere Vögel mit graulichem Mantel, spazieren in dem seichten Wasser umher, gern in Gesellschaft des Totanus littoreus und glareola. Mit lauten vollen pfeifenden Tönen fliegen die ersteren auf und streichen über den Wasserspiegel in scharfem Fluge hin, um nach der Steppe abzubiegen, wo sie sich an zerstreuten kleinen Tümpeln nieder- lassen. Wir haben das hintere, westliche Ufer des Sees erreicht; der Schaum von der vom Winde etwas bewegten Oberfläche liegt in einem weissen Gürtel am Wasserrande, bis- weilen in zerfetzten Flocken auf das gelbe Gras des Strandes hinauftanzend, und auch die abgelagerten Salze lassen den Strand weiss erstrahlen. Hier unter vulkanischen Steinen und Blöcken, deren Massiv auch an mehreren Stellen mit seiner konglomerat- ähnlichen Struktur zutage tritt, laufen Tringoides hypoleucos einher oder werfen sich auf den See hinaus; eine Schar Tringa minuta laufen nickend längs des Wassersaumes oder oberhalb desselben, um aufgeschreckt in scharfem Flug nach dem anderen Ufer hin- überzufliegen, und einige Flamingos bewegen sich gemächlich watend in dem seichteren Wasser des Sees. Bei einer in den See hineinragenden niedrigen Landzunge, auf der später Anthus cervinus gern sich aufhielt, üog Anthtis ruf ulus cinna7nonieus von mehreren Stellen auf, Cisficola-Arten bewegten sich in dem Grase oben am Ufer, wo auch Scharen von Urobrachya phoenicea einherzogen, die jetzt ihre anspruchslose, ammerfarbige Winter- tracht zeigten, das Manchen mit dem zinnoberroten Flügelfleck. Längs des Strandes der erwähnten Landzunge läuft ein kleines elegantes Geschöpf in seiner anmutigen Tracht, weiss mit hellgrauem Mantel und rotbraunem schmalem Brustband; es ist der kleine, wenig bekannte Charadrius vemistus, einer der zierlichsten kleinen Watvögel, die man in der Natur zu sehen bekommt. Zwischen den grasbewach- senen Termitenhügeln auf der Steppe, in deren Schutz die Mücken in Schwärmen ihren Hochzeitstanz abhalten, streichen Schwalben eifrig jagend umher: Hirundo rustica und griseopyga, Riparia minor und cincfa, die leztere eigentümlich durch ihren unsicheren, langsamen und schwankenden Flug. SJÜSTEDT. VÖGKL. 19 In der Nähe des eigentlichen Sees Hegen die kleineren Wasseransammlungen zer- streut, die erste unmittelbar daneben. Nicht hundert Meter lang, ist sie von verein- zeltem Gebüsch und von im Winde wehendem graugelbem Grase umgeben, das, obwohl höher, auch im Wasser kleine Inseln und Flecke bildet; sonst ist die Oberfläche zum grösseren Teil mit einem grünen Teppich bedeckt, der von den grünen frischen Spitzen der im übrigen in das Wasser eingetauchten Halme gebildet wird, und nur hier und da liegt der Wasserspiegel frei da. Fidica, Anas erythrorhyncha, maculata und später capen- sis, Plectropterus, Colyinbus capensis, Wasserläufer aller Arten, Sumpfhühner, Bekassinen Rostratula, Actophilus und Microparra, weisse und graue Reiher, Buhulcus ihis, Herodias (/arzetta, intermedia und alba, Ardea cinerea und melanocephala, Kormorane u. s. w., später auch Thalassornis, Anas querquedula, Phoenicopterus minor u. a. hielten sich hier am liebsten auf, während Phoenicopterus roseus, Erismatura maccoa, Colymbus infuscatus, Pelecanus roseus, Phalacrocorax lucidus lugubris, Sterna leucoptera, Gelochelidon nilotica und Spatula clypeata den offneren, grösseren Wasserspiegel bevorzugten. Manchmal zeigte sich Haliaetus vocifer an den Seen, wo er hoch in der Luft umherschwebte, während sein gackerndes lautes Geschrei, von Kamerun her uns so wohlbekannt, bis- weilen durcli die Luft scholl, um nach den Bergen hin zu verhallen. Wie bereits erwähnt, hat die Vogelwelt dieser Seen besonders während der Zeit unseres Winters eine ganze Reihe Arten aus unserer nordischen Fauna aufzuweisen, während andere hier durch äusserst nahestehende, mit den nordischen anfangs vereinigte, nun aber als Species oder Subspecies von ihnen unterschiedene Formen repräsentiert werden. Derartige schwedische Vögel sind: (H ydrochelidon leucoptera), Spatula clypeata, Anas qtierquedula, Charadrius hiaticula, Recurvirostra avocetta, Numenius arquatus, Totanus pugnax, littoreus, ochropus, glareola, Tringoides hypoleucos, Tringa ferruginea und minuta, Gallinago media und gallinago, Crex crex, Gallinula chloropus, [Plegadis autuninalis), Ciconia ciconia, {Herodias alba), Ardea purpurea und cinerea. Dagegen wird Colymbus cristatus durch den nahestehenden infuscatus ersetzt, C. fluviatilis durch capensis und Ortygometra pusilla durch subsp. obscura. Seltsam ist, dass, umgeben von dieser fremden Natur unter äquatorialer Sonne so viele wohlbekannte Tiere umherwandern und sich fast auf Schritt und Tritt dem Auge darbieten, sich mit den bunten Scharen der fremden Formen mischend. In dem einen Augenblick erscheint es einem, als schritte man am Rande irgend eines sumpfigen Stück Landes hier in der Heimat einher — besonders erinnert das flache Terrain, das sumpfige, von salzhaltigem Wasser stinkende Ufer und der Reichtum an Watvögeln an die südliche Spitze von Öland — bis der Anblick von Flamingos, die prachtvoll von der Sonne be- leuchtet und rosa erstrahlend, im Spitzdreieck geordnet vorbeiziehen, oder das gackernde, aus der Luft ertönende Geschrei des Schreiseeadlers die Gedanken in die Wirklichkeit zurückführt. Im Zusammenhang hiermit können auch andere für Schweden und diese äquato- rialen Gegenden gemeinsame Vogelarten, die dort von mir angetroffen wurden, erwähnt werden. Es sind dies: Circus ceruginosus, pygargus und macrourus, Accipiter nisus, Falco subbuteo, Cerchneis tinnunculus, Coracias garrulus, {Meropsapiaster),Caprimulgus europaeus, Apus apus, Hirundo rustica, Muscicapa grisola, Lanius {minor) und collurio. 20 SJÖSTEDTS KILIMANDJARO-MERU EXPEDITION. 3. Oriolus oriolus, Budyfes campestris, Anthits cervinus und trivialis, Acrocephalus arundi- naceiis und schoenobcenus, Phylloscopus trochilus und Saxicola oefianthe; fernerhin si